Die Sommerferien stehen vor der Tür und klar freuen wir uns alle darauf. Einige Familien haben das Glück und die Schulkinder können 6 Wochen schulfrei genießen, andere fahren in den Urlaub oder gehen in die Hortbetreuung. Meist hat die Kita auch Schließzeit, so dass in den meisten Fällen die Familie beisammen ist und zusammen Zeit verbringt. „Ja ist ja wohl normal?!“ mag man denken. Nun ja, man muss sich an das Miteinander auch wieder gewöhnen. Ist wie mit einer Wochenendbeziehung. Alles muss sich erst wieder einspielen, jeder hat seinen Rhythmus und seine Vorstellungen vom Tag. In einer Familie ist das nicht anders. Morgens gehen alle halbwegs wach aus dem Haus und treffen sich erst nachmittags oder abends wieder. Damit die Ferien alle halbwegs gut überleben, hier ein paar (nicht so ernst gemeinte) Tipps für uns Eltern.

Mit Nervennahrung eindecken

Ich schreibe das bewusst als erstes, weil nun ja, ich esse und trinke gern. Wenn alle leicht durchdrehen, hilft hier oft eine kleine Pause mit Obst oder Eis. Was für eine himmlische Ruhe plötzlich herrscht. Kennt ihr das? Alle essen, schmatzen und sind selig. Okay, der Zustand hält nicht ewig, aber der Tag ist lang und in den Ferien darf man sowieso mehr als ein Eis am Tag essen.

Außerdem ist es sinnvoll, sich einen Vorrat nur für sich selbst anzulegen. Eis, Schokolade, Chips, Lieblingsobst….. You name it. Beim Verzehr müsst ihr allerdings flexibel sein und eventuell die Scheibe Salami schnell hinter der Kühlschranktür einatmen. Da zumindest unsere Kinder in den Ferien sehr lange wach bleiben, verabschiedet euch von dem Gedanken, abends gemütlich mit euren Chips allein das Sofa vollzukrümeln. Kauft lieber eine Packung mehr für die kleinen Monster.

Alkohol. Ja. Heikles Thema, ich weiß. Las ich doch schon, dass man ja wohl keinen Alkohol mehr braucht, man habe ja nun Kinder. Ich dachte nur: „Häh?! Jetzt erst recht!“ Das ist wie mit den Eltern, die panisch die Zigarette verstecken, wenn ein Kind ankommt, damit dieses nicht sieht, dass Mama oder Papa rauchen. Naja, steh zu deinen Fehlern und erklär es dem Kind, was du da tust. Ich rede nicht davon, so viel Alkohol zu trinken, dass sich die Anzahl der Kinder plötzlich vor den Augen verdoppelt. Das sollte klar sein. Man hat schließlich die Verantwortung. Ich finde es aber für uns albern zu sagen, wir trinken nie wieder was, so lange die Kinder bei uns wohnen. Kann und darf zum Glück jeder machen wie er und sie mag. So, abgekommen vom Thema. Wenn ihr einen Lieblingswein oder Bier entdeckt habt, deckt euch mit Vorräten ein. Mal bekommt man Besuch, mal sitzt man bis nachts um zwei zusammen, mal hat man sonntags Lust auf ein Glas Wein und wir wollen jetzt echt nicht zum Späti um die Ecke gehen, um da irgendwas zu kaufen. Wir haben ja schließlich Urlaub und der Plan ist es, Nerven zu schonen. Lobpreiset die Nervennahrung.

Bücher und Zeitschriften als Alibi

Die Vorräte sind angelegt, die Nerven beruhigt. Wenn es so weiter geht, haben wir nach 6 Wochen Gewichtsprobleme. Kann man machen, muss aber nicht sein. Also nächster Punkt. Mit Büchern und Zeitschriften eindecken. Ja mit kleineren Kindern ist es wohl leicht naiv, tatsächlich ein Buch zu lesen, aber man kann es versuchen. Der Mann ist ja auch noch da. Zur seichteren Unterhaltung helfen auch Zeitschriften. Und unter uns: Tratschzeitungen lesen sich am besten im Urlaub oder im Wartezimmer, oder? Hinter einem Buch kann man sich auch wunderbar verstecken, kurz die Augen schließen oder dem Mann sagen, dass er jetzt leider mal Kinderaufpassdienst hat, weil es echt spannend ist im Buch.

Eine Ferienkiste basteln

Okay, der Tipp kommt etwas kurz vor knapp, aber eigentlich ist das noch machbar, dank Onlineshop oder Center vor der Tür. In diese Kiste kommen lauter schöne Sachen für die Kinder: Neue Bücher (Unsere aktuell liebsten Kinderbücher findet ihr hier), Tip Toi, Schleichtiere, kleine Gesellschaftsspiele, Tüte Gummibären (Ja, ohne Zucker gehts nicht, es sind Ferien.), Aufgaben Liste (Klettere auf einen Baum, suche Tiere in den Wolken, pflücke einen Blumenstrauß, spring vom Einer, knutsch die Mutti ab, iss eine neue Eis-Sorte….). Das müssen ja nicht alles neu gekaufte Dinge sein. Manchmal wissen die Kinder ja gar nicht, was so alles in ihrem Kinderzimmer auf sie wartet, vor lauter Überangebot. Ausführlicher und mit vielen weiteren Ideen könnt ihr euch die Kiste hier anschauen, ich habe sie verbloggt. Das kann man noch schnell improvisieren und nachbasteln, oder ihr nehmt die Idee mit in den Herbst, da warten ja schon die nächsten Ferien. In jedem Fall basteln sich eure Kinder tolle Erinnerungen an die Ferien. Super Idee, oder?

Kinder zu verschenken

„Meint die das grad ernst?!“ Na auf Dauer nimmt die Rasselbande ja eh keiner, aber mal leihweise ist möglich. Wie wäre es mit einer Übernachtung bei der besten Freundin /Freund? Und nächstes Mal schläft das Kind dann bei euch. Gibt’s Omas, Opas, Tanten, Onkel, Freunde, die die Kinder mal nehmen eine Nacht oder für einen Ausflug? Ja auch das gehört zu den Ferien. Dass die Kinder mal woanders sind. Ab ins Ferienlager. Tschöööööööö. Neeeee das ist kein Abschieben, das fetzt. Und okay okay, ganz heimlich still und leise freuen wir uns über etwas freie Sommerzeit, in der wir uns mit Freunden im Biergarten treffen, ins Kino gehen, einen Ausflug machen, die Chips nicht heimlich essen sondern gaaaaaaaaaaanz genüsslich. Habe ich ein schlechtes Gewissen deswegen? Nö! Meinen Kindern geht es blendend, sie werden bei Oma und Opa verwöhnt und schaffen sich hoffentlich tolle Erinnerungen. Also ich erinnere mich sehr gern an meine Kindheit an der Müritz mit meinen Großeltern zurück. Und als ich größer war, bin ich mit der Familie meiner Freundin in den Urlaub geflogen oder sie kam mit uns mit. Überhaupt ist es schlau, sich zusammen zu finden. Mit mehreren im Freibad macht es mehr Spaß und bedeutet weniger Arbeit, wenn alle auf alle aufpassen. Wenn sich die Kinder verabreden und gemeinsam um die Häuser ziehen, kann man kurz in die Sonne blinzeln, oder aufräumen, oder ein Nickerchen machen, ooooooooder auch einfach mal gar nüscht tun. So.

Alles nicht so ernst nehmen

Die Kinder müssen nicht 19 Uhr im Bett liegen. Es sei denn, die Abendstunden sind euch heilig. Die Kinder dürfen auch mal das dritte Eis essen und drei Kilo Kirschen. Die Wohnung darf Spuren von Ferienkindern enthalten und man muss nicht sofort hinterher putzen. Man darf auch zweimal hintereinander in den Biergarten um die Ecke gehen, weil die Kinder sich bewegen können, weil das Essen schmeckt, weil sich niemand gestört fühlt und weil man nicht kochen muss. Man darf einfach einen ganzen Tag in der Sonne liegen bleiben. Man muss nicht 5 Tage hintereinander ins Freibad, wenn man wirklich keine Lust darauf hat. Man muss am Urlaubsort nicht alles gesehen haben, wenn es sich am Strand so viel besser aushält. Man darf drei Kilo zunehmen. Man braucht sich keine Gedanken um die Bikini-Strand-Figur machen, denn die haben wir schon. Bikini an. Ab an den Strand. Fertig. Man darf genervt sein und sich freuen, dass Oma am nächsten Tag die Kinder mitnimmt. Man darf das in vollen Zügen genießen. Man darf seine Kinder in die Ferienbetreuung ohne schlechtes Gewissen geben. Egal ob es nicht anders geht, weil man einfach nicht 6 Wochen Urlaub machen kann, oder weil man den Tag noch braucht zum Wäsche waschen und Koffer packen. Man darf 3 Tage hintereinander das gleiche schöne Sommerkleid anziehen (Tipps für die Schönsten gibt es hier) Man kann 6 Wochen ungeschminkt rum laufen. Muss man nicht. Sommer Glow ist ganz schnell geschminkt. Man darf den zweiten Wein trinken. Man darf einfach genießen.

Die Ferien gehören nicht nur den Kindern sondern auch uns. Wir alle freuen uns auf den Sommerurlaub und das sollte in so wenig Stress und Streit wie nur möglich ausarten. Also tiiiiiiiiieeeeeeeff ein- und ausatmen. Ich rege mich zum Beispiel jedes Mal auf, dass ich für alle alles einpacken muss und der Mann lediglich an seinen Kram denkt, aber im Auto fragt: „Haben WIR das und das eingepackt?“ Ausrasten könnte ich dann. Mache ich auch regelmäßig. Dieses Mal nicht. Er packt eh nicht Sachen für die Kinder oder uns, wird er auch nie. Also atme ich es weg und packe. Was ich vergesse bleibt eben in Berlin und wird zur Not nachgekauft. Denn man kann alles überall nachkaufen. Die Welt wird nicht unter gehen.

Ich wünsche euch eine erholsame, streitarme und sonnig schöne Ferienzeit. Es wird toll. Wir müssen bloß den Alltagsperfektionismus über Board werfen und dürfen uns auch mal treiben lassen. Dann ist es vielleicht schon 21 Uhr bevor es Abendbrot gibt. Auch ok. 6 Wochen sind so schnell um, die wollen so gut es geht genossen werden. Ob nun auf Balkonien, am Strand, in der Stadt oder auf den Malediven. Immer schön meine Tipps abarbeiten und dann geht das seinen Gang.

Autor

Seit 2011 bin ich in die Welt der Mütter aufgenommen. Mittlerweile habe ich 3 Töchter. Hier schreibt keine "typische" Mutter, die Haushalt und Familie mit links schmeißt, Modelmaße hat und nebenbei locker eine Karriere wuppt. Ich finde es okay, auch mal zu sagen "Ich bin müde! Der Mann nervt! Wir streiten öfter! Nein, ich backe, bastel und singe nicht 24 Stunden am Tag! Ja, ich mag Fast Food und ein Schnäpschen zwischendurch!" Aber auch die schönen Dinge kommen nicht zu kurz. Süße Sachen die ich im Netz finde, hilfreiche Tipps, anderes Lesenswerte und ganz viel ♥

9 Comments

  1. Liebe Jette,
    Vielen Dank für deinen authentischen Artikel-ich mag deine unkomplizierte, entspannte Art sooo gerne!
    Habt einen schönen Sommer!
    Liebe Grüße aus Schöneberg , aNNe*

  2. Liebe Jette, du sprichst mir aus dem Herzen. Dieses Jahr haben wir das erste Mal große Ferien und ich versuche es locker angehen zu lassen. Dein Text ist super. Liebe Grüße

  3. Haben wir alles:))))) beim Lesen schwillt schon der Hals an:)))) Danke für die Tipps, ich werde es beherzigen!

  4. Jette, der Beitrag ist mal wieder der knaller! :)
    Bei uns sind die Ferien (zum Glück) sehr begrenzt. Der zweijährige geht erst ab nächstem Jahr in den kiga und der dreifährige hat „nur“ 3 Wochen Schließzeit, wovon wir die Hälfte im Urlaub sind. Für die restlichen 1,5 Wochen komme ich vermutlich mit einer Flasche Rum hin :D
    Achja – und für alle, die denken, man dürfe vor den Kindern keinen Alkohol trinken: Bei Baileys im kaffee fällt der Alkohol fast genauso wenig auf, wie bei erdbeerlimes über Vanilleeis!

    • Ich kann deinen Artikel 1:1 unterschreiben – genau SO müssen Ferien sein!

      Weil auch wir nicht 6 Wochen in den Urlaub gehen können oder komplett frei nehmen können, gehen meine zwei Kinder seit Jahren 2 Wochen ins Waldheim – von 8-18 Uhr – und kommen müde, dreckig aber soooo glücklich nach Hause!
      Und dann bleiben bis zum Urlaub immer noch 2 Wochen mit non-stop Freibad, Ausflügen und einfach durch die Nachbarschaft streifen übrig!

      P.S. Meine Nachbarin und ich gönnen uns sogar AUSSERHALB der Ferien manchmal nachmittags einen Eiskaffee MIT BAILEYS auf der schattigen Treppe vor’m Haus – während die Kinder hinten im Garten ne Wasserschlacht machen.
      Wie Jette sagt: Reihenhaussiedlung fetzt!!!

      Liebe Grüße und einen schönen Sommer!
      Maike

  5. Liebe Jette,

    Dein Beitrag kommt gerade richtig. Noch zwei Wochen bis Urlaub. Wie immer super geschrieben.

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