Es ist schwer den Sturm zu lieben. Ihn auszuhalten. Bringt er doch so viel durcheinander, macht Chaos und zerstört eventuell Dinge. Er wirbelt auf, bringt Unruhe in das Leben.

Immer eine ruhige See wäre wohl langweilig und ein Sturm zieht auch vorüber. Vielleicht bringt er sogar etwas hervor. Einen neuen Schatz. Etwas Verborgenes.

Gefühlsstürme aushalten und gleichzeitig zu lieben ist noch schwerer. Weil sie unfair und unnötig erscheinen. Weil wir erschöpft zurück bleiben und uns fragen warum das jetzt sein musste. 

Aber vielleicht musste es in deinem Kopf sein. Sicher meintest du das meiste nicht so als du es im Sturm schriest. Vielleicht wolltest du verletzen, auch in mir einen Sturm auslösen. Und ich muss es aushalten. Wie eine buhne. Warten dass es abflaut, es abprallen lassen. Denn dagegen reden, Argumente finden, zeigen, dass das Leben und unsere Entscheidungen in Bezug auf dich nicht unfair sind, prallen eh ab. Du hörst es im lauten Rauschen nicht. 

Vielleicht später. Wenn sich das Meer beruhigt hat. Wenn das aufgewühlte Durcheinander sich legt. Wenn dein Kopf frei ist und durchgepustet. 

Diese Stürme kommen so plötzlich, tun manchmal sehr weh, kosten sehr viel Kraft. Dich und mich. Und es gibt nichts zu tun. Außer zu warten und es abprallen zu lassen. Dich zu umarmen. Vielleicht mit ein paar Rissen und müde. Aber immer noch stark genug für den nächsten Sturm. Wenn du mir kurz Zeit zum durchatmen bist. Und die Chance doch kurz zuzuhören. Dass niemand dich unfair behandelt oder Gemeines verlangt. Dass wir alle nur irgendwie zusammen leben wollen, ja in ein paar geordneten Bahnen. Sonst herrscht Chaos. Und dann zieht der Sturm wieder auf. 

Es ist schwer den Sturm zu lieben. Dich in dem Moment genauso zu lieben, wenn alles in mir auch toben will. Wer weiß wozu es gut ist. Vielleicht wachsen wir aneinander. Und irgendwann sind sie dann vorbei die Stürme und wir haben unser Land erkämpft. 

Hat niemand gesagt, dass es leicht sein würde dieses Leben mit Kindern. Aber es hat auch so viel Schönes.

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Autor

Seit 2011 bin ich in die Welt der Mütter aufgenommen. Mittlerweile habe ich 3 Töchter und einen Sohn. Hier schreibt keine "typische" Mutter, die Haushalt und Familie mit links schmeißt, Modelmaße hat und nebenbei locker eine Karriere wuppt. Ich finde es okay, auch mal zu sagen "Ich bin müde! Der Mann nervt! Wir streiten öfter! Nein, ich backe, bastel und singe nicht 24 Stunden am Tag! Ja, ich mag Fast Food und ein Schnäpschen zwischendurch!" Aber auch die schönen Dinge kommen nicht zu kurz. Süße Sachen die ich im Netz finde, hilfreiche Tipps, anderes Lesenswerte und ganz viel ♥

6 Comments

  1. ✨🫶Wunderbar … aus dem tiefsten Inneren und so wahr. DANKE dafür!! Das hilft mir gerade sehr meinen inneren Sturm zu beherrschen und beim nächsten wilden Aufbrausen von Mausekind (auch das darf ich nicht mehr öffentlichen sagen 😅) einfach tief durchzuatmen.🙏

  2. Hach, da laufen gerade ein paar Tränchen bei mir. Same here. Sehr schön und treffend geschrieben.

  3. ……jaja das liebe Pubertier und der Sturm der Hormone und Gefühle. Es stellt uns alle vor neue Herausforderungen. Mein Sohn ist jetzt auch live dabei und mitten drinnen. Zwischen dem permanenten Genervt sein (vorallem mit den Eltern) oder Müde sein oder dem unstillbaren Hunger nach Leben und, in unserem Fall auch Nahrung kommt zwischen drinn….ganz unvermutet ein kleines „Mama ich hab Dich lieb“. Und für einen kurzen Moment ist alles wieder Gut bis zum nächsten Sturm. Halte an diesen Momenten fest…das haben sicher auch unsere Eltern schon getan und wird der Grund sein, dass wir alle die Pubertät überlebt haben 😅
    Eins ist dabei aber sicher….Langweilig wird es nie…..denn wie sagst Du immer: Familie fetzt!
    LG aus Wien

  4. DANKE!!
    So ein schöner Text! So eine schöne Metaphorik! (Buhne sein… 🤍)
    Ich glaube, den hab ich grad mal dringend gebraucht. Als Erinnerung. Und zum stark machen.
    Ich geh wohl gleich erstmal meine Kinder in den Arm nehmen 🥹

  5. ❤️ so wahr aber manchmal auch so schwierig

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