Eine der häufigsten Fragen, die mir gestellt wird ist, wie die Kinder damit klar kommen, wenn das Baby da ist und was ich mache, damit so wenig wie möglich Eifersucht entsteht. Ob die Kinder das verstehen, wenn man erstmal weniger Zeit für sie hat.

Ich habe natürlich kein Geheimrezept und würde auch sagen, dass es stark auf das große Kind ankommt, wie alt es ist und was für ein Typ. Sicher reagieren Kinder auf neue Situationen unterschiedlich. Daher kann ich nur sagen, wie es hier läuft. Als Nummer 2 und 3 kamen, brachten sie jeweils ein kleines Geschenk für das nun große Kind mit. Habe ich dieses Mal ganz vergessen. Auch hatte ich ein Art Kiste mit Spielsachen und Malzeug im Schlafzimmer bereit gestellt. Manches davon auch super nutzbar im Elternbett. So ist das Kind auf jeden Fall dabei, auch wenn man selbst noch nicht so aktiv und fit ist.

Bevor das Baby kam, habe ich weiße Babysachen gekauft, die wir dann gemeinsam bemalt haben. Das steigert die Vorfreude und die Kinder sind stolz, wenn das Baby die selbst bemalten Outfits trägt. Auch die Kleinsten können schon prima helfen indem sie die Klamöttchen raus suchen oder die Windel verschließen. Nach dem baden dürfen alle Kinder das Baby eincremen. Ich bin natürlich dabei und passe auf. Aber kleine Arme und Beine lassen sich ganz wunderbar eincremen. Die Kinder fühlen sich gebraucht und „groß“ und hier ist das wirklich immer ein ruhiger Moment. Okay, sobald das Baby nackig sein und baden gehen mag. Aktuell findet das die Rakete noch sehr suspekt. Eincremen von den Geschwistern hingegen genießt er total. Muss ja keine zwei Stunden dauern.

Dann gibts ja auch noch den Mann. Überraschung. Ist dieser in der ersten Zeit zu Hause, darf er sich gern die Geschwister schnappen und was mit ihnen unternehmen: Radtour, Zoobesuch, einkaufen gehen…. Banales aber es ist eben Exklusivzeit. Die Kinder können auch oft auswählen, was wir essen und helfen dann beim Kochen. Das machen sie komischerweise lieber, wenn ich wirklich nicht kann, weil sie mich dann versorgen können, als wenn ich selbst in der Küche stehe und sie um Hilfe bitte. Exklusivzeiten kann man immer einbauen, muss ja kein ganzer Tag sein. Übrigens, Kinderwagen schieben oder einfach das Baby halten, steht hier auch sehr hoch im Kurs und fühlt regelmäßig zu Streit, wer wie lange das Baby schon bekuschelt hat.

Ansonsten hilft nur erklären und Fragen beantworten. Warum man müde ist, vielleicht etwas weinerlich oder gereizt, warum man grad nicht wirklich aufstehen kann und was für eine tolle große Schwester / großer Bruder das Kind schon sei. Ich glaube, wie auch wir Erwachsenen, wollen Kinder gesehen werden. Nicht einfach weg schicken oder den Frust am Kind auslassen, weil das Baby endlich eingeschlafen ist und nun wieder wach wurde. Verständnis haben, auch wenn es schwer fällt. Ist auch für ein kleines Kind neu und aufregend, nicht nur für uns Erwachsene.

Ganz wichtig: Das schlechte Gewissen beiseite schieben. Wenn man doch mal laut wurde, gemeinsam ein Eis essen und sich erklären. Überhaupt das Essen: Wenn man nicht auf den schlauen Rat gehört hat und Unmengen vorgekocht hat, dann bestellt man eben zum dritten Mal in Folge. Die Kinder werden es überleben. Und wo wenn nicht im Bett lässt es sich wunderbar gemeinsam kuscheln und einen Film schauen? Ihr habt früh morgens schon einen gesehen? Naja die Welt geht nicht unter wenn man abends einen zweiten Film schaut. Ich glaube, ganz oft steht einer entspannten Zeit der eigene Anspruch im Weg. Weil man denkt, dem großen Kind nicht gerecht werden zu können. Es wird sich auf jeden Fall vernachlässigt fühlen. Aber das glaube ich nicht. Ein wenig Gelassenheit und auf sich zukommen lassen, machen viel aus. Nichts perfekt machen wollen. Das Chaos bricht sowieso irgendwann über einen herein. Spätestens wenn man alle pünktlich in der Kita und Schule abliefern muss. Also warum vorher schon stressen? Lieber etwas Selbstvertrauen haben und auch ins Kind. Die sind viel schlauer und verständiger als wir annehmen. Okay meistens. Manchmal ticken sie auch aus. Aber das tun sie doch auch ohne weitere Geschwister. So sind Kinder eben. Und so ist Familie. Bisschen irre aber irgendwie läufts ja meist doch und am Ende viel besser als wir denken.

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Autor

Seit 2011 bin ich in die Welt der Mütter aufgenommen. Mittlerweile habe ich 3 Töchter und einen Sohn. Hier schreibt keine "typische" Mutter, die Haushalt und Familie mit links schmeißt, Modelmaße hat und nebenbei locker eine Karriere wuppt. Ich finde es okay, auch mal zu sagen "Ich bin müde! Der Mann nervt! Wir streiten öfter! Nein, ich backe, bastel und singe nicht 24 Stunden am Tag! Ja, ich mag Fast Food und ein Schnäpschen zwischendurch!" Aber auch die schönen Dinge kommen nicht zu kurz. Süße Sachen die ich im Netz finde, hilfreiche Tipps, anderes Lesenswerte und ganz viel ♥

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