Ich habe euch bereits vor einer Weile verraten, wie das Familienleben bei uns so läuft an den meisten Tagen. Unglamourös, aber Hauptsache alle kommen am Ende des Tages lebend ins Bett. Nun haben die Sommerferien begonnen und die Kita hat die ersten drei Wochen geschlossen. In den letzten drei Wochen gibt es nur eine Notbetreuung in der Schule und meine Große platzt nicht grad vor Begeisterung. Bedeutet, die lieben Kleinen wollen bespaßt werden und es herrscht Ausnahmezustand, wenn wir alle zu Hause sind. Klar könnte man sagen, so ist das Familienleben, theoretisch sind alle zusammen, aber nun ja, bei den meisten Familien ist das genau nicht der Fall und irgendwie muss ich mich daran gewöhnen und ihnen auch halbwegs Entertainment bieten.

Meine Überlebenstipps mit Ferienkindern

  • Wer abends spät ins Bett geht, schläft morgens länger. Bei der Hitze kann sowieso keiner schlafen und ich nötige meine Kinder nicht, 20 Uhr im Bett zu liegen. Es sind Ferien, wir sitzen abends lange draußen, es ist hell und weniger heiss. Sie sind dann erst aktiv, fahren Fahrrad und gehen gegen 22 Uhr schlafen. Voll okay, denn zur Zeit schlafen sie bis halb zehn. Alle drei. Ich stehe etwas eher auf, mache mir entspannt einen Kaffee, räume ein bisschen das Ferienchaos auf und versuche zu arbeiten.
  • Den besten Babysitter der Welt engagieren. Nun könntet ihr dreimal raten wer das ist. Ich verrate es euch, denn in den meisten Familien ist es auch deren bester Babysitter: Der Fernseher. Ja. Oha, auweia, tatütata. Wenn es mittags total heiß ist, oder ich morgens noch etwas fertig machen muss, dürfen meine Kinder das Ferienprogramm studieren und in Ruhe fern sehen. Die Kleine ist manchmal mit dabei, oft turnt sie in meiner Nähe rum und macht Blödsinn.
  • Siesta for everyone. Ich liiiiiiebe den Mittagschlaf. Ist eh zu heiß draußen um die Zeit und wir wollen es in den Ferien auf keinen Fall übertreiben. Die Jüngste schläft, manchmal döse ich mit, oft ist das die Zeit, mich den Großen zu widmen und wir spielen etwas gemeinsam. Entschleunigt ungemein.
  • Ein Eis ist kein Eis. Okay, nicht jeden Tag, aber ja, wir essen auch mal zwei Eis am Tag. Und ganz besonders verrückt: Manchmal ist das unser Mittagessen. Wenn die Kleinste schläft. Wie gemein hehe. Aber es ist schon schöner, wenn man sein Eis in Ruhe essen kann.
  • Entschleunigung des Ferienprogramms. Man muss nicht jeden Tag zum See, oder in den Tierpark oder stundenlang am Wasserspielplatz rumhängen. Kann man machen, wenn es einen nicht stresst, ansonsten sein lassen und am nächsten Tag fahren. Bringt ja nichts, wenn man im Kopf die To-do Liste durchgeht und keinen Spaß hat.
  • Ferienkiste aktivieren. Ich habe euch ja schon gezeigt, was eine Ferienkiste ist. Die kann man nicht nur am Anfang der Ferien basteln, sondern zwischendrin, wenn die Kinder eine Woche zu Hause sind, zwischen Oma und eigenem Urlaub.
  • Einfache Sommergerichte kochen. Hier gibt es auch mal Eierkuchen/Plinse/Pfannkuchen. Oder Milchreis. Oder Tiefkühlpizza. Oder ganz viel Obst und Joghurt. Und das öfters. Ich frage die Kinder worauf sie Hunger haben und dann machen wir schnelle Gerichte zum Mittag. Mit drei Kindern tagsüber allein zu Hause nervt es mich, in der Küche zu stehen und großartig zu kochen.
  • Abends ausgehen. Ja mit den Kindern. Es ist angenehm kühl oder zumindest erträglich und in Berlin gibt es einige Biergärten oder Restaurants mit Spielplatz. Der Pratergarten oder das Alois S. im Prenzlauer Berg. Peeeeeerfekt sage ich euch.
  • Zusammen ist man weniger allein. Oder auch: geteiltes Leid ist halbes Leid. Gibt sicher noch mehr Eltern, die mit den Kindern zu Hause sind. Warum nicht verabreden und den Tag auf dem Spielplatz oder im Garten verbringen? Das ist sehr entspannt.
  • Die Kinder abgeben. Wer das Glück hat, Großeltern oder andere Familienmitglieder zu haben, die die Kinder gern nehmen, nur zu. Bloß kein schlechtes Gewissen haben. Sie kommen ja wieder. Für die Kinder bedeutet Ferien bei den Großeltern noch ein bisschen mehr Freiheit und Schokolade.
  • Das städtische Freizeitangebot nutzen. Es gibt für Berliner den Ferienpass. Viele Einrichtungen bieten Entertainment für größere Kinder. Nicht immer kostet das ein Vermögen. Oft ist das sehr nett und schafft etwas Abwechslung.
  • Sich drauf einlassen. Wenigstens ein par Stunden am Tag. Ich musste das erst lernen. Der Mann ist im Büro, ich sehe meine Arbeit, den Haushalt und allerlei unerledigten Kram und vor mir stehen drei Urlaubskinder. Klar kann ich sie nicht die ganze Zeit fern sehen lassen, Mittagsschlaf machen sie auch nicht ewig. Also strukturiere ich meine Arbeit drum herum, gebe gern den Haushalt an den Mann abends ab und nehme mir Zeit für die Kinder. Wir gehen auf den Spielplatz oder machen einen Ausflug. Muss bei der Hitze ja kein Tagesprojekt werden, aber zur nächsten Plantsche ist es meist nicht weit. Das ist für mich auch entspannter als mit drei Kindern allein im Freibad. Ich kann das einfach nicht gut und bin nur am panisch aufpassen, dass alle beisammen bleiben und die Köpfe über Wasser halten. Wie schnell ein Kind in den Pool fällt und das erschreckend leise, habe ich erst wieder im Urlaub gesehen. Gruselig.

Ihr seht, es ist kein Hexenwerk und ja, auch hier liegen mal die Nerven blank, keine Sorge. 6 Wochen sind eine lange Zeit und ich habe das Glück zu Hause zu sein und zwei Wochen sind die Kinder bei den Großeltern. Dann hat auch die Kita wieder auf. Aber auch für andere Schulferien oder Schließtage der Kita nehme ich mir diese Punkte vor. Klappt nicht immer alles super gut. Manchmal ist einer krank oder ein paar Termine kommen dazwischen, aber ich versuche immer, dass die Ferienzeit hier zu Hause so entspannt wie möglich abläuft. Und was ich festgestellt habe, ein großen Entertainment Programm ist oft nicht nötig. Das schöne Wetter mit einem Eis an der Plantsche genießen, reicht oft schon völlig aus für kindliches Ferienglück.

Wie habt ihr die Sommerferien verplant? Unternehmt ihr viel?

Autor

Seit 2011 bin ich in die Welt der Mütter aufgenommen. Mittlerweile habe ich 3 Töchter. Hier schreibt keine "typische" Mutter, die Haushalt und Familie mit links schmeißt, Modelmaße hat und nebenbei locker eine Karriere wuppt. Ich finde es okay, auch mal zu sagen "Ich bin müde! Der Mann nervt! Wir streiten öfter! Nein, ich backe, bastel und singe nicht 24 Stunden am Tag! Ja, ich mag Fast Food und ein Schnäpschen zwischendurch!" Aber auch die schönen Dinge kommen nicht zu kurz. Süße Sachen die ich im Netz finde, hilfreiche Tipps, anderes Lesenswerte und ganz viel ♥

5 Comments

  1. Meine Kinder sind noch eine Woche im Kindergarten, dann gibt es hier drei Wochen kindergartenfrei. Ich freue mich schon und hoffe das wir die Zeit gut hinbekommen…
    Schöner Artikel!! Ich werde versuchen ihn in Erinnerung zu behalten…

  2. Pingback: Goodbye and hello | 6 Freitagslieblinge am 27. Juli 2018 | berlinmittemom

  3. Liebe Jette!! Du sprichst mir mal wieder so der aus der Seele. Hier sieht es ähnlich aus. Meine freiberufliche Arbeit ruht (mehr oder weniger) für 4-6 Wochen und viel freie Zeit gehört meinen Kindern. In die Betreuung müssen sie nur, wenn es der Dienstplan oder die Termine fordern. Sonst größtenteils zu Hause. Und hier auch: lange aufbleiben, länger schlafen als sonst, viel Eis, Planschbecken, Sand im Haus und ab und an Fernsehen. Und wir sind alle gerade sehr glücklich. Sommerzeit ist Kinderzeit. 💜 ich bin auch dankbar, meinen
    Job teilweise so flexibel zu gestalten und meinen Kindern eine schöne Zeit schenken zu können. Und ja, manchmal gehen wir uns auch einfach auf den Senkel. Also bei bedarf auf 3m x 1.50m Pool eurerseits kommt in den Süden Berlins- wir haben die Wasserspritzen bereit. 🙃😎
    Liebste Grüße Franzi

    • Boah so ein toller Pool!!! Wie toll. Ja das flexible Arbeiten nimmt viel Stress, das ist hier auch so. Genießt die tolle Sommerzeit.

  4. Herzlichen Dank für den Artikel! Einfach mal entspannen und die Kinder nehmen trotzdem keinen Schaden :-).. Ich wünschte, ich hätte mehr solche Mütter in meiner Nähe..

    Viele Grüße,
    Jessica

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