Fragen über Fragen. Wie macht man das denn nun mit Weihnachten und den Kindern? Kommt das Christkind oder der Weihnachtsmann oder gar keiner? Gibt man die christliche Geschichte weiter oder lebt man nach den lieb gewonnen Familientraditionen? Und ist es ok, das Kind anzulügen, oder gibt es weder den Weihnachtsmann, noch den Osterhasen, die Zahnfee und wer sonst noch so vorbei schaut?

Ich erzähle euch mal wie es bei uns läuft und hole mal eben aus. Ich kann mich an keinen traumatischen Tag erinnern, an dem meine Eltern mir erklärten, dass es den Weihnachtsmann nicht gibt. Und meinen Glauben habe ich bis heute nicht ganz verloren. Auch dank der Kinder. Wir sind die typischen ‚Weihnachten geht man auch mal in die Kirche‘ Menschen. Finde ich nicht schlimm, wir sind nicht gläubig im kirchlichen Sinne, aber wer weiß was so los ist um uns herum. Und warum nicht christliche Werte und Geschichte weiter geben, nach der wir auch alle ein wenig leben.

Wer entschiedet denn, wieviel Fantasie erlaubt ist?

Mamablog-4.Advent-WeihnachtenIch empfinde das Thema Weihnachten, Christkind, Weihnachtsmann….. nicht als lügen. Natürlich können alle Eltern das frei entscheiden, wie sie wollen, es ist ja hier mein Text über unsere Familie. Das Schöne an der Kindheit ist doch, dass die Realität noch nicht so hart zuschlägt wie bei uns Erwachsenen. Es sagt doch auch niemand zu seinem Kind, wenn es mit den Puppen spielt und mit denen redet: Ey das sind Puppen, hör auf so zu tun, als seien sie lebendig. Nennt sich Fantasie. Wir Erwachsenen entscheiden also, wo Fantasie okay ist, und wo nicht. Es geht ja noch viel weiter: Was erzählen wir denn unseren Kindern, wenn jemand stirbt? Was passiert dann? Ich höre erstmal zu, denn weiß ich was passiert nach dem Leben? Nö. Wer bin ich denn, meinen Kindern zu sagen wie es richtig ist.

Die Gesichter der Kinder sagen mehr als einmal „Danke Mama!“

Dass der Weihnachtsmann nicht alle Geschenke bringen kann, wissen meine Kinder. Wir helfen. Trotzdem gibt es an Weihnachten kein: Das kommt von den Eltern, das von der Tante, das von den Großeltern…. Damit die Kinder sich noch bedanken. An Weihnachten liegen am 24. die Geschenke unterm Baum. Egal wer sie gekauft hat. Ich brauch auch kein „Danke Mama!“ Ich sehe es in ihren Gesichtern.

Die Magie entsteht aus uns heraus. Der Weihnachtsmann kann helfen, muss er aber nicht

Mamablog-Weihnachten-EukalyptusUnd viel wichtiger als die Geschenke ist all die Magie, der Zauber und die Hoffnungen, die uns in dieser Zeit umgeben. Es sind die kleinen Mehlschlachten beim Plätzchen backen, die vielen Geheimnisse, das Wunschzettelschreiben, es sind die Weihnachtslieder in Endlosschleife, die wohlige Atmosphäre dank eintausend Lichterketten. Es ist die Magie und der Friede beim Tannenbaum schmücken. Wenn er fertig ist und wir ihn stolz bestaunen. Es ist überhaupt das gemeinsame Aussuchen des Baumes. Es sind die vielen Weihnachtsfilme und gebrannten Mandeln. Das alles zaubert uns nicht der Weihnachtsmann hin, ist klar. Aber diese Zeit umgibt eine gewisse Magie, die vielleicht auch durch weihnachtliche unsichtbare Helfer entsteht.

Meine Kinder müssen nicht die Last und Mehrarbeit sehen, die ich habe oder den extra Stress. Ich brauche von ihnen kein Danke! Denn für mich (!) ist es keine Mehrarbeit. Ich liebe die Weihnachtszeit. Ich mache es von Herzen gern. Der Mann darf natürlich schon immer wieder sagen, wow toll gemacht, aber nicht meine Kinder. Und auch wenn sie bestimmt ahnen, dass wir mehr unsere Finger im Spiel haben bei der Geschenkeauswahl, so ist da eben ein gewisser Rest-Weihnachtsmannzauber. Ein bisschen: Hmmmmm können das wirklich die Eltern gewesen sein?

Kein Kind muss lieb sein für den Weihnachtsmann

Am Ende ist es das Gefühl, was wir Weihnachten vermitteln. Dafür muss kein Kind lieb sein. Oder bekommt ansonsten die Rute. Der Weihnachtsmann schreibt keinen Brief mit Drohungen oder Hinweisen, was besser laufen könnte. Hier kommt nie Knecht Ruprecht. Der Weihnachtsmann ist einfach lieb. Niemand bekommt mehr Geschenke fürs extra lieb und brav sein. Örks. Ist ja keine Erpressung. Was sie verstehen sollen ist, dass es um mehr als Geschenke geht. Und ich glaube, das tun sie. All die kleinen Dinge die wir tun, die kleinen geheimen Zettel und der Glitzer der plötzlich wieder rumfliegt, der Wichtel der uns besucht, eben diese ganz besondere Weihnachtszeit tragen zu ihrem Glauben bei.

Glaube ist vielfältig

Supermom_Mamablog_1.AdventUnd nur darum geht es: Was glauben meine Kinder. Sie müssen nicht an den Weihnachtsmann glauben, es ist okay, wenn man ein bisschen ehrlich ist. Der Rest wird dank anderer Kinder oder Erwachsener eh vergrault. „Der Weihnachtsmann ist nur eine Erfindung von Coca-Cola!“ Ganz schön traurig, anderen ihre Magie nehmen zu wollen, ihren Glauben. Ich spreche anderen auch nicht ihren Glauben an Gott oder andere Götter ab. Ich sage den Isländern auch nicht, dass sie eventuell etwas albern sind mit ihren Zwergen, Trollen und Elfen. Also warum machen wir bei den Kindern so ein Thema daraus, dass wir sie anlügen? Weil sie irgendwann nicht mehr glauben und enttäuscht sind, dass wir sie angelogen haben? Ist es nicht an uns, den Zauber aufrecht zu erhalten? Und ich meine nicht, vehement zu sagen: Jaha den Weihnachtsmann gibt es, ich hab nichts mit den Geschenken  zu tun.

Jede Familie wird ihre eigene magische Reise antreten, da muss niemand von außen spoilern

Das muss natürlich jede Familie für sich heraus finden, was der beste Weg ist. Für uns ist es, dass wir Helfer sind, dass die Weihnachtszeit eine Magische ist, eine die wir nicht erklären können. Eine Zeit, in der sich eine wunderbare Welt öffnet für alle die es wollen und von der immer ein kleines Stück im Herzen bleibt. Jahr für Jahr. Und diese Magie die ist nicht sichtbar und man kann sie kaum beschreiben. Aber sie ist da. Und wenn der Weihnachtsmann oder das Christkind ein wenig dabei helfen, diese Magie zum Leben zu erwecken, dann warum nicht. Wie schön ist es denn bitte, dass Kinder diese Fantasie und diese Liebe noch haben, ohne alles anzuzweifeln, ohne Misstrauen und schlechte Erfahrungen, die unser erwachsenes Herz schon verschließen vor den zauberhaften Momenten.

Mamablog-Weihnachten-VesperIch glaube an Weihnachten. Ich glaube an Magie, an eine mystische und zauberhafte Zeit mit viel Glitzer, Licht und kleinen Helfern in Form von Gesten, von kleinen Traditionen, von schönen Gedanken. Getragen von Liebe und vielen Ritualen in unserer Familie, die hoffentlich in den Herzen meiner Kinder bleibt, bis sie Kinder haben. Ob es dann bei ihnen einen Weihnachtsmann gibt, ist doch zweitrangig, solange die weihnachtliche Magie da ist. Und die ist nicht erklärbar und die sollte man anderen nicht absprechen, bloß weil man meint komplett ehrlich sein zu müssen. Und ganz bestimmt kann man auch mit Ehrlichkeit und ohne Weihnachtsmann Magie erzeugen und schöne Stunden. Für mich ist das nicht der Weg. Für mich ist es auch kein Lügen, sondern nur ein weiteres magisches Element. Und so kommt auch in diesem Jahr der Weihnachtsmann. Und nimmt die Kinder wieder mit auf eine fantasievolle Reise. Ich freu mich darauf.

Und ein kleines P.S. an alle Erwachsenen die meinen, sie müssten den Kindern unvermittelt vor den Latz knallen, dass es weder den Weihnachtsmann, noch das Christkind oder andere Wesen gibt, weil eh alles nur vom Kapitalismus und Coca Cola geprägt ist: Ihr dürft ganz allein in eurer ehrlichen Realität leben, die ein kleines bisschen grauer ist, als die der Kinder. Und vielleicht schaut ihr heimlich mal Die Hüter des Lichts und findet auch euer Licht wieder.

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Autor

Seit 2011 bin ich in die Welt der Mütter aufgenommen. Mittlerweile habe ich 3 Töchter und einen Sohn. Hier schreibt keine "typische" Mutter, die Haushalt und Familie mit links schmeißt, Modelmaße hat und nebenbei locker eine Karriere wuppt. Ich finde es okay, auch mal zu sagen "Ich bin müde! Der Mann nervt! Wir streiten öfter! Nein, ich backe, bastel und singe nicht 24 Stunden am Tag! Ja, ich mag Fast Food und ein Schnäpschen zwischendurch!" Aber auch die schönen Dinge kommen nicht zu kurz. Süße Sachen die ich im Netz finde, hilfreiche Tipps, anderes Lesenswerte und ganz viel ♥

3 Comments

  1. Schwieriges Thema. Bei uns bringt auch „offiziell“ der Weihnachtsmann die Geschenke. Wir machen es auch eher so, dass nur einmal der Weihnachtsmann kommt und es ein Großes Geschenk von allen Familienmitgliedern gibt, wie bspw. dieses Jahr mit dem Kettcar. Es ist was teurer, aber so freut sich unser Sohn umso mehr. Wir versuchen ihm schon früh zu vermitteln, dass es nicht auf die Menge ankommt. Aber es muss jeder selbst Wissen, wir er es mit dem Weihnachtsmann oder Christkind macht. Ich finde den Brauch dennoch schön :-) Aber man soll es nicht zu überspitzen.

  2. ur sula salzwimmer

    Bei uns hatte vom ersten Tag an Jesus Geburtstag. Und wie bei jedem Geburtstag beschenkten wir einander. Sehr spannend war allerdings der Überraschungseffekt – denn die Geschenke wurden teils verpackt auf dem Klavier gestapelt, teils aber ganz normal versteckt.
    „Christkind“ und „Weihnachtsmann“ ließ ich einmal herankommen. Im Kindergarten wurden diese beiden Figuren wie Märchenfiguren behandelt. Wir Eltern wurden nie damit befasst.

    Es ist mir auch gelungen (ich weiß nicht wie), mit den Kindern Geschenke kaufen zu gehen. Meine Tochter zB sass mit ihren 2 Jahren auf einer Menge Schachteln im Einkaufswagen – aber das waren halt die Geschenke für Freunde. Nicht einmal bei der Bescherung kamen sie ihnen bekannt vor :-)

    Ich habe es immer – schon als Kind – gehasst, wenn man mir mit „Christkinderl“ daherkam – es war ja auch unlogisch: es fliegt herum – Schwachsinn !

  3. Ich hatte immer Angst davor, wenn unsere Kinder (7 und 9) uns mal fragen, ob es das Christkind wirklich gibt. Letztes Jahr war der Kleine noch im Kindergarten – da glauben eh die meisten Kids noch dran, also Safe Space. Aber in der 3. Klasse der Großen gab es schon Sätze wie „Das Christkind gibt’s doch gar nicht.“
    Weihnachten und die Adventszeit ist für uns die wundervollste Zeit des Jahres. Und die möchte ich mir und den Kids durch nix kaputt machen lassen. Auch ich liebe den Zauber der Kerzen, die Aufregung am Heilig Abend, wenn wie durch Zauberhand Geschenke unterm Baum liegen. Und vor allem: das Strahlen, die Begeisterung und die Aufregung der Kinder!!!
    Als also vorbeibringen paar Tagen die Frage an mich gestellt wurde „Mami, gibt es das Christkind?“ habe ich aus voller Überzeugung und wahrheitsgemäß geantwortet „Es gibt alles, woran du fest glaubst!“

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