Letzte Woche gab es zwei Momente, in denen mir vor Sorge so schlecht wurde und ich nur laut schreien wollte, mitten auf der Straße. Meine große Tochter geht den Weg von der Schule allein nach Hause bis wir uns vor der Kita treffen. Das dauert maximal 10 Minuten. Meist geht sie mit zwei Freundinnen mit, die den gleichen Weg haben. Ich muss gestehen, das ist ein riesen großer Schritt für mich gewesen, sie allein gehen zu lassen. Es ist nicht so, dass ich ihr nicht vertraue, sie ist sehr verantwortungsbewusst und läuft nicht einfach über die Straße, aber die Angst ist da, dass ihr etwas passiert.

Denn Schulweg allein gehen – Bin ich schon bereit dafür?

Meine Tochter möchte schon seit einer Weile den Weg allein gehen. Morgens darf der Papa sie gern bis zum Schultor bringen. Gern auch Händchen haltend. Aber bitte kein Kuss vor der Schule, das könnte ja jemand sehen. Hallo, sie ist 7!!! Klar bin ich stolz auf sie, dass sie selbstständiger wird und auch etwas allein machen möchte. Und ich denke, ein Stück des Schulweges allein zu bestreiten, gehört dazu. Wenn sie allerdings nur ein paar Minuten zu spät um die Ecke biegt, verfalle ich schon in Panik. Letzte Woche ging das soweit, dass ich sie hektisch suchte, mit den Kleinen den Weg ablief und rechts und links im Gebüsch schaute, ob ich etwas von ihr finde und innerlich komplett in den Panikmodus schaltete. Sie saß derweil bei uns im Garten, wir müssen uns ganz knapp verfehlt haben. Das war nicht so abgesprochen und wir hatten wohl beide einen riesen Schreck bekommen. Das Gleiche wiederholte sich zum Ende der Woche, als ich sie bat, bis nach Hause zu gehen, statt vor der Kita auf mich zu warten. Kein Kind zu sehen. Sie stand dann vor der Kita, weil sie es vergessen hatte. Mein Herz, sag ich euch. Es ist ein schmaler Grad zwischen Vertrauen und Loslassen und nicht komplett alles zu kontrollieren und jeden Schritt zu begleiten. Gerade nach solchen Schockmomenten, ertappe ich mich dabei, sie doch wieder abzuholen und nicht aus den Augen zu lassen.

Ich lass dich jetzt los. Aber nur ein kleines bisschen

Gern würde sie schon mit ihrer Schwester auf den nahegelegenen Spielplatz allein gehen, aber das ist mir tatsächlich noch nichts. Auch wenn sie eine Uhr trägt und der Weg nur über zwei Straßen führt, möchte ich sie nicht allein lassen. Ich erkläre ihnen, dass es auch Menschen gibt, die sie vielleicht mitnehmen möchten. Es ist wirklich schwer, kindgerecht zu sagen, dass manche Leute nichts Gutes im Sinn haben, denn sie sollen auch nicht denken, dass jeder Fremde böse ist. Ich möchte aber trotzdem, dass sie nicht mit Fremden reden, egal was derjenige von ihnen will. Leider sieht man ja immer wieder in Tests, dass die Kinder doch einfach mitgehen. Ich will da gar nicht dran denken….. Und sofort die Frage: Doch mehr Kontrolle?

Wieviel Kontrolle benötigt ein Kind?

Was tun? Soll ich als Mutter alles kontrollieren, überall dabei sein, damit mein Herz nicht vor Sorge stehen bleibt? Wie viel Vertrauen ist gut? Soll ich ihr eine Uhr schenken, mit der ich immer sehe, wo sie grad ist und mit der sie mich anrufen kann? Ist das schon zu viel Kontrolle? Ehrlich gesagt, ich weiß es nicht. Ich frage mich, ob diese diffuse Sorge jemals aufhört. Ob man sich daran gewöhnt, dass das Kind den Schulweg allein geht, dass es mit Freunden allein auf Spielplätzen abhängt und später mal bis zum Sonnenaufgang feiert. Und ich frage mich, wie mein kleines Panik-Ich das alles überleben soll.

Familie ist nicht immer nur Liebe, über Wiesen hopsen und Schokokuchen essen. Familie und Elternsein ist ganz oft auch Angst und Sorge. Manchmal nicht mal begründet. Sie lauert diffus in der Ecke und erwischt uns eiskalt. Das Herz läuft eben für alle Zeit außerhalb unseres Körpers umher. Am Anfang ist es noch ganz nah bei uns, doch entfernt es sich immer mehr. Und wir können nur für uns entscheiden, ob wir das Band ein bisschen lockerer lassen oder noch nicht. Grundsätzlich bin ich stolz und finde es richtig, dass die Große den kurzen Weg allein von der Schule nach Hause läuft. Sie muss auf ihre Sachen achten, alles mitnehmen und Acht geben. Wenn sie mit ihren Freundinnen um die Ecke biegt, ich sag euch, dann ist sie jedes Mal noch ein bisschen mehr gewachsen, noch ein bisschen größer geworden und einen Schritt näher Richtung „Groß sein“. Und wenn sie mich dann sieht, läuft sie mir jeden Tag in die Arme und wir drücken uns ganz fest. Und jeden Tag sage ich ihr, wie toll sie das macht und wie stolz ich auf sie bin. Mein großes Kind. Es ist wohl Zeit, wieder ein Stückchen loszulassen.

Wie handhabt ihr das bei euren Kindern? Dürfen sie schon allein bleiben oder den Schulweg allein gehen? Und kennt ihr diese diffusen Ängste, dass immer etwas passieren könnte? Habt ihr Apps oder Uhren, die euch zeigen, wo das Kind ist und hat jemand einen guten Buchtipp, der auf kindliche Art erklärt, dass man nicht jedem Fremden vertrauen sollte?

Nachtrag: Diese Bücher wurden nun schon empfohlen: (Affiliate Links, ich werde bei Kauf am Umsatz beteiligt, euch entsteht kein Nachteil)
Dagmar Geisler: „ich geh doch nicht mit jedem mit“ oder „mein Körper gehört mir“ und „ich geh doch nicht verloren“.

Autor

Seit 2011 bin ich in die Welt der Mütter aufgenommen. Mittlerweile habe ich 3 Töchter. Hier schreibt keine "typische" Mutter, die Haushalt und Familie mit links schmeißt, Modelmaße hat und nebenbei locker eine Karriere wuppt. Ich finde es okay, auch mal zu sagen "Ich bin müde! Der Mann nervt! Wir streiten öfter! Nein, ich backe, bastel und singe nicht 24 Stunden am Tag! Ja, ich mag Fast Food und ein Schnäpschen zwischendurch!" Aber auch die schönen Dinge kommen nicht zu kurz. Süße Sachen die ich im Netz finde, hilfreiche Tipps, anderes Lesenswerte und ganz viel ♥

16 Comments

  1. Pingback: Vom Flügel ausbreiten und loslassen: Wenn Kinder allein zur Schule gehen

  2. Liebe Jette,

    ich kann das so gut nachempfinden. Mein Kopf weiß ganz genau, dass es wichtig und notwendig ist, loszulassen, aber irgendwie klappt da die Kommunikation mit meinem Herz noch nicht so richtig. Zur Schule können wir unsere Tochter nicht alleine gehen/ fahren lassen, da sie zu weit weg ist und öffentlich nur sehr schlecht zu erreichen wäre. Also müssen wir andere Gelegenheiten finden, in denen sie sich ausprobieren kann. Seit sie 7 Jahre alt ist, fährt sie am Wochenende mit dem Fahrrad die Brötchen holen und ich stehe in der Küche, bereite das Frühstück zu und zähle die Minuten bis sie wieder da sein müsste – Herzklopfen inklusive, wenn es etwas länger dauert.
    Bei uns gab es vor der Schule einen Mann, der den Kindern erzählt hat, dass den Eltern etwas passiert sei und er sie zu Ihnen bringt. Wir haben daher mit unserer Tochter vereinbart, dass wir im Notfall trotzdem immer jemandem Bescheid geben, den sie kennt und der sie informiert. Entweder in der Schule z.B. der Sekretärin oder bestimmten Eltern oder Oma und Opa. Mit der Hoffnung, dass sie sich in solchen Situationen daran erinnert und genug Selbstbewusstsein hat, sich durchzusetzen.

  3. Puh, schwieriges Thema, vieles ist bereits gesagt. Was wir den Kindern noch mitgeben auf dem Weg zum Grosswerden, wenn ein Erwachsener etwas wissen möchte soll er nen Erwachsenen fragen und Kinder reden mit Kindern. Da dürfen unsere auch mal unanständig sein und keine Antwort geben. Loslassen müssen wir täglich ein bischen, auch wenns verdammt schwierig ist. Auch wir waren mal Klein und haben Flügel bekommen… meine Eltern mussten auch viel um mich bangen…. jetzt bange ich um unsere ❤

  4. Hallo Jette,
    Das kenne ich nur zu gut. Mein „großer“ ist jetzt in der vierten Klasse und der kurze in der zweiten Klasse. Der Weg ist nicht soooo lang. Zu Fuß, normales Tempo, ca 15 min. Tja sollte man meinen. Es können aber auch mal 30 oder 45 Minuten werden. Ich weiß gar nicht wie oft ich den Weg abgefahren bin, voller Sorge das was passiert ist. Man malt sich direkt das schlimmste aus. Auch nachmittags wenn sie hier im Ort mit dem Fahrrad unterwegs sind, keiner zu sehen. Ich los und fahre alle weg ab, klappere dir verschiedenen Möglichkeiten ab, niemand zu sehen. Komme nach hause, „Mama wo warst du denn?“ tja und wenn ich den Schulweg mal wieder abgefahren bin und einen der beiden antreffen, sehe ich schon das gebummel oder sitzen am Straßenrand und meinten es wäre ja soooo anstrengend. Tja es wird langsam besser. Die Kids sind schneller zuhause und ich bin entspannter. Im Winter bzw generell wenn es früher dunkel wird, bin ich immer froh wenn alle zuhause sind. Man muss loslassen, so schwer es auch fällt. Sie werden soooo schnell groß….

  5. Also mein Sohn ist zwar schon älter, ich kann mich aber gut an diese Zeit erinnern. Wir hatten da so eine Infoveranstaltung der Polizei für Eltern. Es ist wohl wirklich so das die meisten Übergriffe oder was auch immer durch „Bekannte“ passieren. Da ist es ganz wichtig das die Kids auch hier NIE mitgehen, auch wenn der Nachbar oder die Nachbarin noch so nett sind. Das ist für Kinder oft noch viel schwerer zu verstehen. Ich weiß nicht ob der Tip schon kam, aber ihr könnt ja ein Passwort ausmachen. Wenn jemand im Notfall Euer Kind abholen darf, kann ja sein, dann kennt er das Passwort. Und das sie mal trödelt oder eine Abmschung vergisst kommt sicher noch öfter vor. Der Hauptkommissar meinte auch, den Kindern nicht vom bösen Mann zu erzählen, sondern hier darf man auch ruhig konkreter werden, dass es eben Kinder gab die nicht wieder nach Hause kamen weil sie entführt wurden. Die Angst gehört halt für uns Eltern dazu und hört auch nicht auf wenn sie 14 sind :).

  6. Hallo Jette,
    ich kann dich sehr gut verstehen. Mein Großer wird nächstes Jahr eingeschult und muss theoretisch ab dem ersten Schultag mit dem Linienbus in die 12km entfernte Stadt fahren. Wir sind erst jetzt auf ein kleines Dörfchen in Schleswig-Holstein gezogen und ich bin jetzt schon am überlegen was genau ich besorge, damit ich ihn auch jederzeit „Unter Kontrolle“ haben kann. Denn gerade wenn er mal den Bus verpasst, wüsste ich nicht wie er uns darüber informieren kann.
    Ich hoffe sehr das es noch einige andere Kinder gibt, die ab nächsten Jahr in den Bus steigen und eine gute Gruppe bilden.

    Viele Grüße Berenike

  7. mamaeulenkind Reply

    Liebe Jette,

    wenn ich das lese dann bin ich dankbar sehr laendlich zu wohnen. Dadurch hatten unsere Kinder schon sehr frueh viele Freiheiten, da hier jeder jeden kennt und Erwachsene immer ein Auge auch auf andere Kinder haben

  8. Hallo Jette, eigentlich bin ich ja eher so der stille Mitleser, dass aber mit viel Freude und sehr regelmäßig, heute aber möchte ich gerne auf diesen Post antworten.
    Ich habe zwei Söhne und bei jedem war das loslassen anders, es gibt wohl kein Patentrezept.
    Als mein Großer das erste mal alleine zu einem Freund ging (irgendwann zu Beginn des 1. Schuljahres), war das für mich eine echte Herausforderung. Er dagegen zog stolz wie Bolle und ziemlich cool (Sonnenbrille auf und Hände lässig in der Hosentasche) los. Und ich? Ich bin ihm hinterher geschlichen! Immer mit viel Abstand und stets bereit mich zu verstecken, damit er mich bloß nicht bemerkt. Heute können wir darüber beide lachen, er ist mittlerweile 19 Jahre alt, war zwischenzeitlich für ein halbes Jahr in Amerika und ist im Moment mit zwei Freunden per Zug unterwegs durch Europa. Unser Glück ist, dass er wirklich zuverlässig ist und sich regelmäßig meldet. Nicht nur jetzt, wo er unterwegs ist, sondern auch im Alltag, wenn es am Wochenende mal wieder später (oder eher sehr früh) wird oder er spontan auswärts übernachtet.
    Mein Kleiner, 14 Jahre alt, ist eher so der chaotische Typ und mein „Kontrollzwang“ bei ihm etwas ausgeprägter. Sehr oft muss ich über meinen Schatten springen, wenn er seine Pläne mit mir bespricht und natürlich auch umsetzen will. Wie oft ich schon den Schulweg (5mit dem Fahrrad) nach ihm abgesucht habe, weil er 40, 50 Minuten oder länger nach Schuleende immer noch nicht zu Hause war, kann ich fast nicht mehr zählen. Er bringt dann schon mal gerne Schulfreunde nach Hause (warum auch immer?), spielt noch auf dem Schulhof oder solche Dinge.
    Ich habe meinen Kindern aber auch immer versucht zu vermitteln, dass ich mir Sorgen mache (bzw. mich besser fühle, wenn ich weiß, dass es ihnen gut geht) und es gut und einfach ist, mir z.B. kurz Bescheid zu geben, wenn Sie an ihrem jeweiligen Ziel angekommen sind oder sie sich verspäten. Damit kommen wir alle gut zurecht. Naja okay, der Kleine muss das mit dem melden noch ein bißchen besser lernen …
    Für den Schulweg in der Grundschulzeit hatten wir übrigens „Sicherheitsorte“ vereinbart, sollten Sie sich unwohl fühlen, Ihnen z.B. jemand folgt oder sie angesprochen werden. Das war der Metzger an dem sie vorbei kamen, eine Arztpraxis auf dem Weg, Nachbarn usw. Sichere Orte an denen man sich Hilfe holen kann oder einfach der unangenehmen Situation entgehen kann.
    Loslassen geht nur in kleinen Schritten, aber mit jedem Schritt wachsen Kinder und auch wir Eltern. Man muss es einfach üben und lernen, denn es wird nicht leichter, wenn die Kinder größer werden. Der Radius vergrößert sich mit dem Alter irgendwann in einem irren Tempo und ist nicht aufzuhalten.
    Ich wünsche euch von Herzen, dass Ihr den für euch passenden Weg findet.
    Alles Liebe, Chrissy

  9. Hallo Jette, ja das haben wir auch schon durch. Die ersten Male war es sehr schwierig. Denn du schaust auf die Uhr und denkst, so lange kann es doch nicht dauern,und sie müssen doch schon da sein. Dann macht man sich auf dem Weg, um Ihnen entgegen zulaufen und auf dem Weg, hat man lauter wirre Gedanken…. Und dann kommen sie einen Freude strahlend entgegen und fragen “ was denn ?“ :-)
    Man weiß, dass man loslassen muss, und versucht es so gut wie möglich, aber trotzdem sind da die „bösen Gedanken“ im Kopf. Wir haben unseren Kids eingetrichtert, dass sie auch mit keinen Bekannten mitgehen dürfen, den sie nicht kennen( wir haben auch ein Passwort ausgemacht, und wenn er dieses Passwort nicht weiß, dann war es mit uns nicht abgesprochen)

    VLG

  10. Liebe Jette,
    ich glaube es ist wichtig, den Kindern beizubringen, dass sie auf ihr Gefühl hören müssen/dürfen (wenn dir eine Situation oder ein Mensch unangenehm ist, ist das richtig). Und natürlich das Nein sagen- auch zu Menschen die sie kennen.
    Diese beiden Dinge sind die Basis für weiteres „Werkzeug“ zur Selbstständigkeit: Situationen durchsprechen und den Kindern helfen Lösungen zu entwickeln. Ich glaube das geht nur mit Vertrauen in andere Menschen. Damit meine ich, so Sachen, die eigentlich selbstverständlich sind, z.B. dass sich jemand kümmert, wenn deine Tochter alleine auf dem Spielplatz ist und sich weh tut. Und dass deine Tochter dann deine Telefonnummer kann oder einen Zettel damit dabei hat. Das sind Kleinigkeiten, die allen Sicherheit geben.
    Außerdem gibt es bei uns ein Passwort: wenn jemand sagt, er solle dich abholen/ mitnehmen und wir haben das vorher nicht besprochen, dann muss er das Passwort sagen. Egal wer (Ausnahmen sind besprochen und wirklich nur ein kleiner Kreis).
    Latente Unruhe, die schnell in Angst umschlagen kann, habe ich auch. Immer. Deshalb versuche ich meinen Kindern möglichst viel „Werkzeug“ mitzugeben, damit ich vertrauen kann, dass sie sich zu helfen wissen.

    Prima Artikel, das sind Gedanken, die mich immer wieder umtreiben. Danke dafür.

  11. Ich versteh das so gut! Mein Sohn ist 10 Jahre alt und wir leben in einer Kleinstadt. Er hat sehr lange gebraucht, bis er von sich aus mal allein los wollte, ob zur Schule oder zu einem Freund war egal. Und dann plötzlich und über Nacht wollte er alles allein. Für mich ist es (immer noch) oftmals Horror! Ich bin ihm auch schon panisch entgegen gelaufen, hab hier heulend gesessen, bis er vom sonntäglichen Brötchen holen vom 200m entfernten Bäcker heil wieder da war!

    Aber es hilft nichts, sie müssen flügge werden. Wir haben gerade die Umschulung aufs Gymnasium geschafft und es kommt öfter mal ein „Mama, ich schaff das schon!“ Ich muss loslassen, aber ich mag es nicht besonders. Seit er ein Handy hat, ist es besser.

    Mir hat folgendes geholfen: Wir haben ein Code-Wort, eines das nur und ausschließlich wir beide kennen. Und ich habe ihm eingebläut, wenn jemand kommt und ihm sagt, ich hätte ihn geschickt, es wäre was passiert und derjenige soll ihn abholen, dann soll er nach dem Code-Wort fragen. Kennt er es, dann weil ich es ihm verraten habe und es ist ok! Kennt er es nicht: Schreien, beißen, hauen, treten, wegrennen und auf sich aufmerksam machen. Das hat uns beiden ganz viel Sicherheit gegeben!

    Sei tapfer, wir müssen sie ziehen lassen, immer ein Stück weiter!

  12. Uns geht es auch so. Gerade heute sind sie mit dem Hort unterwegs gewesen und er wollte den wirklich sehr kurzen weg (hinterm Haus und muss keine Strasse überqueren) allein mit dem Rad kommen. Wir wussten das sie alle schon zwecks Berliner s Bahn zu spät dran waren , aber wir mein Mann und ich standen die ganze Zeit auf dem Balkon und er ist dann doch los ihm entgegen.
    Schwierig ist auch, dass z.b. sein Schulfreund kann kommen und gehen wann er will zu Hause. Und es war dann schwierig ihm klar zu machen, warum wir es nicht möchten, dass er alleine mit ihm zum Spielplatz geht und das wir wenn dann mitkommen werden.
    Ein schmaler Grad sie „los“ zulassen und Vertrauen zu haben. Komisch ist uns immer. Auch wir müssen uns dran gewöhnen, dass sie Flügel bekommen.

  13. Puh, schwieriges Thema ;o)
    Unser Schulkind darf/muss seit den ersten Herbstferien alleine zur Schule und oftmals auch wieder nach Hause. Bei uns heißt das so 10-15min durch ein verkehrsberuhigtes Wohngebiet. Wobei ich in einer Stadt wie Berlin wahrscheinlich auch mehr Muffensausen hätte als in unsrem 20.000-Seelen-Kaff (obwohl wir angeblich die zweitgefährlichste Stadt in unserem Bundesland sind).
    Er bleibt auch schonmal ne halbe bis ganze Stunde allein zu Hause, versorgt mit Tablett und der strikten Anweisung, niemanden die Tür zu öffnen ;o)
    Auch die Mittlere (5 Jahre) fängt jetzt immer mal an, dass sie kurze Zeit allein zu Hause bleibt (meist so 5-15min, wenn ich den Großen zum Training bringe oder so…).

    Von so Ortungs-Uhren oder ~Apps halte ich nicht so viel und ganz ehrlich, dass wird dein Panik-Herz auch nicht beruhigen ;o) Das musst du schon irgendwie lernen mit den Flügeln und Loslassen und so ;o*
    Wenn sich bei uns der Radius erweitert, also der große Sohn alleine zum Training oder nachmittags alleine losziehen möchte, wird es wohl ein erstes, einfaches Handy geben…

    Und zum Thema Mitgehen: Ich halte diese „Mitgeh-Tests“ für wenig repräsentativ, weil es bei solchen Verbrechen wirklich selten der Fall ist, dass die Person völlig Fremde für die Kids sind. Der Großteil der Täter ist gruseligerweise mit den Kindern bekannt… Was wir versuchen, unseren Kindern einzutrichtern ist, dass wir immer wissen wollen, wo sie sind. D.h. wenn sie mit jemanden mitgehen wollen, sollen sie uns vorher Bescheid geben.

    Alles Liebe,
    Nadine

    • Ja das ist ein guter Hinweis, mit den halb Bekannten. Und das ist ja erst recht schwer, einem Kind beizubringen. Aber die Abmachung, wirklich immer Bescheid zu geben, ist gar nicht doof. Man suggeriert nicht, dass andere evtl. böse sind, sondern man will einfach Bescheid wissen.

  14. Guten Morgen Jette! oh Mann ja …. kenne diese Gefuehle aus dem Urlaub. im einen Moment erleichtert dass der Große mit fast 5 allein aufs Klo findet und man im Liegestuhl bleibt und eine Sekunde spater Kopfkino was alles sein kann. einmal hat er sich am Campingplatz verlaufen … Schreckminuten bis wir uns wieder hatten. wir hatten dann Walkie- Talkies mit denen ich nachfunken konnte wo er ist. das hat ihm gefallen. der Entdeckerdrang war manchmal so groß dass er sich nicht an den vereinbarten Bewegungsradius hielt … da war ich dann auch vor der Herausforderung das mit den Menschen mit boesen Absichten zu erklaeren … soooo schwierig. da waeren Ideen echt gut … lg Patricia

  15. Hallo Jette!
    Puuuuuh, schwieriges Thema…noch kein Thema bei uns (der Lütte is ja man noch nicht mal drei) – aaaaber: ich denk an meine Kindheit, meinen Schulweg. Hamburch, ne halbe Std. 2x die U-Bahn wechseln.
    Da der Weg zufälligerweise zu meinen Großeltern führte (und wir kein Auto hatten), konnte ich ihn im Schlaf. Und nachdem meine Mama eine Woche mitgefahren war, bin ich allein gefahren.
    Sie hat mir in ruhigen Worten gesagt, dass ich immer hilfe holen sollte, wenn ich mich komisch fühle; bevorzugt bei jemanden von der U-Bahn – oder alten Damen. Und damit war das Thema durch. Sollte ich mal eingestiegen sein und da war ne Gruppe verkaterter Männer (ich hatte auch Samstag Schule ;-), bin ich an der nächsten Haltestelle umgestiegen wenn sie mir zu laut waren und hab mich zur Not immer zu anderen Kindern gesetzt – oder der erwähnten Oma.
    Meine Mama hat mir sehr vertraut und war sehr entspannt.
    Wie ich das handhaben werde?! Keine Ahnung…generell würde ich sagen, dass ich in einer Großstadt entspannter wäre als in so ner kleinen – und dann kommt es auch auf den Schulweg an.
    Aber ich glaube, das Herz wird schon ziemlich klopfen!
    Supermom, komm man weiter gut durch die Woche,
    Grüße,
    Astrid

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