Mamablog-Erziehung-Elternsein

Das Leben besteht aus Phasen. Vor allem mit Kindern. Gibt ja sogar Apps. Da nennt es sich dann manchmal „Schub“. Einteilungen machen das Leben auch leichter:  Baby, Kleinkind, Pubertät, die wilden Zwanziger usw. Alles Phasen.

Phasenweise ist das Leben wunderschön. Phasenweise hätte ich gern noch ein Kind. Manchmal hätte ich gern meine Ruhe. Manchmal bin ich die beste Mama. Oder die Blödeste. Es gibt Phasen, da fetzt das Familienleben und es gibt Zeiten, da bestehen wir nur aus Eltern-Sein. Es gibt kein Mann und Frau mehr und ich freue mich auf die Lebensphase, in der wir wieder etwas mehr Zeit für uns haben.

Wir genießen die Zeit mit dem Neugeborenen und freuen uns gleichzeitig auf die nächste Phase. Wir schauen in die Zukunft und freuen uns über mehr Unabhängigkeit. Über die Phasen, in denen man wieder mal allein abends weg gehen kann mit dem Mann. In denen das Kind uns vielleicht einen Kaffee ans Bett bringt. Uns grault vor der Pubertät. Neue Phase. Neue Nerven, die reißen, neue Gefühle, neue Bande die wir knüpfen.

Phasen kommen und gehen. Manchmal ist das gut, denn es ist eine schwere Zeit und wir freuen uns auf das was da kommt. Zähne zum Beispiel. Schön, wenn sie endlich da sind. Phasen, in denen das Baby plötzlich stündlich wach wird lassen uns nach Zeiten sehnen, in denen wir mal bis Mittags im Bett lagen.

Phasenweise wünsche ich mich woanders hin. Trauere Vergangenem nach oder sehne mich nach etwas in der Zukunft. Und dann denke ich wieder, wie doof. Dann vergeht das Jetzt und irgendwann werde ich daran denken und es vermissen. Denn egal in welchem Schub das Kind gerade steckt, es geht vorbei. Es kommt ein neuer Schub, ein neues Update, eine neue Phase. Auch in der Beziehung. Wir sind nicht immer nur Eltern, aber phasenweise. Und da müssen wir durch. Am besten zusammen. Das ist nicht immer leicht. Manchmal würde ich gern gehen. Scheint einfacher. Aber es lohnt nicht, so eine Phase über sich ergehen zu lassen. Es lohnt auch nicht, auf die kommende Zeit zu warten. Wir können die jetzige Situation annehmen und schauen, wie wir damit umgehen, was wir daraus lernen und mitnehmen für die nächste Phase.

Ich mag das Wort „Phasenweise“ Alles kann. Nichts muss. So wie Elternsein. Man kann nie immer die perfekte Mutter sein und nie immer nur schlecht oder alles falsch machen. „Phasenweise“ klingt leicht und es sagt uns, es geht weiter. Da kommt was Neues. Mal schauen, was wir draus machen.

Warum ich das schreibe? In letzter Zeit las ich so viel „Ich fühlte mich schlecht, als Versagerin. Irgendwie läuft es nicht.“ So ist das Leben eben. Phasenweise. Und wenn es gerade anstrengend ist, dann denkt an die Zeiten, die leichter liefen, denn sie kommen wieder zurück. Vielleicht anders. Aber es geht immer voran und weiter. Deswegen halte ich auch nichts von diesen Apps, die einem sagen, in welcher Phase das Kind steckt. Als würde es etwas ändern. Wie das Kind dann ist. Vielleicht beruhigt es manche Eltern. Andere macht es nur nervös, denn die nächste Phase wird angedroht. Die Phase kommt, oder eben nicht. So isses eben, das Leben. Und in welcher Phase steckt ihr grad?

Autor

Seit 2011 bin ich in die Welt der Mütter aufgenommen. Mittlerweile habe ich 3 Töchter. Hier schreibt keine "typische" Mutter, die Haushalt und Familie mit links schmeißt, Modelmaße hat und nebenbei locker eine Karriere wuppt. Ich finde es okay, auch mal zu sagen "Ich bin müde! Der Mann nervt! Wir streiten öfter! Nein, ich backe, bastel und singe nicht 24 Stunden am Tag! Ja, ich mag Fast Food und ein Schnäpschen zwischendurch!" Aber auch die schönen Dinge kommen nicht zu kurz. Süße Sachen die ich im Netz finde, hilfreiche Tipps, anderes Lesenswerte und ganz viel ♥

11 Comments

  1. Pingback: Das Leben läuft in Phasen. • Edition ELTERN

  2. Das war für mich die wichtigeste Erkenntnis in meinem „Mutterwachstum“: Auch wenn die kleine Stimme in Deinem kopf sagt: „scheisse. Das Kind schläft nicht länger als eine Stunde am stück/will nur noch die Mama. Bleibt das jetzt für immer so? Was hab ich falsch gemacht?“ oder „Warum isst er denn jetzt so viel/wenig/nur noch das eine etc.?“

    Die Erfahrung sagt, es ist eine Phase und geht vorbei. mal schneller, mal langsamer, aber irgendwann ist mein kleiner, unkomplizierter Strahlemann wieder da. Bis es dann wieder einen neuen schub gibt. Aber das muss man halt auch erst mal selbst erfahren, damit man es glaubt. Oft auch mehrfach. Und immer immer klappt es auch nicht. Aber es wird besser.

    Ich glaube, deshalb sind Mehrfachmamas oft auch entspannter als Frischlinge. Die haben das alles schon mal durchgemacht und das Licht am Ende des Tunnels nicht nur gesehen sondern auch die andchließende fahrt durch den sonnenschein erlebt.

  3. margareteaudrey Reply

    Bei uns ist von Kinderseite her gerade „wir sind so süß und pflegeleicht, bekommt doch noch ein 4. Kind!“ Phase. (sie wollen eine Schwester, der Jüngste ist nämlich ein Bruder, so war das nicht ausgemacht!) aber von Elternseite her ist gerade „Mutter muss ihr Studium JETZT beenden“ Phase, sodass die Nerven trotzdem blank liegen.

  4. Ja, ja, alles nur eine Phase. Aber wie sagt meine Hebamme immer? „Irgendwann geht auch die schwierigste Phase vorbei. Aber auf eins kann man sich verlassen: nach der Phase ist immer vor der Phase!“
    In welcher Phase wir sind kann ich glaube ich gar nicht so genau sagen. Anton ist ja so alt wie Elise und außer der seit Geburt währenden Durchschlafen-mit-24-Phase ist da glaub ich nicht viel mit Phase.
    Beim großen schon eher. Emil ist jetzt 3 1/2 und wenn man die Phase benennen kann, ist es wohl die Bock-Phase. Emil lernt sich und das Leben gerade recht intensiv kennen, was auf der einen Seite total toll, aber auch echt anstrengend und wahnsinnig nervig ist. Er weiß genau, was er will und was nicht. Wie das leben zu funktionieren hat. Er achtet darauf, dass es allen gut geht, was echt süß ist. Aber vor allen anderen muss es meist erstmal ihm gut gehen. Ihm beizubringen, dass das nicht immer funktioniert führt dann regelmäßig zu bock anfällen. Ich muss allerdings zugeben, dass das klassische heulen, brüllen und sich theatralisch auf den Boden werfen mich wenig aus der Bahn wirft. Ich lasse ihn bocken und am Ende hat er was dazu gelernt. Irgendwie. Was mich wahnsinnig macht, sind die Ameisen in seinem Po. Den ganzen Tag zappeln, möglichst laut sein und energie raus lassen ohne Ende. Ich verstehe ja, dass die Energie irgendwo hin muss. Aber bei dem Wetter kann man ja auch nicht den ganzen Tag raus gehen und da macht der mich hier drin einfach wahnsinnig. Und wehe, ich bitte ihn, mal langsamer und leiser zu machen. Das ist dann sein Stichwort für „jetzt erst recht“. Und wie nennt man die Phase jetzt?? (die Kindergärtnerin nennts „starker Charakter. Total interessant, aber ne echte kraftprobe!“ )

  5. Nur Elternphase – Kind 1 „ ich möchte hier nicht mehr wohnen Phase“ ; 5 Jahre Kind 2 „ ich nehm einfach jedem alles weg Phase“; 3 Jahre und Kind 3 „ geb mir alles was ich will sonst brüll ich soooooo laut „; 1,5 Jahre…und bald ist es wieder vorbei und Großer Familienplüsch hihi…

  6. Unsere Tochter steckt gerade in keiner Phase, gibt es sowas das ein Kind mal in keiner Phase ist. Sie ist 7 und gerade ganz entspannt und ausgelassen, verständnisvoll und fürsorglich.
    Sie freut sich auf Ihren kleinen Bruder der im April das Licht der Welt erblicken wird….

    Liebe Grüße

  7. Wir haben derzeit eine tolle Phase: Kind Nr. 1 wird übermorgen drei Jahre alt und Baby Nr. 2 kommt im April zur Welt. Und mir könnte es grad nicht besser gehen (und ja, ich genieße das gerade sehr weil es bald – phasenweise – wieder stressiger werden wird).

  8. Wir stecken mitten in der Enthronungsphase des Großen und im 12 Wochen Schub der Kleinen. Aber es wird alles noch so schön und es war bisher alles so schön.
    Die schweren Phasen fühlen sich in der Erinnerung nie so schwer an wie sie wirklich waren und ab und zu kann man darüber lachen oder sie sogar vermissen.

  9. Wir genießen gerade die phantsievollen Momente unseres Sohnes. Das macht gerade richtig Spaß, so oft lachen oder schmunzeln wir. Diese Momente überwiegen gerade (zum Glück). Das trotzige Kind kommt gerade sehr selten durch. Eine Kleinigkeit, die dieses Jahr bewältigt werden muss, überschattet etwas unsere Harmonie….. aber irgendwas ist ja immer :)

  10. Liebe Jette, dein Beitrag hat mich sehr berührt, denn wir selbst stecken gerade in einer sehr schwierigen Phase, die vor allen Dingen Kraft kostet. Umso schöner, wenn gleichzeitig auch schmerzhaft, lesen sich Deine Zeilen. Denn es wird irgendwann auch wieder eine andere Phase kommen, eine Schöne, die uns Ruhe und Stärke bringen wird. Alles Liebe, Christine

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