Mamablog-Erziehung-Familienleben

Kinder können einen ja manchmal ganz wunderbar auf den Boden der Tatsachen zurück bringen. Sie nehmen sich Zeit für die kleinen Dinge im Alltag, die wir schon gar nicht mehr sehen. Sie lassen sich begeistern, sind unvoreingenommen und haben keine Vorurteile. Ihre Fantasie und Freude ist ansteckend.

Meine Mittlere sagt jeden Morgen: „Mama, heute bin ich fröhlich!“ und ich entgegne ihr, dass ich das weiß, denn sie ist ja jeden Tag fröhlich. Darauf antwortet sie meist „Natürlich. Warum auch nicht?!“ Ja, warum auch nicht. Sie steht morgens auf und gibt dem Tag ein neue Chance. Egal ob wir uns gestern gestritten haben oder etwas in der Kita doof war, der neue Tag beginnt und sie startet so herrlich positiv in ein neues Abenteuer. Und genau so ist sie auch. Fröhlich. Sie sagt auf dem morgendlichen Weg allen Hallo. Sie kennt fast alle Eltern aus ihrer Kita Gruppe und viele Mitarbeiter der Kita kennen sie. Viele bekommen nicht mal ein mürrisches „Hallo“ raus. Trotzdem begrüßt sie jeden Morgen alle Kinder und Eltern, die uns entgegen laufen oder auch gerade in der Kita sind. So sehr mich dieses ignorante und maulige Verhalten nervt, umso schöner finde ich ihre Unerschütterlichkeit. Es ist ihr einfach egal, ob die Eltern grüßen. Sie ist fröhlich und schmettert dieses eine Wort mit einer Begeisterung durch den Raum, dass ich gar nicht verstehen kann, wie man nicht antworten kann.

Meine Große kam neulich aus der Schule und meinte, dass ein Kind ihr gesagt hat, dass es den Nikolaus nicht gibt. Die Eltern stellen die Geschenke hin. Und ich dachte, oh wie schade, nun ist dieser Zauber vorbei. Und sie schaut mich an und sagt fest entschlossen:

Weißt du Mama, sie hat einfach keine Fantasie. Engel kann ich auch nicht sehen. Trotzdem sind sie da. In unseren Herzen. Und so lange gibt es auch einen Nikolaus.

Ist das nicht wunderbar? Hat schon jemand bewiesen, dass es kein Christkind, keine Engel, keinen Gott, keine Elfen gibt? Nein. Sie glaubt auch fest, dass Einhörner sich als Pferde ausgeben, weil die Menschen die Hörner so schön finden, dass sie sie ihnen nur abschneiden würden. Also verstecken sie ihr Horn. Und wer bin ich, ihr was anderes zu erzählen?

Diese kleinen Momente und Gedanken sollten wir uns zu Herzen nehmen. Für meine Kinder ist es nichts Großes. Sie sind eben fröhlich. Einhörner existieren. Punkt. Warum sollten sie daran zweifeln? Und warum können wir nicht auch jedem Tag die Chance geben, ein guter zu werden. Vielleicht würde es schon helfen, wenn wir einem fröhlichen Kind einfach mal zurück „Hallo“ sagen. Vielleicht hilft auch ein Lächeln. Ja wir tragen schon etwas schwerere Pakete auf unseren Rücken und wir wachen manchmal mit den Sorgen auf, die uns schon nicht gut schlafen ließen. Aber ein wenig Zauber sollten wir uns bewahren. Denn es ist so viel schöner mit Gedanken an Sterne, die mal geliebte Menschen waren und jetzt im Himmel auf uns aufpassen. Und der Morgen ist so viel leichter, wenn wir auch nur ein kleines bisschen fröhlicher sind. Denn: Warum denn auch nicht?

Autor

Seit 2011 bin ich in die Welt der Mütter aufgenommen. Mittlerweile habe ich 3 Töchter. Hier schreibt keine "typische" Mutter, die Haushalt und Familie mit links schmeißt, Modelmaße hat und nebenbei locker eine Karriere wuppt. Ich finde es okay, auch mal zu sagen "Ich bin müde! Der Mann nervt! Wir streiten öfter! Nein, ich backe, bastel und singe nicht 24 Stunden am Tag! Ja, ich mag Fast Food und ein Schnäpschen zwischendurch!" Aber auch die schönen Dinge kommen nicht zu kurz. Süße Sachen die ich im Netz finde, hilfreiche Tipps, anderes Lesenswerte und ganz viel ♥

5 Comments

  1. Vorhin war mein Kommentar irgendwie weg, da hab ich mir noch mal die kalten Finger wundgetippt. 😂 Na wat soll’s. Doppelt hält besser.

  2. Unsere Zweijährige ist auch so ein fröhlicher Zwerg. Beim letzten Kitaenwicklungsgespräch sagte man mir „Wir freuen uns immer, wenn Lotti kommt, denn mit ihr kommt die Fröhlichkeit zur Tür herein. Es vergeht kein Tag, an dem sie ihre Mitmenschen nicht mit ihrem Lachen ansteckt.“ Natürlich habe ich mich sehr darüber gefreut und sagte „Na ich hoffe doch, dass alle Mäuse hier so fröhlich sind. Wer, wenn nicht sie ist doch so unbeschwert. “ Ich erhielt daraufhin ein Kopfschütteln und bekam folgendes zu hören: „Leider nicht, denn wenn die Eltern schon morgens mit schlechter Laune in den Tag starten, dann überträgt sich das sehr auf ihre Kinder.“ Da ist sie also wieder, die so wichtige Erkenntnis, dass die Kinder zu großen Teilen ein Spiegel ihrer Eltern sind. Deine Kinder haben wundervolle Dinge gesagt, eben auch, weil ihre Eltern prima Vorbilder in Sachen Fröhlichkeit sind. Dick verschneite Grüße aus Schwerin!

  3. Henriette Bleicher Reply

    Unsere zweijährige ist auch so ein fröhlicher Zwerg. Im letzten Kitaentwicklungsgespräch hieß es „Wir freuen uns immer, wenn Lotti kommt, denn mit ihr kommt die Fröhlichkeit zur Tür herein. Nicht ein Tag vergeht an dem sie nicht alle mit ihrem Lachen ansteckt.“ Ohne lange darüber nachzudenken erwiderte ich „Na ich hoffe doch, dass die anderen Mäuse auch so glücklich und zufrieden sind“. Darauf gab es ein Kopfschütteln und den Satz „Wenn die Eltern schon morgens schlecht in den Tag starten, überträgt sich das sehr auf die Kinder.“ zu hören. Tja und da ist sie wieder, die wichtige Erkenntnis, dass die Kinder zu großen Teilen ein Spiegel ihrer Eltern sind. Liebe Jette, deine Kinder haben wundervolle Dinge gesagt und ich bin mir sicher, auch weil ihre Eltern ihnen gelungene Vorbilder in Sachen Fröhlichkeit sind. Dick verschneite Grüße aus Schwerin!

    • Ich erlebe das morgens so oft. Allein wie lieblos manche Eltern ihre Kinder verabschieden finde ich schon furchtbar. Klar alle gestresst und ab zur Arbeit, aber man kann das Kind ja anschauen und umarmen wenn man Schüssi sagt. Ist doch toll, wenn man so ein Feedback aus der Kita bekommt.

  4. MissesHeffernan Reply

    So schön geschrieben, schreie hier laut ja ja ja !!!! Recht hast du👏🏼👏🏼👏🏼Ganz bezaubernde Kinder hast du ❤️❤️❤️ Und ich antworte IMMER einem Kind, dass mich freundlich grüßt 💁🏻‍♀️ Immer !

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