Offensichtlich scheint es leichter, Leute in Kategorien zu stecken, um ihr Verhalten zu erklären. Gern bei Eltern praktiziert. Das sind dann nicht immer nette Schubladen, in denen man hängt aber gut, kannste nix machen. Neben den üblichen Einordnungen gibt es aber auch Gruppen, an die noch gar keiner gedacht hat. Bis jetzt:

Die Sandwicheltern

Man kennt es ja von den Sandwichkindern, hängen irgendwie zwischen den Geschwistern, kommen zu kurz und können einem eigentlich nur leid tun. Viel schlimmer aber ergeht es doch den Sandwicheltern. Erst heute morgen wieder erlebt. Unsanft werde ich geweckt und ein kleines Kind mit Eisfüßen schiebt sich ins Bett, unter meine Decke, wurstelt meine Arme so zurecht, dass sie optimal liegen kann und rutscht gaaaaaaanz nah an mich ran. Gleichzeitig verspüre ich hinter mir eine fast unerträgliche Hitze. Kind 2 liegt mit fast 100% Körperkontakt an mir dran. Zuckt, tritt, wälzt sich hin und her. Ich werde platt gedrückt, kann mich nicht bewegen, komm mir vor wie das labbrige Salatblatt auf einem Sandwich.

Das Rabenkind
Rabenmutter (oder Vater) bist du in überspitzter Form, wenn du dich nicht angemessen um deinen Nachwuchs kümmerst und einfach mal Nutella Toast servierst, sie aus deinem Bett schubst, weil du deine Ruhe haben willst, sie in die Kita verbannst und abends von der Nanny bewachen lässt, weil du gern ins Kino willst. Kennen wir ja alle diese Schublade. Aber Rabeneltern haben oft Rabenkinder! „Geh weg!!“ „Nich du, Papa soll!“ „Is kann das aaaallleine!“ „Dis ssmeckt mia üüübahaupt ga nis!“ „Is will jetz aber Kikaninchen gucken. Is mir egal, was du machen willst!“ Man wird verstoßen, ist plötzlich nicht mehr die beste Freundin, wird von der Geburtstagsfeier ausgeladen, verkümmert vernachlässigt auf dem Sofa und schaut mit großen Kulleraugen seinem Rabenkind hinterher.

Das Helikopterkind
Ihr habt gedacht, nur Eltern kreisen immer um ihre Kinder rum? Aha. Wann wart ihr denn das letzte Mal ungestört duschen oder auf Toilette? Wann hattet ihr das Sofa beim Sandmann schauen ganz für euch allein und wurdet nicht vom Nachwuchs belagert? Wann konntet ihr euch das letzte Mal in Ruhe auf der Straße mit einem Bekannten unterhalten, ohne dass die Kinder wie Hubschrauber um euch rumgeschwirrt sind und euch von eurer Konversation abhalten wollten? Seht ihr.

Das Latte Macchiato Baby
Ach die beliebteste Schublade um Neumamas zu beschreiben. Hängen den ganzen Tag in Cafés rum bei einem entkoffeinierten, laktosefreien Latte Macchiato, blockieren stundenlang die Sitze und labern langweiliges Zeug. Man muss sein Umfeld nur genau beobachten, Kinder sind nicht anders. Säuglinge liegen den ganzen Tag rum, haben nichts zu tun, quasseln unverständliches Zeug und haben sehr hohe Anforderungen an ihren „Latte Macchiato“: 37 Grad, reich an Nährstoffen, mit viel Körperkontakt, nicht geschüttelt, in liebevoller Umgebung kredenzt. Jajaja, so sind sie.

Fruehsport www.mesupermom.de

Das Super Kind
Ach noch so eine Kategorie. Die allseits unbeliebte Super Mutti. Kann alles, macht alles mit links und beschwert sich dann noch, dass Paul-Ole gestern nur 10 statt 12 Stunden durchgeschlafen hat. Sie weiß natürlich eh alles besser und wuppt das Leben mit links. Klar, dass eine Supermutti auch ein Superkind hat. Weiß alles besser: „Wenn es draußen hell ist, ist es draußen hell!“ „Nein das is nis Prussessin Lillifee, das ist Prussesin Sophia, das weiß man doch!“ Das Superkind konnte mit 2 natürlich schon Klavier spielen und spätestens mit 4 schüttelt es 3 Sprachen aus dem Ärmel. Manche Superkinder können sich aber auch super schnell schmutzig machen. Alle sind noch halbwegs sauber, das Superkind ist superdreckig. Superkinder können blitzschnell und wie kein anderer Kinderzimmer verwüsten. Mit links, während sie das Brötchen an die Wand schmieren. Sie wissen das auch, sie sind einfach super in dem was sie machen.

Jaja, so ist das mit den Labels, Schubladen und Vorurteilen. 😉
Welche Kategorie Eltern oder Kind habe ich vergessen?

Aktualisierung:

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Author

Seit 2011 bin ich in die Welt der Mütter aufgenommen. Mittlerweile habe ich 3 Töchter. Hier schreibt keine "typische" Mutter, die Haushalt und Familie mit links schmeißt, Modelmaße hat und nebenbei locker eine Karriere wuppt. Ich finde es okay, auch mal zu sagen "Ich bin müde! Der Mann nervt! Wir streiten öfter! Nein, ich backe, bastel und singe nicht 24 Stunden am Tag! Ja, ich mag Fast Food und ein Schnäpschen zwischendurch!" Aber auch die schönen Dinge kommen nicht zu kurz. Süße Sachen die ich im Netz finde, hilfreiche Tipps, anderes Lesenswerte und ganz viel ♥

10 Comments

  1. Pingback: Die besten Zitate beim Elternblogger-Award von Scoyo

  2. Fantastisch 😀 Ich möchte ergänzen: Das Pendant zur „Glucke“: Das Kücken-Kind: Es läuft dir immer hinterher und piept in einer Tour 🙂
    Ich wünsche dir viel Erfolg beim Scoyo-Award, momentan schaue es ja sehr gut aus für dich 🙂 Mein Beitrag hat es leider nicht geschafft in die Auswahl.

    Liebe Grüße, Ella

  3. Pingback: viele viele schöne texte ::: die 10 finalistinnen des scoyo eltern-blogaward

  4. Gnihihihihi.

    Ich glaube, ich habe ein Rabenkind. Es kann noch gar nicht reden, aber es weiß rücksichtslos seinen Willen durchzusetzen. Teufelsbalg, das.

  5. Danke für den Lacher am Morgen. Sehr treffend beschrieben! Besonders gefallen mir die Sandwich-Eltern.

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