Ich sitze mit meinen drei Kindern im Restaurant. Allein, ohne meinen Mann. Das Baby neben mir in einer Babyschale, die Kinder mir gegenüber. Wir machen Urlaub. Um uns herum nur Eltern mit Kindern. Ich stehe auf um mir noch etwas Essen vom Buffet zu holen und bitte die Große, sich kurz neben das Baby zu setzen, damit dieses nicht gleich los schimpft wenn ich weg bin. So sitzen sie dort, meine drei Mädels, umgeben von anderen Eltern, während ich schnell mein Essen zusammen sammel.

Als ich keine 5 Minuten später zurück in den Restaurantbereich komme, sitzt die Große schluchzend, sehr aufgelöst und stark weinend am Tisch. Offensichtlich nicht erst seit zwei Sekunden. Die Mittlere läuft mir aufgeregt entgegen. Das Baby meckert. Ich eile zu der Großen, streichel tröstend über ihren Kopf und stelle eine wahnsinnig spitze und große Beule am Hinterkopf fest. Mir ist kurz schlecht. Sie ist irgendwie vom Stuhl gefallen und mit dem Kopf auf die Heizung geknallt. Das muss wahnsinnig schmerzhaft sein, sicher hat man es auch gehört. Eine Kellnerin eilt herbei und holt uns ein Kühlpad. Ich tröste mein Kind, das Baby weint, die Mittlere gibt ihr Bestes, das Baby zu trösten.

In dieser ganzen Zeit sitzen Eltern um uns herum und haben nichts besseres zu tun als zu glotzen. Wenn ich sie anschaue, schauen sie ertappt weg, nur um gleich wieder neugierig rüber zu linsen, wie ich das jetzt wohl mit den weinenden Kindern so hinbekäme. Schon spannend. Keiner dieser Eltern kommt auf die Idee, Hilfe anzubieten. Und was mich noch viel mehr ärgert, niemand kümmerte sich um die Große, die weinend da saß. Die Tische stehen so nah beieinander, man konnte es nicht übersehen. Eine Frau sitzt sogar mit dem Rücken zu meiner Tochter, sie hätte sich nur umdrehen müssen. Sogar das war zu viel.

Da sitzt ein 5-jähriges Mädchen weinend und schluchzend auf dem Stuhl, versucht aber trotzdem weiterhin das Baby zu trösten während die Dreijährige mich holen möchte, und niemand, wirklich niemand fragt ob alles ok sei? Ob sie sich weh getan hat? Niemand? Ich bin so unglaublich wütend über diese Menschen, dass ich schreien möchte. Alle haben selbst Kinder. In diesem Familienhotel weiß man recht schnell wer zu wem gehört und konnte sehen, ich bin ohne Mann da. Aber selbst wenn, ein weinendes Kind einfach sitzen zu lassen und sich genüsslich seinen Rinderbraten schmecken zu lassen, während man aber gespannt und neugierig das Geschehen beobachtet, erschließt sich mir überhaupt nicht. Zumal und erst recht wenn man selbst Kinder hat und an dem Weinen zu erkennen ist, das ist kein Trotzanfall oder Show.

Und wisst ihr, was mir den größten Stich ins Herz versetzt? Dass meine Tochter mit der großen Beule und den Schmerzen sich wieder auf den Stuhl setzt, die Hand ihrer kleinsten Schwester nimmt und sie weiter tröstet, während sie keine Hilfe oder Trost in dem Moment bekommt. Da hätten sich alle Anderen mehr als eine Scheibe von ihr abschneiden können.

Vielleicht gehört es sich nicht, einem fremden Kind zu helfen? Vielleicht möchte man sich nicht einmischen? Nicht zu Nahe treten? Erkenne ich nicht, dass die Eltern richtig gehandelt haben und bin zu unrecht enttäuscht und wütend? Ich kann nur von mir sprechen und weiß wie ich gehandelt hätte. Ich wäre zu dem Kind gegangen, hätte es getröstet, erstmal mit Worten, ich muss ja nicht gleich streicheln oder drücken. Ich wäre einfach da gewesen und hätte meinen Mann gebeten, schnell die Eltern zu holen.

Ich bin immer noch enttäuscht. Es gab noch andere Situationen, in denen Erwachsene einfach da saßen und blöd schauten, während ein Kind nach Mama rief. Statt zu helfen, wird blöd geglotzt, wie man das jetzt hinbekäme, wird dem Kind kurz hinterher geschaut was verzweifelt die Eltern sucht oder sich grad verletzt hat. Ist ja nicht das Eigene. Egal. Kümmert sich schon jemand.

Mir war richtig schlecht. Vor Wut. Vor so viel Abgestumpftheit und fehlender Empathie, ja vor Menschlichkeit. Nicht mehr die Türen aufhalten, im Bus Platz machen für Andere, Rücksicht nehmen ist ja schon Standard zwischen Erwachsenen, aber ernsthaft? Wir sind schon so weit, dass wir Kindern auch nicht mehr helfen? Was soll denn dann aus uns werden? Aus den Kindern, die lernen, es hilft mir eh niemand. Ich mach mal alles lieber schön allein. Ich möchte das nicht. So werden meine Kinder nicht groß. Wenn man Berührungsängste hat vor einem fremden Kind, ok, man muss es ja nicht drücken oder streicheln. Man kann aber da sein und signalisieren: Ich helfe dir jetzt, wir finden deine Mama, wir schauen nach deiner Verletzung, du bist nicht allein. Denn wenn ich mal vermuten darf: Diese Eltern, die so schön starren konnten ohne zu helfen, wünschen sich so ein Verhalten sicher nicht in gleicher Situation bei ihren Kindern, oder?

Liebe Menschheit, verkomm doch nicht so in den kleinen, alltäglichen Dingen. Es kostet nichts, dem weinenden Kind kurz zu helfen. Es tut nicht weh, die Eltern zu suchen. Man verrenkt sich höchstwahrscheinlich nicht den Rücken, wenn man kurz den Kinderwagen mit anfasst. Die Augen bleiben nicht stecken, wenn man sie statt zum starren, benutzen würde um eine Situation zu erkennen, in der jemand Hilfe benötigt. Das gilt übrigens auch für große Kinder und Erwachsene, die offensichtlich Hilfe benötigen. Vielleicht gibt es einen extra Punkt auf dem Karma Konto gutgeschrieben, wenn man hilft. Vielleicht auch nicht. Ganz bestimmt aber sollte das Herz laut aufhorchen, wenn ein kleines Kind so stark weint. Sonst ist es wohl doch schon ziemlich erkaltet. Wie traurig wäre das denn?

 

Der Großen geht es wieder gut. Keine Gehirnerschütterung. Die Beule ist noch da und tut weh.

Ich möchte auch noch klarstellen, dass das Familienhotel absolut toll war und natürlich nichts für diese Gäste kann. Die Mitarbeiter kümmerten sich toll um mich und auch meine Kinder, halfen am Buffet, nahmen sie mal mit in den Kinderbereich oder nahmen mir das Baby ab, damit ich essen kann. Das haben wir bei keinem unserer Urlaube dort je anders erlebt. Auch weil das Hotel und das super Team so kinderfreundlich und aufmerksam sind, fahren wir immer wieder gern hin. Dass die Große fiel und keiner half, ist einfach Pech und hätte überall passieren können. Das liegt weder am Hotel, noch an der Region wo die Urlauber vermeidlich her kommen, oder weil sie sich den Urlaub dort leisten können.
Ich möchte mich auch ganz herzlich bei Susi bedanken, der Mitarbeiterin aus dem Hotel und auch bei Andrea, die sich um uns kümmerten als ich wieder am Tisch saß und versuchte alle zu beruhigen, und das Baby nahmen, damit ich die Große trösten kann und noch etwas essen kann. Die Menschlichkeit ging nicht an allen vorbei und ich bin mir sicher, wären die Beiden in dem Moment im Restaurant gewesen, als die Große stürzte, hätten sie ihr sofort geholfen und sie getröste, denn wie gesagt, so erlebte ich bei jedem Aufenthalt die Mitarbeiter: Sehr freundlich und aufmerksam. Ich wäre in kein anderes Hotel mit drei Kindern allein gefahren <3

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Autor

Seit 2011 bin ich in die Welt der Mütter aufgenommen. Mittlerweile habe ich 3 Töchter und einen Sohn. Hier schreibt keine "typische" Mutter, die Haushalt und Familie mit links schmeißt, Modelmaße hat und nebenbei locker eine Karriere wuppt. Ich finde es okay, auch mal zu sagen "Ich bin müde! Der Mann nervt! Wir streiten öfter! Nein, ich backe, bastel und singe nicht 24 Stunden am Tag! Ja, ich mag Fast Food und ein Schnäpschen zwischendurch!" Aber auch die schönen Dinge kommen nicht zu kurz. Süße Sachen die ich im Netz finde, hilfreiche Tipps, anderes Lesenswerte und ganz viel ♥

60 Comments

  1. Jürg Kunz

    Ich bin Biologe und freiwilliger Mitarbeiter im Zoo Zürich. Ich befand mich auf dem Weg zu einem Einsatz und sah ein kleines Mädchen stürzen. Ich wollte hin, sie trösten und aufhelfen. Zum Glück kam ich zu spät. Eine Frau begann das Mädchen aufzuheben. Da schoss eine Frau aus der Menge und rief: nicht anfassen! Nicht aufheben! Da war ich froh, zu spät gewesen zu sein. Und dann noch als Mann!

  2. Söverine

    Liebe Jette
    Ich finde das ganz ganz schimm und kann es überhaupt nicht nachvollziehen. Was für eine furchtbare Situation für euch alle! Was ich vermute: Die Hemmschwelle, als störender Eingriff gegenüber den Eltern wahrgenommen zu werden, ist zu gross gewesen. Das soll keine Rechtfertigung sein und ist nur eine These. So oder so: Ich plädiere ebenfalls für mehr Achtsamkeit anderen Familien und Kindern gegenüber. Wir sollten uns doch gegenseitig helfen! Wir sollten hin- und nicht wegsehen.
    Als ich im Sommer in einem Zoo war, stand da plötzlich ein total aufgelöster Junge vor mir, ca. 5 Jahre alt. Er heulte hemmungslos. Ich zögerte eine Sekunde, dann ging ich zu ihm und fragte ihn, ob er seine Eltern verloren habe. Er weinte weiter und gab keine Antwort. Also drehte ich mich um die eigene Achse und suchte die Eltern. Ich fand sie dann auch – sie standen mit etwas Abstand, aber gut sichtbar da und warteten, dass der Junge sich beruhigte und zu ihnen kam – es war ein Trotzanfall gewesen. Der Junge ging dann tatsächlich zu seinen Eltern und alles war wieder gut – zumindest soweit ich das beurteilen kann als Aussenstehende. Nichtsdestotrotz bin ich froh, habe ich den Jungen angesprochen. Und ich würde es wieder tun. Genau so wie ich frage, ob ich mit dem Kinderwagen helfen soll oder ob die Mama im Restaurant Hilfe braucht. Echt, ich verstehe nicht, was Dir widerfahren ist und habe einen Klumpen im Magen deswegen. Fühl Dich umarmt von mir.
    LG
    Séverine

  3. Wahnsinn. Da ist man sprachlos!
    Blöde Tipps kann jeder geben oder verärgert schauen, wenn ein Kind vermeintlich zu laut ist oder auch manchmal einfach nur da ist, aber helfen kann Niemand, Ich glaube fest dran, dass das auch ein Deutschland-Problem ist. Es gibt viele Länder, in denen Kinder einfach willkommener sind und man sich ehrlich freut, wenn man eins dieser kleinen Zauberwesen sieht.

    Ich hab da so ein Erlebnis aus dem Flieger nach Lanzarote vor 6 Jahren. Mein Sohn war 2 und wir hatten kurzfristig einen Flug über RyanAir gebucht, weil wir die Großeltern im Urlaub besuchen wollten. Leider gab es keine Sitzplatzreservierung. Wer zuerst kommt, malt zuerst, so das Motto. Wir waren früh da und dennoch waren viele viiiiiel früher. Fazit: wir kamen nach viel Ellenbogen um uns herum als Letzte in den Flieger und bekamen 3 Plätze getrennt von einander. Ich versuchte hilfesuchenden Jemanden zu finden, der bereit wäre den Platz zu tauschen, damit mein Sohn nicht fast 4 Stunden alleine sitzen muss. FEHLANZEIGE! Niemand war bereit dazu. So saß ich mit der Hand schräg über den Gang – zumindest konnten wir Händchen halten.
    Auf dem Rückflug (ich sag ja andere Länder…) aus Spanien wurden Kinder und ihre Eltern zuerst in den Flieger gelassen, ganz ohne Gedränge, Stress und Ärger.
    Es wäre doch manchmal so einfach…
    Ich hoffe, Euch geht es wieder gut! Und Du hast Dich von diesem Erlebnis auch erholt.
    Liebste Grüße,
    Sarah

    http://www.undeinepriseliebe.com

  4. Alexandra

    Ich finde das furchtbar! Wie kann man denn ein kleines Kind, das sich offensichtlich verletzt hat, nur alleine weinen lassen? Wem geht das denn nicht zu Nahe? Verstehe ich einfach überhaupt nicht. Was vergibt man sich, wenn man eben mal zu deiner Tochter hingeht und tröstet? Von Menschen, die selbst Kinder haben, würde ich mir mehr erwarten…..

  5. Mir schießen vor Wut, die Tränen in die Augen, ehrlich!!!
    Ich helfe immer, wenn es notwendig ist, selbstverständlich wurde ich auch schon angemault deswegen, was mir aber am A…. vorbei geht, denn dem Kind hat es in dem Moment geholfen und nur das zählt für mich!
    Aus welchen Gründen auch immer, ein Elternteil gerade nicht da ist, interessiert mich nicht, denke ich garnicht drüber nach.

    Lieben Gruß und gute Besserung für die große, tapfere Maus
    Simone

  6. Ganz ehrlich: Ich bae schonmal versucht zu helfen. Das war 2002 als ich keine Kinder hatte und auf einem Kinderspielüplatz in der sonne saß und ein Buch las. Ein kleins Kind (geschätze 4 oder 5 Jahre) knallte von der schauke und brüllte. Keine Eltern in Sicht. Ich hingegangen und wollte gucken, ob alles in ordnung ist und ob ich vielleicht helfen kann. Als ich keine 4 Sekunden neben diesem Kind hockte, kamen plötzlich 3 Frau auf mich zugeschossen und fingen an mich aufs wildeste zu berschimpfen, das mich das nicht angehen würde und das ich mich von dem Kind fernhalten sollte und das keine Hilfe nötig ist und dann ging es in einer freundsprache weiter, die ich leider nicht verstand. Die worte waren aber definitiv nicht freudlich.

    Seitdem überlege ich mir eher 4 mal, ob ich da wirklich eingreifen soll….nach der erfahrung fällt es mir defintiv nicht leicht.

    So kann es einem auch ergehen

    LG Anne

  7. seit ich Kinder habe kommen mir noch schneller die Tränen. Allein die Vorstellung der tapferen großen Tochter, die trotz Schmerzen das Baby tröstet,,,,
    Was sind das für Menschen? Ohne mich einmischen zu wollen greife ich schon automatisch nach einem Kind, wenn ich sehe, es droht hinzufallen. Und ich gehe erst recht hin und schaue, was ich helfen kann, wenn etwas passiert ist. Und wenn ich nur ein Taschentuch reiche und gut zurede, bis die Mama kommt. Oder, was auch oft geht – ich bitte meine Kinder, die anderen Kinder zu trösten oder abzulenken.

    Lasst uns Mütter doch einfach zusammenhalten, ist das denn so schwer?

  8. Ich würde auch immer weiter helfen, auch wenn ich angepappt werde. Vielleicht fühlen sich die Eltern ja auch ertappt, weil sie nicht da waren, als das Kind sie brauchte. Wer weiß es…

  9. Oh wei! Erst gerade habe ich in den Insta Stiries gehört was geschehen ist… Gute Besserung für das Tochterkind, auf dass die Beule schnell verschwindet! Alles weitere wurde schon gesagt :(

  10. Ich lasse mich vom Helfen nicht abhalten. Wo soll es denn sonst enden, wenn sich keiner mehr kuemmert. Ausserdem will ich, dass meine Kinder lernen, zu helfen und Verantwortung zu uebernehmen, dass es wichtig ist, nett zu sein, sich zu kuemmern. Es schockiert mich echt, zu lesen, dass es vielen so zu gehen scheint, dass man fuers Helfen angegriffen wird. Ich dachte schon, ich haette einfach einen komischen Querschnitt erwischt.

  11. Das erinnert mich an unseren Deichmann-Besuch, als ich alleine mit der Maus nach Winterschuhen schauen wollte & sie aus dem Kinderwagen gefallen ist, als ich nach ihrer heruntergeschmissenen Wasserflasche bücken wollte. Drei Mamas haben sich direkt man so im Gang positioniert, dass sie uns direkt im Blick hatten. Aber niemand hat mal gefragt, ob alles in Ordnung ist, oder doch etwas schlimmeres passiert ist. Nur gestarrt haben sie wie die Geier. Dabei braucht man in so einer Situation auch mal Ruhe – gezittert habe ich sowieso vor Schreck, da wollte ich mich nicht auch noch beobachtet fühlen. Kein Anstand, kein Herz, keine Menschlichkeit… so schade…

  12. Ich bin sprachlos. Ich kann es nicht verstehen, wie so etwas passieren kann. Wenn Kinder in der Nähe sind hab ich immer auch ein Auge auf die anderen. Nicht nur meine Tochter. Ich bin alleinerziehen, und trotzdem helfe ich, wenn es einem Kind schlecht geht. Dann muss auch mal meine Tochter ihre Bedürfnisse zurückstecken und warten.

    Hab schon zweimal sowas erlebt. Einmal bei meinem Freund an Neujahr. Ich wache von einem weinenden Kind auf und horche, ob es meine Tochter ist. Ist es nicht. Kurz hört das Weinen auf und setzt dann herzzerreißend wieder ein. Mein Freund wollte weiterschlafen, aber ich hab aus dem Fenster geschaut. Irgendwo da draußen in unmittelbarer Umgebung weinte ein Kind! Mich hats nicht losgelassen und als ich raus wollte ist mein Freund dann doch aufgestanden und raus. Ende vom Lied: ein kleiner Steppke, nichtmal 2 Jahre alt, stand draußen im Schlafanzug am Auto von seinem Vater und hat nach Papa gerufen. Die Eltern hatten noch nichtmal gemerkt, dass der kleine raus ist. Erst als mein Freund klingelte haben sie es gemerkt und waren wahnsinnig dankbar, dass sich jemand gekümmert hat.

    Zweite Situation: Diesen Sommer im Freibad. Ich war mit meiner Schwägerin und ihren zwei Jungs im Schwimmbad. Insgesamt 3 Kinder zwischen 4-7. Meine Schwägerin war kurz was besorgen und ich war allein mit den Kindern bei der Rutsche. Alle 3 können schon schwimmen und sind zumindest schon im Seepferdchenkurs und können sich über Wasser halten. Da stapft neben mir ein kleiner (ca. 2 1/2 Jahre alt) mit Schwimmflügeln ins Wasser und blickt sich suchend um. Er geht immer weiter Richtung tiefes Wasser. Ich hab mich umgeschaut und niemanden gesehen, der ihn beobachtet und da bin ich hinter dem kleinen her, und hab gefragt, wo seine Mama ist. Er wusste es nicht. Da hab ich ihn vorsichtig an der Hand genommen und gesagt, dass er mal mitkommen soll an den Rand und wir warten da zusammen auf seine Mama.
    Die kam dann auch ne Minute später und hatte ihn schon gesucht. Er ist schon los, während sie sich noch umgezogen hat.

    Beide Male habe ich nicht eine Sekunde gezögert, weil ich mir in so einer Situation genau so eine Reaktion gewünscht hätte, wenn mir so etwas passiert wäre. Wir wissen doch alle, WIE SCHNELL die „verflixten“ Kleinen sein können und dass der Bruchteil einer Sekunde ausreicht um sie aus den Augen zu verlieren während man z.B. ein Eis vorm Runterfallen auffängt, sich die Schuhe auszieht, die Sonne blendet, man an der Kasse das Geld abzählt oder ähnliches. Ich kann es beim besten Willen nicht nachvollziehen, wie die anderen es geschafft haben deine vor Schmerzen weinende Tochter zu ignorieren. Zumindest fragen ob sie hilfe braucht oder wo die Mutter ist kann man doch immer. Meist reicht den Kindern das doch schon, dass sie einfach nicht allein gelassen werden.

  13. Ohne Worte. Fassungslos. Fremdschämen. Es tut mir im Herzen weh.

  14. Oh man. Ich glaube der Mutter hätte ich eine geknallt im Affekt. Verstehe ich dass du nicht mehr mit ihr redest. Ein tolles großes Mädchen hast du da!! Was für ein Glück dass nix passiert ist.

  15. Oh Mann, liebe Jette, dann kann ich nicht mehr sagen, als dass mir das echt so leid tut! Ich hoffe, Marlene geht es wieder besser?

  16. Wir waren im Sommer im Park, als ein kleines Mädchen ganz herzzerreißend nach ihrer Mama rief. Lang genug, dass wir einmal die große Wiese überquerten, um zu ihr zu gelangen. Alle anderen, die viel näher an ihr saßen, scherten sich nämlich nicht darum. Die meisten machten sich nicht mal die Mühe, zu glotzen, das fand ich am erschreckensten. Ich war mit meinem Baby und dem weinenden Kleinkind gut überfordert (ich kann ja nicht zwei tragen), als zum Glück noch eine andere Familie vorbei kam, die gerade helfen kommen wollte. Sie waren zu zweit mit nur einem Kind und namen sich dem Mädchen an.
    Leider ist unsere Welt oft so herzlos. Alles, was wir dagegen tun können, ist selbst nicht so zu sein. Und natürlich dagegen anschreiben, so wie du ;) vielleicht bringt es den ein oder anderen zum Überlegen und er steht das nächste Mal auf und hilft dem tapferen Mädchen am Nebentisch.

  17. Immer wieder schlimm zu sehen wie anders doch manche Eltern zu sein scheinen. Wir versuchen unsere Kinder mit Mitgefühl und gedundem Menschenverstand auszustatten und doch erleben sie so oft das Gegenteil. Unsere Große (4) lief vor Kurzem ganz alleine gut 1km von einer Freundin nach Hause. Nicht etwa weil das so geplant war! Sie war zu Besuch bei einer Kindergartenfreundin, mit der sie oft gespielt hat, die auch schon bei uns war und wir die Eltern kennengelernt hatten. Tja, offenbar kann man sich täuschen…
    Plötzlich klingelte es an unserer Tür und vor uns steht ein völlig aufgelöstes, weinendes Kind!! Nach Knuddeln und Trösten hatte sie sich beruhigt und wir erfuhren die Geschichte:
    Sie hat im Innenhof des Mehrfamilienhauses mit dem Mädchen im Sandkasten gespielt, die Mutter wollte wohl vom Balkon aus beobachten. Was ich so schon bedenklich finde, führte dann dazu, dass die Freundin irgendwann reinging, die Haustür zu fiel und keiner mitbekam wie unsere Tochter dann plötzlich alleine da unten war und nach ihrer Freundin rief! Als niemand reagierte, wollte sie ihr hinterher. Klappte nur nicht, da sie ja die Klingelschilder nicht lesen konnte und auch sonst nicht wusste wie das funktioniert (zB bei jmd anders klingeln und fragen) da es bei uns ja nur eine Klingel gibt. Da wurde sie dann langsam ängstlich und war zum Glück so clever nach Hause zu kommen. Krass daran war nur, dass sie ca. 1,2km an einer recht befahrenen Straße inkl. Straßenbahn entlang musste. Den Weg kannte sie, da er auch am Kindergarten vorbei führt.
    Zum Glück ist nichts passiert, aber ich war außer mir!!!! Vor allem weil wir von der Mutter (immerhin selbst 4 Kinder) nicht informiert wurden. WIR haben dort angerufen, nachdem wir sie beruhigt und die Geschichte erfahren hatten! Das allein ist schon unglaublich, denn es muss ja min. eine halbe Stunde vergangen sein. Aber wie sich rausstellte wollte sie erstmal selber im Umfeld suchen!
    Hinzu kommt ja noch, dass ihr ja sicherlich einige Menschen auf ihrem Weg entgegen gekommen sein müssen, die offenbar kein Bedürfnis hatten eine weinende 4jährige zu fragen warum sie hier alleine rumlaufe.
    Ich wusste nicht was ich sagen sollte. Buch schwankte zwischen Wut auf Mutter und Passanten und Stolz auf mein Kind. Mein Mann hat mit der Mutter dann nochmal gesprochen, ich seitdem kein Wort. Die Freundin darf jederzeit zu uns (war sie auch wieder) aber mein Kind lass ich da nicht nochmal hin.
    Ich bin auch unheimlich froh, dass sie aus der Sache nicht traumatisiert raus ging, sondern stattdessen am nächsten Morgen fragte, ob sie das nochmal machen kann und alleine zum Kindergarten gehen.

  18. Mama mit drei Kindern

    Das ist wirklich erschreckend ,das niemand geholfen hat.Ich bin jemand der nicht tatenlos zusieht,ich habe diese „wegsehen von anderen“ so ziemlich satt und ich hätte deinen Kindern geholfen und geschaut,das sie nicht alleine sind.Mir ist das immer wieder aufgefallen,das viele Eltern nicht mal nach ihren eigenen Kindern schauen und auch tatenlos zusehen ,wenn sich ihre eigenen Kinder prügeln,unfähig wirklich dazwischen zu gehen.Ich schaue nicht zu und wenn Kinder wirklich Hilfe brauchen schon recht nicht,egal was die anderen Eltern von mir denken,und wenn die noch rummaulen,kriegen die von mir schon die passende Antwort.Unsere Gesellschaft verroht immer mehr…ich habe schon oft erlebt wie Jungs sich prügelten und alle Eltern es einfach ignorierten,weiter rauchten in der Ecke ,so als wäre die Prügelei nicht existent…ich bin dazwischen gegangen ,da hatten die Jungs schon blutige Nasen…man kann doch da nicht einfach wegsehen…wegsehen ist verantwortungslos.Und man ist selbst nicht besser als die anderen ,wenn man einfach wegsieht.

  19. Mein Sohn ist einmal in dem whirpool ohne schwimmhilfe und ist kurz untergegangen, weil er dachte es wäre nicht so tief, denn eigentlich schwimmt er schon gut. Ich bin zwar los gerannt, aber war nicht so schnell da. Und was soll ich sagen? Der whirpool war voll Erwachsener, die nur geguckt haben.

    Ich verstehe dein entsetzen nur zu gut. Wenn ein Kind sich weh tut, und die Eltern sind nicht in der Nähe, dann hilft man. Fertig aus. Da gibt es keine Fragen. Ich würde auch immer wollen, das meinem Kind jmd hilft.

  20. Unglaublich! Ich habe Blutdruck beim Lesen bekommen. Und um die Frage zu beantworten: Nein! Man hält sich da nicht raus! Ich hätte wäre keine Sekunde an meinem Tisch geblieben. Niemand mit einem bisschen Blubbern in der Brust kann sich da einfach raushalten. Ich hasse diese verfressenen Fratzen, obwohl es nicht meine Kinder betroffen hat. Das nächste Mal aber vielleicht! Und deshalb: Schämt euch! Pfui!

  21. Schildkröte

    Ja, da hast du Recht. Ich werde vielleicht wieder mehr mit offenen Augen durch die Gegend gehen. Von meinem Naturell her hätte ich wahrscheinlich geholfen. Zumindest die Mama suchen oder mal fragen was passiert ist.
    Ich finde es ja regional unterschiedlich. Bayern empfinde ich als viel kinderfreundlicher als andere Gegenden. Vielleicht täuscht das auch nur.
    Manche Mütter fühlen sich vielleicht auch gleich angegriffen, dass sie nicht aufgepasst haben oder so. Ich denke das Umfeld spielt da eine große Rolle. Meiner ist mal die Treppe runter gefallen, er hat das Gitter selbst auf gemacht, ich wurde prompt von anderen erstmal angegriffen, ich hätte es bestimmt nicht richtig zu gemacht- sogar von meinem eigen Mann. Bis er gesehen hat, dass der Kleine es selber macht- mit gerade mal 2 Jahren. Ich denke so etwas spielt schon eine große Rolle, es gibt ja immer die Besserwisser- Eltern.

  22. Aber warum nur diese Reaktion? Einige schrieben das bereits, dass sie angegriffen werden wenn sie helfen wollen. Fühlen sich die Eltern am Ende nur ertappt, weil sie selbst nicht zur Stelle waren und schnauzen dann lieber andere an statt sich selbst? Traurig ist das. Ich würde trotzdem immer dem Kind helfen. Egal ob die Mutter das erkennt. Das Kind ist wenigstens nicht allein gewesen, denn auch zwei Minuten können sich ewig anfühlen für ein hilfloses Kind.

  23. Das schrieben schon Einige, dass sie am Ende noch angemault werden. Dabei sollte man für Hilfe einfach mal dankbar sein. Schade, dass daraus resultiert, dass man lieber gar nicht hilft, weil man noch blöd angemacht wird. Wer mein Kind vor der Straße rettet, bekommt ein Riesen großes Danke schön. Vielleicht fühlte sie sich auch ertappt? Oder dachte, du kritisierst sie indirekt? Getroffene Hunde bellen. Wer weiß…

  24. Sehr traurig und leider schreiben das hier und auch Facebook einige, dass ihnen das schon passiert ist. Grundsätzlich sollte man immer dankbar sein, wenn Hilfe angeboten wird. Oder was hätten die Eltern gern? Dass das Kind dann eben panisch weinend da steht, fest stellt, mir hilft eh keiner und man dann hoffen kann, die Mama kommt schnell? Also nein das kann es nicht sein.

  25. Schildkröte

    Also, ich helfe ehrlich gesagt auch nicht immer sofort in solchen Fällen. Aber ich wurde schon mehrmals so unfreundlich angefahren, weil ich mich eingemischt habe (einmal habe ich die Hand von nem Kind aus so einer automatischen Schiebetür befreit- weil es die seitlich eingeklemmt hatte- da wurde ich sogar angeschnauzt, als ich noch nen Kühlakku besorgen wollte). Vielleicht stumpft man dann wirklich ab. Man sollte auch mal die Seite betrachten. Es ist nicht immer leicht heutzutage-wenn die Menschheit so unfreundlich ist.

  26. Wie furchtbar sowas zu erleben! Aber bitte, butte nicht den Glauben an die Menschheit verlieren, denn es geht auch anders! Ich bin auch sehr, sehr oft alleine mit meinen 3 Kids (1,3,6) plus oft dem großen stiefbruder unterwegs (da mein mann berufsbedingt oft monatelang im Ausland ist) und uns wird wirklich oft geholfen, auch wenn immer viel gestarrt wird wird wegen soooo vielen Kindern… ich helfe auch immer, denn ich denke mir, ich wünsche mir das auch das meinen Kindern jemand hilft, wenn sie Hilfe brauchen! Liebe Grüße aus Süd Frankreich

  27. Ich verstehe Ihre Enttäuschung und Wut, kann die Zurückhaltung der anderen Gäste aber ein Stückweit nachvollziehen. Nicht gutheißen oder akzeptieren, aber nachvollziehen.
    Dazu folgende Erläuterung: Ich wartete vor nicht allzu langer Zeit an einer Fußgängerampel, als neben mir ein etwa 5-6jähriger Junge auf seinem Laufrad auftauchte, full speed Richtung Straße unterwegs. Ich hab den Kleinen lediglich im Augenwinkel registriert, der Griff nach seinem Kragen war nur ein Reflex. Die Mutter war etwa zehn Meter dahinter, Kippe in der einen, Handy in der anderen Hand. Endergebnis war nicht die Einsicht, dass ihr Sohn grad fast überfahren worden wäre sondern eine sehr rustikale Tirade über meine Übergriffigkeit.
    Der Gedanke gefällt mir überhaupt nicht, aber ich weiß nicht, ob ich (mit dieser Erfahrung in der gleichen Situation) noch einmal ebenso reagieren würde.

    Was ich sagen will: Das leider sehr verbreitete „Nur nicht einmischen“ basiert nicht unbedingt nur auf Herzenskälte oder Ignoranz.

  28. Mamakeksi

    Mir wurde das Helfen (oder anschauen oder sogar angreifen) fremder Kinder fast aberzogen. In den wenigsten Fällen kommt ein Danke, meistens wird man angemotzt, angeschrien oder ähnliches (auch von den Müttern). Man soll sich nicht einmischen ( die Mütter kommen ja klar, auch wenn es nicht so aussieht /Sarkasmus off ). Einmal wurde der Sicherheitsdienst gerufen in einem Einkaufszentrum, weil ich einer 2-jährigen geholfen habe, ihre Mama zu finden und sie auf den Armen getragen habe. Oder ich wurde von Umstehenden beschimpft, als ich einem gestürzten kind geholfen habe, warum ich die Göre nicht in Ruhe lasse und die ( mit weiteren zwei Kindern beschäftige) Mutter in ihrer Asozialität, drei Kinder zu haben, auch noch unterstütze.
    Ich helfe nur noch ungerne, obwohl mir die Kinder eigentlich leid tun. Aus Selbstschutz. Eigentlich traurig.

  29. GerlindeH78

    Liebe Jette,
    wäre ich da gesessen, ich hätte deinen Mädels geholfen. Wie kann man nur? Ich hab das schon öfter gemacht, sei es ein 8jähriger Junge der mit dem Fahrrad nen Crash gebaut hatte und mit zusammengebissenen Zähnen und Tränen in den Augen meinte, es würde schon gehen, oder das weinende Kleinkind dass alleine im Möbelhaus umherirrte. Dem Jungen hab ich sein Gepäck auf mein Rad gepackt und ihn heimbegleitet und ein bisschen von den Schmerzen abgelenkt, den kleinen Bub habe ich zur Info gebracht und gewartet, bis die Eltern kamen. In beiden Fällen hatte ich selbst meine beiden Kids dabei. Was den zwei Hilfesuchenden auch irgendwie geholfen hat. Sahen ja, dass ich auch ne Mum bin, hatten andere Kids die für sie Blödsinn machten und ganz nebenbei lernen meine Kids in solchen Situationen auch, dass man anderen hilft.
    Ich kann solche Gaffer nicht verstehen. Dass du da eine Wut im Bauch hast, verstehe ich voll!
    LG

  30. prislacht

    Oh, ich hatte Pipi im Auge… wo ist die Zivilcourage hin, wo ist Hilfe und Anteilnahme? Wie traurig, dass die Menschen so in ihrer eigenen kleinen Welt leben und bleiben wollen. Du hast zwei tapfere große Mädchen, das weißt du jetzt. Unglaublich, wie stark sie in diesem Moment waren.

  31. Wenn ich sehe, dass die Mama grad weg gegangen ist, oder halt nicht da ist, dann reagiere ich in jedem Fall. Da sind drei weinende Kinder allein, und von mehreren anwesenden reagiert niemand? Da gibt es nichts zu „interpretieren“. Da bin ich für die Kinder zur Stelle, bis die Mama wieder da ist. Und wenn das nur 20 Sekunden sind, die es zu überbrücken gibt.
    Ich glaube auch an das Guten im Menschen und will niemandem was unterstellen. Aber manchmal ist kein Spielraum da für Interpretationen.
    Jette, ich bin alleinerziehend und ich wurde schon ein paar Mal angesprochen oder Hilfe angeboten. Auch wenn es eine Fehlinterpretation war und keine Hilfe nötig: ich bin jedes Mal froh darum und bedanke mich. Weil es zeigt, dass die Menschen aufmerksam sind und helfen. Das fällt mir aber jetzt auf, wo ich mehr aufs Land gezogen bin. Näher an der Stadt war es leider auch mehr anonym-ich-kümmer-mich-nur-um-mich-selbst.

  32. Kraehenmutter

    Krass.
    Wie trainiert mensch sich bitte Hilfsbereitschaft und Mitgefühl so gnadenlos ab?!?
    Selbst wenn ein Elternteil dabei ist, schnellt die Hand doch schon aus Reflex zum stürzenden Kind, krampft sich der Magen zusammen, wenn ein Kind weint..?!
    Ich weiß doch, wie anstrengend es als Mutter manchmal ist, da ist es doch oberstes Gebot der Solidarität Hilfe anzubieten oder zumindest mal drauf zu gucken, ob mit den drei Kindern alles gut läuft?
    Krass, krass, krass.

    Ich hätte wohl aus lauter Wut, Enttäuschung und Trauer mitgeweint.

  33. oh mir liefen jetzt echt die tränen. Dein armes großes (kleines) Mädchen. Wie stark sie da sein musste. Ich stelle es auch immer wieder fest wie ignorant die menschen immer mehr werden. Ich denk mir immer, dann bin ich noch ein Stückchen aufmerksamer, vielleicht stecke ich auch jemanden an. Mir fallen auch immer die älteren Herrschaften auf die wirklich ihre mühe bei Einkauf nach Hause tragen haben. In meiner Kindheit war das eine Selbstverständlichkeit nachzufragen ob man behilflich sein kann. Ich stelle auch immer fest wenn ich mit meinen Kindern unterwegs bin (der kleine ist ein rechter Wutzwerg), anstatt andere Eltern verständniss haben vielleicht mal ein nettes Wort oder ähnliches, wenn er gerade durchdreht, bekommt man er kopfgeschüttel. Ich bin doch dann eh schon im Stress und es ist mir wahnsinnig unangenehm, doch solche Reaktionen machen es echt nicht besser. Ich hoffe du konntest deiner großen das Gefühl von hilflosigkeit wieder nehmen und sie stark machen wie tapfer sie war und was für zwei tolle Mädchen du hast.
    Lg Frances

  34. Liebe Sara,
    ehrlich gesagt glaube ich es nicht. Ich saß mit der Großen auf dem Schoß u tröstete sie, das Baby weinte u die Mittlere versuchte etwas hilflos sie zu beruhigen. Erst die Kellnerin kam mit Kühlakku und bot mir Hilfe an, mein Essen klein zu schneiden etc. Später nahm sie das Baby und lief rum, damit ich wenigstens noch essen kann.
    Die Große sagte auch sehr laut: Hol Mama, mir tut so doll der Kopf weh! Da kam ich grad und hörte das noch. Eine Frau saß genau hinterfeinem Kind, sie hätte sich spätestens da einfach mal umdrehen können, denn sie konnte nicht sehen, dass ich schon herbei eile. Die anderen Tage das Baby antatschen ging ja auch problemlos.
    Nein man hätte irgendwie reagieren können. Auch als ich wieder da war und offensichtlich etwas überfordert mit allem.

  35. Ach das ist doch wirklich toll! Es geht also doch.
    Mir half ja dann die Kellnerin sofort, die in dem Moment des Unfalls nur nicht da war und nahm mir später noch das Baby ab, damit ich aufessen und die Große trösten kann.

  36. Widerlich. Mehr fällt mir nicht ein. Furchtbar, dass Leute so abstumpfen. Aber man schaue nur wie Viele bei Autounfällen reagieren: Helfen? Nö. Aber im Weg rumstehen und glotzen, das klappt ganz prima. Traurig ist das und ich will einfach hoffen, dass unsere Kinder später sowas nicht lernen. Ich lebe ihnen vor, dass man hilft, denn das tut nicht weh. Irgendwann scheint das im Laufe des Lebens bei manchen Menschen abhanden zu kommen. Ich gebe mein Bestes, dass es meinen Kindern nicht passiert.

  37. Sara "Was ich noch erzählen wollte"

    Liebe Jette, ich kann das total nachvollziehen, wie verletzt und wütend du dich fühlst! Dass den eigenen Kindern niemand hilft und sie in so einer Situation alleine waren, das nimmt einen schon mit. Das merkt man auch daran, dass du Tage später immer noch so aufgewühlt bist. Das einzige, was ich dazu sagen kann, ist, dass es die anderen Eltern sicher nicht besser gewusst haben. Ich glaube auch nicht, dass sie dich beobachtet haben, um ihre Schaulust zu befriedigen, sondern um im Auge zu behalten, ob du an irgendeinem Punkt doch noch Hilfe brauchst. In Deutschland hat der Großteil von uns einfach einen Stock im Arsch, aber ich glaube dennoch an das Gute in den meisten von uns. Gerade Miteltern!
    Auch ich habe immer den Impuls, erst mal zu schauen, ob ich die Situation richtig verstanden habe und wirklich jemand meine Hilfe braucht? Ich habe immer ein Auge auf andere und andere Kinder und reagiere in Zweifel lieber etwas früher als zu spät. Aber andere sind vielleicht eben so willig, brauchen aber länger für ihre Interpretation der Situation und ihre Entscheidung.
    Ich war nicht dabei, aber kann es nicht sein, dass alles furchtbar schnell passierte und du eben in genau der Minute wiederkamst, als die anderen Eltern versuchten zu entscheiden einzugreifen oder nicht?
    Klar, wünschenswert wäre gewesen sie sind fixer bei der Sache, aber ich kann einfach nicht glauben, dass den anderen Eötern nicht auch das Herz blutete bei einem weinenden Kind. Geht es dir besser, wenn du glaubst, dass die anderen einfach zu schwach und langsam waren, aber nicht abgestumpft und bösartig? Und dass sie sich vermutlich Vorwürfe machen, nicht eingegriffen zu haben, und hoffentlich daraus für das nächste Mal gelernt haben?
    Alles Liebe, Sara
    http://www.wasichnocherzaehlenwollte.de

  38. Ja das ist einfach traurig….
    Viele hier und auf Facebook schreiben, dass sie für Hilfe schon angemalt wurden, man könne sich allein kümmern.
    Ist doch beschämend, dass wir es scheinbar nicht mehr gewohnt sind Hilfe anzunehmen, noch selbst zu helfen.

  39. Katharina

    Das ist echt ärgerlich.
    Ich kann da allerdings von positiveren Erfahrungen berichten.
    Ich war letztens mit beiden Kindern einkaufen, der Einkaufswagen war voll, das kleine Kind saß in diesem Sitz im Wagen und ich war gerade am bezahlen. Ich hatte es nicht gesehen, weil ich gerade meine PIN eingeben musst, da stellte sich das große Kind seitlich auf den Einkaufswagen drauf und fiel um… der vollbepackte Wagen mit Kind drin auf das große Kind drauf und das kleine Kind dann raus. Die beiden haben verständlicherweise bitterlich geweint. Mir kamen sofort mehrere Leute zu Hilfe, um den Wagen mit aufzuheben, um meine Kinder aufzuheben, um meine Kinder zu trösten (das habe ich dann aber selber übernommen) und um die ganzen Waren wieder in den Wagen zu packen. Von den Drogeriemarktangestellten gab es für die Kinder auch noch Luftballlons und Traubenzucker. Es ist glücklicherweise nix Schlimmes passiert, beide hatten sich viel mehr erschrocken als weh getan und ich fand es erleichternd, wieviele Menschen einem zu Hilfe kamen.

  40. Also echt, verstehe es einer….
    Ich finde es grundsätzlich immer erstmal lobenswert wenn mir jemand hilft und versucht mein Kind zu trösten. Offensichtlich ja nicht selbstverständlich, Hilfe anzubieten. Warum sich Eltern sofort angegriffen fühlen, man unterstelle ihnen, sie können sich nicht kümmern, ist doch total traurig und bekloppt. Vielleicht sind wir zwischenmenschliche Nettigkeiten nicht mehr gewohnt, dass wir so reagieren.

  41. Das ist Deutschland! Wir haben jahrelang im Ausland gelebt und die dortige Kinderfreundlichkeit ist so umwerfend und herzlich, dass wenn man mit Kind in Deutschland ankommt, relativ flott auf den Boden der Tatsachen landet.
    Mein Sohn war gerad mal 4 Jahre als er mit dem kleinen Einkaufswagen im DM umgekippt ist und sich die Lippe aufgeschlagen hat. Es hat uns auch keiner geholfen, weder meinen Sohn hoch geholfen noch ein Taschentuch gereicht! Ich stand in einer Schlange und den Korb voll mit dies und das! Dann wurde wir angestarrt und die Situation wurde dann ausgenutzt um sich zu der Kasse vorzudrängeln. Weder junge Leute noch die älteren Herrschaften halfen -eher erntete ich ein Kopfschütteln und ein Paar meinte, Boah kann der jetzt mal aufhören zu heulen, es ist Samstag und wir wollen am Wochenende in Ruhe einkaufen….Ich habe mich nicht geschämt wegen meines Kindes -Nein ich habe mich wegen dieses Verhalten unserer Gesellschaft geschämt und bis heute ist das nicht vergessen!

  42. Ich kann das so gut nachvollziehen und es spricht mir aus der Seele. Manchmal frage ich mich, ob ich einfach nur empfindlich bin oder die Menschen wirklich verroht sind und immer empathieloser werden. Allem Anschein nach ist aber letzteres der Fall. Ich selber habe kürzlich etwas Ähnliches erlebt. Es war während eines Langstreckenflugs, schräg hinter uns saß eine alleinreisende Mutter mit zwei Kindern. Eines musste zur Toilette, also ließ sie das andere Kind schlafend an seinem Platz. Ich hätte es genau so gemacht, was blieb ihr auch für eine Wahl? Wie der Teufel es wollte, wachte der Junge aber auf, als die Mutter gerade außer Sicht- und Hörweite war. Er fing sofort an panisch nach Mama zu schreien und zu weinen, orientierungslos und voller Angst. KEINER der Erwachsenen, selbst die in der selben Reihe, hat sich bemüßigt gefühlt, das Kind zu beruhigen und zu trösten. Ich, selber mit einem Kleinkind beschäftigt, war die einzige, die zu ihm gestürzt ist, ihn in den Arm genommen hat und ihm gesagt hat, dass seine Mama nur mit dem Bruder zur Toilette gegangen ist und gleich wieder kommt. Da musste ich gar nicht lange überlegen, es war Instinkt! Warum geht so vielen Menschen dieses Mitgefühl ab? Ich konnte und kann es nicht nachvollziehen. Die Mutter kam dann auch schnell wieder und sie war so dankbar – für eine Selbstverständlichkeit.

  43. Wie furchtbar. Das kann ich ueberhaupt nicht verstehen. Und ich finde es ganz schlimm. Ich habe auch schon fremde Kinder getroestet bis die Eltern z.B. auf dem Spielplatz angerannt kamen. Habe es aber auch schon erlebt, dass ich den Eltern dann angemacht wurde, dass sie sich auch alleine um ihr Kind kuemmern koennten, und dass das nicht mein Job sei, ihr Kind zu troesten. Verstehe einer diese Welt. Hoffe, die Beule ist bald weg und tut nicht mehr weh. Heizungen sind ja so etwas von fies.

  44. Das kenne ich, dass man so denkt. U ich finde es gibt da auch Unterschiede im helfen. Wenn ein Kind so doll weint u sich verletzt hat, niemand da ist, würde ich immer hingehen. Meist isses glaub ich das anfassen was die anderen Eltern dann stört.
    Wenn mein Kind aber auf ne Mauer klettert und jemand sie einfach festhält, weil sie könnte ja runter fallen man müsse da helfen, das empfinde ich auch als etwas Übergriffig und einmischend. Sage aber nichts denn grundsätzlich wollen die Leute mir helfen und das ist doch was positives.

  45. Liebe Vanessa,

    Ganz herzlichen Dank für deinen tollen Kommentar.
    Weißte was das blöde ist? Ich habe nicht schon wieder um Hilfe gefragt weil ich nicht nerven wollte. Die Kellnerinnen haben mir schon so oft das Baby abgenommen oder kurz die Mädels bespaßt, da dachte ich: schnell zum Buffet hab ich die Tage so oft gemacht. Die Mädels wissen wo ich bin, da frag ich wegen sowas doch niemanden. Tja… Zig mal ging es gut und einmal rutscht sie vom Stuhl.

    Ich weiß was du meinst mit der falschen Hilfe die manchmal auch Übergriffig ist. Unsere mittlere wird sehr oft angefasst wenn sie klettert weil sie ja noch so klein ist u das ja gar nicht können kann. Aha. Ich sage dann einfach freundlich was und gut ist, finde es aber innerlich leicht Übergriffig. Einem aufgelöst weinenden Kind nicht zu helfen was sich aber trotzdem weiter ums Baby kümmert nicht zu helfen, erschließt sich mir nicht. Aber zum Glück. Sonst würde ich so ein Handeln verstehen. Das will ich gar nicht. Ich hätte auch geholfen.

    Und was du so beschreibst kenne ich aus meiner Kindheit auch noch. Da hat eben ein ganzes Dorf ein Kind erzogen.
    Liebe Grüße!

  46. Das ist wirklich sehr traurig!! Ich hätte auch sofort geholfen und wenn man dem Kind „nur“ wieder auf die Beine und signalisiert, dass es mit der Situation nicht alleine ist. Die Leute haben doch gesehen (haben ja fleißig geglotzt ?), dass du nur eben etwas holen bist und gleich wiederkommst. Die Zeit kann man doch gemeinsam mit dem Kind überbrücken?!
    Und: großen Respekt vor deiner Großen!!! Dass sie sich trotz der offensichtlichen Schmerzen noch um ihre kleine Schwester gekümmert hat, so wie du es ihr aufgetragen hast. Da blutet mir das Herz!!

  47. Das ist das Letzte. Das macht man nicht. Ich hätte keine 2 Sekunden sitzen bleiben können und hätte der Kleinen geholfen. Und ja, ich hätte sie auf den Arm genommen oder mich zu ihr gesetzt. (Manche Kinder wollen auch nicht auf den Arm geommen werden, das muss man natürlich akzeptieren) Und ganz ehrlich, das hätte ich auch schon gemacht als ich noch nicht Mama war. Unmöglich manche Leute.

  48. Huhu,
    Das liest sich wie ein Stich ins Herz!
    Ich muss aber zugeben, ich weiss nicht genau, was ich gemacht hätte… Mein Impuls ist natürlich: hinrennen und alle trösten… ich habe einfach auch oft Sorgen, dass die andere Mutter mich als übergriffig empfinden könnte…. wir leben in Italien, da kümmert man sich viel mehr als in D um fremde Kinder… aber deutsche Mütter haben mich schon schief angeschaut/angepampt…
    Was auch irgendwie traurig ist…

  49. Vanessa Schön

    Ich kenne das. Und es ärgert mich unsäglich. Denn im Gegenzug wird ja nicht damit gegeizt, durch Gestik, Mimik und manchmal auch verbal an deinen Fähigkeiten als Mutter rumzukritteln. Und auch in deinem Fall möcht ich wetten, dass sich der ein oder andere darüber mukiert hat, dass du es ja quasi provoziert hast, dass sowas passiert, wenn du die Kinder allein lässt. Und das es gut ist, dass du jetzt mal die Konsequenz siehst. Das ist Eltern-sein heute! Bewerten. Urteilen. Nicht unterstützen. Tatsächlich wäre ich auch kein großer Fan dieser Konstellation, da ich die Last der Verantwortung für ein Kind im Kindergartenalter hier als zu hoch einschätze, aber ich kenne ja deine Kinder nicht und würde dann deinem individuellen Urteil vertrauen. Säße ich am Nachbartisch und bekäme das mit, hätte ich dir aber sicher auch angeboten, ein Auge auf die drei zu haben. (Vielleicht sollte man so etwas generell nicht nur viel öfter tun, sondern auch bewusster einfordern? Ich weiß es nicht.)

    Als ich Kind war, wurde ich von der gesamten Nachbarschaft erzogen. Nicht weil meine Eltern nicht willens oder in der Lage gewesen wären, es selbst zu tun, sondern weil es halt so war. Die Verkäuferin im Tante-Emma-Laden verkaufte meinem kleinen Bruder keine Cola, weil er die nicht vertrug, als ich einen blöden Eis-statt-Schneeball ins Gesicht bekam, gabs bei Frau Neuber in der Küche Doktor-Kochs-Trink 10 zum päppeln und ne Decke zum aufwärmen und als ich mal unglücklich aus dem Kirschbaum fiel, war Herr Merk noch vor meiner Mutter da und ich verbrachte die nächste Stunde mit nem Kühlakku in seiner Vogelvoliere.

    Ich versuche das auch so zu handhaben. Ich biete meine Hilfe an. Den Eltern, wie den Kindern. Die Nachbarskinder wissen das, und klingeln hier, wenn ihnen die Kette abgesprungen ist oder jemand stürzt und kein anderer Erwachsener in der Nähe ist. Die Schwelle ist aber auch relativ niedrig, denn ich arbeite in einer Kita in meinem Dorf. Aber ich mach das gern. Ich halte an, wenn ich am Straßenrand ein weinendes Kind sehe. Das ist für mich nur minimaler Aufwand, aber gerade den Kindern bedeutet es manchmal die Welt. Ich nehm auch mal anderer Leute Babys mit, wenn ich mit dem Hund gehe. Ich weiß ja selbst noch, wie wertvoll so 30 Minuten manchmal seien können. Ich freue mich, wenn ich helfen kann.

    ABER, ich glaube auch, dass es für so etwas sehr viel Feingefühl braucht und das geht heutzutage eben verloren. Ich hab mit meinen Mädchen nämlich auch schon Hilfe bekommen, die keine Hilfe war. Zum Beispiel als ich für meine Jüngste beschloss, es wäre für dieses schüchterne neunjährige Kind ein tolles Erfolgserlebnis, mal den Weg aus der Schule allein zurück zu gehen. Wir wohnen auf einem Dorf. Es sind ca. 700 Meter. Keine dunklen Ecken. Keine gefährlichen Überwege. Da brachte dann eine andere wohlmeinende Mutter mein Kind mit dem Auto nachhause. Und im Auto hat sie zu ihr gesagt:“Aber warum holt dich denn deine Mutter nicht? Wenn die doch zuhause ist? Das ist doch viel zu weit für so ein kleines Kind mit dem schweren Ranzen!“ Würde ich mein Kind also ausreichend lieben, hätte ich es mit dem Auto gefahren? Eine unbedachte Äußerung, die mich explodieren lässt. Jule war daraufhin unglaublich verunsichert und ist bis heute nicht allein von zuhause aus zur Schule oder zurück gegangen. Diese Hilfe hätte ich mir gern erspart.

    Alles in allem: Schön das du darüber sprichst. Lass uns anfangen, dass zu ändern in dem wir es anders machen. Und frag doch beim nächsten Mal am Nachbartisch, ob die einen Augenblick ein Auge auf die Zauberhaften haben könne. Vielleicht bin ich es ja. Es wäre mir ein Fest.

    Hab ne schöne Woche,

    Vanessa aka Frau Piepenkötter

  50. Ja dieser Gedanke wie sie da sitzt, weinend und weiter versucht das Baby zu trösten, sticht mir am meisten ins Herz. So hilflos und selbst noch helfend. Hätten sich die Anderen mal an meiner Tochter ein Beispiel nehmen können.
    Ja ihr gehts wieder gut. Beule ist noch da, aber ansonsten alles ok. Liebe Grüße.

  51. Mensch Jette! Das tut mir so leid. Unsere Gesellschaft… da frag ich mich echt oft. Ich kann die Leute um Dich herum in diesem Moment nicht verstehen. Mir blutet echt das Herz,wenn ich sowas lese. Die arme Maus! Hoffe es geht ihr bald besser! Aber ich denke, hoffe, es gibt auch Menschen die einem Kind helfen würden. Wenn ich diesen Glauben nicht hätte, da wäre wohl mein gesamtes Urteilsvermögen und meine Hoffnung weg! LG Nicole

  52. Oh mann, das ist ja wirklich traurig! Ich verstehe deine Wut und hätte sehr ähnliche Gedanken in dieser Situation gehabt!
    Ich denke, mehr Menschlichkeit erreicht man am eindrucksvollsten, indem man selbst in ähnlichen Situationen ganz selbstverstänlich handelt, hilft und so den anderen zeigt: Hey, so geht das! So verhält man sich hier! Vielleicht wacht dann der ein oder andere aus seiner Starre auf und handelt auch – bei seiner nächsten Gelegenheit.
    Liebe Grüße,
    Verena

  53. diephotographin

    Das tut mir so leid. Ich hätte geholfen und wenn ich nur die Kellnerin gebeten hätte ein Kühlpax zu holen bzw. mal nach Dir /der Mutter zu schauen. Irgendwas kann man immer tun, auch ohne einem fremden Kind zu nahe zu kommen, wenn man sich dabei nicht wohl fühlt.
    Ich hoffe, der Urlaub war ansonsten schön und der Beule bzw. dem Kopf geht es wieder gut.
    Fühle mich immer noch ganz elend beim Gedanken, wie sich deine Tochter gefühlt haben muss.

    Lieben Gruß | Barbara

  54. Die Beule tut noch weh und ist auch noch gut zu fühlen, aber es geht ihr zum Glück gut. Keine Gehirnerschütterung. Das hätte noch gefehlt.

  55. Das ist gleich nochmal unverständlicher wenn Leute so denken und dementsprechend handeln. Wird mir richtig schlecht, wie man so sein kann und es erschließt sich mir nicht. Aber zum Glück, sonst würde ich ja so denken wie solche Menschen. Schade um die Menschheit manchmal.
    Es war ja zum Glück der letzte Abend. Der Urlaub war sehr schön und das Hotel kann ja auch nix für.

  56. Mama arbeitet

    Tja. Und wenn die Leute vielleicht einfach dachten, du seist alleinerziehende Mutter? Da haben sogar die Kinder selbst schuld, wenn sie sich wehtun. Die Mutter wird schon irgendwas falsch gemacht haben, dass sie ohne Mann da ist.

    Als ich mit 3 Kindern, die Jüngste war damals 2 Jahre alt, in so einem Camping-Dings mit „Luxusbungalows“ in Italien war, hat mir auch nie jemand geholfen. Da waren viele Familien. Aber keine ohne Väter.

    Macht mich furchtbar wütend, das zu lesen. Und tut mir leid für euren eigentlich schönen Urlaub.

  57. Völlig unverständlich. Hab ich kein Verständnis für. Das ist doch schon eine urmenschliche Reaktion, oder? Zu trösten. Ganz schlimm. Ich hoffe, euch geht´s allen gut.

  58. Puh, das ist wirklich heftig.
    Ich kenne den ersten Impuls sich nicht einzumischen. Schließlich „kommt die Mutter sicher gleich wieder“. Aber der erste Impuls dauert doch nur 2 Sekunden, dann überwiegt doch das Mitgefühl.
    Man denkt doch sofort daran, wie man sich selbst als Kind in einer solchen Situation gefühlt hätte.
    Oder man denkt einfac gar nicht, sondern geht behutsam auf das Kind zu und fragt was los ist.
    Für mehr Menschlichkeit in der Welt! Ey man!

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