Ich weiß nicht mehr, wie es ohne unsere Jüngste ist. Seit einem Jahr ist sie mitten unter uns und war irgendwie nie weg. Ich kann auch nicht sagen, dass es stressiger ist. Ist es vielleicht, ich habe mich bestimmt nur daran gewöhnt. Doch ich weiß manchmal wie es ist, mit zwei Kindern. Wenn wir Hotel Zimmer buchen wollen oder unser Auto nutzen. Das war mit zwei Kindern komfortabler. Aber gut, wir kaufen ein neues Auto, ich rufe eben an im Hotel, statt online zu buchen, wo es entweder diese Option nicht gibt, 3 Kinder anzugeben, oder es plötzlich keine Zimmer mehr gibt, wenn ich „3“ eintippe bei der Anzahl der Kinder.

Abgesehen davon ist es schön. Und es wird immer schöner, denn die Drei können immer besser miteinander Zeit verbringen. So sehr ich die Neugeborenen Zeit liebe, so langweilig ist sie für Geschwister. Langweilig ist es nun definitiv nicht mehr, denn wo die Großen sind, ist auch die Kleinste. Mittendrin statt nur dabei. Das geht nicht immer gut aus. Oft genug fliegen Pferde durch die Gegend, werden Lego Türme eingestürzt und Kunstwerke zerrissen. Doch ganz oft spielen sie ganz wunderbar miteinander, liebt es die Kleinste, einfach dabei zu sein und zu beobachten. Wirft ab und zu ein lautes „Ey!“ dazwischen, versucht mitzuquatschen und strahlt ihre Schwestern an.

Unser Leben mit drei Kindern läuft recht chaotisch ab. Wir müssen einige Kompromisse eingehen, haben weniger Zeit ohne Kinder, denn alle drei sind Nachteulen. Wir haben uns daran gewöhnt, dass drei Kinder nicht überall Freude auslösen und man wohl schon mit dem Schlimmsten rechnet. Wir haben nicht den Anspruch, die sauberste Wohnung zu haben. Wir leben gut damit, auch mal Fertigpizza zu servieren oder Milchreis aus der Tüte, weil es so schön schnell geht. Es ist aber gar nicht so viel anders wie vor einem Jahr. Denn auch da waren wir bei schönem Wetter lieber so lange wie möglich draußen. Sah die Wohnung ähnlich ordentlich aus. Gab es kein Zimmer ohne hingeworfenen Kram der Kinder. Ist es nicht lauter gewesen. Sandiger auch nicht.

Unser Leben ist noch ein bisschen schöner. Denn wir haben drei ganz wunderbare und unterschiedliche Kinder. Und die Kleinste zeigt uns grad sehr gut, was genau sie will, oder eben nicht. Sie meckert oder weint wenig, ist aber hellwach, mitten drin und gibt sehr deutlich zu verstehen, was ihr passt. Sie liebt es im Wasser zu toben, genau wie ihre Geschwister. Sie schäkert gern und sie versucht am Tisch ihre Geschwister zum Lachen zu bringen. Dann sitzen sie da zu Dritt, vergessen ihr Essen und kichern sich fröhlich an. Unser Bett ist ein bisschen enger. Das Auto auch. Das Herz zum Glück nicht. Das hat Platz für alle drei. Für diese verschiedenen Kinder. Die sich sehr lieben, aufeinander achten, viel Zeit miteinander verbringen und sich ordentlich streiten können.

Ich werde so oft gefragt, wie ich das so mache. Ich antwortete ja schon mal drauf. Und mehr gibt es eigentlich nicht zu sagen. Es ist wie es ist. Wir haben drei Kinder. Ich bin manchmal sehr genervt. Manchmal sind sie mir zu laut. Zu schlecht gelaunt. Zu müde. Zu weinerlich. Manchmal bin ich ungerecht. Hab die Schnauze voll. Manchmal hab ich keine Lust auf Familie und will meine Ruhe. Aber so ging es mir schon mit einem und mit zwei Kindern. Weil manchmal alles zu laut ist. Nicht passt. So ist das auch bei uns. Nun sind sie eben zu dritt und machen Quatsch. Sind in der Überzahl und bringen uns manchmal ins Schwitzen. Aber sie werden größer. Älter und vernünftiger. Ich kann mich auf sie verlassen und sie helfen mir. Wir wachsen alle jeden Tag mehr in unsere Familie hinein. Wir geben auf uns acht, wir raufen uns zusammen. Wie jede Familie mit egal wievielen Kindern auch. Weil am Ende des Tages verteile ich an drei Kinder Gute Nacht Küsse. Werde drei Mal gedrückt. Und das ist doch einfach herrlich und wunderschön, oder? Denn so ist es, unser Leben mit drei Kindern. Laut, schmutzig, manchmal nervig, aber immer voller Liebe, Kinderlachen und ner großen Portion Schoki Eis für alle.

 

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Seit 2011 bin ich in die Welt der Mütter aufgenommen. Mittlerweile habe ich 3 Töchter. Hier schreibt keine "typische" Mutter, die Haushalt und Familie mit links schmeißt, Modelmaße hat und nebenbei locker eine Karriere wuppt. Ich finde es okay, auch mal zu sagen "Ich bin müde! Der Mann nervt! Wir streiten öfter! Nein, ich backe, bastel und singe nicht 24 Stunden am Tag! Ja, ich mag Fast Food und ein Schnäpschen zwischendurch!" Aber auch die schönen Dinge kommen nicht zu kurz. Süße Sachen die ich im Netz finde, hilfreiche Tipps, anderes Lesenswerte und ganz viel ♥

6 Comments

  1. MissesHeffernan Reply

    Ein sehr schöner Beitrag. Wenn ich das so lese,
    Wird einem ganz warm ums Herz ❤️

  2. Ich habe auch drei Kinder, mein jüngstes ist 10 Monate alt, und kann deinem Text nichts hinzufügen. Genau SO ist es bei uns auch! Als wären es schon immer drei gewesen…
    Außer vielleicht noch mein Lieblingsspruch: „Nur drei können einander in die Mitte nehmen.“
    Denn das tun sie meine drei.

    Liebe Grüße
    Daniela

  3. Hallo liebe Supermami, wir sind seit 10 Monaten auch zu fünft. Du schreibst mir aus der Seele. Vielen Dank für die tollen Worte! Genau so ist es auch bei uns. Ich lese Deine Texte mit Tränen in den Augen (Freudentränen). Vielen Dank dafür und alles Gute für euch 5!

  4. ❤️ Mehr gibt es dazu eigentlich nicht zu sagen. Bis auf, ich finde es großartig dass ihr genau EUER Ding lebt und gar nicht erst versucht irgendeinem von außen herangetragenen Ideal von wegen immer ordentliches Haus o. ä. gerecht werden zu wollen weil es so wie es ist für euch halt passt. Macht Spaß bei euch reinzugucken, bleibt so wie ihr seid!

    Ach, und falls du noch da bist, genieß die Sonne in Hamburg 🙂 Grüße von der Arbeit aus Hoheluft

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