Nun ist unsere Jüngste schon drei Jahre alt und wird in wenigen Wochen sogar große Schwester sein. Hätte ja im Juni 2016 auch niemand gedacht, als sie es so mega eilig hatte, auf die Welt zu kommen. Nun drei Jahre später zeigt sich immer mehr, was für ein Kind sie ist. Und auch wenn sie ihrer Schwester total ähnlich sieht, sind sie es charakterlich überhaupt nicht. Und immer wieder finde ich es verrückt, wie zwei Menschen drei Kinder mit dem gleichen Gen-Pool haben, die alle so verschieden sind. Denn wir machen ja in der Erziehung nicht viel anders, aber jedes unserer Kinder ist auf seine eigene Weise wunderbar individuell und einzigartig.

Die Jüngste ist ein richtiger Clown. Sie unterhält gern alle und will die Leute zum Lachen bringen. Ihre Mimik und Gestik beim Plappern ist wirklich goldig und auch wenn man nichts versteht, wenn sie so wild erzählt, ist es einfach entzückend, ihr zuzuhören. Während ihre große Schwester erstmal macht und dann schaut, ob es klappt, ist sie etwas vorsichtiger. Sie klettert auch mal eine Rutsche rauf um dann oben festzustellen, dass es doch zu hoch ist und geht wieder runter. Könnte der Mittleren nicht passieren. Mit ihren zwei großen Schwestern hat sie eine wunderbare Mischung an Angeboten: Die eine tobt gern und ist sportlich unterwegs, die andere ist sehr kreativ, malt und bastelt gern oder schaut sich Bücher an. Je nachdem wonach der Jüngsten der Sinn steht, findet sie immer die passende Spielkameradin.

Keine Sorge, hier gibt es auch Streit. Vor allem zwischen den zwei Älteren, die gern um die Aufmerksamkeit der Jüngsten buhlen und dann eifersüchtig sind, wenn die andere bevorzugt wird. Beeindruckt die Dreijährige nicht sonderlich, Hauptsache spielen. Ansonsten ist sie aber sehr emphatisch, aufmerksam und hilfsbereit. Sogar Süßigkeiten teilt sie. Außer Lachs und Mett. Das futtert sie lieber schnell weg, bevor der Mann was abbekommt. Sehr amüsant zu beobachten am Frühstückstisch. Dann gackert sie und freut sich diebisch, dass sie dem Mann alles weggegessen hat.

Ach es ist verrückt. Ja wirklich. Anstrengend ist es oft genug auch, wenn sich alle anzicken, mit Absicht Sachen kaputt machen und irgendwie den Wochenend-Blues haben. Dann muss man sie trennen und schauen, wem grad wie am besten geholfen ist. Manchmal geht da nur ein Mittagsschlaf oder ein Film. Oder Eis. Aber ganz oft ist es einfach nur wunderbar. Denn sie haben sich und finden sehr häufig Spiele, die sie zu dritt spielen. Ganz ohne Drama. Dann halten sie zusammen und werden stundenlang nicht gesehen. Man hört es nur gackern aus dem Kinderzimmer und ich denke immer: Oh man, hoffentlich passt es halbwegs ein Leben lang mit ihnen. Wenn ich sie dann auf dem Trampolin oder im Pool sehe, bin ich da aber sehr optimistisch. Klar muss man sich nicht 24h am Tag toll finden, auch Grenzen bei den Geschwistern ausloten oder Eifersucht gehören dazu, aber ich wünsche ihnen sehr, dass sie immer miteinander verbunden bleiben.

Nun kommt ja noch ein Bruder dazu und wird noch mal alles durcheinander wirbeln. Ich mache mir allerdings keine Sorgen, dass das nicht klappt. Die beiden Großen wissen ja schon wie es geht und waren aufs Baby nie sonderlich eifersüchtig und auch die Jüngste macht bisher nicht den Eindruck. Es ist eben wichtig, sie mit einzubeziehen, sobald das Baby auf der Welt ist oder auch mal Dinge nur mit ihnen zu machen. Komischerweise mache ich mir darüber überhaupt keine Gedanken. Ich weiß einfach, dass sich alles finden wird, weil es das im Großen und Ganzen immer getan hat. Seit über 8 Jahren sind wir nun Eltern, seit 3 Jahren wuseln hier drei Minis rum, die so unterschiedlich und so wunderbar zugleich sind. Ein Spaziergang ist es nicht immer und sicher fliegen auch den Nachbarn manchmal die Ohren weg, wenn erst die Kinder ausrasten und dann wir, aber so im Groben betrachtet, wuppen wir das ganz gut. Und erst gestern am Geburtstag und beim Betrachten der Babyfotos dachte ich wieder: Verrückt was aus diesem hübschen Baby mit den großen steingrauen Augen geworden ist. Ein wirklich lustiges Kind, was mitten im Leben steht, weiß was sie will, das auch durchsetzt aber auch eine tolle kleine Schwester ist, die den Laden im Griff hat.

Vier Kinder ist bekloppt. Das stimmt schon. Wenn ich nur die Zahl höre, denke ich das ganz oft. Aber sie standen ja nicht alle auf einmal vor der Tür und neben all den Sorgen, Streitereien und dem Verzweifeln, ist es ganz oft einfach schön. Wenn ich sehe wie selbstständig sie sind, wieviel wir ihnen zutrauen können, wie verlässlich sie sind, wie sehr sie sich lieben, wie glücklich sie ganz oft sind, wie unterschiedlich wunderbar. Dann sitze ich am Rand, beobachte sie, wie ihre Haare durch den Wind flattern, wie sie alle auf einmal auf mich einreden und denke nur: Meine Güte, das sind alles deine! Du hast die Verantwortung für sie und bald noch eins mehr. Oh ja das ist verrückt und bekloppt und wagemutig und irre. Aber auch wirklich wunderschön, voller Liebe, voller Lachen, klebriger Hände, verschmierter Münder, zerzauster Haare und etwas viel Sand im Bett. Ich freu mich auf das was noch kommt. Nicht mit rosaroter Brille, aber ich muss ja nicht jetzt schon darüber nachdenken wie anstrengend die Pubertät werden könnte oder wie wir die Ausbildung später finanzieren wollen bei 4 Kindern. Und an Geburtstagen und dem Erinnern an die ersten magischen Stunden mit unserem neuen Kind, da weiß ich nur eins: Mit keinem anderen Mann würde ich dieses Abenteuer erleben wollen, meine Kinder sind echte Kracher und: Familie fetzt.

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Autor

Seit 2011 bin ich in die Welt der Mütter aufgenommen. Mittlerweile habe ich 3 Töchter. Hier schreibt keine "typische" Mutter, die Haushalt und Familie mit links schmeißt, Modelmaße hat und nebenbei locker eine Karriere wuppt. Ich finde es okay, auch mal zu sagen "Ich bin müde! Der Mann nervt! Wir streiten öfter! Nein, ich backe, bastel und singe nicht 24 Stunden am Tag! Ja, ich mag Fast Food und ein Schnäpschen zwischendurch!" Aber auch die schönen Dinge kommen nicht zu kurz. Süße Sachen die ich im Netz finde, hilfreiche Tipps, anderes Lesenswerte und ganz viel ♥

6 Comments

  1. Liebe Jette,

    das hast Du wirklich schön geschrieben! Nochmal alles Liebe nachträglich für die Kleineste zum 3. Geburtstag! <3 ich glaube, Deinen Text muss ich dem Mann nochmal schicken. Wir denken nämlich auch gerade darüber nach, ob wir uns noch auf ein Viertes Kind einlassen wollen oder nicht… Der Bauch sagt ja… Das Herz sowieso… Aber der Kopf – ja der ist eben noch unentschieden.
    Alles Gute für Euch und ich bin gespannt, wie die Rakete dann zu Euch durchstartet. :)

  2. Ich finde es so toll, dass Du so ’normal‘ bist/wirkst. Auf dem Frühstückstisch eben auch Plastikverpackungen und nicht alle Farben der Kinderklamotten perfekt aufeinander abgestimmt. Hier in HH in Eimsbullerbü habe ich sogar live oft den Eindruck, dass alles so perfekt ist bei vielen Familien. Interior, Klamotten, Nachhaltigkeit etc. Ich weiß mit dreien zwischen 4,5 und 8 Monaten nicht wie ich mich auch noch um die perfekte Einrichtung kümmern sol (weder zeitlich noch finanziell)l, wobei ich schon sehr durchstrukturiert bin, würde ich sagen. Aber Ihr macht das toll, Nummer vier wird Euch sicher super ergänzen. Und ich weiß ja durchaus auch, dass man sich entspannen sollte. Manchmal klappt’s, manchmal nicht.

    • Hier klappt entspannen auch nicht immer, aber es hilft ungemein wenn man diese Perfektionsansprüche nicht (mehr) hat. Klar versuchen wir auch an vielen Stellen nachhaltig und Plastik frei zu leben. Wir achten auf die Kinder und ihre Bedürfnisse. Aber eben auch auf unsere. Nützt ja niemandem was wenn nach außen alles perfekt scheint und man sonst einfach durchdreht.

  3. Wunderschön geschrieben! Und macht Mut zu mehr Kindern, ich nähere mich gerade dem Gedanken an ein zweites Kind an – habe aber argen Respekt davor. Schlafmangel, Stimmungsschwankungen, Körper wieder extrem belastet… Wie bist du denn mit diesen Ängsten umgegangen? Oder hattest du sie gar nicht? Liebe Grüße

    • Hmmmm doch hatte ich auch. Aber irgendwie war ich auch zuversichtlich, dass es schon irgendwie passen würde. Der Mann ist ja auch da und hat dann mal Nachtschichten übernommen, damit ihr schlafen kann und die Große war von Anfang an auch gern große Schwester und hat toll geholfen. Ich glaube wenn man ein zweites Kind will und man finanziell nicht besorgt sein muss, dann kann man dem Gefühl schon trauen 😊

  4. Hallo, ich bin eher eine stille Followerin, aber das hier muss ich mal kommentieren.
    Das ist soooo schön geschrieben und ich kann alles absolut bestätigen. Habe auch 4 Kinder (20, 16, 14, 8 J.) und bin schon etwas „weiter“, im Alter meine ich. Wenn alle 4 am Start sind, kann ich es auch oft nicht fassen, dass das alle „meine“ sind und dann kann ich mein Glück kaum fassen, dass alle gesund sind. Denn das ist die Hauptsache. Alles andere fügt sich irgendwie, genau wie Du es schreibst. Hier fliegen auch die Fetzen, in die Zimmer gehe ich einfach nicht mehr rein und in der Schule läuft auch nicht immer alles gut. Aber so ist es: das Leben mit Kindern, das Leben als Großfamilie… Wenn ich meine still beobachte, denke ich ganz oft: wie schön, dass die 4 sich haben. Sie werden mal nicht allein sein, später,… wenn wir mal nicht mehr sind.
    LG aus Thüringen
    Cornelia

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