Geht es euch am Tag des Geburtstags eures Kindes so, dass ihr die Geburt Revue passieren lasst und was ihr wann gemacht habt? Bei unserer Großen war der Tag recht unspektkulär. 7 Tage nach dem errechneten Termin ging ich zur Einleitung ins Krankenhaus, bekam Tabletten, hing ständig am CTG oder sollte spazieren gehen. Und es passierte den ganzen Tag nichts, bis es 19 Uhr dann sehr stürmisch los ging. Den Geburtsbericht findet ihr auch auf dem Blog.

Nun ist unsere große Tochter schon 8 Jahre alt. Auf Instagram findet man beim ältesten Kind oft den Hashtag She made me a mom. Den finde ich ja persönlich grausam. Sie hat mich zur Mutter gemacht. Aha. Naja, klingt etwas dramatisch. Ich schreib ja beim Hund auch nicht hin She made me a Frauchen ;-) Musste doch sehr lachen, als ich mich darüber unterhielt mit einer Leserin. Klar war ich vorher eben noch keine Mutter. Natur der Sache, dass irgend ein Kind das erste ist. Zum Glück ausgerechnet sie. Unsere Große ist ja der Meinung, dass man sich als Stern die für sich passende Familie aussucht und dann in den Bauch der Mama fliegt um auf die Welt zu kommen. Ein schöner Gedanke, oder? Und so treffend, denn sie ist die  perfekteste erste Tochter.

Sind wir mal ehrlich, wir hatten überhaupt gar keine Ahnung von nichts. Und sicher haben wir einiges falsch gemacht, was wir bei den anderen Geschwistern so nicht mehr machen. Auf jeden Fall sind wir gelassener. Mit ihrer ruhigen Art hat sie diese Testphase aber wunderbar überstanden und ist ein unglaublich wundervolles Kind. Ja das sagt man zu allen Kindern. Und ich will mal versuchen in Worte zu fassen, was sie so besonders macht.

Sie hat sehr feine und klare Gesichtszüge. Ihre blauen Augen blitzen hervor und verbergen doch so gut ihr Inneres. Sie trägt ihr Herz nicht auf der Zunge, ihr Gesicht ist kein Buch aus dem man lesen kann. Sie strahlt im Gegensatz zu ihrer mittleren Schwester nicht diese wahnsinnig große Lebensfreude aus und sie ist im Ganzen ruhiger. Nicht so laut. Nicht so wild. So war sie schon immer. Vielleicht ein Feingeist. Sie liebt es zu malen und sich künstlerisch zu betätigen und wir sind immer sehr erstaunt, wie gut sie schon zeichnen kann.

Sie hat ein wahnsinnig großes Herz und ist sehr mitfühlend. Unbedarft gesagte Dinge nimmt sie sich schnell zu Herzen. Alles muss seine Ordnung haben und sie mag es nicht, wenn andere Regeln nicht einhalten. Sie kann schwer entspannen, wenn sie erst zur zweiten Stunde in die Schule muss. Sie weiß, sie kann ausschlafen und doch hat sie Angst zu spät zu kommen und ist noch früher wach als an anderen Tagen. Sie reflektiert sich sehr genau und will alles schnell sehr gut können. Wer in ihrem Herz seinen Platz gefunden hat, kann ihre Gutmütigkeit (leider) sehr lange ausnutzen, bis es ihr reicht. Aber dann steht sie für sich ein. Vor allem auch für ihre Geschwister.

Überhaupt ist sie mir manchmal schon viel zu sehr „große Schwester“. Sie übernimmt Verantwortung für die Beiden, obwohl sie dies nicht müsste und ist glaube ich etwas hin und her gerissen, zwischen groß sein und die Meute im Griff haben, oder einfach nur 8 Jahre alt sein und Blödsinn machen.

Jedenfalls weiß ich dank ihr, dass Babys nicht im Dunkeln leuchten, wenn man ihnen auch mal die Flasche gibt, dass sie nicht 19 Uhr ins Bett müssen, nur weil die Ärztin dieser Meinung ist und dank ihr weiß ich, wie es ist, wenn das eigene Herz auf einmal neben einem steht. Wenn Liebe und Sorgen sich ins Unermessliche steigern können. Und ich weiß, dass sie unsere perfekte erste Tochter ist. Unsere Tochter, die nicht nur hübsch, sondern schön ist. Die ganz klar im Leben steht und genau weiß, wo sie hingehört. Tief in ihrem Inneren. Denn manchmal steht sie sich mit ihren Selbstzweifeln im Weg und es ist so unnötig. Ich wünschte sie würde mir das glauben, wie toll, schlau und großartig sie ist. Familie fetzt. Immer und vor allem an Geburtstagen der Kinder.

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Autor

Seit 2011 bin ich in die Welt der Mütter aufgenommen. Mittlerweile habe ich 3 Töchter. Hier schreibt keine "typische" Mutter, die Haushalt und Familie mit links schmeißt, Modelmaße hat und nebenbei locker eine Karriere wuppt. Ich finde es okay, auch mal zu sagen "Ich bin müde! Der Mann nervt! Wir streiten öfter! Nein, ich backe, bastel und singe nicht 24 Stunden am Tag! Ja, ich mag Fast Food und ein Schnäpschen zwischendurch!" Aber auch die schönen Dinge kommen nicht zu kurz. Süße Sachen die ich im Netz finde, hilfreiche Tipps, anderes Lesenswerte und ganz viel ♥

5 Comments

  1. Der Text ist mal wieder soooo schön geschrieben! Beim lesen solcher Texte stelle ich mir immer vor, wie – in dem Fall Marlene – irgendwann mal den Text liest. Mit 10, mit 20, mit 50….. Und jetzt hab ich echt pipi in den augen. So viel liebe in dem Text für ein so tolles, großes Mädchen! ❤️

  2. Liebe Super Mom – ich finde deinen. Blog sehr schön geschrieben und vor allem Vertrauens erweckend. Ich bin Onkel und meine beiden Schwestern verdienen den Titel Super Mom ebenso. Ich versuche sie seit Geburt (bei einer sogar während) der Geburt zu unterstützen und ihnen zu sagen, dass sie diese Aufgabe großartig meistern und ich sie dafür sehr bewundere. Ich versuchte ein guter Onkel zu sein und trotzdem bin ich irgendwie ein schlechter Bruder geworden. Ich vermisse meine Schwestern – denn seit der Geburt der Kinder sind sie vor allem Mütter. Ich weiß, dass meine Schwester ein großer Fan dieser Seite ist, darum nutz ich die Chance um ihr hier zu sagen, dass ich sie sehr lieb habe. Lg Der kleine Drache

    • Ich hoffe deine Schwester liest das und wer sowas liebes schreibt, kann gar kein schlechter Bruder sein. Und ihr werdet ganz bestimmt auch wieder näher zueinander finden wieder.

  3. Und jetzt hab ich Gänsehaut und Tränen in den Augen – sooo schön geschrieben!!!

  4. Sehr schön geschrieben. Meine große steht auch immer früh auf wenn sie 1 ausfall hat aus Angst zu verschlafen

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