Ich möchte euch eine Geschichte erzählen von einem Mädchen mit langen Haaren und ganz schön großen Augen. Sie war schon immer besonders. Besonders lebensfroh. Besonders glücklich. Besonders sportlich. Schon von klein auf war sie unerschrocken und kletterte auf Spielgeräte, Bäume und beeindruckte alle Umstehenden. Sie war immer fröhlich und hatte ein großes Herz.

Aber manchmal hat dieses bezaubernde Mädchen auch einen ganz schön großen Bauch, der weh tut. Der ihrer Familie Sorge macht, der immer mal wieder ganz schön doll zwickt und dann wieder wochenlang gar nicht. Schon mit einem special extra Feature geboren, war allen klar, dass es wohl immer wieder mal Probleme geben wird mit dem Bauch. Aber wisst ihr, wenn man dieses glückliche und fröhliche Kind sieht, dann möchte man einfach, dass dieser Bauch sie in ihrem Glück nicht bremst. Und so beschließen ihre Eltern, raus zu finden, was sie ärgert. Ist es die Milch? Sind es bestimmte Lebensmittel? Und es stellt sich heraus, dass manche Lebensmittel diesen Schmerz und dicken Bauch verursachen.

Und wisst ihr was verrückt ist? Dass dieses kluge Kind es wohl immer schon ahnte. Bestimmte Dinge einfach nie gern mochte. Lieber herzhaft aß, als Schoki und Kuchen und bestimmte Lebensmittel schon immer mied. Sie wird es nicht gewusst haben, aber geahnt, weil sie auf ihren Bauch hörte und weil ihre Eltern ihr vertrauten. Weil sie auch 10x hintereinander Nudeln essen darf und nicht 5 Portionen Obst am Tag essen muss, wenn sie nicht will. Und ohne, dass sie und ihre Eltern es schwarz auf weiß bewiesen hatten, war das Bauchgefühl doch oft ein guter Ratgeber.

Was ich euch mit dieser Geschichte erzählen möchte? Dass es meist die Erwachsenen sind, die verlernt haben, auf ihren Bauch zu hören. Die weiter essen, obwohl sie satt sind. Die ihren Kindern etwas Gutes tun wollen und sie nötigen, Obst und Gemüse zu essen, weil es eben gesund ist. Die viele Gerichte anbieten, weil es kann ja nicht gut sein, wenn ein Kind nur Nudeln isst. Aber Kinder haben noch ein ganz gutes Körpergefühl. Sie wissen selbst noch ganz genau, wann sie satt sind, auch wenn Erwachsene finden, das sei zu wenig. Natürlich sollte man Süßes einschränken und vieles anbieten, was gesund ist. Aber ab und zu, da sollten wir den Kindern vertrauen, wenn sie manche Sachen einfach nicht essen wollen, statt sie zu zwingen. Auch nicht mit dem Flugzeug oder mit der Aussicht auf ein Eis, wenn der Teller leer gegessen wird.

Essen sollte Spaß machen, kein Zwang sein und wir sollten unsere Kinder nicht nötigen, etwas zu essen, was sie nicht wollen, denn manchmal steckt etwas ganz anderes dahinter, als nur ein mäkliges Kind, was mal wieder unser Essen verschmäht.

Autor

Seit 2011 bin ich in die Welt der Mütter aufgenommen. Mittlerweile habe ich 3 Töchter. Hier schreibt keine "typische" Mutter, die Haushalt und Familie mit links schmeißt, Modelmaße hat und nebenbei locker eine Karriere wuppt. Ich finde es okay, auch mal zu sagen "Ich bin müde! Der Mann nervt! Wir streiten öfter! Nein, ich backe, bastel und singe nicht 24 Stunden am Tag! Ja, ich mag Fast Food und ein Schnäpschen zwischendurch!" Aber auch die schönen Dinge kommen nicht zu kurz. Süße Sachen die ich im Netz finde, hilfreiche Tipps, anderes Lesenswerte und ganz viel ♥

6 Comments

  1. Hallo, unser Kind leider auch immer wieder unter Bauchweh und langen Klogängen… Wir haben noch nicht herausgefunden was es sein könnte. Was werden denn mein Arzt für Untersuchungen dann gemacht? Sind die unangenehm? Ich finde es ganz schwierig, weil es halt keine eindeutige Reaktion auf ein bestimmtes Lebensmittel gibt… Viele Grüße!

    • Das kommt darauf an was getestet wird. Einige Lebensmittelunverträglichkeiten werden ja mit Hilfe des Prick-Test gemacht, da wird die Haut etwas angeritzt. Laktose und Fruktose sind Atemtests. Da darf man einen Tag vorher nichts essen und muss dann alle 10 Minuten für 3h Luft in ein Röhrchen pusten. Sicher sind solche Tests nie angenehm, aber besser man weiß, woher die Leiden kommen und kann das einstellen.

      • Habt ihr das machen lassen? hat sie irgendwelche Kreuzallergien? Oder nur Lebensmittelunverträglichkeiten/Allergien? Wir stehen gerade am Anfang der Allergie-Diagnose unsers Sohnes. Alles was an Pollen und Gräsern rumfliegt, stört ihn, ebenso „Tierhaare“. Er reagierte plötzlich mit Astmatischen Anfällen und Lundenentzündung.

        • Lebensmittelunverträglichkeiten ist ja was anderes, als Tierhaare und Pollen. Oje, das tut mir wirklich leid. Bei uns ist es keine Allergie, daher gibt es keine Kreuzallergien, wie es ja zb bei Steinobst Allergien der Fall sein kann. Ich wünsche deinem Sohn alles Gute und dass ihr schnell raus findet, worauf er reagiert und ihr ihm helfen könnt.

  2. Wie wunderschön zu lesen… Wir haben eine 5-jährige Pflege Tochter, die auch ein sooo gutes Gespür für ihr Bäuchlein hat. Da sie in ihrem jungen Leben schon soviel unschönes erlebt hat, haben wir beschlossen dass Essen sich da nicht einreihen soll. Ja, sie isst einseitig, glaubt man den Ernahrungsempfehlungen und trotzdem hat sie Spaß dabei und isst gerne… Zumindest das was sie mag und ihr gut tut. Und wie oft scheinen wir uns dafür rechtfertigen zu müssen ihr zu vertrauen… Danke für den tollen Beitrag!

  3. Liebe Jette,
    wir haben auch so ein besonderes Kind das noch nie gerne Obst gegessen hat und nur Gurke/Möhre isst. Wir haben uns immer gewundert warum er das alles nicht möchte und der Kakao ihm oft Bauchweh gemacht hat. Mittlerweile wissen wir was dahinter steckt und haben jetzt auch gelernt auf was wir achten müssen damit er keine Probleme mehr hat. Im nachhinein sind wir froh das wir ihn nie dazu gedrängt haben etwas zu essen oder zu probieren was er nicht möchte. Auf das Bauchgefühl hören lohnt sich.
    Liebe Grüße
    Daniela

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