Es tut mir leid, es schon wieder sagen zu müssen, aber wo bitte ist die Zeit hin?! Das geht ja mal gar nicht klar, dass meine große Tochter nun schon 7 Jahre auf der Welt ist. SIEBEN. Unfassbar. Und wenn ich an sie denke, dann fällt mir sofort immer eins ein: Wie schön sie ist. Nicht hübsch. Schön. Von innen und außen. Und ja, als Mama sagt das eh Jede über ihr Kind. Zurecht.

Meine große Tochter kommt nicht so recht nach mir, als ich klein war. Sie macht vieles mit sich aus. Es ist schwer, sich in sie hinein zu fühlen, weil sie ihr Herz nicht auf der Zunge trägt. Sie ist nicht überschwänglich im Verteilen von Umarmungen oder Küssen und holt sich doch die Nähe die sie braucht. Meistens abends.

Ich glaube im Moment hat sie es etwas schwer als große Schwester. Sie ist nun ein Schulkind und manchmal genervt von den jüngeren Geschwistern. Sie ist jetzt eben groß und will auch mal ihre Ruhe. Sie knallt uns pampige Antworten entgegen, die mich immer überraschen, weil ich es so von ihr nicht gewohnt bin. Denn sie ist jemand, die sich bemüht, es vielen recht zu machen und sich schnell anpasst. In letzter Zeit versucht sie aber vor allem zu Hause, sich mehr auszutesten und macht öfters sehr deutlich, was sie nun will. Völlig ok. Ich habe manchmal schon gedacht, dass sie hoffentlich nie an Leute gerät, die ihre Gutmütigkeit ausnutzen, denn sie lässt sich sehr lange sehr viel gefallen. Zunehmend macht sie aber ihre Grenzen deutlich.

Dieses Kind kann unglaublich gut zeichnen und liebt es zu basteln und zu malen. Ich bin immer wieder überrascht, was für tolle Bilder sie einfach so malt und was sie sich dabei denkt. Sie kann wirklich stundenlang am Schreibtisch sitzen, hört Radio, singt laut mit und malt. Was sie definitiv von mir hat, ist ihre Ungeduld. Dass sie Dinge in der Schule nicht gleich kann, nervt sie, also ist alles doof und überhaupt macht alles keinen Spaß. Dabei ist sie so schlau und lernt sehr schnell. Sie muss nur wollen. Jaja, ich wette meine Mama nickt jetzt lächelnd, wenn sie das liest und denkt sich, tja Tochter, genau so warst du auch. Schlau aber faul.

Meine große Tochter hat eine wunderbare Sicht auf die Dinge. Nur weil die Menschheit noch nie ein Einhorn gesehen hat, heißt das nicht, dass es nicht existiert. Dass wir alle Sterne sind und nach unserem Tod wieder zum Stern werden, half ihr glaube ich sehr, über den Verlust letztes Jahr hinweg. Sie redet sehr wenig darüber und wenn, dann ist es ganz klar: Dieser Mensch ist nun ein Stern. Eben weil das einfach so ist und so ist es für sie okay. Im Gegensatz zu ihrer Schwester kann sie den ganzen Tag im Haus verbringen. Raus müsste sie nicht. Vor allem nicht wenn es kalt ist. Dann meckert sie so herrlich vor sich hin und regt sich ewig auf, wie unfair wir sind und sie kann sehr wohl auch allein zu Hause bleiben.

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Überhaupt ist sie einfach schon so groß. Nicht von der Statur aber vom Kopf. Sie ist unglaublich fürsorglich und hilfsbereit. Sie wirkt etwas unterkühlt und schüchtern, aber wer es in ihr Herz schafft, kommt schwer nur wieder raus. Sie traut sich selbst manchmal zu wenig zu, dabei hat sie keinen Grund dazu, denn sie ist so perfekt, so klug, so gewitzt und charmant. Ich liebe es mit ihr Zeit allein zu verbringen. Ich muss sie nicht 24h bespaßen, sie ist auch gern mal für sich. Aber wir können auch tolle Gespräche beim essen führen, sie macht sich Gedanken, wie wir anderen eine Freude machen können und sie ist einfach eine coole Tochter, die genau richtig ins Leben passt. Sie ist unsere perfekte erste Tochter, die unsere Ahnungslosigkeit einfach weggelächelt hat. Ein Anfängerbaby wie man so schön sagt. Ich schaue so gern in ihre tiefblauen Augen, die so blau sind wie der Ozean, denn dahinter funkelt das Leben und die Freude.

Ach wenn ich nur die Worte hätte, um sie zu beschreiben. Damit ihr sie euch vorstellen könnt. Denn sie ist so bezaubernd. So frech und launisch. So toll und liebevoll. Sie macht uns so stolz. Unser Schulkind, was die Hausaufgaben lieber sofort macht, als sie aufzuschieben. Die es nicht mag, wenn es Regeln gibt und diese dann nicht eingehalten werden. Die ein bisschen Struktur braucht und so verpeilt wie ihre Schwester nicht durchs Leben hüpfen könnte.

7 Jahre Mama Sein. Dank ihr. Wie wunderbar ist das denn. Bleib bloß wie du bist, du wunderbares Kind!

Erstes Foto: Malina Ebert

Autor

Seit 2011 bin ich in die Welt der Mütter aufgenommen. Mittlerweile habe ich 3 Töchter. Hier schreibt keine "typische" Mutter, die Haushalt und Familie mit links schmeißt, Modelmaße hat und nebenbei locker eine Karriere wuppt. Ich finde es okay, auch mal zu sagen "Ich bin müde! Der Mann nervt! Wir streiten öfter! Nein, ich backe, bastel und singe nicht 24 Stunden am Tag! Ja, ich mag Fast Food und ein Schnäpschen zwischendurch!" Aber auch die schönen Dinge kommen nicht zu kurz. Süße Sachen die ich im Netz finde, hilfreiche Tipps, anderes Lesenswerte und ganz viel ♥

7 Comments

  1. Ich hab mir beim Lesen die ganze Zeit vorgestellt, wie Marlene den Text mal liest. Irgendwann. In zehn Jahren. Oder zwanzig. Und jetzt hab ich ziemlich feuchte Augen. Denn ich glaube, SO kann einen nur die eigene Mama sehen und beschreiben. Und wie wunderschön ist es bitte, sowas Gefühl-beladenes, verliebtes aber vor allem offensichtlich aus tiefstem Herzen ehrliches über sich selbst zu lesen?

    Ich glaube, ich geh mal meine Kinder knutschen.

    • Oh, sorry. Grade ist mir eingefallen: du nennst auf dem Blog glaub ich nirgendwo die Namen, oder? Aber du kannst meinen Text ja dementsprechend ändern, wenn du magst

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