Weihnachtstradition und Rituale.001

Dass ich ein Weihnachtsfan bin, dürfte dem aufmerksamen Leser nicht entgangen sein. Ich warte brav bis nach Totensonntag, um dann Montag Morgen das ganze Haus zu schmücken. Dabei schleichen sich im Laufe der Zeit liebgewonnene Rituale ein, von denen ich euch heute erzählen möchte.

Lichterketten Eskalation, oder warum den Vögeln ganz warm wird ums Herz

Da wir erst das zweite Weihnachtsfest in unserem Haus feiern, kann ich noch nicht von Tradition sprechen, aber auf jeden Fall von Obsession. Lichterketten-Obsession. Als der Mann und ich damals das Haus besichtigten, entdeckten wir zuerst die Außensteckdosen und mein Herz schlug höher. In unserer Reihe sind wir die Einzigen, die ausgiebig alles beleuchten, was die Mehrfachsteckdose hergibt. Da steht ein Schneemann, die Zäune sind behangen und im Garten steht bald ein kleiner Weihnachtsbaum mit einer Lichterkette. Das gehört für mich dazu. Wenn ich könnte, würde ich auch viel mehr in die Fenster hängen. Aber ich muss behutsam vorgehen, nicht den Mann überfordern. Dieses Jahr neu hinzugekommen, ist eine Beleuchtung fürs Treppenhaus. Entzückend. Ich werde das Haus jedenfalls jedes Jahr zum Leuchten bringen. Auch auf die Gefahr hin, dass bei uns bald Flugzeuge landen und Vögel sich fragen, wann es endlich Schlafenszeit ist, weil alles so hell leuchtet.

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Was für mich zu Weihnachten auch dazu gehört, ist das obligatorische Plätzchen backen mit den Kindern. Ich mache das genau einmal. Für mehr reicht meine Geduld nicht. Es ist auch etwas schwer, drei Kinder am Tisch in Schach zu halten, denn der Mann denkt, seine Aufgabe sei nach Ausrollen des Plätzchenteigs erledigt. Auch bastle ich jedes Jahr einen Adventskranz. Heißklebepistole sei dank, geht das ja sehr einfach. Ich kaufe einen fertig gebundenen Kranz und verziere ihn meist mit irgendwas das glitzert in den Farben gold und rot.

In den selben Farben ist seit Jahren unser Baum geschmückt. Rot und gold. Ich mag diese Kombination am Liebsten. Den Baum stellen wir am Vormittag des 24. Dezember auf, damit die überdrehten Kinder etwas zu tun haben. Lichterketten entwirren und  am Baum platzieren, ist meine Aufgabe. Danach schmücken die Kinder den Baum mit unserer Hilfe und der Mann ist Tannennadelaufsammel-Beauftragter. So hat jeder seine Aufgabe.

Hallo Weihnachtsmann, wo bist du?

An Heiligabend kommt zu uns der Weihnachtsmann. Früher, als wir noch keine Kinder hatten, bin ich mit meinen Eltern immer in die Kirche gegangen und wir haben uns das Krippenspiel angeschaut. Das ist eine schöne Tradition, die wir hier auch bald fortführen wollen. Im Prenzlauer Berg war die Kirche immer so gnadenlos überfüllt, dass wir das eine zeitlang nicht gemacht haben. Ich habe aber lustige Erinnerungen an unsere Kirchengänge, das kann ich meinen Kindern nicht vorenthalten. Wir saßen schon mal in der allerkältesten Kirche, zitternd und bibbernd, während alle Profis mehrere Decken dabei hatten. Und einmal schneite es pünktlich zu Heiligabend. Meine Oma war zu Besuch und auf dem sehr kurzen Weg zur Kirche verwickelten wir uns in so eine ausgiebige Schneeballschlacht, dass meine Oma und ich eine Stunde munter vor uns hintropften in der Kirche und sich Pfützen bildeten. War den Spaß aber wert.

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Manchmal müssen wir den Weihnachtsmann suchen, weil es schon dunkel wird draußen. Nicht, dass er uns vergisst. Und wenn wir vom Spaziergang wieder kommen, stehen alle Geschenke da. Manchmal kommt er aber auch zu uns nach Hause und ach ich liebe die Gesichter meiner Kinder. Dieser Zauber ist einfach wunderschön. Und während die Kinder ungeduldig die Geschenke auspacken, im Hintergrund die immer gleiche Weihnachts-CD läuft, bereite ich das Abendessen vor.

Meist feiern wir mit meinen Eltern zusammen. Es gibt fast immer Schweinelende mit einem guten Brot, etwas Gemüse und warmen Pfirsichen. Also das hat wirklich Tradition bei uns und der Mann hat sich mir zu Liebe gefügt. Ich liebe dieses Essen einfach und man ist nicht so pappsatt, dass man am ersten Feiertag keinen Platz mehr für die Gans hätte. Die gibt es bei uns nämlich jedes Jahr. Entweder bei uns zu Hause, oder bei meinem Eltern. frisch vom Bauern. Mit Rotkohl, Grünkohl und Rosenkohl, damit auch alle glücklich sind.

Den Zauber bewahren, so lange es geht

Wenn ich so schreibe, was wir in der Weihnachtszeit erleben, dann wird mir ganz heimelig im Herzen. Ich mag den Duft, der vom Kochen durchs Haus strömt. Ich liebe es, dass wir seit zwei Jahren alle die gleichen Weihachtsschlafis anhaben und am Wochenende ausgiebig und gemütlich darin frühstücken. Ich freue mich, dass wir es schaffen, die Zeit zu genießen. Ohne Stress und viel Streiterei. Das war Weihnachten zum Glück noch nie. Wir sind nie viel zu Verwandten gereist und waren gefühlt nur auf der Autobahn. Wir sitzen immer gemütlich beisammen und machen Essen, was schnell zuzubereiten ist. Die Kinder dürfen von ihren süßen Tellern naschen so viel sie wollen und wir sitzen am Tisch bei Sekt und Kuchen und freuen uns. Und wir sind dankbar. Dass wir alle gesund sind. Dass wir unseren Kindern ihre Wünsche erfüllen können. Dass wir in einem warmen Haus, an einem schönen Baum sitzen und uns haben. Auch wenn uns dieses Jahr ein geliebter Mensch genommen wurde und es sicher auch ein paar schwere Gedanken geben wird. Aber ein Stern leuchtet immer besonders hell. Die Kinder glauben daran und es ist schön so. Den Zauber wollen wir bewahren so lange es geht.

Mamablog-Tradition-Weihnachten-Weihnachtspulli

Ja ich liebe die Weihnachtszeit. Ich lasse mich beim Einkaufen nicht stressen. Ich hege kleine Rituale und wünsche mir, daraus werden Traditionen, die wir an unsere Kinder weiter geben. Ich liebe meinen hässlich schönen Weihnachtspulli und esse viel zu viele Plätzchen. Wir schauen sehr viele Märchenfilme. Mindestens jeden Sonntag Mittag, aber auch mal am Wochenende abends. Und nie fehlen darf „Tatsächlich Liebe“ und „Liebe braucht keine Ferien“. Die muss ich mir endlich mal auf DVD besorgen.

So sieht sie aus, die Zeit bei uns. Wollt ihr mir ein paar liebgewonne Weihnachtsbräuche von euch verraten? 

Author

Seit 2011 bin ich in die Welt der Mütter aufgenommen. Mittlerweile habe ich 3 Töchter. Hier schreibt keine "typische" Mutter, die Haushalt und Familie mit links schmeißt, Modelmaße hat und nebenbei locker eine Karriere wuppt. Ich finde es okay, auch mal zu sagen "Ich bin müde! Der Mann nervt! Wir streiten öfter! Nein, ich backe, bastel und singe nicht 24 Stunden am Tag! Ja, ich mag Fast Food und ein Schnäpschen zwischendurch!" Aber auch die schönen Dinge kommen nicht zu kurz. Süße Sachen die ich im Netz finde, hilfreiche Tipps, anderes Lesenswerte und ganz viel ♥

7 Comments

  1. Stephie Richter Reply

    Großartig! Es lebe die Weihnachtszeit, leider ist sie dieses Jahr so kurz… Und was die Filmauswahl angeht, genau die schauen wir auch immer! Der Mann sagt allerdings, die gehören zu „happy wife, happy life“😉 Kann die DVDs nur empfehlen
    Merry Christmas

  2. Ich kann in eurem Weihnachten viel von uns entdecken und es klingt herrlich! Ich mag ja gerne Trubel an den Weihnachtstagen, aber am liebsten Stressfrei. Das beides hin zu bekommen ist hat nicht so leicht, klappt aber in der Regel irgendwie.
    Die Lichter-Eskalation gibt’s hier auch jedes Jahr und ich mache das auch immer sofort Montagmorgen nach Totensonntag. Inklusive klassisch-spießigem Adventskranz in Rot und Holz. Viel essen, viele Süßigkeiten, viele Weihnachtsfilme (Tatsächlich Liebe und Liebe braucht keine Ferien kannste dir bei mir leihen 😉 ). Vor allem „Schöne Bescherung“ darf hier nicht fehlen. Der Film, so blöd er auch ist, wird hier immer groß zelebriert und wir freuen uns das ganze Jahr drauf 😀
    Ich muss außerdem dringend jedes Jahr einen neuen Weihnachtspulli und (mindestens) eine neue Weihnachtstasse kaufen. Wir haben immer einen Adventskalender für beide Kinder zusammen. Den habe ich während meiner 7 Monate Beschäftigungsverbot in der ersten Schwangerschaft selbst genäht und jetzt wird er jedes Jahr mit Süßkram und Kleinigkeiten befüllt. Eine kleine Tradition ist auch, dass abends vor dem Sandmännchen der Adventskranz im Wohnzimmer angezündet wird, und nach dem Sandmännchen lesen wir dann noch die Geschichte aus unserem Adventskalender-Buch bevor’s ins Bett geht.
    Am Heiligabend wird dann morgens gemeinsam der Baum geschmückt (rot und Holz – Klar.) Und um 17 Uhr gehts zum Gottesdienst, währenddessen war dann zu Hause immer schon das Christkind. Bescherung gibt’s allerdings erst nach dem Essen – das geht aber auch schnell. Kartoffelsalat und Würstchen. Was sonst.
    Am 1. Feiertag gibt’s dann Ente (aus meines Bruders Garten) bei meinen Eltern. Hach, ich liebe das einfach sehr, wenn jedes Jahr alles immer gleich abläuft!
    (Man – der Text ist viel zu lang geworden. Aber wenn man einmal mit dem schwärmen anfängt……)

  3. Ich habe auch eingeführt das wir nicht mehr zu Weihnachten umher kutschen. Das war so furchtbar. Plätzchen backen reicht mir auch 1mal,danach bin ich durchgeschwitzt und gestresst. 😂. Und meist gegen wir zu Weihnachten schön essen. Das mag ich sehr.
    ❤.

  4. Seit 3 Jahren war ich nun nicht mehr in Deutschland und habe somit auch kein Weihnachten gefeiert, deswegen freue ich mich dieses Jahr umso mehr mal wieder hier zu sein und jetzt sogar als Mama. Die einzige Weihnachtstradition, die mir selbst immer sehr wichtig war, war jedes Jahr an Weihnachten ‚das letzte Einhorn‘ anzuschauen und ich hoffe, das es auch dieses Jahr wieder zu sehen ist.
    Auf ein fröhlich helles Weihnachten euch allen ♡

  5. Hachz, klingt das zauberschön…wir sind zum ersten mal „nur“ zuhause, zu dritt – und reisen nicht in die Heimat (leben gerade im Süden, sind aber Nordlichter). Und darüber bin ich SO froh! ENDLICH mein EIGENER Weihnachtsbaum…genau wie Du liebe Jette LIIIIIEBE ich Weihnachten nämlich.
    Und ich hab mich durchgesetzt: Bescherung ist am 25. morgens, yay! So habe ich es in England und Australien liebengelernt und es ist so schön…alle im Schlafi, nebenher wird entspannt gefrühstückt und der ganze Zauber „passiert“ über Nacht…in diesem Sinne: MERRY CHRISTMAS!
    PS. Heiligabend MUSS es aber auch Kartoffelsalat mit Würstchen geben, sonst mach ich nicht mit. Und mindestens einmal bitte „Weihnachten bei den Hoppenstedts“ gucken…früher war mehr Lametta!

    • Hahahahaha. Ja das fand ich in den USA auch schön, dass der Weihnachtsmann in der Nacht kam. U stimmt, Kartoffelsalat gibt es bei vielen. Finde ich auch lecker, gab es hier Weihnachten aber tatsächlich noch nie.

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