Nun ist es soweit und ich sitze im Raum der Kita und beobachte meine jüngste Tochter. Die Eingewöhnung hat begonnen. Sie braucht nicht lange um den Raum zu erkunden. Etwas vorsichtig entfernt sie sich bereits am ersten Tag immer weiter weg von mir, beobachtet die anderen Kinder und testet das Spielzeug. Die Erzieher sind ihr noch etwas suspekt, aber das ist ja auch verständlich.

Ich habe eine Stunde Zeit, sie anzuschauen. Immer wieder sucht sie mich kurz und vergewissert sich, dass ich im Raum bin, ist dann aber ganz in ihrem Element. Bei der kleinen Obstpause schnattert sie die anderen Kinder voll und fängt an Quatsch zu machen. Wie zu Hause. Sie möchte immer alle unterhalten am Tisch und ablenken.

Vom Baby zum Quatschkopf

Es ist schon verrückt, was aus einem kleinen Baby in 15 Monaten geworden ist. Sie läuft vorwärts und rückwärts, versucht zu rennen, quatscht in Babysprache und schimpft mit erhobenem Zeigefinger. Sie ist ein kleiner Quatschkopf und geht sehr gern auf andere Kinder zu, um sie zu drücken und zu streicheln. Stolz läuft sie mit Rasseln durch den Raum und macht Krach, freut sich riesig darüber.

Sie fühlt sich wohl und entdeckt den Raum. Ich kann nur staunen und sie mit einem vor Stolz und Liebe platzendem Herz beobachten. Meine jüngste Tochter ist nun bald ein richtiges Kita Kind. Ganz in ihrem Tempo. Mal sehen, wann sie dort das erste Mal allein bleibt, zu Mittag isst und sogar dort schläft. Wir haben für diese aufregende Phase alle Zeit, damit sie richtig ankommen kann.

Wenn es dann soweit ist, und meine Kleinste in ihre Gruppe stürmt, dann freue ich mich auch wieder über die Zeit für mich. Über konzentriertes Arbeiten oder einfach mal auf dem Sofa liegen und irgendwas im TV schauen. Ich habe diese erste Zeit genossen. Wie bei allen Kindern. So nah bei mir. Gemeinsam essen, schlafen, spazieren gehen. Ich als ihre Bezugsperson. Ich, die ihre Entwicklung beobachtet und begleitet. Aber nun ist es für uns beide Zeit loszulassen. Nur mit mir allein ist ihr nicht genug. Sie freut sich so sehr, wenn wir Besuch von anderen Kindern haben. Immer nur spazieren gehen oder ab und zu mal eine Spielgruppe oder einen Sandkasten besuchen, ist ihr zu wenig. Und mir zu eintönig.

Meine Kinder sind nicht fremd betreut. Ich gebe sie in liebe Hände

Ja auch nach drei Kindern ist es für mich richtig, sie in die Kita zu bringen. Denn ich möchte wieder arbeiten und brauche einfach etwas mehr Zeit, als ein bis zwei Stunden Mittagspause wenn die Jüngste schläft. Das Schöne ist, ich muss nicht nach 4 Wochen eine Eingewöhnung durchsetzen. Wir haben alle Zeit und nehmen uns die auch. Vielleicht ist es deshalb auch immer so entspannt abgelaufen und für mich ohne schlechtes Gewissen. Denn für uns passt es, dass wir die Kinder in die Kita bringen. Dort sind sie nicht fremd betreut. Ein Wort, was ich eh unpassend finde, denn die Erzieher werden weder mir, noch meinen Kindern fremd sein. Sie werden Vertrauen fassen und sie gern haben. So wie es bei meinen Großen auch war. Sie mögen ihre Gruppe, ihre Erzieher und haben sie ins Herz geschlossen. Und umgekehrt. Sie werden nicht fremd betreut.

Ich habe ein gutes Gefühl für die kommende Zeit. Verrückt, wie schnell die Zeit vergangen ist und ja, ich bin wehmütig, denn ich mag die Babyzeit. Aber ich freue mich auch auf alles was jetzt kommt. Ich freue mich auf meine Zeit nur für mich und ich freue mich auf glückliche Kinder, die eine neue Welt entdecken: Schule, Kita und die Krabbelgruppe.

Author

Seit 2011 bin ich in die Welt der Mütter aufgenommen. Mittlerweile habe ich 3 Töchter. Hier schreibt keine "typische" Mutter, die Haushalt und Familie mit links schmeißt, Modelmaße hat und nebenbei locker eine Karriere wuppt. Ich finde es okay, auch mal zu sagen "Ich bin müde! Der Mann nervt! Wir streiten öfter! Nein, ich backe, bastel und singe nicht 24 Stunden am Tag! Ja, ich mag Fast Food und ein Schnäpschen zwischendurch!" Aber auch die schönen Dinge kommen nicht zu kurz. Süße Sachen die ich im Netz finde, hilfreiche Tipps, anderes Lesenswerte und ganz viel ♥

22 Comments

  1. Bei uns lief die Eingewöhnung auch super mit einem Jahr. Und ich empfinde es auch so, wie du es beschreibst. Nur zu Hause (bei uns ohne Geschwister) und stundenweise Spielgruppe und Spielplatz, ist einfach zu wenig und eintönig. Und früher gab es eben das Dorfleben und die Kids wurden von den großen oder den Großeltern/Tanten/Paten beaufsichtigt. Das geht heute ja nur noch an Wochenende. Oder wenn es ganz genau geplant ist. Unserem Junior hat es gut getan die Kita so früh zu erleben und auch von anderen Kindern zu lernen uns nicht nur von erwachsenen.

  2. Ich kommentiere sonst eigentlich äussert selten, aber hier muss ich mal. Diese These von @Märry, dass Kinder, die erst mit 3 Jahren in die Kita kommen sehr oft sehr auffällig sind, halte ich doch für sehr sehr gewagt. Ich kenne eine Menge solcher „später“ Kita-Kinder, und mir würde keins einfallen, welches in die Kategorie „sehr auffällig“ fällt. Ich glaube, es ist auch eine Definitionsfrage, was hier als auffällig eingestuft wird. Ist ein Kind schon dann auffällig, wenn es sich scheinbar „schlecht lösen“ kann? Nur weil ein Kind aus seinem Wesen heraus vielleicht anhänglicher oder ängstlicher in neuen Situationen ist, ist es doch nicht auffällig. Da ist der Zeitpunkt des Beginns der Betreuung doch nicht ausschlaggebend für. Für mich wäre auffällig dann, wenn sich ein Kind so gar nicht in Gruppen einfügen kann oder andere Kinder ständig haut. o. ä.. Solches Verhalten ist ja aber auch oft ein Hilfeschrei des Kindes und muss gehört und dem Kind/der Familie geholfen werden. Auch das hat nicht primär was mit dem Betreuungsmodus zu tun, liegt im Umfeld und Temperament des Kindes. Obwohl ich, und das ist meine Beobachtung (das können andere anders erleben) solches Verhalten leider halt eher bei früh fremdbetreuten (Sorry, Jette ;-)) Kinder beobachte. Und aus Sicht einer Pädagogin weiß man auch, dass Kinder oft erst ca. im 3. Lebensjahre wirklich anfangen miteinander freundschaftsähnliche Beziehungen zu leben und bis dahin oft mehr nebeneinander als miteinander spielen. Die Sozialisierung der Kinder passiert doch zuallererst in der Familie und sollte mit der in der Betreuungssituation zusammenspielen. Ich wünschte mir, dass jeder seinen Weg selbstbewusst wählt und lebt, wie es für ihn passt und nicht offen oder versteckt die angreift, die es anders machen.

      • Da haben wir uns wohl missverstanden; Jette. 🙂 Ich meinte mit Sorry dem Begriff fremdbetreut, weil Du den doch nicht so magst. Deine Kinder als auffällig einzustufen, käme mir niemals in den Sinn. Deine Mäuse machen auf mich einen sehr ausgeglichenen und zufriedenen Eindruck, soweit man das von außen so überhaupt einschätzen kann. Und wenn ich Deinen heutigen Artikel über das Bauchweh lese, muss man sich erst recht keine Sorgen machen. Ich glaube, deine Kinder bekommen die Liebe und Aufmerksamkeit, die sie brauchen. Das ist ja das, was den auffälligen Kindern fehlt und was sie mit ihrem Verhalten so sehr einfordern.

  3. Ist doch schön wenn es einfach mal läuft. Und noch schöner, wenn man keinen Druck hat, falls es mal nicht so sein sollte. Drücke euch die Daumen für weiteren Kindergartenflausch.
    Ich werde auch den Jüngsten der drei Wunderbaren mit 3 in die Kita geben. Jetzt ist es mir noch zu früh. Er ist eine Woche jünger als deine und ich fühle mich noch nicht in der Lage ihn in der Krippe zu lassen. Gluckentum in Perfektion… Bei den beiden Großen hatte ich mit 2,5 Jahren das Gefühl, jetzt ist Zeit für was Neues. Da hier allerdings Krippe und Kindergarten getrennt sind, habe ich dann doch bis zum dritten Geburtstag gewartet. Zwei Eingewöhnungen in einem halben Jahr wollte ich auch keinem zumuten. Von Vorteil ist natürlich auch,dass die kleineren Geschwister die Kita und Betreuer schon kennen. Da fällt es auch gleich ein bisschen leichter.
    Viele Grüße
    Rosalie

    • Gluckentum in Perfektion hahaha.
      Neee es ist exakt wie du schreibst: dein Gefühl sagt, es ist zu früh und es ist doch toll, dass du ihn nicht in die Kita geben musst sondern zu Hause bleiben könnt weil es sich nicht richtig fühlt. So sollten solche Entscheidungen viel öfter getroffen werden. Was ja leider bei vielen Familien finanziell nicht möglich ist.

      Und ich würde das auch so handhaben wie du und das halbe Jahr noch warten.
      Alles gute für euch!

  4. Bei dem Thema „Fremdbetreuung“ scheiden sich die Geister wohl ähnlich wie beim Thema Impfen oder Familienbett. Einige wollen ihr Kind so früh abgeben, Viele müssen. Und leicht macht es sich mit Sicherheit keiner. Aber wenn man sich dann Egoismus und Faulheit vorwerfen lassen muss, tut das schon ganz schön weh. Meine Große hat ihre Erzieherinnen in der Krippe jedenfalls geliebt und wenn wir sie heute zufällig irgendwo treffen, fällt sie ihnen immer noch in die Arme und freut sich wahnsinnig. Also kann es so schlimm für sie nicht gewesen sein.

    • Ja das ist hier auch so. Also mit den sehen und sich vor Freude drücken.
      Warum immer Vorwürfe und Anschuldigungen mitschwingen müssen weil andere es sich wagen einen anderen Weg zu gehen, werde ich wohl nie verstehen.

  5. Mir geht es so wie dir. Ich gebe schon mein drittes Kind mit 15 Monaten in der Kita ab. Für mich ist das auch keine richtige Fremdbetreuung. Es besteht ein großes Vertrauensverhältnis zwischen uns und der Erzieherin. Wir haben das große Glück, dass die Bezugserzieherin meiner Tochter auch meine zwei großen Jungs eingewöhnt hat und sie in der Kindergartenzeit begleitet hat. Ich glaube dieses Vertrauen macht sehr viel aus. Ich gehe mit einem guten Gefühl arbeiten ;).

    Liebe Grüße

  6. Ich bin da eher anderer Meinung. Viele wollen doch KiTa und Tagesmutter schön reden. „Mein Kind fühlt sich so wohl“ usw., trotzdem, glaube ich, sollte man/frau doch eher mal zugeben, dass es einfach ziemlich anstrengend ist und dass so ein frühzeitiges Abgeben des Kindes oft etwas mit Egoismus von Mutter/ Vater zu tun hat. Nach wie vor ist die Betreuung von Mutter und Vater in den ersten 3 Jahren ohne Wenn und Aber die Beste.

    • Oh das finde ich jetzt aber sehr schwierig diese These.
      Viele Eltern können ja auch nicht anders weil sie wieder arbeiten gehen müssen.
      Außerdem finde ich Egoismus nicht schlimm. Man muss auch auf sich selbst achten. In jeder Beziehung. U es ist kein abschieben. Es kommt wohl sehr darauf an wie die Kinder betreut werden und vllt auch wie lange. Meine zwei winken heute noch ihrer ersten Kita zu u wollen die Erzieher besuchen. Wir haben beim Abschied alle geweint. Denn meine Kinder haben sich wohl gefühlt. Ich kenne sie ja am besten. U warum sollten mich die Erzieher anlügen? Ich war immer in der sehr komfortablen Situation, sie abholen zu können oder einfach zu Hause zu lassen, wenn sie nicht gehen wollen.
      Und ich vermute, es gibt genug Thesen die für eine frühere Betreuung sprechen. Auch gaaaaaanz früher hat niemand sein Kind ausschließlich betreut die ersten Jahre. Wie hätte es gehen sollen? Da gab es Ältere oder man gab das Kind zur Nachbarin etc.
      Man sollte Eltern für ihre Wege nicht pauschal verurteilen oder ihren mangelnde Kenntnis ihrer Kinder unterstellen, nur weil man es selbst anders macht oder erlebt hat.

    • Aus Sicht einer Pädagogin ist die frühzeitige Sozialisation mit anderen Kinder das Beste, was man seinem Kind antun kann. Wie sollen Kinder sonst lernen, auf andere Rücksicht zu nehmen, ein Teil einer Gruppe zu sein oder, dass sie manchmal nicht an erste Stelle stehen ? Ich finde es sehr wichtig, dass Kinder in Gruppen zusammen mit anderen Kindern aufwachsen und leben können. Aus Sicht einer Mutter sehe ich es ähnlich. All das, was die Kita meiner Tochter bietet, kann ich niemals zu Hause bieten.
      Ich finde es hat nichts mit Egoismus zu tun. Manchmal gibt es keine andere Möglichkeit oder die Entscheidung wird sehr bewusst getroffen. Ich finde Kinder, die erst mit drei in die Kita kommen, sind sehr oft sehr auffällig und haben Probleme sich zu lösen und einzuleben…

      • Ich frage mich zudem, warum ist DREI dieses magische alter wo alles plötzlich super läuft? Ich glaube kaum, dass sich ein dreijähriges Kind leichter von den Eltern löst. Kennt es ja gar nicht anders. U da ist es dann auch plötzlich keine fremdbetreuung mehr? Es bleibt schwierig dieses Elternsein 😉

      • „Wie sollen Kinder sonst lernen, auf andere Rücksicht zu nehmen, ein Teil einer Gruppe zu sein oder, dass sie manchmal nicht an erste Stelle stehen ? “

        Märri, ganz einfach: das lernen sie zunächst zuhause. Auf die ganz harte Tour, wenn ein Geschwister kommt. Oder eben, wenn es schon Geschwister gibt und Mama vielleicht nicht bei jedem Mucks sofort schauen kommen kann. Wenn stattdessen die große Schwester am Wagen schuckelt oder vesucht, den Schnuller einzustecken.

        Rücksicht lernt sich leichter, wenn Liebe und Zuneigung im Spiel ist. Das ist in der Familie deutlich mehr gegeben, als in einer außerhäusigen Gruppe. Die Kinder lernen dort untereinander Rücksicht ganz anders kennen, als zuhause. Jeder mit mehreren Kindern weiß, wie nahezu ehrfürchtig die älteren Geschwister ein neues Baby erwarten. Klar gibt es da auch böse Eifersucht. Aber von Tag eins an wächst man in eine neue Situation hinein und lernt Verantwortung und Rücksichtnahme im geschützten Raum der Familie.

        In der Kita hingegen wird das Kind plötzlich mit einer sozialen Gruppe konfrontiert. Diese besteht zum Teil schon länger, hier gibt es eine Hierarchie und feste Regeln, die nicht individuell auf jedes Mitglied zugeschnitten werden können. Das gemeinsame Band der familiären Liebe gibt es nicht.

        Das klingt jetzt etwas pathetisch, schließlich ist Familie auch nicht immer Friede Freude Eierkuchen. Außerdem besteht -wie z.B. bei Jette- das familiäre System ja parallel weiter für die Kinder. Und eine kleine, liebevoll geführte Kindergruppe ist nicht per se schlecht.

        Ich lehne aber entschieden Aussagen von Fachleuten ab, die der Gesellschaft einreden wollen, frühe außerhäusige Sozialisation ist unbedingt notwendig. Das wäre eine SEHR einseitige Betrachtungsweise.

        Allen Kitaneulingen wünsche ich eine umsichtige Eingewöhnung in einer bevorzugten Einrichtung mit dem Rückhalt einer stabilen, liebevollen Familie so wie Jette es für ihren Knopf beschreibt.

      • Ich bin auch Pädagogin, und finde die Aussage, dass Kinder unter drei Zuhause bei Mama und Papa am besten aufgehoben sind unpassend und falsch. Wichtig sind vertraute Bezugspersonen, ja, Mama und Papa, aber die können gerne ergänzt werden.
        Mir stößt aber genauso die Aussage auf, dass die frühzeitige Sozialisation mit anderen Kindern das Beste ist, was man seinem Kind antun kann… Ich finde es gibt in Deutschland einen unglaublichen in Gruppen funktionieren müssen Druck, und der schwingt dort mit. Ich habe überhaupt nichts gegen Kita/Krippe/Tagesmutter (im Gegenteil), aber ich finde, dass gerade die stilleren, leiseren und auch oft anhänglicheren Kinder, die die Ruhe haben wollen und einen eigenen Rückzugsraum brauchen, dort nicht ausreichend gut aufgehoben sind. Die introvertierten, ruhigen Vertreter.
        Das liegt aber wenig an den Kindern, die einfach normale Bedürfnisse haben, sondern an den Einrichtungen und unseren Erwartungen. Auch würde ich mir wünschen, dass viel mehr individuelle Lösungen möglich wären und wir mehr das Individuum sehen. Mein Sohn sollte mit 11 Monaten zur Tagesmutter und hat dies komplett verweigert. Er war einfach nicht bereit dazu von Mama (oder Papa mit dem wir einen zweiten Eingewöhnungsversuch gestartet haben – denn es liegt ja immer an der Mutter, die nicht loslassen kann ;)) loszulassen. Glücklicherweise konnten wir uns das leisten, haben wir uns das geleistet, weil wir lieber auf das Gehalt verzichtet und dafür auf anderes verzichtet haben. Manchmal (das betrifft definitiv nicht alle) hat es ja auch nur was mit Prioritäten zu tun, nicht mit einem notwendigen Arbeiten müssen. Und unser Sohn war gerne mit anderen Kindern zusammen, nur mit bitte Mama (oder Papa).
        Die Eingewöhnung mit zwei Jahren klappte dann fast problemlos und ich bin sehr froh, dass der Sohn sich in der (sehr guten) Einrichtung wohlfühlt und weitere Bezugspersonen hat. Wir sind jetzt etwas über einen Monat dabei und ich erlebe die Kita als Bereicherung. Das Zähne putzen klappt besser, jetzt singt endlich mal jemand regelmäßig mit ihm. Ich freue mich, wieder arbeiten gehen zu können und einfach ich zu sein. Wir schultern hier zu zweit Familie, und das ist doch auch nicht normal. Meine Großeltern sind im vollem Familienverband großgeworden mit vielen Geschwistern und Tanten und Onkels, Cousins und Cousinen. Auch ich selbst bin zumindest mit den Großeltern als direkten weiteren Bezugspersonen neben meinen Eltern aufgewachsen.

        Es gibt viele Mütter, die Zuhause mit ihren Kindern einen guten Job machen, ihnen ausreichend Erfahrung mit anderen Kindern ermöglichen und deren Kinder sozial kompetent in den Kindergarten gehen (mit drei). Diese Sozialisation mit anderen muss ja nichts zwangsweise in Betreuung erfolgen.

        Liebe Jette, du machst das genau richtig, berücksichtigst eurer aller Bedürfnisse und lässt euch Zeit!
        Liebe Grüße
        Nadine

    • „Nach wie vor ist die Betreuung von Mutter und Vater in den ersten 3 Jahren ohne Wenn und Aber die Beste.“

      „Ohne Wenn und Aber“ … Aha … Wer bestimmt das? Du?
      Und ist dir klar, dass der Großteil aus finanzieller Sicht gar keine andere Wahl hat? Sollen die jetzt alle ein schlechtes Gewissen haben? Zudem würde ich schlicht verrückt werden, wenn ich länger zu Hause bleiben müsste. Ich möchte nicht nur auf dem Fußboden kriechen, Tiergeräusche imitieren oder meinen Kindern auf dem Spielplatz beim Spielen zusehen. Nicht nur das Kind „verblödet“ so, sondern ich auch …

    • leicht genervte Mama Reply

      Es ist zwar schon vieles dazu geschrieben, aber:
      ist es egoistisch, wenn mein Kind behutsam und über längere Zeit in der Kita eingewöhnt wird?
      Wenn ich arbeiten gehe, weil ich das Geld brauche?
      Wenn ich Zeit brauche, um einen Job zu finden und die Chance, auch zugreifen zu können, wenn es denn mal einen Job gibt?
      Wenn ich evtl. noch eine Weile nicht arbeite und dafür mal wieder Haushalt usw. vormittags in den Griff bekomme und den NAchmittag mit den Kindern endlich mal entspannt und ohne Haushalts-Stress verbringen kann?
      Wenn ich eine entspanntere und besser gelaunte Mama bin, weil ich auch mal wieder an mich denken darf?

      Mutter sein bedeutet ja nicht die völlige Aufopferung.

      Oft genug fühlt es sich ja so an, aber genau dann hilft es, wenn das Kind gut behütet in einer tollen Kita sein kann. Und leicht mache ich es mir bestimmt nicht mit dieser Entscheidung. Wir haben keine Omas, Opas oder andere Verwandte in der Nähe, der Mann arbeitet viel, ich mache fast alles alleine und ich glaube, dass ich dann auch mal an mich denken darf oder sogar muss. Nur dann werde ich allen gerecht(er), den Kindern, dem Mann und natürlich auch mir selbst.

      Warum nur muss sich immer irgendjemand herausnehmen, über andere zu urteilen?

      • Das hast du genau richtig gesagt. So ist es hier auch. Habe auch nicht die große Familie um mich rum die sich noch kümmern kann und lieber verbringe ich entspannt Zeit mit den Kindern als nebenbei genervt und gestresst Aufgaben abzuarbeiten.
        Und noch viel wichtiger: wenn es für die eigene Familie passt, sollten Außenstehende die das tägliche Leben gar nicht sein von der Familie, das akzeptieren.

  7. Wahnsinn, wie toll das bei Euch abläuft!
    Bei u s wär das nicht so gegangen. Mein Großer war immer total anhänglich u die Eingewöhnung damals mit 3 1/2 in den KiGa war schrecklich. Jetzt merkt man nix mehr davon. Stolzer ABCSchütze u kommt mit Jedem klar.
    Meine Kleine war auch 3 Jahre bei mir zu Hause u war zwar etwas mutiger u selbstständiger als Ihr Bruder, aber auch u nach wie vor am liebsten bei der Mami.
    Wir konnten uns 6 volle Jahre Elternzeit zum Glück leisten, wurden immer wieder schief angeschaut, aber für uns u unsere Kinder war es richtig so.
    Ich hätte es auch nicht geschafft meine Kinder mit einem Jahr zu – am Anfang ja auf jeden Fall – fremden Menschen zu geben. Ich sehe es nach wie vor als Fremdbetreuung. Zumindest bei großen Gruppen.

    Aber das sieht halt jeder anders u ich kann nur jedem wünschen, dass er sich für die Eingewöhnung in welchem Alter auch immer, so viel Zeit nehmen kann wie er bzw das Kind brauchen.
    Es muss halt alles zum Kind u zu der Familie passen. Dann klappt es schon. Nur eben Schade, wenn man keine Wahl hat, den Zeitpunkt selber zu bestimmen.

    LG u macht weiter so
    Karin

    P.S. Was bei mir auch anders war: ich fand das erste Babyjahr immer total abstrengend u hab dafür die Zeit nach dem 1. Geburtstag immer sooo genossen … inkl Kursen mit Musik, Sport u Spiel. Und ich war so froh, dass ich es damals nicht so gemacht hab wie fast alle im Bekanntenkreis u mein Kind in die Krippe gegeben hab.
    Aber jeder is anders ☺️ Verrückt

  8. Du sprichst mir so aus dem Herzen. So ähnlich lief es bei uns auch – allerdings nicht KITA sondern eine wundervolle Tagesmutter bei der noch 4 weitere Kinder sind. Ich finde das Wort fremdbetreut ehrlich gesagt auch überhaupt nicht schön. Meine Tagesmutter wäre zutiefst gekränkt ich würde es benutzen. Die zwei haben eine wundervolle Beziehung und mich erfüllt es mit Freude das anzusehen.

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