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Wir mussten bisher nie Brotdosen für die Kita vorbereiten, denn unsere Kinder essen ihr Frühstück immer zu Hause, ein zweites Frühstück und Vesper gab es in der Kita. Das fand ich ganz wunderbar, weil die Kinder sich aussuchen konnten, was sie essen möchten und wieviel und ich nicht morgens oder abends in der Küche stehe und Brote schmiere.

Nun kommt unsere Große in die Schule und braucht Energie. Zwar wird sie in der Schule am Mittagessen teilnehmen, aber in der großen Pause knurrt bestimmt das erste Mal der Magen und es macht ja auch Spaß, mit Freunden in die Brotdose zu schauen und gegebenenfalls Schnittchen zu tauschen. Nun bin ich völlig ahnungslos, was ich ihr an Snacks mit in die Schule geben kann und habe daher einfach mal Jemanden gefragt der es wissen muss: Matthias Rönnebäumer ist unabhängiger Ernährungsexperte für die Produkte von „SESAMSTRASSE Bio“ und arbeitet als Grundschullehrer und Ernährungsberater für Kinder.

Welche Lebensmittel und Snacks eignen sich besonders gut für die Brotdose?

Durstlöscher
Kinder brauchen im Schnitt etwa einen Liter Flüssigkeit am Tag. Sehr aktive Kinder müssen noch mehr trinken. Außer Getränken liefern auch Obst, Gemüse und fast alle festen Lebensmittel Wasser. Aufgepasst beim Kauf von „Fertig-Schorlen“: diese enthalten meistens zugesetzten Zucker und weisen somit einen hohen Energiegehalt auf – als Durstlöscher ungeeignet!

Wasser ist und bleibt der beste Durstlöscher. Gleichwertige Alternativen zu Leitungswasser sind Mineralwasser oder ungesüßte Kräuter- oder Früchtetees (zum Beispiel der Multifrucht-Tee von „SESAMSTRASSE Bio“). Von diesen „Wässern“ ist erlaubt, was schmeckt.

Obst und/oder Gemüse
Obst und Gemüse liefern reichlich Vitamine und Mineralstoffe, haben kaum Fett und damit wenig Kalorien. Auch der hohe Anteil an sekundären Pflanzenstoffen machen Obst und Gemüse zu echten Fitmachern.

Die Empfehlung von 5 Portionen Obst und Gemüse am Tag lässt sich leicht umsetzen, wenn es zu jeder Mahlzeit etwas Frisches gibt. Für die Pause in der Schule bieten sich belegte Brote mit Rohkost (z.B. Gurkenscheiben, Möhren, Paprikastreifen) oder Obst an. Ab und zu ist es auch mal in Ordnung, eine der Obst- und Gemüseportionen durch einen Quetschie o.ä. zu ersetzen.

Getreideprodukt(e)
Getreideprodukte wie Brot und Müsli gehören zu jedem vollwertigen Frühstück. Sie liefern die Kohlenhydrate, die der Körper morgens braucht, um seine Energiespeicher wieder aufzufüllen. Beliebt sind oft Fertigmüslis, vor allem die süßen Varianten und solche mit Schokolade oder karamellisierten Flocken.

Doch es geht auch anders: Die langweilige Klappstulle sieht mit Gurken- oder Paprikascheiben gleich viel interessanter aus. Müsli selbst mischen spart viel Zucker ein. Getreide- und Früchte-Riegel (gibt es auch von „SESAMSTRASSE Bio“) sind auch immer eine gute Wahl.

Milchprodukt(e)
Milchprodukte liefern wertvolles Eiweiß und sind obendrein eine wichtige Calciumquelle. Milch und Milchprodukte sind für Grundschüler besonders wichtig, schließlich wachsen die Kinder und müssen unter anderem viel Calcium in ihren Knochen einlagern. Es muss aber nicht unbedingt Milch sein. Auch Milchprodukte wie Joghurt, Quark und Käse versorgen uns mit den Nährstoffen der Milch.

Milch zählt wegen ihres hohen Nährwerts und Energiegehalts nicht als Getränk. Kinder-Joghurt, Quark-Fruchtspeisen und die meisten speziellen Kinder-Milchprodukte mit einem hohen Zucker- und/oder Fettanteil sind nicht empfehlenswert und damit als Süßigkeit anzusehen.

Zum Mitnehmen eignen sich belegte Brote, Obst und Rohkost. Brot sowie Obst- und Gemüsesticks passen gut in die Lunchbox – am Besten getrennt voneinander.

Ist Süßes erlaubt, oder sind die Kinder dann kurzfristig fit und danach müde?

Kinder lieben zwar süße Aufstriche – für ein nahrhaftes Frühstück oder als Zwischenmahlzeit in der Brotdose sind diese aber nicht sehr empfehlenswert. Gleiches gilt auch für Schokoriegel, Fruchtgummis, Kekse oder andere Gebäcke.

Besser geeignet sind Mehrfachzucker, wie sie z.B. in Vollkornprodukten vorkommen. Diese müssen erst vom Körper in Einfachzucker gespalten werden und gehen so nur langsam aus dem Blut in die Zellen über.

Tipp: “Süßhunger” kann man auch gut mal mit einem Quetschi oder Riegel stillen. Gerade die Riegel enthalten neben Trockenfrüchten auch Dinkel- und Hafervollkornflocken und liefern so längerfristige Energie.

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Welche Snacks geben langfristig Energie? Was sind die Top 5 Energielieferanten in der Brotdose?

1. Vollkornprodukte
Vollkornprodukte in Form von Brot, Brötchen oder Müsli (am besten selber gemischt) sind ein guter Lieferant für komplexe Kohlenhydrate. Diese halten lange satt und verhindern so Heihungerattacken.

2. Äpfel
Äpfel versorgen uns mit vielen Vitaminen. Zudem gibt uns die im Apfel enthaltende, leicht resorbierbare Fructose schnell Energie, um fleißig weiter arbeiten zu können und konzentriert zu bleiben. Übrigens – wenn es mal schnell gehen soll: Der Elmo- und der Bert-Quetschie aus der SESAMSTRASSE haben einen sehr hohen Anteil Apfel.

3. Nüsse
Obwohl Nüsse relativ viel Fett enthalten, sind sie gesunde Snacks. Denn nicht jede Fettart ist schlecht. In moderater Menge genossen, liefern ungesalzene Nüsse nicht nur Energie, sondern auch reichlich Mineralstoffe wie Kalium und Magnesium.

4. Trockenfrüchte
Eine Portion Trockenfrüchte (ca. 40 g) hilft uns, wieder klar zu denken und tatkräftig zu arbeiten. Mischobst ist ein guter Snack für eine kurze Auszeit, in der die Augen geschont werden und Stress abgebaut wird. Die Früchteriegel von SESAMSTRASSE Bio bestehen hauptsächlich aus Trockenfrüchten und Vollkornflocken. Eignen sich also auch als Alternative.

5. Bananen
Bananen sind als Nervennahrung am Nachmittag perfekt, denn sie liefern rasch Energie. Zwar hat die Banane gut 95 Kilokalorien auf 100 Gramm, doch die guten Eigenschaften dieser Frucht überwiegen.

Hält sich ein Joghurt ungekühlt auch bis nachmittags in der Brotdose oder sollte er vormittags verzehrt werden?

Das ist zwar schon eine lange Zeit und der Joghurt wird sich in der Zwischenzeit auf die Umgebungstemperatur erwärmt haben, aber Joghurt ist ziemlich robust. Die im Joghurt enthaltenden Milchsäurebakterien schützen ihn gegen Pilzsporen, Bakterien etc. Gekühlt schmeckt er aber eben am Besten! Tipp: Wenn Kinder keinen Naturjoghurt mögen, aber der fertig Gekaufte euch zu süß ist, einfach ein wenig Muß von einem Quetschie unterrühren.

Mamablog-Ernaehrung-Kinder-Quetschobst

Was halten Sie von fertigen Speisen wie „Quetschies“? Ist das ein guter Energielieferant?

Mittlerweile gibt es eine Vielzahl von Anbietern sog. Quetschies. Meistens findet man diese im Bereich der Baby- und Kindernahrungsmittel. Das hat auch seinen Grund: die Herstellung der in diesem Bereich angebotenen Produkte unterliegt sehr strengen Auflagen. Deshalb tragen auch die meisten dieser Produkte ein oder mehrere Bio-Siegel und eine Altersempfehlung. Das ist in jedem Fall immer schon ein gutes Zeichen für Qualität!

Damit die Pürees haltbar bleiben, gehen beim Herstellungsprozess leider auch wertvolle sekundäre Pflanzenstoffe, Vitamine und Ballaststoffe ver­loren. Das ist leider nicht zu vermeiden. Pürees enthalten zwar in den meis­ten Fällen keinen zugesetzten Kristallzucker, süß sind sie aufgrund des natürlichen Zuckers aus den Früchten aber trotzdem.

Ein Tipp: darauf achten, welches Obst in den Quetschies enthalten ist. Bananen enthalten zum Beispiel deutlich mehr Fruchtzucker als Birnen oder Äpfel.

Der aufgeschnittene Apfel sieht leider schnell „oll“ aus und Kinder essen ihn dann nicht mehr. Kann Obst auch warten, bis die Kinder wieder zu Hause sind oder gibt es einen Tipp, dass aufgeschnittenes Obst essbar bleibt?

Den Verzehr von Obst erst auf den Mittag oder Nachmittag zu verlegen halte ich für wenig sinnvoll und auch nicht notwendig; es gibt gute Tricks bzw. Alternativen zu Äpfeln. Sollen es Äpfel sein als Pausensnack, ist diese Methode des „Frischhaltens“ immer noch die Effektivste: Einfach frisch gepressten Zitronensaft oder Saft aus Konzentrat verwenden:

Apfelstücke in eine Schüssel mit kaltem Wasser und Zitronensaft legen. (Verhältnis von einem Esslöffel Zitronensaft auf eine Tasse Wasser). Den Apfel nun 3-5 Minuten einlegen, anschließend abgießen und abspülen. Auch Ananassaft ist eine gute Option, da dieser weniger sauer schmeckt.

Als Obstalternative zu Äpfeln bieten sich für die Brotdose auch Beeren, kleine Aprikosen, Trockenobst oder auch mal ein Quetschie oder Früchteriegel an.

Lieber Matthias, vielen lieben Dank für das Interview.

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Eigentlich ist es gar nicht so kompliziert, denn die Meisten geben ihren Kindern eh gesunde Snacks und nur gelegentlich mal etwas Süßes. So ist es jedenfalls bei uns. Klar trinken die Kinder auch mal eine Saftschorle, essen Schokolade oder Kekse und sie mögen Quetschies sehr gern, aber die Mischung macht’s, wie bei Allem. Meine Kinder essen gern Schnittchen, das kann ich auch gut für die Brotdose umsetzen, die Gurke oder das Salatblatt bringt Frische. Außerdem helfen die Kinder im Supermarkt und suchen sich ihren Lieblingskäse- oder Wurst selbst aus. So ist die Gefahr nicht so groß, dass die volle Brotdose wieder mitgebracht wird.

Ich hoffe, das Interview hilft euch auch ein wenig weiter beim Bestücken der Brotdosen. Gern könnt ihr in den Kommentaren kleine Rezepte oder den Lieblingssnack eurer Kinder verraten.

Was es für hübsche Brotdosen und Trinkflaschen gibt, zeige ich euch hier.
Ein wenig Inspiration zu Pausenbrot-Rezepten habe ich euch auch auf Pinterest zusammen gestellt.

Author

Seit 2011 bin ich in die Welt der Mütter aufgenommen. Mittlerweile habe ich 3 Töchter. Hier schreibt keine "typische" Mutter, die Haushalt und Familie mit links schmeißt, Modelmaße hat und nebenbei locker eine Karriere wuppt. Ich finde es okay, auch mal zu sagen "Ich bin müde! Der Mann nervt! Wir streiten öfter! Nein, ich backe, bastel und singe nicht 24 Stunden am Tag! Ja, ich mag Fast Food und ein Schnäpschen zwischendurch!" Aber auch die schönen Dinge kommen nicht zu kurz. Süße Sachen die ich im Netz finde, hilfreiche Tipps, anderes Lesenswerte und ganz viel ♥

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