Ich liege im dunklen Schlafzimmer und höre dich atmen. Ganz ruhig und gleichmäßig. Manchmal lachst du im Schlaf oder erzählst etwas. Ich finde es so beruhigend, dir beim Schlafen zuzuhören. Der Tag ist vorbei, ich werde ruhiger und kann auch die Gedanken loslassen. 

Ich höre nur dich und weiß, ohne es zu sehen, dass du wie ein kleiner Seestern da liegst. Völlig sicher fühlst du dich, auch in dem dunklen Zimmer. Du musst dich nicht zusammen rollen und klein machen. Nein du nimmst das ganze Bett ein und erholst dich von einem aufregenden Tag. Und wenn ich doch kurz das Licht anmache, dann schaue ich in ein zartes Gesichtchen. Und egal welches meiner Kinder, sie sehen in diesen Momenten so friedlich und klein aus. Ich sehe noch das Baby in ihnen. Ich fahre mit den Augen die zarten Gesichtszüge ab, bleibe an den langen Wimpern hängen und bestaune die kleine Nase, den zarten Mund, der tagsüber nie still stehen will. 

Schlafende Kinder anschauen oder ihnen nur zuhören, hat etwas Friedliches. Ich finde, es ist ein Moment voller Liebe. Egal wie anstrengend der Tag war, ob wir uns gestritten haben oder ich wünschte, der Tag wär endlich vorbei, seine Kinder abends noch einmal anzuschauen, ihrem Atem zu lauschen, lässt für einen kurzen Moment die Welt anhalten. Und der Anblick wird mir nicht langweilig. Welch ein Geschenk. Und es tut gut, inne zu halten und stolz auf sich zu sein. Auf seine Kinder, die so friedvoll im Bett liegen und wissen, sie sind sicher. Die sich geliebt fühlen. Und das haben wir erschaffen. Ein Menschenleben und es ist auch nach 6 Jahren Elternzeit immer noch verrückt. Und ganz oft vergessen wir im Alltag mal dieses Wunder zu betrachten, die Liebe zu spüren und uns zu sagen, dass wir es gut machen und stolz auf uns sein können. 

Wenn ihr heute Abend ins Bett geht, dann haltet doch mal einen Moment länger inne. Schaut euch eure Kinder an und hört ihnen mal zu. Denkt nicht daran, was morgen alles erledigt werden muss, sondern genießt die Stille und diese perfekten kleinen Gesichtchen, die tagsüber voller Emotionen und Bewegung sind und in der Nacht einfach nur da sind und Ruhe ausstrahlen. Was für schöne Minuten um einen Tag abzuschließen. 

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Seit 2011 bin ich in die Welt der Mütter aufgenommen. Mittlerweile habe ich 3 Töchter. Hier schreibt keine "typische" Mutter, die Haushalt und Familie mit links schmeißt, Modelmaße hat und nebenbei locker eine Karriere wuppt. Ich finde es okay, auch mal zu sagen "Ich bin müde! Der Mann nervt! Wir streiten öfter! Nein, ich backe, bastel und singe nicht 24 Stunden am Tag! Ja, ich mag Fast Food und ein Schnäpschen zwischendurch!" Aber auch die schönen Dinge kommen nicht zu kurz. Süße Sachen die ich im Netz finde, hilfreiche Tipps, anderes Lesenswerte und ganz viel ♥

11 Comments

  1. Schön! Gut gefällt mir was du über dich schreibst, das passt zu mir 🙂 ich bin seit 2012 mama und habe inzwischen auch 3. Ich gucke mal ob ich dir bei fb folgen kann!

  2. Sooo schön <3
    Das schlafende Kind zu beobachten lässt einen wirklich für einen Augenblick an den Weltfrieden glauben 🙂

  3. Hallo liebe Jette,

    so geht es mir auch. Jeden Abend. Bevor ich selber ins Bett gehe, muss ich mich noch einmal in das Zimmer meiner Tochter schleichen, ihr übers Haar streichen, ihr noch einmal zuflüstern, wie lieb ich sie habe. Dann breitet sich auch in mir diese Ruhe aus und ich kann mich schlafen legen, mit dem beruhigenden Gefühl, dass sie die Sicherheit hat von uns behütet durch ihre Träume zu wandern.

    Ein schöner Text von Dir.

    Herzliche Grüße von Stine

  4. Und da isses. Eigentlich hab ich doch hier noch einen ganzen Berg voll „musstdunochs“ und „jetztaberschnells“, als mir dein Text dazwischen schießt. Und ich lese, halte inne, arme tief ein und aus und ein und gehe in die Zimmer, um den Jungs für einen kurzen Moment und noch ein bisschen länger beim Schlafen zuzuhören. DAS ist Frieden. Danke, Jette!

    Liebst, Judith

  5. Das mache ich auch jeden Abend und frage mich, wann die beiden Zwerge eigentlich so gross geworden sind. Und immer wieder freut man sich, das kleine Baby zu entdecken, was sie mal gewesen sind,

  6. Hach, Jette❤️, da habe ich am frühen Morgen doch glatt ein Tränchen verdrückt… Stimmt nicht, ich habe geheult!!! Schön, einfach nur schön geschrieben ????!
    Mein Sohn (7) hatte gestern einen harten Tag, während dem er sich gegen einen deutlich älteren Jungen behaupten musste. Als ich ihn abholte merkte ich ihm an, dass etwas vorgefallen ist, aber erst zuhause kamen die Tränen ????. Trotzdem möchte er dort heute wieder hin. Ich bin zwar stolz auf ihn, aber mein Mamaherz blutet.????
    Sorry, dass ich mich hier auslasse, aber das musste jetzt einfach mal raus… ❤️

    • Dafür ist die Kommentarfunktion doch da. Toll, dass dein Sohn sich behauptet hat. Kannste stolz sein. ❤

  7. Liebe Jette,

    der Sohn wird im September 14 und ich schleiche immer noch jeden, JEDEN, Abend an sein Bett und schau ihn im Schlaf an – allerdings geht er am Wochenende mittlerweile später als ich ins Bett…
    Auch als Pubertant ist er im Schlaf wieder mein Kleiner und diesen Augenblick, den stehle ich mir einfach täglich!

    Sommergrüße vom Bodensee
    Kerstin

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