Früher wollte ich maximal ein Kind.
Mitte dreißig klang doch erst gestern noch „ganz schön alt“.
Das Glück darin spüren, am Samstag Abend mit den Kindern zu kuscheln, statt im Club zu tanzen, war früher unvorstellbar.
Dass ich einen Mann treffe und ganz schön schnell weiß, mit ihm möchte ich Kinder, hätte ich zu Single Zeiten nicht für möglich gehalten.
In meiner schönen 23 qm Studentenwohnung mitten im Szenekiez hätte ich niemals gedacht, mal in einem Reihenhaus glücklich zu sein.
Vor den Kindern hätte ich nicht für möglich gehalten, wieviel Angst ich haben kann. Fliegen oder ein Zahnarztbesuch waren schon „Das Schlimmste“.
Nichts und niemand hätte meine Freundinnen und mich auseinander gebracht. Wir weinten Affären hinterher, planten unsere nächsten Partys. Wer hätte gedacht, dass Kinder auch Freundschaften durcheinander wirbeln.

Jetzt habe ich einen Mann.
Und drei Kinder.
Drei Mädchen, die ich geboren habe. Auf die ich acht gebe, die ich liebe, auf die ich stolz bin.
Wir wohnen in einem Reihenhaus, reden über Kita- oder Schlafprobleme.
Statt im Club, tanze ich mit den Mädels durchs Zimmer.
Den Aperol Spritz trinke ich auf der Terrasse, nicht in einer hippen Bar.
Ich schaffe es mit meinen Freundinnen noch auf einen gemütlichen Kaffee und Kuchen Treff. Steppt der Bär im Club, schlafe ich tief und fest.

Es ist verrückt. Das Leben. Wie es so endlos, wild und wunderbar war. So unbeschwert.
Und jetzt ganz anders.
Auch wild und wunderbar. Manchmal etwas beschwerter.
Manchmal sind die Nächte lang, weil das Kind nicht schlafen kann und nicht, weil der DJ meine Lieblingslieder spielt.

Ja es ist verrückt. Und schön.

Familie fetzt.