Hin und wieder bin ich mal auf einem Spielplatz. Irgendwie ist das nicht so recht meins, ich gehöre zu der Sorte „Ach die sitzt so desinteressiert am Rand und starrt bloß ins Handy, die aaaaaaaarmen Kinder.“ Ich möchte euch mal an meinen Spielplatz-Beobachtungen teilhaben lassen und nehme gleich vorweg: Mit einem Augenzwinkern und leichtem Sonnenbrand auf der Nase geschrieben und nein, nicht alle sind so oder so, aber ihr wisst schon wie ich’s meine.
Grob gesagt gibt es drei Sorten Eltern auf einem Spielplatz

Mittendrin statt nur dabei, denn Vorsicht ist besser als Nachsicht
Sind die Kinder noch sehr klein, sitzt diese Sorte Eltern gern mitten im Bällebad oder im Sandkasten. Ich frage mich immer: Warum bloß?! Ich mein, klar sitze ich bei meiner kleinsten Tochter auch nicht weit weg, aber so mittendrin? Nö. Dann haben ja die anderen Kinder keinen Platz mehr und irgendwie spielen diese kleinen Zwerge ja doch mehr für sich. Getoppt haben das mal zwei Mamas im Spielcafé. Saßen zwischen ihren Kindern im kleinen Bällebad, als meine Tochter die Rutsche benutzte und natürlich in eine Mama rein knallte, die mein Kind dann noch anmaulte. Äh ja.

Wenn die Kinder größer sind, mutieren diese Eltern zu den sogenannten Helikopter-Eltern. Also die Sorte, die immer neben dem Kind her kreist, am liebsten das Kind überall hochhebt, beim rutschen festhält und sich in kleinere Diskussionen zwischen Kindern sofort einmischt und das eigene Kind verteidigt.

Ich gestehe euch was: Ich habe auf sowas keine Lust. Schaukel anschubsen, klar mache ich das, so lange sie nicht selbst schaukeln können, auch an der Wippe stehe ich geduldig. Ich trage mein Kind aber nicht durch den Kletterparcours, oder Stufen hoch, weil das arme kleine Kind die erste Stufe nicht schafft. Nun ja, die sind mit Absicht etwas größer. Kinder die die erste Stufe schaffen, schaffen meist das restliche Klettergerüst auch. Außerdem würde mein elfenhafter Körper nur die Wackelbrücken, Tunnel und Rutschen verstopfen. Konzipiert sind diese Spielplätze eh für Kinder, nicht für Eltern.

Spielplatz Action www.mesupermom.de

Best Spiel Buddy
Während Kategorie 1 mehr damit beschäftigt ist, das Kind vor potentiellen Gefahren zu schützen, hat diese Sorte Eltern scheinbar wirklich Spaß auf dem Spielplatz und kann endlich mal das innere Kind raus lassen. Also glaube ich. Anders kann ich mir diese Geduld nicht erklären, wie sie da sitzen und Sandburgen bauen, geduldig schaukeln oder durch die Hecken streunen auf der Suche nach Stöcken, kleinen Tieren und sonstwas. Zwischendurch wird das Kind noch euphorisch durch die Luft geworfen. Freude und Juchzen.
Ich gestehe: Etwas neidvoll und ratlos bewundere ich diese Eltern. Ich habe einfach nicht den Spaß und die Geduld ewig im Sand zu sitzen und mit Begeisterung Marienkäfern zuzuschauen.

Die (scheinbar) Desinteressierten
Ja zu dieser Kategorie zähle ich. Getreu dem Motto: Der Spielplatz gehört den Kindern, sitze ich am Rand, lese Blogbeiträge oder Zeitungsartikel. So wie andere Bücher, gern auch im Handy. Ins Handy zu schauen scheint aber leicht verpönt. Jedenfalls beobachte ich meine Kinder natürlich, freue mich, wenn sie andere Kinder zum spielen finden oder sich mit sich selbst beschäftigen. Und das können sie gut. Kommt es zu Streit beobachte ich das, aber mische mich nicht ein. Ich weiß ja nicht wer angefangen hat und sie sollen ihre Streitigkeiten untereinander klären. Es sei denn es wird körperlich. Ansonsten reiche ich Wasser oder nen Apfel, überleg mir Blogbeiträge und und und. Es gibt natürlich auch extreme Variationen. Eltern, die scheinbar gar nichts mitbekommen, die sehr weit weg sind oder sogar abgewandt irgendwo schwatzen. Ganz so gelassen bin ich nicht, ich will meine Kinder schon im Blick haben. Vielleicht sind deren Kinder schon größer, manchmal haben diese Eltern wirklich einfach keinen Bock und mischen sich in gar nichts ein, auch nicht wenn die Kinder sich schlagen. Ja das nervt mich dann auch.

Zu welcher Gruppe zählt ihr euch? Ist es vielleicht eine Alterssache, in wieweit man sich auf dem Spielplatz einbringt oder tatsächlich Typsache, was einem mehr Spaß macht? Und warum nur fühlt man sich immer so beobachtet und bewertet? Egal zu welcher Gruppe man gehört. Irgendwie gibts da auch kein richtig oder falsch, oder wie seht ihr das?