„Ach Jette du wirkst so entspannt!“
„Haushalt, Kinder, Job und noch Zeit, abends sowas leckeres zu kochen, wie machst du das?“
„Wo nimmst du denn die Kraft her, auch noch zum Sport zu gehen?!“
„Bei dir wirkt es immer so harmonisch und aufgeräumt.“

Ich verrate euch mal was:

  • Der Hund futtert das runter geworfene Essen vom Baby auf. Deswegen sieht der Fußboden sauber aus.
  • Unser Staubsauger saugt und wischt gleichzeitig, das spart einen Arbeitsgang.
  • Aufräumen ist das neue Putzen. Ganz oft ist es nur oberflächlich aufgeräumt, ein geputztes Haus sieht anders aus.
  • Wäsche bleibt oft tagelang auf dem Wäscheständer hängen. Jeder bedient sich dran, räumt er sich quasi von allein ab.
  • Manchmal gibt es Tiefkühlpizza. Vorm Fernseher. Auf dem Sofa.
  • Auf die Schränke oben kann man in den Staub „Frohe Ostern“ schreiben.
  • Fenstermalstifte lenken prima von eigentlich sehr schmutzigen Fenstern ab.
  • Das Baby liegt hin und wieder im Laufgitter, damit ich gegen Mittag endlich mal Zähne putzen kann.
  • Manchmal schläft das Baby in den „Straßenklamotten“ des Tages und hat diese am nächsten Tag einfach noch mal an. (Keine Sorge, die Windel wird trotzdem gewechselt)
  • Meist esse ich Mittags „irgendwas mit ner Cola“
  • Dem Baby schmeckt auch das gekaufte vegetarische Menü aus dem Glas.
  • Der Lieferservice bringt die Lebensmittel bis vor die Haustür.
  • „Nicht schon wieder Stulle!“ oder „Kochst du was Mama oder bringt uns ein fremder Mann das Essen an die Tür?“ höre ich häufig.
  • Mein Weight Watchers Abo macht mich leider auch nicht von allein schlank. Die Tage an denen ich wirklich alle Lebensmittel notiere und meine Punkte einhalte, sind überschaubar.
  • Käme Katarina nicht 2x die Woche und quält mich mit Sport, während sie das Baby bespaßt, würde ich gar nichts machen, außer hin und wieder mal ne Runde spazieren.
  • Die Kinder putzen sich hin und wieder ohne Aufsicht die Zähne und ich vertraue darauf, dass sie es richtig machen.
  • Große Geschwister fetzen, weil sie sich prima um das Baby kümmern und sich ohne Mama´s Entertainment beschäftigen können. Will sagen: Macht Babys!
  • Ich schlafe nicht, wenn das Baby schläft. Ich räume Kindersachen in Kisten, wasche Wäsche oder hänge diese auf, verräume sie in Schränke.
  • Ich beantworte Mails einarmig, weil das Baby auf meinem Schoß sitzt. Blogbeiträge schreibe ich im dunklen Zimmer mittags, wenn das Baby schläft und sie Körperkontakt braucht. Oder ich sitze nach dem Abendbrot, wenn der Mann die Kinder ins Bett bringt am Rechner und versuche alles aufzuholen.
  • Paarzeit beschränkt sich so meist auf ein oder zwei Stunden abends, in denen wir müde auf den Sofas hängen.
  • Ein guter Concealer zaubert die ominöse Frische ins Gesicht.
  • Haarbänder verstecken den Ansatz, den ich meist erst nach 12-14 Wochen nachfärben kann. Vorher schaffe ich es nicht. (Früher spätestens nach 10 Wochen)
  • Wimpernverlängerung ist der Knaller und macht schön wach. (Wär ich nicht seit neustem allergisch auf den Kleber. Danke Körper)
  • Klare Ansagen und Kinder um Hilfe bitten funktioniert hier (noch) wunderbar.
  • 18:50 Uhr läuft der Sandmann, danach zur Zeit Robin Hood. 30 Minuten in denen ich das Abendbrot vorbereite und den Tisch decke. Danke Fernseher.
  • Immer perfekt geschminkt, hohe Schuhe und das neuste Outfit anziehen um im Café einen Smoothie zu trinken? Mit den Nachbarn in der Sonne in Schlumperhose den Kaffee mit nem ordentlichen Schuss Karamell Sirup trinken, ist weniger stressig, macht mindestens genauso viel Spaß.
  • Erwartungen habe ich runter geschraubt. Die suggerieren mir eh nur stylische Zeitschriften und Online Magazine. Hauptsache wir sind glücklich.
  • Erwähnte ich meinen Schokivorrat?

So sieht das nämlich hier aus. Ziemlich chaotisch. Nicht annähernd perfekt. Verbesserungswürdig, optimierungsbedürftig, ein bisschen staubig, ein bisschen schludrig. Aber mit viel Liebe. Und wenn die Kinder aus´m Haus sind, dann sind auch die obersten Schränke geputzt, die Scheiben blitzblank und das Essen noch gesünder und selbst gekocht. Bis dahin ist es genau gut genug für uns. Eben genau so, wie bei den meisten Familien auch. Irgendwie schlawienert man sich schon durch den Familienalltag. Hauptsache genug gedrückt und Küsse verteilt am Ende des Tages. Den Rest erledigen Fenstermaler, Vorhänge und Saugroboter.