Acht Monate sind wir zu Fünft. Und ich kann eigentlich nicht viel Neues berichten, als das was ich schon in den anderen Updates schrieb: Es ist einfach schön. Elise ist nach wie vor die Sorte Baby von der man immer hört und was kaum einer kennt. Sie schläft gut, weint wenig bis gar nicht, verschläft Updates und kann am nächsten Tag einfach was Neues. Sie strahlt und lacht, ist kerngesund und schaut sich begeistert die Welt an.

Klar hat sie auch Tage an denen es ihr nicht so gut geht, an denen sie nur bei mir sein möchte. Ich kann sie nicht ablegen, sie meckert dann sofort. Naja, dann ist das eben so, auch wenn es mich manchmal nervt. Ich würde so gern etwas tun, meine Schulter entlasten, meine Arme benutzen. Stattdessen habe ich sie auf dem Schoß oder gehe spazieren. Wenn sie mittags schläft sitze ich neben ihr, denn an solchen Tagen wacht sie oft auf, schaut ob ich da bin und schläft dann weiter. Auch ist ihr zu Hause langweilig. Sie hat keine Lust unterm Spielebogen zu liegen oder mit Spielzeug zu spielen. Jedenfalls nicht lange. Lieber treffen wir uns mit dem Babysohn der Nachbarin. Da ist sie glücklich. Oder wir schlendern durch den Kiez. Die Babywanne habe ich gegen den Buggysitz ausgetauscht. Der von Jools ist nicht so, dass sie aufrecht sitzt, sondern sie liegt trotzdem, kann aber viel mehr sehen. Das findet sie super.

Mit 8 Monaten robbt sie sich munter vorwärts. Für den Vierfüßler fehlt ihr noch die Kraft, sie kommt auch so überall hin. Sie probiert ihre Stimme aus, macht witzige Geräusche, sagt Silben und ich rede mir ein, dass sie Mama sagt, auch wenn es eher nach Baba klingt. Sie liebt Avocado und Nudeln. Ganz stolz sitzt sie in ihrem Hochstuhl, hält das Essen in der Hand und lacht, bevor sie es zermatscht oder fallen lässt. Das ist natürlich sehr spannend. Dass Dinge auf den Boden fallen und dort einfach liegen bleiben. Zumindest so lange bis ich sie aufhebe oder der Hund es aufschlabbert. Den und ihre Geschwister findet sie super spannend. Dann lacht sie und freut sich. Ihren Geschwistern versucht sie hinterher zu robben, wenn sie im Wohnzimmer spielen und schaut neugierig zu, was sie treiben. Die untersten Fächer der Spielküche ausräumen oder einem Luftballon hinter her robben kann sie prima. Ebenso mag sie ihren Beißring von Curapox sehr gern. Den kann sie gut halten und schiebt ihn im Mund immer hin und her.

Ich habe keine Ahnung, was mit 8 Monaten so auf dem Entwicklungsprogramm eines Babys steht, aber sie macht sich prächtig. Dieses kleine zarte Baby passt noch in Größe 62/68, macht keine Anstalten zu krabbeln oder gar zu sitzen. Dafür kann sie sehr zielgenau Dinge greifen und in den Mund stecken. Alles landet dort. Haare ziehen oder Brille wegnehmen macht ihr auch große Freude.

Uns geht es prima mit unseren drei Kindern. Es ist momentan alles sehr unkompliziert. Die Großen spielen viel zusammen, die Kleinste schaut vergnügt zu. Ich bekomme hin und wieder einen Rappel, dass ich mal wieder Zeit nur für mich will. Nicht nur eine Stunde beim Friseur, sondern mal ein wenig länger. Gerade fällt mir etwas die Decke auf den Kopf und gleichzeitig nervt es mich, wenn ich nicht schreiben kann oder einfach lesen, wenn das Baby wach ist und Aufmerksamkeit will. Ja, das ist nichts hochdramatisches, aber ich glaube auch bei den anderen Mädels hatte ich diese Phase, dass ich mal wieder für mich sein wollte und in Ruhe etwas lesen kann oder einfach mal gar nichts mache. Kommt alles wieder, ich weiß. In jedem Fall kann ich es dieses Mal besser annehmen, meine Bedürfnisse hinten anzustellen. Dann gehe ich eben spazieren, meist hat eine Freundin Zeit und so schwatzen wir uns durch den Kiez. Mit den Nachbarinnen haben wir wie eine Art Krabbelgruppe, denn wir haben Babys in ähnlichem Alter. So liegen dann drei Babys quietschvergnügt zusammen, bestaunen sich neugierig und wir passen auf, dass sie sich nicht die Augen ausstechen.

Ja es ist schön. Sie ist einfach perfekt und macht es uns sehr leicht, eine drei-Kind-Familie zu sein, weil sie eigentlich nicht viel einfordert. Denn Nähe und Körperkontakt sind normal und außerdem nichts wahnsinnig aufwendiges. Sie ist zudem gesund. Nach unserer Mittleren, mit der wir einiges durch haben, konnte ich das die erste Zeit nicht annehmen und wartete immer darauf, dass doch noch was kommen müsse. Aber nein, es ist eben einfach perfekt gerade. Ohne ein aber und ich kann es immer besser annehmen und genießen. Ja, es wird sicher mal anstrengender werden, vielleicht in der Pubertät, vielleicht früher. Anstrengende Tage haben wir auch jetzt. Wenn eins der Mädels schlechte Laune hat, wenn sich die zwei Großen den ganzen Tag streiten und auch mit uns unzufrieden sind. Wenn ich schlecht geschlafen habe, die Schulter weh tut und ich den Mann anraunze. Es ist im Einzelnen manchmal zu laut, zu nervig, zu stressig, zu viel schlechte Laune, zu wenig Schlaf, einfach ein wenig zu viel. Aber diese Momente, diese Tage, an denen mich das Baby nicht los lässt, die gehören eben zu uns dazu, die sind da, na klar. Aber sie überwiegen nicht das Gefühl, dass es fetzt. Dass wir eine zufriedene und glückliche Familie sind. Dass unsere Kinder eine bunte und schöne Kindheit haben. Dass dieses Baby mit ihren 8Monaten irgendwie schon immer da war, einen festen Platz bei uns hat und wohl noch in unserer Mitte fehlte. Denn jetzt ist es perfekt. Noch perfekter. Seit 8 Monaten. Mensch wo ist die Zeit hin. Es ist verrückt, es geht alles noch schneller. Nebenbei hebt sie einfach ihren Po, oder drückt sich ganz kräftig mit den Armen ab und bald wird sie hier an mir vorbei krabbeln, wird sich hin setzen, irgendwann stehen, gehen und laut „Mama“ rufen. Na und „Papa“ auch. Und es werden so viele schöne und glückliche Erinnerungen geschaffen. Ich freu mich darauf und ich schaue mit Wehmut zurück. Alles zusammen. So wie auf einen anstrengenden, ein schöner Tag folgt. So wie das Leben eben ist. Bei uns allen. Nie nur schlimm und anstrengend. Nie nur perfekt.

Familie fetzt.