Unser Baby ist nun 7 Monate alt und schon seit einer Weile bekommt sie Verschiedenstes zu essen. Wie wir das handhaben, ob wir breifrei, Baby-Led-Weaning oder klassische Breikost geben, worauf wir achten und was es bei uns nicht gibt, verrate ich euch heute.

Eins vorweg: Ich praktiziere eine Mischung aus allen gängigen Richtungen, wie man ein Baby füttert und habe einfach den Weg raus gesucht, der zu uns passt. Ich habe mich ein wenig belesen, da aber auch unsere Mittlere mit dieser Art der Nahrungsaufnahme gut zurecht kam, sind wir dabei geblieben. Lediglich bei unserer ersten habe ich den klassischen Breiplan durchgezogen: Erst Mittagsbrei, dann nachmittags ein Obstbrei, abends Milchbrei. Wie im Lehrbuch hat sie das alles mitgemacht. Ich wusste es nicht besser, sie hat ihren Brei gemocht, es war auch okay, allerdings echt eine riesen Sauerei zum Teil. Am besten schafft ihr euch für die erste Zeit einen Hund an, der macht alles schön sauber was auf den Boden fällt und wenn man nicht schnell genug ist, wird das Baby auch einmal sauber geleckt. Ja, das passierte bei allen drei Kindern.

Zurück zu unserer 7 Monate alten Tochter:
Mit ca 5 Monaten bekam sie zum ersten Mal ein Stück Honigmelone zum Lutschen. Die war schön kalt und ich hatte das Gefühl, ihr juckt vom Zahneinschuss der Kiefer. Sie zutschte in ihrem Hochstuhl daran rum und war selig. Das Stück Melone war danach noch ganz, lediglich die Flüssigkeit war weg. Da sie noch nicht sitzen kann, liegt sie in der Babyschale des Nomi Hochstuhls und ist so bei allen Mahlzeiten mit am Tisch. Ihr Interesse für Essen wurde zunehmend größer, streckenweise schimpfte sie richtig und machte auf sich aufmerksam, öffnete auch den Mund wenn wir aßen und schmatzte laut. Ich las, dass es noch mehr Zeichen gibt, bis ein Baby bereit wäre für Beikost. Es soll sich vom Rücken auf den Bauch und wieder zurück drehen können zB, oder etwas selbständig in den Mund führen. Mit knapp 6 Monaten konnte sie sich vor und zurück drehen, seitdem legen wir richtig los, vorher gab es nur etwas nebenbei: Mal ein Stück weichgekochte Möhre, Avocado, zerdrückte Kartoffel oder kleine Nudeln. Das isst sie alles sehr gern.

Baby-led-weaning und breifrei beschäftigt sich ganz grob damit, dass das Baby selbst isst. Es wäre also super, das Baby kann schon im Hochstuhl sitzen, oder zumindest eine kurze Zeit stabil auf dem Schoß eines Erwachsenen, man stellt Essen hin und das Baby kann sich dieses selbst nehmen. Das funktioniert mit Stücken meist besser, als mit Brei, so gekonnt sind Babys in dem Alter noch nicht. Das Baby sitzt mit dabei und isst, was wir auch essen, natürlich in Babygerechter Form, also wenig bis gar nicht gewürzt und weich gegart/gekocht, es muss kein Brei sein, schon gar nicht nach dem bekannten Schema wie man Kinder an Essen, bzw. Brei heran führt. Wichtig ist, das selbstbestimmte Essen, das Baby nimmt sich vom Teller was es mag und führt dies selbst zum Mund.

Da wir in unserer Familie keine Allergiker haben, verzichte ich schon seit dem zweiten Kind darauf, dieselben Lebensmittel 3-4 Tage hintereinander zu geben oder nach und nach eine weitere Komponente (wie zB Fleisch oder Milchprodukt) zum Menü hinzu zu fügen. Sie bekommt tatsächlich das, was wir essen. Allerdings füttert der Mann oder ich sie, wir praktizieren also das BLW nicht zu 100% korrekt. Dabei sitzt sie auf meinem Schoß und ich warte, dass sie den Mund aufmacht. So isst sie Kartoffel mit Quark, schlürft Hühnersuppe mit ganz kleinen Stückchen Fleisch, probiert Quinoa und Quark. Speisen die sie halten kann, zB Gurke, Brot, Obstschnitze, etc gebe ich ihr in die Hand und sie isst selbständig. Ich achte darauf, das Gemüse nicht zu zerkochen, wir haben einen Dampfaufsatz und so dampfgare ich Gemüse. Hier gibt es auch tolle Helfer, wie den 4-in-1-Steamer von Philips zB.

Elise signalisiert mir sehr genau, ob sie noch Hunger hat und was sie will. Ich füttere sie nicht, wenn der Mund nicht richtig auf ist, sie sich weg dreht oder versuche sie abzulenken mit einem Buch oder Handy. Wenn sie nichts möchte, dann nicht. Das ist bei allen Wegen auch das Wichtigste: Respektvoll mit dem Baby umgehen. Nicht einfach löffelweise Brei geben, nur weil das Glas offen ist und es schade drum wär. Auch finde ich Ablenkung keine so gute Idee, das Baby merkt ja gar nicht, was es isst. Ebenso füttere ich sie nicht im Liegen.

Elise hat zwei Zahnspitzen, das heißt, ich gebe ihr nur Dinge, die sie zerdrücken kann oder sehr kleine Stücke, wie Hähnchen. Das aber eher selten. Ich habe aber auch Fertigbrei da. Allerdings nicht den für ihr Alter, sondern für etwas größere Babys mit Stücken. Ihr seht, ich mische wirklich munter durch. Und es ist völlig in Ordnung, wenn man lieber den fertigen Brei kaufen möchte, oder eingefrorene Portionen, speziell für Babys. Das gibt es auch und jede Familie findet ihren richtigen Weg. Wer selbst kaum kocht, wird schwer Freude daran finden, eine Kartoffel und eine Möhre fürs Baby zu garen.

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Tagsüber bekommt Elise Pre Nahrung, abends und nachts stille ich sie. Manchmal isst sie mehr, manchmal gar nichts. Wenn ihre Zähne weh tun, gebe ich ihr eine getrocknete Brotscheibe, die sie irgendwann komplett weggelutscht hat. Ich halte mich nicht an feste Breizeiten oder wann es an der Zeit wäre, diesen oder jenen Nachmittags- oder Abendbrei zu geben. Wenn man sich durchliest, was vor allem in den süßen Breis für Zucker drin ist, schaudert es mich. Ich rühre einfach Schmelzflocken mit Wasser an und gebe Apfelmark dazu, oder biete ihr ein paar Löffel Skyr Quark an mit zerquetschter Banane. Kuhmilch bekommt sie fast gar nicht, außer im Quark, ebenso gebe ich keinen Honig (sowieso nicht vorm 1. Geburtstag, besser den 2.), salze nicht und gebe ihr kein Brot mit Körnern, damit sie sich nicht verschlucken kann. Auch Nüsse sind tabu. Ich achte darauf, dass an ihrem Essen ein Schuss Öl bei ist und sie eine gesunde Mischung aus Obst, Gemüse, Sättigungsbeilage wie Reis, Kartoffel, Nudel und Fleisch und Fisch bekommt. Dabei halte ich mich daran was grundsätzlich empfohlen wird: Viel Gemüse und Obst, mäßig Beilagen, wenig Fleisch & Fisch (hier bekam sie bisher gekochten Lachs), gar kein Süßkram wie Schokolade, Kuchen, Eis, etc.

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Tatsächlich glaube ich, ist das Beikost Thema viel einfacher, als ich es zu Beginn dachte. Wie penibel ich die Vorgaben und Empfehlungen einhielt, wann welcher Brei anzubieten sei. Wieviel Angst ich hatte, sie könne sich verschlucken. In vielerlei Hinsicht ist meine große Tochter wirklich ein kleines Testhäschen gewesen. Beikost heißt eben Bei-kost, weil das Baby etwas neben der Muttermilch / Pre Nahrung dazu bekommt. Man sollte sich frei davon machen, dass das Baby, wenn man abends nur eine große Portion Essen zubereitet, nachts länger schläft oder tagsüber länger satt ist. Ich habe das natürlich alles nicht studiert, aber mein mütterlicher Instinkt sagt mir, dass das einfach nicht vorgesehen ist, in Baby´s erstem Jahr, lange ohne Nahrung und somit auch Körperkontakt auszukommen. Auch sagt mir mein Bauchgefühl, dass ich das Baby nicht zum Essen nötigen sollte oder mit komischen Tricks versuche, noch mehr Essen zu geben, indem ich es ablenke oder „Nur noch einen Haps für Mama!“ sage. Ich glaube, das Meiste wissen wir eigentlich. Nur wie so oft im Eltern-Leben, weiß es immer jemand besser oder bevormundet uns und schon sind wir verunsichert oder haben gar ein schlechtes Gewissen. Ich wusste es damals nicht besser mit dem Brei nach Plan. Es ist ja auch nicht schädlich. Nun habe ich dazu gelernt und mache es eben anders. Fertig ist die Schose.

Ich möchte, dass unsere Kinder Freude am Essen haben. Sie probieren (meist) alles, wenn sie keinen Hunger haben oder es ihnen nicht schmeckt, dann ist das so. Ganz nebenbei versuche ich, zu viel industriellen Zucker zu vermeiden, koche viel selbst. Es gibt viele Bücher und Online Sammlungen für eine leckere Beikostzeit. Ich koche allerdings nicht für ein Baby, die manchmal mäkeligen Kleinkinder und den Mann und ich, verschiedene Mahlzeiten. Meist sind so viele Komponenten dabei, dass jeder etwas findet was schmeckt. Manche Sachen lege ich einfach nur beiseite oder gare/koche sie länger, damit sie babyfreundlich sind.

Weitere Infos:
Breifrei / BLW: Susanne Mierau
Baby-led-Weaning Webseite
Empfehlungen zur Säuglingsernährung des BZgA

Rezepte:
Das breifrei!-Kochbuch von Loretta Stern & Anja Constance Baca
Die ersten 1.000 Tage Beikost Rezepte

Guten Appetit!
Und wie handhabt ihr das mit euren Babys und der Beikostzeit? Habt ihr vielleicht Tipps wo LeserInnen Rezepte finden? Mögt ihr mir mal das Lieblingsessen eures Babys verraten?