Wer schon eine Weile hier mitliest, weiß, dass ich gern leckere Sachen koche und Mottoparties schmeiße, der Aufwand sich aber sehr in Grenzen halten muss, denn der Mann kommt immer erst gegen 19 Uhr nach Hause unter der Woche, da kann ich nicht stundenlang in der Küche stehen und ein absolutes WOW-Essen zaubern, während ich nebenbei die Kinder bespaße. Aber ich wollte auch endlich was ändern. Wir essen zwar relativ gesund, aber so richtig wollen die Kilos nicht purzeln.

Ich denke, langfristig bringt eine erfolgreiche Gewichtsabnahme nur etwas, wenn man sein Essverhalten dauerhaft umstellt. Mal 4 Wochen auf Kohlehydrate verzichten, ist sicher effektiv, bringt mir langfristig aber nichts. Ich wollte zudem etwas finden, bei dem ich nicht verzichten muss und dann zu einer unterzuckerten Miesmuschel mutiere.

Zum Geburtstag schenkten mir Rebecca und Anna das Kochbuch „Natürlich essen – Natürlich schön„* was dem Clean Eating Prinzip folgt. Es wird weitestgehend auf stark verarbeitete Lebensmittel verzichtet, sowie Kohlehydrate stark eingeschränkt. Es ist keine vegane Ernährung. Statt Mehl, Kartoffeln, Nudeln, Reis, gibt es eben Quinoa, Zucchini Nudeln oder einfach keine Sättigungsbeilage, wie wir sie gewohnt sind. Ihr habt in den Wochenenden in Bildern und auch auf Instagram schon viele nachgekochte Mahlzeiten gesehen. Da sich die Fragen hierzu häuften, heute dieser Blogbeitrag.

Absolutes Lieblingsgericht: Hähnchen im Ofen gebacken mit Fenchel und Orangen, anschließend mit Granatapfelkernen bestreut

Absolutes Lieblingsgericht: Hähnchen im Ofen gebacken mit Fenchel und Orangen, anschließend mit Granatapfelkernen bestreut

Auf den ersten Seiten erklärt Madeleine ihre Ernährungsweise, gibt Tipps zu verschiedenen Lebensmitteln und wie man Schritt für Schritt die Ernährung umstellt, um auch ohne Zucker und Kohlehydrate glücklich zu sein. Die meisten Rezepte habe ich aus dem Kapitel „Schnelles am Abend“. Und die Rezepte sind tatsächlich schnell nachgekocht. Ich bekam in letzter Zeit öfters Kommentare, wie ich das bloß alles schaffen würde, neben Haushalt und Kindern, ob ich eine Haushälterin hätte und das Leben einer Hausfrau müsse ja schön sein, wenn man all das wuppt. Scheinbar rutschte ich, ohne es zu wollen, in die Sparte Blog ab, wo alles so entspannt und schön und aufgeräumt aussieht UND nebenbei noch tolles Essen auf dem Tisch steht. Hmmmm da wollte ich doch nie hin. Und um es gleich zu sagen: So isses ganz bestimmt nicht bei uns. Und ich habe ja noch einen Mann, der zum Beispiel die Küche wieder aufräumt und am Wochenende auch sauber macht oder mit den Kindern auf den Spielplatz geht, während ich Muffins backe. Klinisch rein ist es nicht und auch nicht überall aufgeräumt. In jedem Zimmer liegt Spielzeug, eine einzelne Socke oder huscht ne Staubmaus vorbei. Dazwischen stapfen dann die Kinder mit ihren Schuhen einmal quer durchs haus und schmieren ihre Fettfinger an der Küche ab.

Selbstgebackenes Brot und Zucchini Nudeln mit Rindfleisch

Selbstgebackenes Brot und Zucchini Nudeln mit Rindfleisch

Das Abendbrot bereite ich vor, wenn die Mädels ihre Sendungen schauen. Das Baby liegt unterm Spielebogen, schläft, oder ich trage sie. Meist gehe ich vormittags einkaufen oder wenn ich die Kinder abhole. Das ist der Zauber, wie ich es schaffe: Spielebogen, Fernseher, kleckerweise einkaufen statt durchorganisierter und geplanter Großeinkauf am Wochenende. Das Schöne an dem Buch: Die meisten Zutaten bekommt man beim Rewe um die Ecke oder DM/Rossmann. Und wenn es heißt „Schnelles am Abend“ dann stimmt das auch. Es schmeckt einfach super lecker, das Meiste brutzelt allein vor sich hin im Ofen oder wird nur zusammen gerührt. An die Portionen muss man sich allerdings gewöhnen. Man wird nicht satt von einem Hähnchenschenkel mit ein paar Orangenscheiben und Fenchel. Da muss man einfach mehr machen. Auch sind 4 Zucchini für Zucchini Nudeln mit Öl und Parmesan für uns zu wenig. Klar, Zucchini besteht ja irgendwie nur aus Wasser. Es schmeckt toll, sogar die Kinder probieren es und essen ein wenig davon, aber für uns zwei Erwachsene muss es mehr sein.

Den Kindern schmeckte bisher das Brot am Besten aus dem Buch „Gesund kochen ist Liebe„*. Die Zutaten hat man in unter 5 Minuten zusammen gerührt, den Rest erledigt die Küchenmaschine und der Ofen. Sie probieren alles, sind nicht ganz so begeistert immer oder sortieren sich das raus, was sie wollen und essen dann eben Brot oder was da ist, manchmal auch einfach normale Nudeln mit Käse. Ich koche jedenfalls nicht drei verschiedene Mahlzeiten.

Morgens esse ich meist Sojajoghurt mit Obst und etwas Knuspermüsli, dazu einen Tee. Zwischendurch gibt es Kaffee. Mittags esse ich die Reste des Vortages oder mache mir einen grünen Saft. Abends gibt es dann ein Rezept aus einem der Bücher. Zwischendurch nasche ich Obst, mal ein Stück Schoki, trinke meinen Kaffee mit Zucker und esse abends ein Eis. Trotzdem purzeln die Kilos endlich. Nach 1,5 Wochen sind es 1,2 Kilo. Das Tolle: Das Essen schmeckt, ich weiß, ich tue meinem Körper etwas Gutes und das Eis gönne ich mir ganz ohne Reue. Ich habe insgesamt weniger Heißhunger auf Süßes. Ich esse bis ich satt bin und komm so nicht in die Verlegenheit abends noch mal Chips oder Brot oder so zu essen. Ich denke ein Geheimnis gesunder Ernährung ist eh, dass man nicht hungert und den Blutzuckerspiegel rauf und runter scheucht. Das Schöne an diesen Rezepten: Man kann auch einfach viel essen, bzw. bis man satt ist und muss sich nach der dritten Kartoffel denken: Ach Mensch, eigentlich habe ich noch Hunger, aber wegen der Waage höre ich mal auf, bloß um zwei Stunden später vorm Kühlschrank zu stehen und schnell irgendwas zu essen.

Quinoasalat

Quinoasalat

Für die grünen Säfte habe ich von Philips (ähnlich diesem) einen Entsafter. Das Tolle, Äpfel brauchen nicht geschält und entkernt werden, einfach durchschneiden und ab dafür. Die Reinigung geht wirklich sehr schnell und der Entsafter quetscht sogar aus Babyblattspinat Saft raus. Ansonsten liebe ich meine Kitchen Aid. Auf die habe ich damals lange gespart und mir vor kurzem noch einen Aufsatz gekauft, um Gemüse zu raspeln. Der Knaller! Mit diesen zwei Geräten und einer Küchenwaage bestreite ich die meisten Rezepte.

Das klingt jetzt fluffig einfach und das ist es auch. Wie ich ja eingangs schrieb, wer mich kennt, weiß dass ich weder die perfekte Hausfrau bin, noch ewig in der Küche stehen mag. Aber wenn mich am Wochenende die Lust packt, dann backe ich uns ein Brot und danach noch Schoki Muffins mit roter Beete. Essen die Kinder, ist gesünder und freut mich. Ich habe jetzt auch glutenfreie Nudeln zu Hause, mal sehen wie die schmecken. Den Kindern erkläre ich gar nicht groß was drin ist in den Muffins zum Beispiel, mache auch nicht den Erklärbar zwischen guten und schlechten Nahrungsmitteln. Denn die kleine Tüte Gummibären naschen sie trotzdem noch ab und zu und ich esse am Wochenende ein Croissant zum Frühstück. Das möchte ich mir auch nicht verbieten nur um schneller abzunehmen. Ich bin stolz auf mich und meine neuen Kochkünste, habe gleich noch ein paar mehr Kochbücher bestellt und werde zu Hause weiter versuchen, Kohlehydrate wegzulassen und Mehl, Zucker, Kartoffeln und Reis zu ersetzen. Dann schmeckt auch mal die Pizza beim Italiener. Vor allem schmeckt sie, weil ich kein schlechtes Gewissen mehr habe.

Ich hoffe, ich habe euch ein bisschen neugierig gemacht. Die beiden Bücher kann ich von Herzen empfehlen, vor allem mag ich, dass keine kompliziert zu findenen Zutaten eingekauft werden müssen und Alternativen aufgezeigt werden, falls man kein Teffmehl  (was ist das überhaupt??) zu Hause hat. Mir macht diese Art der Ernährung Spaß, der Mann muss nicht auf Fleisch verzichten und seit ich einfach mehr koche, als im Rezept steht, werden wir alle satt und die Kinder kriege ich auch noch gänzlich rum.

Wer hätte gedacht, dass ich mal so viel Spaß am kochen finde, und dann noch am gesund kochen. Ich muss aber auch sagen: Es macht mit den richtigen Küchengeräten auch einfach mehr Freude. Eine Küchenmaschine ist schon ein kleiner Luxus, ich weiß, aber so knetet sich das Brot eben von allein und ich nutze auch den Entsafter regelmäßig. Da gehe ich nicht immer nach Rezept, sondern entsafte was da ist und worauf die Kinder Lust haben. Rote Beete zum Beispiel ist fast immer mit dabei, einfach wegen der Farbe. Auch Granatapfelkerne lassen sich prima entsaften.

Die Bücher die ich jetzt noch bestellt habe, aber noch kein Blick reinwerfen konnte: „Clean eating – kochen mit Super Foods“ und „Deliciously Ella Für jeden Tag„*. Mal schauen was für leckere Rezepte sich dahinter verbergen. Wer noch tolle Bücher oder Blogs kennt, die sich mit Clean Eating, bzw. Kohlehydrate armer Ernährung beschäftigen, nur her damit.

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