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Ich war nie ein großer Fan des Stillens. Ich weiß, dass es das Beste fürs Kind ist, aber ich sah und sehe diese Zeit nicht als besonders kuschelintensiv oder fühle mich am stärksten verbunden mit meiner Tochter. Nähe und Geborgenheit bekommen meine Kinder auch außerhalb des Stillens und vor allem die Betonung auf die einzigartige Beziehung zum Kind baute vor allem in der Stillzeit mit der großen Tochter manchmal einen unnötigen Druck auf. Als würde dem Kind an Liebe mangeln, wenn man nicht lange genug stillt. Ich habe sie 6 Monate gestillt, war aber nicht traurig um das Ende.

Bei der zweiten Tochter war es bedingt durch Krankheit sogar noch kürzer, nur 10 Wochen ungefähr. Ich überlegte sogar anfangs gar nicht zu stillen. Meine wirklich tolle Hebamme meinte, ich solle es doch einfach mal probieren und wenn ich nicht mag, finden wir einen natürlichen Weg, die Stillzeit zu beenden. Das nahm mir den Druck stillen zu müssen. Es ging mir ja wie gesagt weniger um die Sorge eine „vernünftige“ Bindung aufzubauen zum Baby, aber das Muttermilch eben reich an Nährstoffen ist und sich den Bedürfnissen des Kindes anpasst ist nunmal unbestritten.

Nun habe ich ein Baby, wo ich weder ein Stillhütchen brauche, noch hektisch rumhantiere in der Öffentlichkeit. Meine Hebamme war mehr als beeindruckt ob meiner Entspanntheit zu dem Thema. Elise macht es mir aber auch einfach. Trinkt einfach ohne großes Drama und so kann ich auch in der Öffentlichkeit stillen ohne ständig entblößt da zu sitzen, weil das Baby erstmal meckert oder ständig aufhört zu trinken. Mit Tüchern ist mir das Gewurschtel zu groß, Stillhütchen auch immer etwas Fummelei. Es ist in dieser dritten Stillzeit tatsächlich okay. Schön und einzigartig und glückserfüllend wird es für mich persönlich wohl nie werden, muss es ja auch nicht. Ich finde es schön, wenn der Mann auch mal ein Fläschchen zubereiten kann und so in der Säuglingspflege eingespannt wird.

Noch etwas ist in dieser Stillzeit anders: Ich spüre die 500 kcal, die eine Stillende ungefähr mehr benötigt. Mein Körper schreit förmlich nach schneller Energie. Diese gebe ich gern in Form von Milka Kuhflecken Schokolade. Äußerst gesund ich weiß, aber ich versuche den ganzen Tag gesund und nährstoffreich zu essen. Wenn der Körper nunmal Schoki will, bin ich die Letzte die Nein sagt.

Doch nicht nur mehr Energie benötigt der Körper, auch diverse Vitamine, Spurenelemente und andere Nährstoffe. Und was ich gern vergesse: Wer stillt sollte auch viel trinken. Hier bin ich leider echt schlecht und muss mich etwas zwingen, wenigstens 1,5Liter am Tag zu trinken. Damit kein Mangel auftritt, ist gute Ernährung wichtig. Da ich nicht immer weiß was ich alles Schönes kochen könnte, stöber ich gern auf der Seite „Die ersten 1000 Tage“ unter der Rubrik „Stillzeit„. Die ersten tausend Tage sind ab der Zeugung bis zum Kleikindalter gemeint, denn sowohl der weibliche Körper, als auch das Baby durchlaufen spannende Entwicklungsphasen. Mit der richtigen Ernährung kann man einen großen Teil zu einer gesunden Entwicklung beitragen.

kuerbissuppe_www.mesupermom.de

Neben interessanten Fakten, finden sich auch viele leckere Rezepte, passend zu jeder Phase der tausend Tage. Die Rezepte sind ruckzuck nachgekocht und ganz nebenbei ernähre ich mich so gesund und ausgewogen. Prima. Fans eines struktierten Alltags laden sich einfach den Wochenplan runter und schon steht man nicht mehr vor der Frage was man bloß kochen soll. So lerne ich nebenbei auf www.1000tage.de wo sich gesunde Fette verstecken, wie man eventuelle Stillprobleme lösen kann und dass eine stillende Frau ca. 800ml Milch am Tag produziert. Irre.

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Die Kürbissuppe war wirklich sehr lecker und schmeckte sogar den Mädels, die erstmal ohne zu probieren, erklärten, dass sie auf gar keinen Fall Kürbissuppe essen. Schmeckte dann doch, weil schön mild und cremig.

Das Gerücht, dass man durchs Stillen zackig abnimmt, bewahrheitet sich bei mir auch nicht bei Kind Nummer 3 und ich glaube nicht, dass es an der Tafel Schoki liegt. Aber das ist total ok. In Der Stillzeit eine Diät anzufangen wäre ja mehr als dämlich. Ich lasse öfters Kohlehydrate weg, aber hungere nicht und versuche meinem Körper Gutes zu tun, denn davon profitiert letztendlich auch das Baby.

Tja wer hätte das gedacht, dass mich ein drittes Kind mal dem Stillen näher bringt. Meine Freundin scherzt schon, dass ich auch bald zu den Langzeitstillenden gehöre und dem Ganzen hinterher trauern werde. Na das glaube ich nun nicht, aber ich sehe es alles entspannter und vielleicht kam dadurch auch das einfachere Stillen. Wer weiß.

 

Das Stillfoto hat Malina Ebert von mir gemacht. Noch eine Premiere: Es ist das erste Foto von mir stillend was ich mag.