Ich höre es euch förmlich sagen: „Was, wo ist denn die Zeit hin, sie wurde doch gerade erst geboren?!“ So sehr ich auch versuche, jeden Tag zu genießen, Zeit mit schönen Momenten zu füllen und alles aufzusaugen für die Erinnerung, so interessiert sich das Leben nicht dafür und die Tage rennen und rennen und nun ist unsere dritte Tochter schon vier Wochen alt.

Vier Wochen sind nicht viel, für ein Baby aber schon. Jeder Tag ist neu und aufregend. Auch für uns, selbst mit dem dritten Kind. Wem sieht sie heute ähnlich? Wie sie sich wieder verändert hat. Schau wie sie ihren Kopf heben kann! Jeden Tag wird sie wacher, kommt immer mehr an, schaut umher und verfolgt sogar schon kurz der Hand. Sie wird immer lauter und probiert ein wenig ihre Stimme wie mir scheint.

Nach wie vor ist es einfach schön mit ihr. Sie schläft sehr viel. Ich frag mich, ob sie nur genug Kraft tankt um bald richtig loszulegen. Tagsüber ist sie meist nicht länger als eine Stunde am Stück wach, schläft dann 2-3 Stunden, am Liebsten auf mir oder dem Mann. In der Trage ist es auch schön. Den Kinderwagen lassen wir noch stehen, sie erschrickt sich so oft, wenn es zu sehr wackelt. Abends gegen 19 Uhr wird sie richtig wach. Sie lässt sich dann gern bespaßen, liegt auf meinem Schoß und möchte gestreichelt werden, guckt sich um, meckert, will gestillt werden und fordert viel Körperkontakt ein. Gegen 23 Uhr gehe ich mit ihr ins Schlafzimmer, stille sie noch und dann schläft sie in meinem Arm ein. Ich lege sie in ihr Bett, halte ihre Hand und schwupp schlafe auch ich. Irgendwann gegen 5 oder 6 Uhr wird sie wach. Der Mann reicht sie mir, ich stille sie und dann schläft sie zwischen uns noch mal bis zu 3 Stunden. Ich weiß, ich weiß, genießen genießen, wer weiß wie lange das so bleibt.

4 Wochen die wir nun zu Fünft sind. Der erste Monat Elternzeit ist um, nächsten Montag geht der Mann einen Monat arbeiten, bevor er noch mal einen Monat zu Hause bleibt. Ich bin schon gespannt wie das so wird ohne seine Hilfe. Es warten ein paar Arzttermine und kleine andere Verpflichtungen, aber ich versuche alles gemütlich angehen zu lassen. Das Einzige was ich nicht kann, ist unpünktlich sein. Konnte ich noch nie, auch nicht mit Baby. Manche nutzen das ja gern als Begründung mal ne halbe Stunde später aufzukreuzen und wahrscheinlich sind sie in manchen Momenten weniger gestresst oder genervt, aber da kann ich nicht über meinen Schatten springen. Daher habe ich Termine so gelegt, dass die Kinder auf jeden Fall in der Kita sind und da müssen wir zum Glück spätestens um 10 sein. Das ist natürlich locker machbar, zumal die Mädels sehr eigenständig sind und mir viel Arbeit abnehmen. Eine Umstellung wird es sicher trotzdem, zumal die Schlafphasen natürlich weniger werden beim Baby. Hauptsache sie cancelt nicht den Mittagschlaf. Es ist so herrlich mit ihr auf der Brust auf dem Sofa zu dösen.

Ihr seht, wir schweben immer noch auf der Fluffiwolke. Kein großer Kampf mit dem Babybauch, keine durchwachten Nächte bisher, keine ausgiebigen Schreiattacken, wenig Stress von Außen. Wir leben hier in unserer Babyblase und ich sauge jede Minute davon auf. Ich bin dankbar für unser drittes Kind, dafür dass wir alle gesund sind, dass es uns wirklich gut geht, keine Eifersucht herrscht und das Haus langsam nicht mehr komplett im Chaos versinkt. Ich kann dieses Glück mittlerweile einfach genießen, auch wenn Andere dies nicht immer hören wollen, weil es vielleicht gerade nicht so läuft. Hier wird es sicher auch wieder anders, weil es eben das Leben ist. Aber wenn ihr ein Beispiel braucht, warum Kinder fetzen, warum Familie toll ist, dann nehmt gern mich, ich grinse selig vor mich hin und jedenfalls im Moment ist unser Leben einfach schön.

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Seit 2011 bin ich in die Welt der Mütter aufgenommen. Mittlerweile habe ich 3 Töchter. Hier schreibt keine "typische" Mutter, die Haushalt und Familie mit links schmeißt, Modelmaße hat und nebenbei locker eine Karriere wuppt. Ich finde es okay, auch mal zu sagen "Ich bin müde! Der Mann nervt! Wir streiten öfter! Nein, ich backe, bastel und singe nicht 24 Stunden am Tag! Ja, ich mag Fast Food und ein Schnäpschen zwischendurch!" Aber auch die schönen Dinge kommen nicht zu kurz. Süße Sachen die ich im Netz finde, hilfreiche Tipps, anderes Lesenswerte und ganz viel ♥

10 Comments

  1. Liebe Jette!
    Ersteinmal vielen Dank für Deine Antwort per Mail! Oh wie wunder-wunderschön ist doch die Fluffiwolke, oder? Wenn ich so zurückblicke (kleiner Mann nun fast genau 8 Monate alt, huch!), so empfand ich diese erste Zeit auch als so fluffig…nicht direkt die ersten 3 Wochen, aber dann…dann war alles fluffig, Weihnachten mit Baby, nur wie drei….hach!
    Alles Gute weiterhin, Dir und Deinen Mädels!

  2. Ooooohhh das hast du toll geschrieben. Das macht wirklich wirklich Lust auf ein drittes Baby. Aber für uns ist nach Nummer zwei Schluss. Das ist aber für uns zwei Großen in Ordnung so. Für Eich alles erdenklich Gute!

  3. Jette, ich muss sagen, dass ich es bislang eigentlich kategorisch ausschließe, jemals wieder ein Kind zu bekommen, aber wenn ich bei dir lese denke ich andauernd: hach, drei! Natürlich in der Hoffnung dass es dann auch so schön harmonisch wird. Es klingt einfach so richtig schön bei euch, so schön dass sich natürlich alle wohlfühlen und abchillern. Und wie süss ist Elise! Und so anders als die anderen, oder?
    Hier ist ja auch langsam Ruhe eingekehrt und trotzdem sitzt die erste doofe Zeit tief. Gerade deshalb habe ich aber so Sehnsucht nach einer weiteren Runde. Ein mal so einen richtig guten Start haben, das wärs! Mal sehen … Alles Liebe für euch!

    • Ach man ich kann das verstehen, dass man dann Sorge hat noch eins zu bekommen. Man weiß es eben vorher nicht. Andererseits denke ich, ist man in ähnlichen Situationen gelassener, weil man es schon mal erlebt hat u so diese erste Zeit beim nächsten mal nicht mehr so „negativ“ empfindet. Na dein Herz wird dir schon irgendwann sagen was das richtige ist und dann wird es sicher gut werden.
      Alles Liebe für euch.

  4. Ah, wie zuckersüß doch diese kleinen neugeboren Babys sind. Du machst es genau richtig und bleibst in deiner Babyblase. Toll, dass dein Mann dir hilft. Meiner musste damals aber auch schon nach 2 Wochen wieder im Job antreten. Ich habe es falsch gemacht nach der Geburt unserer Tochter. Ich habe zwischen den Kindern frei gearbeitet und das Projekt hatte einen engen Zeitplan. Zudem hatte mein Sohn schon damals ein sehr zeitraubendes Hobby und ich musste ihn oft fahren. Damals wollte ich nur nicht nach Hilfe fragen. Schön blöd. Aber deine Große hat ja auch noch keine dringenden Termine oder 😉

    • Oh neee zum Glück haben wir das nicht. Sehe das immer bei den Nachbarn, wie die jeden Tag, auch am WE ihre Kinder durch die Gegend chauffieren. Schrecklich. Im Moment finde ich die Kita ausreichend. Da sind sie schon platt genug.
      Da hattest du ja wirklich viel zu tun. Doof das man immer denkt, man schafft schon alles irgendwie und bleibt dann auf der Strecke.
      Alles gute für euch u beim dritten nimmste dir dann genügend Auszeiten. ?

  5. Oh da habt ihr’s schön:) mein Mann konnte leider immer nur eine Woche zuhause bleiben und ich war von Anfang an viel alleine mit den 3 Kindern. Auch mit dem schlafen hat’s leider gehapert und das was mich am meisten geärgert hat: keine Waschmaschine zu haben! !;) muss jedesmal in den Keller zur gemeinschaftswaschmaschine – bääh,ein richtiges Projekt mit einem neugeborenen samt 2 Geschwister. …naja,wir haben’s überlebt und ich habe bemerkt: auch ohne Mann,ohne Waschmaschine und sogar ohne Führerschein und somit autolos kann ich überleben!;) aber ich gratuliere euch zu eurer blase,bin schon etwas neidisch….;)

    • Wow Hut ab!
      Ich bin da wirklich sehr dankbar, dass es immer geklappt hat und der Mann anfangs zu Hause war. Wie man ja an dir sieht, geht alles, wenn es die Situation erfordert du Power Frau.
      Alles gute für euch weiterhin!

  6. Du hast vollkommen recht das so zu genießen 🙂
    Ja, ihr habt scheinbar viel Glück mit eurem dritten Sonnenschein… Und gleichzeitig aber ist es auch deine Einstellung, die vieles so unfassbar schön macht.
    Es gibt Menschen die an jeder Situation zweifeln können egal wie schön und vergänglich sie sein mag, weil sie sich an Nichtigkeiten aufhalten. Ich gebe zu, diese Tage gibt es bei mir auch, aber sie sind zum Glück schnell gezählt:-)
    Perfektionismus im Haushalt und nach außen steht für mich hier an erster Stelle. Der Druck nach außen hin perfekt sein zu müssen auch wenn man gerade ein Baby geboren hat….. Dem kann man sich hingeben oder entziehen.
    Und wenn man es geschafft hat “ in seiner Blase“ zu leben ohne sich dabei vom Leben zu isolieren hat man einiges richtig gemacht;-)

    • Oh das kenn ich auch, da kann ich mich an Kleinkram aufhalten oder schon das Unglück hinter der nächsten Ecke lauern sehen, statt einfach zu genießen. Dabei ist der Moment so oder so schön, egal ob morgen alles anders ist, daher kann man ihn auch einfach genießen.
      Lieben Dank für deinen Kommentar!

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