Wenn man schwanger ist, kämpft man manchmal mit Wehwechen und wünscht sich, alles hat bald ein Ende. Die ersten drei Monate macht man sich zu viele Sorgen, das zweite Drittel geht irgendwie zu schnell rum, die letzten drei Monate zählt man die Tage bis zur Entbindung, quält sich mit Bauch, Rücken, Wassereinlagerungen, Sodbrennen und und und. Wenn dann schon ein Kind umher wuselt und der Beruf auch fordernd ist, bleibt für eine Schwangerschaft kaum Zeit. Und wer denkt schon dran, dass es vielleicht die letzte Schwangerschaft sein könnte?

Hier ist definitiv klar, dass es keine weitere Schwangerschaft geben wird. Das ist einerseits völlig in Ordnung so, andererseits ist es auch ein Abschied für immer. Natürlich kann man nicht ständig schwanger werden, nur weil diese Zeit so besonders ist und die ersten Wochen mit Baby Ausnahmezustand bedeuten. Umso wichtiger finde ich es, dass man sich kleine Auszeiten nimmt.

Ja das predigen alle und ja, nicht immer kann man das leicht umsetzen. Aber zum Beispiel hat das Baby im Bauch meist zur selben Zeit den Drang ne Runde Aerobic zu turnen. Abends ist es hier oft. Dann lege ich mich auf den Rücken, leg die Hand auf den Bauch und fühle die Bewegungen. Die sind noch ganz leicht, aber man merkt es an der Bauchdecke. Und ist das nicht der Wahnsinn?? Also einerseits muss ich sagen, ist es etwas freakig, dass das was in meinem Bauch lebt, andererseits ist es einfach irre, verrückt und ein wahnsinnig tolles Gefühl, so mit dem Baby zu kommunizieren. Und egal ob man noch ein paar Schwangerschaften plant, diese Bewegungen sind einzigartig und besonders. Und mit dem Wissen, dass diese ersten Bewegungen, dieses erste Entdecken, Spüren und Wissen: Da isses! Das Baby! hier die letzten ersten Male sein werden, genieße ich sie ganz bewusst.

Auch wenn Bekannte von ihren Schwangerschaftsleiden berichten und sich eine baldige Geburt wünschen, dann denke ich insgeheim, dass es vielleicht die letzte Schwangerschaft sein wird und man wehmütig daran zurück denkt, an diese besondere Zeit. Ich weiß noch, dass ich nach den Schwangerschaften oft abends im Bett lag, die Hände auf den Bauch hielt und versuchte, mich daran zu erinnern, was das für ein Gefühl war. Kommt eben nicht wieder.

Abgesehen davon, dass man sich in der Schwangerschaft eh immer mal wieder Ruhezeiten gönnen sollte und der Körper das auch stark einfordert, sind es auch Momente die einem ganz allein gehören. So schwingt manchmal etwas Wehmut mit, aber meistens versuche ich einfach, alles noch mal aufzusaugen, die Schwangerschaft zu genießen und nicht bei jedem Lebensmittel in Panik zu verfallen oder dies und jenes nicht zu tun. Das Baby läuft zwar mit zwei Kindern wirklich etwas nebenher und viel zu oft trage ich eins der Kinder umher, aber auch das gehört dieses Mal dazu. Gelassen und bewusst die letzten 5 Monate zu genießen. Hoffentlich gelingt mir das in der ersten Zeit mit Baby auch, denn dank Schlafmangel und selbst auferlegten Verpflichtungen verstreicht diese wunderbare Zeit oft viel zu schnell und am Ende schaut man sich Fotos an und denkt: Ehrlich jetzt?! Wo ist sie nur geblieben, diese erste Zeit, diese vielen ersten Male, die auch ein letztes Mal bedeuten können.

Also legt euch ab und zu mal aufs Sofa, spürt die Bewegungen, gönnt euch ein wohltuendes Bad, das vegetarische Sushi oder das Schnittchen mit abgepackter Salami. Ich wusste gar nicht, dass man die nicht essen soll und tat es natürlich munter. Habe aber gelernt, die Luftgetrocknete mit dem weißen Rand soll man meiden und bei dem abgepackten Kram der drei Jahre haltbar ist frage ich mich eh was da noch leben soll. Ich aß auch mit Genuss zwei Milka Tender, bis eine Freundin leicht panisch meinte, da sei Alkohol drin. Öhm wusste ich nicht. Nein, ich gehe kein unnötiges Risiko ein, manchmal denke ich einfach, muss man nichts Überdramatisieren, denn so macht eine Schwangerschaft auch keinen Spaß. Wenn man auf alles verzichtet und bei jedem Bissen denkt, man füge sich und dem Kind Gift zu. Dann vergeht diese Zeit, man ist froh, es überstanden zu haben und ich glaube fest, dass man es rückblickend doch vermisst, nicht entspannter an die Zeit gegangen zu sein, mehr auf seinen Bauch gehört hat und viel mehr genossen hat. Denn wie schon gesagt, irgendwann ist jedes erste Mal ein letztes, also genießt, genießt, genießt!

P.S: Milka Tender habe ich mir nicht erneut gekauft. Weil ich gut ohne leben kann. Mich plagt aber auch kein schlechtes Gewissen und ich recherchiere auch keine Inhaltsstoffe vorher. Allerdings esse ich ab und zu Putensalami und ja auch ein Lachsröllchen vom Sushi Mann meines Vertrauens landete schon im Bauch. Erwähnte ich die Cola? Jaja. Genießen Genießen Genießen!