Nun ist das Jahr fast rum. Ist es nicht verrückt? Viele sagen ja, sie mögen keinen Jahresrückblick, man kann eh nichts ändern, es ist eben vorbei. Ich sehe das anders. Viele Dinge vergisst man, an andere sollte man sich immer wieder erinnern um sie in die Zukunft mitzunehmen und daraus zu lernen. Manche Ereignisse brennen sich so stark ein, dass man meint, das ganze Jahr sei furchtbar gewesen oder man hätte nur Pech gehabt.

Natürlich gibt es Jahre, die sind weniger schön, aber in Allem finden wir etwas Schönes. Das kleine Glück. Das sollten wir nicht vergessen. Ich mag es nicht, wenn Leute immer auf den Montag schimpfen, Donnerstag schon an das Wochenende denken und Tage verstreichen lassen, weil in naher Zukunft irgendwas wartet. Denn auch ein nerviger Montag kommt nicht mehr zurück und vielleicht schmeckte an diesem Tag das Stück Käsekuchen besonders gut, aber es war eben der doofe Montag.

Es fällt nicht immer leicht, so zu leben, auch den Alltag zu genießen, sich nicht über jedes bisschen aufzuregen, die Zeit nicht mit vermeidlich Wichtigem vergeuden, während das Schöne ungesehen vorbei zieht. Ich muss mich auch immer wieder daran erinnern.

Mir wird oft vorgeworfen, ich nehme Dinge zu persönlich, soll doch mal entspannen, mich nicht immer so für Andere einsetzen, sondern einfach mal etwas ruhen lassen. Das fällt mir schwer. So bin ich eben. Wenn ich etwas als unfair und ungerecht erachte, kann ich nicht meine Klappe halten, egal ob im beruflichen Umfeld oder im Freundes- oder Familienkreis. Ich kann nicht wegschauen und nicht leise sein. Greift mich jemand an, egal wie dumm oder unsachlich, bekommt er eine Antwort. Weil milde lächeln nicht meine Art ist. Weil ich nicht finde, dass der Andere noch denken soll, seine Dummheit hat getroffen und er hat Recht. Vielleicht würde mir tiefes Durchatmen und ignorieren einiges an zu hohem Puls ersparen, vielleicht nimmt es mir für ein paar Minuten oder Stunden etwas Freude. Aber meist bewahrheitet es sich, für eine mir wichtige Sache zu kämpfen, ist lohnenswert, egal wie impulsiv andere das Verhalten finden.

Ein wenig mehr Gelassenheit täte mir in manchen Situationen sicher gut. „Sie sind eben sehr leidenschaftlich und kämpfen wie eine Löwin. Im Großen und im Kleinen. Das ist eine schöne Eigenschaft, nur etwas kräfteraubend.“ meinte schon mein Therapeut vor einem Jahr. Ich nehme mir fürs neue Jahr also vor, noch mehr durchzuatmen, Menschen auch mal zu ignorieren und in manchen Situationen gelassener zu reagieren. Denn am Ende des Jahres will ich mich nicht an solche Dinge und Menschen erinnern, sondern an die schönen Momente mit Leuten, die mir gut tun, mit Ereignissen, die mich zum Lachen bringen und mir ein kleines Glück schenken.

Ich wünsche euch von Herzen eine besinnliche Weihnachtszeit, viel Gelassenheit und das Talent, die unwichtigen Dinge zu erkennen und auszusortieren. Unnötige Zeitfresser oder Energierauber braucht Niemand und so kann auch ein Jahr, was vielleicht von Schicksalsschlägen geprägt ist, im Kleinen Momente enthalten, die uns Glück und Zufriedenheit schenken. Ich wünsche euch, dass ihr viele solcher Momente im neuen Jahr erleben werdet.

Genießt die Zeit mit Freunden und der Familie, esst viele Plätzchen, egal was der Kalorienzähler sagt. Es wäre ja wohl mehr als blöd, wenn man plötzlich in den Himmel gehen muss und von oben den vollen Teller Süßes sieht, den man nicht gegessen hat, weil es ungesund ist, oder die Figur ruiniert. Was soll´s. Es gibt Wichtigeres. Denkt daran und genießt die Zeit ohne Reue und ohne angezogene Handbremse. Das gilt natürlich für jeden Tag.

Wir lesen uns bestimmt auf Facebook und Instagram. Der Blog macht eine Pause. Im Januar bin ich wieder hier für euch da. Danke, dass ihr mich auch dieses Jahr so zahlreich begleitet habt. Danke für eure Kommentare, den Zuspruch und die Kritik. Ich hoffe, euch auch im neuen Jahr mit spannenden Geschichten und ein paar schönen Kooperationen erheitern zu können.

Alles Liebe,

Eure Super Mom Jette