Ich habe eine Weile überlegt, ob ich diesen Text schreibe. Nichts hoch Dramatisches, aber interessiert es euch? Dann dachte ich, naja, vielleicht erkläre ich einfach mal ein paar Dinge zum Bloggen, wer es spannend findet, liest weiter, ansonsten hilft weg klicken.

Hin und wieder bekomme ich die Kritik, dass es hier viel zu kommerziell und werbelastig geworden wäre und man mich daher nun verlasse. Darauf antworte ich meist nichts mehr, irgendwie klingt alles nach Rechtfertigung. In der Bloggerwelt wird aber genau das in letzter Zeit sehr leidenschaftlich diskutiert.

Es ist nämlich so, dass sobald ich einen Text schreibe und ich dafür Geld erhalte oder eine Sachleistung, ich das kennzeichnen muss. Damit es keine Schleichwerbung ist und ihr euch nicht vereiert fühlt. So weit, so Gesetz. Allerdings verlangt es die Rechtsprechnung, dass ich dies gleich oben im Text, am besten in der Überschrift mit „Werbung“ betitel. Mein Herzschmerz an der Sache ist, dass viele Leser diese Artikel nicht lesen, weil sie an klassische Werbung denken, also eine runter geschriebene Lobhudelei oder Pressetext ähnliche Artikel. Ganz oft ist dem aber nicht so und diese Artikel erzählen ebenso eine persönliche Geschichte und ein Produkt oder eine Firma fügt sich dann ein. Klar sind manche Artikel reine Vorstellungen von Produkten oder Dienstleistungen, aber tatsächlich ist es auch meine Schreibe, meine Texte und meine Ideen. Das Wort „Werbung“ schreckt gefühlt ab.

Ich will gar nicht anfangen, dass ein Blog auch Geld kostet. Andere Hobbys tun das auch. Ja im November und Dezember häuften sich bezahlte Artikel, es kam so viel rein, ich dachte es passt zum Blog und stellte fest, alter Schwede, ganz schön viel diese Woche.

Aber wissta was noch blöder ist? Dass Texte, deren Schreiber auf ordentliche Kennzeichnung verzichten, gefeiert, geteilt, kommentiert werden. Das ärgert mich. Vor allem wenn ich mir denke, Mensch welch Zufall, dass mehrere Blogger zuuuuuuuufällig genau das gleiche Produkt entdeckt und gekauft haben. Und jetzt frage ich ganz frech: Sind Leser so doof? Wollen die veräppelt werden? Kann ich mir nicht vorstellen. Daher kennzeichne ich eben mit „Werbung“, auch wenn es nicht fetzt und verzichte auf ein paar Klicks.

Im Gegensatz zu klassischer Werbung in Zeitschriften und im TV, steckt in Artikeln auf Blogs ganz viel persönlicher Touch drin. Wir reihen nicht einfach Slogans aneinander, wir versuchen eine Geschichte zu erzählen, die euch interessiert und das Produkt näher bringt. Dabei sind wir nicht käuflich, denn gefällt mir etwas nicht dann schreibe ich es hin. Es sind eben echte Produktempfehlungen. Das ist ein wichtiger Unterschied zu klassischer Werbung.

Natürlich ist es euer gutes Recht, solche Artikel wegzuklicken, oder gar nicht mehr wieder zu kehren.  Ich wollte einfach mal versuchen zu erklären, wie ein Blog, mit dem auch Geld verdient wird, funktioniert. Warum da so entzückend „Werbung“ prangert und warum nicht kennzeichenen eigentlich viel blöder ist, wenn auch vermeidlich mehr Klicks einbringend. Am Ende lautet meine Devise, dass sich Ehrlichkeit durchsetzt, auf dem Blog und auch auf Instagram und Facebook. Ich finde es nämlich nur albern, wenn 20 Blogger die gleiche Uhr toll finden und oh Wunder noch Rabatt aushandeln konnten, aber nirgends der Hinweis steht, dass sie nichts bezahlen mussten. Oder groß das neue Wohn- oder Kinderzimmer vorgestellt wird mit Produkten, die grade auch in 10 anderen Kinderzimmern eingezogen sind und wenigstens zwei Blogger sind so ehrlich und kennzeichnen das. Denn Hand aufs Herz, liebe Leser und auch liebe Blogger, es ist total ok mit seinem Blog oder Instagram Account Geld zu verdienen und schöne Rezensionen zu schreiben. Aber ehrlich und transparent. Tut auch nicht weh.

So und nun würde mich das Thema aus Lesersicht wirklich brennend interessieren, denn ihr konsumiert ja verschiedene Blogs. Schreckt das Wort „Werbung“ ab? Habt ihr dann das Gefühl, die Meinung sei gekauft? Oder ist euch Transparenz wichtig und wenn die Firma spannend ist, lest ihr es trotzdem, weil ihr wisst, ihr bekommt eine ehrliche Meinung?

 

Picture by Malina Ebert