Ich denke, wir haben Alle mitbekommen, was sich grad vor unseren Augen abspielt. Bis Ende des Jahres werden schätzungsweise 800.000 Flüchtlinge nach Deutschland kommen. Ich werde jetzt nicht darüber schreiben, was diese Menschen für eine furchtbare Zeit hinter sich haben, was sie erlitten haben, welche Ängste sie ausstehen mussten, wen sie vielleicht zurück lassen mussten. Ich werde mich nicht über dumme Äußerungen aufregen und dem noch eine Plattform geben. Denn es erklärt sich für mich von selbst, warum fast jeder Flüchtling ein Handy besitzt. Wie sonst sollen sie Kontakt zu ihren Familien halten? Mit einer Brieftaube? Genauso klar sollte Jedem sein, warum diese Menschen, die mal Ärzte, Verkäufer, Lehrer, etc waren, nicht gestriegelt, sauber und gekämmt hier vor uns stehen. Sie haben monatelange Odysseen hinter sich. Dieses Video veranschaulicht das.

Stattdessen zeige ich euch, was wir tun können. Denn die Stimmen und Taten derer, die Gutes tun, sollten über Alljene hinwegschallen, die lachen wenn Menschen ertrinken, die auf Kinder urinieren, Hetzkampagnen auf Facebook starten und Turnhallen anzünden. Sie dürfen keine Plattform finden, sie müssen überstimmt werden von uns Allen. Also teilt Beiträge, spendet Geld und Sachen und am Wichtigsten: Redet drüber! Nicht für das Lob und die Anerkennung, sondern für die Flüchtlinge und für das Bild der Deutschen wie wir hoffentlich Alle sind: Hilfsbereit, im Herzen erschüttert. Wir Alle können etwas geben, helfen oder einfach laut sagen, dass die Mehrheit der Menschen nicht so denkt, wie einige Wenige.

1) Informieren

Blogger für Flüchtlinge ist eine Initiative, die gemeinsam versucht zu helfen. Auf Blogs, Vlogs, sozialen Medien hören tausende unsere Stimmen. Einen Facebook Account hat fast Jeder. Teilt Spendenaufrufe, gute Nachrichten etc. Ebenso informiert die Seite euch wo ihr spenden könnt.

Auch auf Facebook gibt es viele Gruppen, die gebündelt Informationen sammeln, wo man seine Hilfe anbieten kann, etc. Für Berlin ist das z.B. Moabit hilft

Eine überegionale Seite ist Pro Asyl. Bundesweit findet ihr hier Tipps und weiterführende Kontakte, wie ihr vor Ort helfen könnt.

2) Spenden

Und wenn es „nur“ 5€ sind, jede Geldspende zählt Spenden könnt ihr z.B. hier.

In letzter Zeit mal in den Kleiderschrank geschaut? Was davon trägt man wirklich? Braucht man die 5 Decken für´s Sofa? Ich habe gerade die Kleidung der Kinder aussortiert. Der Winter steht vor der Tür, es werden Schuhe und dicke Kleidung benötigt. Wer in Berlin wohnt, kann direkt bei den Bedarfslisten schauen, was benötigt wird. Moabit-hilft hat alle Bedarfslisten zusammen gestellt und gibt Tipps, wie ihr helfen könnt, auch wie ihr entscheidet welche Kleidung sinnvoll ist und wie ihr sie vorsortiert.

Beim LaGeSo werden im Moment keine Kleiderspenden mehr angenommen, das Lager ist voll. Mareice von Kaiserinnenreich hat eine neue Sammelstelle in Kreuzberg organisiert. Ab nächster Woche werden Helfer gesucht, die die Wäsche vorsortieren. Wer helfen will schreibt eine Mail an kaiserin@kaiserinnenreich.de mit seinen Wunschzeiten.

Ihr könnt eure Spenden nicht selbst hinbringen? Fragt Freunde, ob sie eure Sachen mitnehmen oder verschickt es per Post. Rebuy übernimmt die Portokosten, wenn ihr eure Spenden ans DRK schickt. Auch kann man in einigen Märkten Drogerie Artikel einkaufen und direkt dort in die Spendenboxen geben. Hygieneartikel werden dringend benötigt und kosten euch nicht viel Geld.

3) Vor Ort helfen

Es gibt unterschiedliche Informationen darüber, ob man einfach zu den Stellen hinfahren soll oder nicht. Bitte informiert euch in euren Städten, wie das gehandhabt wird. Oft hilft auch, schnell anzurufen oder eine Mail zu schreiben mit Zeiten, wann man einsatzfähig ist. Google ist euer bester Freund, ich kann nicht für alle Städte die Informationsseiten ausfindig machen.

Ich werde morgen mit meinem Mann zum LaGeSo fahren und schauen was wir tun können. Ich habe aber auch eine Mail geschrieben und unsere Hilfe angeboten. Von Menschen die da sind höre ich aber, dass man einfach hin fahren soll. Wir werden sehen. Auf Facebook halte ich euch auf dem Laufenden. Und nächste Woche werde ich in Kreuzberg Kleidung vorsortieren. Ein paar Stunden vergehen schnell und euer Karmapunktekonto sprudelt über.

4) Flüchtlinge aufnehmen

Ich verweise auf Lucie Marshall. Sie hat es einfach gemacht.

Dieser Beitrag kann nur einen groben Überblick geben. Es gibt regional viele kleine Projekte, die ihr unterstützen könnt, aber wenn ihr wie ich von der Flut der Information etwas überfordert seid, dann hoffe ich, bieten meine Links eine erste Hilfestellung.

Abschliessend Artikel 1 des Grundgesetzes für die Bundesrepublik Deutschland:

(1) Die Würde des Menschen ist unantastbar.