Ich habe ein paar schöne Erinnerungen an das Hotel Esplanade in Bad Saarow. Meine Mama, ich und Baby Marlene waren ein paar Mal da. Genossen sehr leckeres Frühstück, plantschten im Pool, saßen an der Hotelbar und ließen uns beim Wellness verwöhnen. Ein bisschen Luxus, ganz viel Erholung, Zeit mit meiner Mama und schöne Stunden. Das war einmal. Denn das Management denkt voraus.

Ab dem 1. November sind alle Gäste willkommen, die älter als 16 Jahre sind. „Ruhe spielt eine große Rolle bei den
Bedürfnissen unserer Gäste. Auch Eltern oder Großeltern brauchen ab und zu Zeit
für sich. So kann zum Beispiel einem turbulenten Familienurlaub oder einem
stressigen Alltag ein ruhiges und entspanntes Wochenende zu zweit bei uns im
Hause folgen, in denen die Eltern oder Großeltern ihre Akkus wieder aufladen
können“, so Tom Cudok, Direktor des Hauses. 

„Es gibt zahlreiche Anlässe für einen Urlaub ohne Kinder.
Urlaub unter Freunden, Flitterwochen für Brautpaare, Regeneration für
gestresste Workaholics, wiedergewonnene Zeit für Paare mit erwachsenen Kindern,
Freundinnen-SPA oder Männer-Aktivtage – sie alle sind auf der Suche nach einer
Auszeit vom Alltag und ein wenig Zeit für sich.“
heißt es weiter in der Pressemitteilung

Ich könnte mich jetzt wundern, warum Kinder als so störend gesehen werden, dass man sie lieber draußen lässt. Das Hotel bemerkt übrigens in einem Brief an ehemalige Gäste, dass man natürlich nichts gegen Kinder hätte. Ich vermute, in einem Superior Hotel wird es ohnehin nicht soo viele Gäste mit kleinen Kindern geben. Auch könnte ich aufzählen, wie andere 4Sterne + Hotels Kinder willkommen heißen, so dass sich Alle wohl fühlen und sich keiner belästigt fühlt. Wahrscheinlich wurden bei der repräsentativen Umfrage vor allem ältere Herrschaften und „Workaholics“ befragt. Diese Gruppe fühlt sich, nach eigener leidlicher Erfahrung, in jedem Hotel belästigt von Kindern.

Ich könnte jetzt verständnisvoll anmerken, dass man viel Geld ausgiebt um in diesem Hotel Urlaub zu machen und dass es einige Eltern gibt, die ihre Kinder quasi unbeaufsichtigt das Frühstücksbuffet auseinander nehmen lassen. Die beim teuren Dinner mit dem Göttergatten lärmen, weinen und sich daneben benehmen, während die Eltern einfach nur stoisch da sitzen und Wein trinken. Ich könnte anmerken, dass Kommunikation in diesem Fall hilft. Dass ein Kellner durchaus auf die unangenehme Situation hinweisen könnte. Die es ja immer mal wieder gibt. Das will ich nicht abstreiten.

Ich könnte wirtschaftlich denken und argumentieren, dass das Hotel den bestmöglichen Umsatz machen will und die zahlenden Gäste nicht verschrecken will. Ich könnte mich am Scharmützelsee umschauen und finde andere Hotels, die gern Familien als Gäste willkommen heißen, ohne ein ausgewiesenes Familienhotel zu sein. Sondern einfach ein Hotel, welches jeden Gast beherbergt. 

Ich könnte enttäuscht sein, darüber, dass es typisch deutsch ist. Dass es mich nicht wundert, warum wir das geburtenschwächste Land sind. Ich könnte mich fragen, warum wir unsere Bevölkerung in Gruppen aufteilen und getrennt voneinander unterbringen. Statt miteinander zu leben, uns zu erholen. Ich könnte mich fragen, warum Kinder nicht willkommen sind in einem schönen Hotel, wie man eine Kinder- und familienunfreundliche Entscheidung treffen kann, obwohl man ja nichts gegen Kinder hat. Eigentlich.

Aber was bringt es? Stattdessen beglückwünsche ich das Hotel Esplanade zu seiner Entscheidung. Denn seien wir mal ehrlich: Geld in Kitas, Schulen, Familienhotels, Reiterhöfe, Familienferien zu stecken ist Geldverschwendung. Deutschland wird immer älter. Unsere Bevölkerung schrumpft. Die Jungen bleiben aus, die Alten werden älter, haben Geld. Also ist es doch nur schlau sich um die Bevölkerungsschicht zu kümmern mit großer Kaufkraft und die sowieso zahlenmäßig überlegen ist. Wen interessieren da die paar Familien? Die finden auch ein anderes Hotel. Wirtschaftlich gedacht ist das. Und zukunftsorientiert. Und in ein paar Jahren fällt es kaum noch auf, dass keine Kinder unter 16 Jahren in das Hotel dürfen, sind doch eh kaum noch junge Leute da. 

Und bis dahin denke ich an die schöne Zeit mit meiner Mama zurück, ärger mich nicht, sondern suche nach wunderschönen, besseren Alternativen. Nach Hotels, die nicht zwischen „nervig“ und „nicht-nervig“ unterscheiden. Und nur mal angemerkt, der laut am Telefon quatschende Workaholic, die betrunkenen und laut gackernden Freundinnen und grölende Männergruppen könnnen auch sehr, sehr nervig sein. Wo stecken wir die hin? Aber ich hab ja nichts gegen die Menschen. Eigentlich. 

Einen wunderbaren Artikel zu dem Thema schrieb auch Patricia von das Nuf: „Ich habe nichts gegen Kinder, nur bitte nicht hier“  

Auch Nathalie von Eine ganz normale Mama schrieb kürzlich über die zunehmende Abwesenheit von Kindern im Alltag.  

Author

Seit 2011 bin ich in die Welt der Mütter aufgenommen. Mittlerweile habe ich 3 Töchter. Hier schreibt keine "typische" Mutter, die Haushalt und Familie mit links schmeißt, Modelmaße hat und nebenbei locker eine Karriere wuppt. Ich finde es okay, auch mal zu sagen "Ich bin müde! Der Mann nervt! Wir streiten öfter! Nein, ich backe, bastel und singe nicht 24 Stunden am Tag! Ja, ich mag Fast Food und ein Schnäpschen zwischendurch!" Aber auch die schönen Dinge kommen nicht zu kurz. Süße Sachen die ich im Netz finde, hilfreiche Tipps, anderes Lesenswerte und ganz viel ♥

25 Comments

  1. Liebe Anonym, es gibt Erhebungen darüber, die aussagen wie viel Sie zum Unterhalt der Kinder ihrer Nachbarn volkswirtschaftlich gesehen beitragen: nämlich minus 50.000 Euro. Das ist das Plus, was der Staat im Schnitt mit jedem Kind macht, das in Deutschland geboren wird. Wir Eltern nehmen gerne Schecks an, um dieses Defizit auszugleichen.

  2. …Nachtrag: im übrigen steigt die Zahl der Erwachsenen-Hotels drastisch an! Das spricht wohl für sich!?!
    Kinder machen bekanntlich viel Freude – aber sie machen keinen Spaß…jedenfalls nicht den Fremden.

  3. Ich ärgere mich regelmässig darüber, daß ältere, nicht mehr berufstätige Menschen meist grundsätzlich zu den Rush-hours unterwegs sind…..um den Beruflern die Plätze in den öffentl.Verkehrsmitteln zu nehmen und in den Supermärkten die Kassen zu besetzen…..statt dies dann zu tun, während die Berufstätigen in ihren Büros hocken. Genauso nervt mich Mutter RikePike! Wieso fährt sie ausgerechnet um 17.30 Uhr mit dem Regio, der bekanntermaßen zwischen 16.30 Uhr und 19.00 Uhr oft überbesetzt ist! Als berufstätige Pendlerin bin ich regelmässig genervt von den Müttern mit den "lieben Kleinen"……die alles voll krümeln, laut herumkreischen und auch sonst nerven. Den Kindern sei verziehen…den Müttern NICHT! Erziehung ist Glückssache…und die meisten Kinder haben heutzutage offenbar kein Glück! Insofern bin ich mehr von den Müttern genervt als von den Kindern! Ich arbeite täglich 8-10 Stunden – um mit meinen Steuern u.a. auch diese Mütter und deren Leibes-Früchte zu finanzieren, die zunächst mal den Steuerzahler belasten, weil wir für die Kinder bezahlen für Schulen, Kindergärten etc..! Sollten sie dann jemals als Erwachsene einen Job bekommen,sehe ich ihre Arbeit nicht als Beitrag zu meiner Rente…sondern als Rückzahlung für das, was ich als Steuerzahler im Vorfeld für ihren Werdegang bezahlt habe. Familien sollten in Familien-Hotels gehen, wo sie unter Gleichgesinnten sind. Ich besuche freudig die Erwachsenen-Hotels, in denen ich ungestört frühstücken und im Pool sitzen kann, ohne vom Ausdruck ungebremster, kindlicher Lebensfreude genervt zu werden. Nach meinem Dafürhalten sollte die Diskussion nicht um Kinder oder NICHT Kinder gehen….sondern darum, daß ERZIEHUNG wieder stattfinden müßte!! Auch das Wort "Rücksicht" sollte man Kindern erklären und beibringen! Wie kann dies jedoch geschehen, wenn die Eltern selbst nie etwas davon gehört haben.! ?

    • Oh Wow!
      Nur kurz zur Klarstellung (und ich bin nicht sicher, ob es überhaupt Sinn macht, auf diesen Ausbruch mit Rechtfertigungen zu reagieren). Mich finanzieren sie schon mal nicht mit Ihrer Arbeit- ich arbeite selbst. Und darum kann ich mit meinen Kindern eben nicht vormittags ins Museum gehen, wo es „Leute wie Sie“ nicht stören würde, sondern muss das nach (aus diesem Anlass vorgezogenem) Dienstschluss erledigen und dann nehme ich mir die Freiheit, mit meinen Kindern öffentliche Verkehrsmittel zu nutzen, um nach Hause zu kommen. So. Und ich sagte ja: Meine Kinder waren weder besonders laut, noch hoben sie sich sonst irgendwie besonders unangenehm von den sonstigen Insassen ab. Und dass dann dort nicht nur angenehme Menschen sitzen, das kann ich akzeptieren. Schließlich kennt jeder Regionalexpress-Reisende ja auch: vieltelefonierende Workaholics, schnatternde Rentnergruppen, Döneressende Berufspendler und Bier/ Prosecco trinkende Mitreisende, die den Feierabend und das kommende Abendprogramm auf diese Weise einläuten. Dazu schlafende Erschöpfte, die teilweise schnarchen und/oder ihrem Sitznachbarn auf die Schulter sinken. Wenn ich Sie richtig verstehe, geht es aber bei Ihrer genervten Abwehrhaltung nur um Mütter/ Kinder und darum denke ich: Ihre Haltung sagt mehr über Sie als über mich. Wie sollte es auch anders sein.

      Abgesehen davon: Eltern und Kinder dürfen (auch wenn nicht berufstätig, auch wenn Kinder einen schlechten Tag haben etc. pp.) grundsätzlich genauso wie alle anderen auch öffentliche Verkehrsmittel zu jeder Zeit nutzen. Hätte nicht gedacht, dass man das heute auch schon klar stellen muss!!

    • Hallo anonym,
      Ich bin echt mittelmäßig sprachlos über die Äußerung. Ehrlich, es nervt wenn sich eine Mutter wagt einen Pendler Zug zu benutzen?! Was soll sie machen?? 3h warten bis nach 19 Uhr damit es dem gestressten Business Menschen nicht auf den Zeiger geht? Oder am besten sie bleibt ganz zu Hause. Dann kann sich jeder "normale" Mensch frei entfalten und muss sich nicht von furchtbaren Kindern und deren Müttern tyrannisieren lassen.

      Zu dem Thema finanzieren sag ich nix. Das sind so Argumente die jeglicher Grundlage entbehren. Hoffen wir mal nich, dass Sie auf Pflege angewiesen sind oder große medizinische Hilfe die "wir" dann schultern müssen.

      Und sicher ist es richtig, dass einige Eltern ihre Kinder nicht erziehen oder aufpassen aber ein gewissen Toleranzbereich sollte man zulassen denn Kinder sind, oh Wunder, keine kleinen Erwachsenen und funktionieren.

      Ich verstehe nicht, wie man so eine grundsätzliche Genervtheit gegen Kinder haben kann. Aber gut. Ist ne Einstellungssache. Genug Erwachsene benehmen sich ähnlich daneben, sind laut, krümeln, nerven. In welche Hotels oder Einrichtungen stecken wir die? Natürlich ohne den armen Steuerzahler zu belasten.

    • Krass, ich dachte bis zum Schluss es kommt noch die Auflösung "Ironie off"… kam aber nicht…
      Sie müssen ziemlich unglücklich und gestresst sein, um so einen Zorn zu empfinden – ob da noch Wellness hilft, ich bezweifle es.
      Und ihre Erziehung hat offensichtlich auch nicht stattgefunden, denn neben Rücksicht beinhaltet die für mich auch Empathie für Andere zu lernen.. hat Ihnen wohl keiner beigebracht, traurig.

  4. Erst gestern nachmittag bin ich mit zwei Kindern (fünf und drei Jahre alt) zur besten Pendlerzeit (17:30 Uhr) in einen schon relativ gut besetzten Regionalexpress gestiegen. Wir fanden noch zwei gegenüberliegende freie Sitze und setzten uns. Die Große wollte wissen, ob noch Brötchen in der Tüte sind und der Kleine wollte Schorle aus der Tasche. Ich antwortete gerade, als es neben mir zischt (wir saßen da gerade mal 10 Sekunden): „Und das geht auch ruhiger. Ich will hier Zeitung lesen“. Auf meinen Einwand hin, bisher wäre doch alles normale Unterhaltung in Zimmerlautstärke und von Kindern könne man wohl kaum absolutes Stillschweigen erwarten, kam es dann: „Das ist ihr Problem. Das hier ist ein Pendlerzug und Sie stören hier“. Ich bin sonst kaum je um eine Antwort verlegen, aber hier fielen mir die besten Erwiderungen wirklich erst viel später ein. Ich habe dann den Kindern aber immerhin leise erklärt, dass sie nicht schuld sind, wenn andere offenbar einen ganz schlechten Tag hatten und nun so genervt reagieren. Und sitzen geblieben sind wir auch. Mich ärgert aber im Nachhinein doch sehr, dass ich auf dieser Zugfahrt ein paar Mal zu oft meine Kinder zur Ruhe ermahnt habe. Die haben sich nämlich eigentlich sowieso schon sehr gut benommen. Werde mich bessern.

  5. Ich sehe das ein bisschen anders, aber das liegt vermutlich daran, dass ich einige Jahre in der Touristik zugebracht habe und mir diese zunehmende Zuspitzung auf Zielgruppen ziemlich vertraut ist. Nische, Positionierung, USP … darum geht es halt und die Hoteliers denken, dass sie damit ihre Hotels besser füllen, weil sie eine klare Zielgruppe ansprechen und bewerben können. Ob es auch in der Praxis funktioniert, da bin ich mir nicht so sicher. Auf jeden Fall fingen vor ein paar Jahren alle an, auf diesen Zug aufzuspringen. Das Gegenteil davon sind ja die klassischen Kinderhotels, die sich mittlerweile ja in richtigen Verbänden zusammengeschlossen haben. Und dann Sporthotels, Golfhotels, Wellnesshotels … was man nicht alles so "verzielgruppen" kann.

    Aber, ich gebe euch recht, es wirft natürlich ein schräges Bild auf die Akzeptanz von Kindern in der Gesellschaft allgemein und tönt dann auch wieder in das gleiche Horn: Kinder sind laut, sie nerven, am besten sind sie gar nicht da. Ich hab da auch vor einiger Zeit was dazu geschrieben, weil es mich immer so unglaublich aufregt, wie man mit Kindern und Eltern umgeht, direkt und indirekt. Und ich sehe da durchaus einen Zusammenhang zwischen dieser latenten Kinderfeindlichkeit und der unglaublich niedrigen Geburtenrate in Deutschland. http://allesinklein.com/2014/10/01/pfui-ein-kind-willkommen-sein-geht-manchmal-anders/

    Wobei ich nochmal eine Lanze für diese "Adults Only" Hotels brechen muss: Das erste davon, das mir untergekommen ist, als dieser Trend begann (das muss so 2005/2006 gewesen sein), war ein Hotel in … Italien. Ausgerechnet! Mein Traumland in puncto Kinderfreundlichkeit. Naja. Es ist halt doch nicht immer alles Gold was glänzt 🙂

    Liebe Grüße aus München, Petra

  6. Den gleichen Fall haben wir in einem unserer Lieblings-Wellness-Hotels in Österreich erlebt. Ich war inzwischen 3x dort und meine Eltern sehr regelmäßig. Ein ziemlich teures Hotel, wunderschön. Seit 2 Jahren ist es "kinderfrei". Ich war entsetzt. Denn nie nie nie, ist mir bei meinen Besuchen ein Kind negativ aufgefallen (und das vor meiner eigenen Zeit mit Kind). Zum einen gab es aufgrund der Preise nur wenige Kinder, zum anderen nutzen viele Eltern ja gerade das Wellness-Hotel auch mal ohne Kinder. Und die, die da waren, haben niemals irgendwas zerpflückt.
    Nun dachten wir, dass wir mit unserem Kind mal hinkönnten. Doch Pustekuchen. Keine Familien erwünscht. Tja, schade. Ohne Kind werde ich jetzt aus Prinzip auch nicht mehr hinfahren…

  7. Wir haben keine Kinder, aber gerade, wenn ich mich entspannen will (im Café, im Hotel, am Urlaubsort), fällt es mir sogar negativ auf, wenn wenig Kinder da sind. Natürlich können Kinder lauter sein, als ich es wäre. Sie können schreien und streiten und nerven. Das kann ich aber auch, nur eben etwas "angepasster". Aber die meiste Zeit sind Kinder einfach großartig. Sie laufen dorthin, wo ich nie hingesehen hätte, bleiben mitten auf dem Wanderweg stehen, um eine bunte Raupe, ein lustig geformtes Blatt oder eine Fantasiefiguren-Wolke zu bestaunen, sie lachen und hüpfen und singen und… tragen damit dazu bei, dass ich all diese kleinen Alltags-Schönheiten auch sehen oder zumindest leichter entdecken kann. In ein "kinderfreies" Hotel zu fahren, hätte für mich daher nicht nur grundsätzlich was Furchtbares, sondern auch nur sehr bedingt was mit Entspannung zu tun.

  8. Bin gerade auf Facebook über deinen Blog gestolpert und finde deinen Text sehr sehr treffend. Als ich noch kein Kind hatte, fand ich Kinder oft störend (und oft passiert das heute auch noch). Und trotzdem hätte ich es schon damals merkwürdig gefunden, wenn immer mehr Orte explizit kinderfrei sein wollten. Bald wird vielleicht einfach der Inklusions-Gedanke erweitert, der dann halt für eine generelle Mischung der Gesellschaft steht, weil sich alles mehr und mehr trennt. Ich finde eine aufgeteilte Gesellschaft aber nicht wünschenswert! Ich finde es schön, wenn alles sich mischt! Deswegen lebe ich auch gerne in großen Städten (wobei ich auch da die Aufteilung in schick/gentrifiziert und sozial-benachteiligt furchtbar finde).
    Ich habe ebenfalls bereits über meine Urlaubserfahrungen gebloggt. Ich habe nämlich festgestellt, dass England ein viel kinderfreundliches Land ist als Deutschland und wie erleichternd es sein kann, sich in solch einer Umgebung aufzuhalten. Würde mich freuen, wenn du mal reinschaust! http://kinderhaben.de/post/110468004601/hello-love-ein-plaedoyer-fuer-mehr-toleranz

  9. Vor nunmehr 15 Jahren habe ich diesen "Trend" auf britischen Campingplätzen entdeckt. Camping! Was mich die letzten Jahre immer mehr nervt sind weniger die anderen Urlaubskinder (meine sind zwischen erwachsen und 8), sondern die immer mehr werdenden schimpfenden Eltern. Und zweitens dann die nicht hörenden, über die Eltern lachenden Kinder (und das ab jüngsten Alter) und drittens die in Folge noch mehr lamentierenden Eltern.
    Die gibt es inzwischen um einiges mehr als die Gören, deren tiefentspannte Eltern sich nicht um das zerfledderte Frühstücksbuffet kümmern.
    Doch ehrlich gesagt, hält sich meine Störung in Grenzen, da ich andere gut ausblenden kann. Grad am Campingplatz wichtig, wo man sich wirklich sehr nah ist. Danke für deinen Artikel und den Link zu den "unsichtbaren Kindern"
    lg Tagpflückerin

  10. Ganz ehrlich: Ich hab meine Kinder als Alleinerziehende zu 95 % meiner arbeitsfreien Zeit um mich herum. Wenn ich eine der seltenen Mama-Auszeiten habe, bin ich froh um jede Minute, die kein Kind um mich herum wuselt.Wenn also irgendjemand mal auf die Idee kommen sollte, mich für ein Wochenende in ein Wellness-Hotel zu schicken – tja, dann bin ich auch dankbar, wenn ich dort einfach mal kein Kinderkram um mich habe.

    • Ich freue mich auch über Kinderauszeiten. Wir waren ja grad eine Woche ohne Kinder unterwegs. Aber deshalb nerven mich doch keine fremden Kinder. Wellness kann ich doch machen. Soooooo viele Kinder sind doch da eh nicht. Warum muss man denn alles gruppieren und voneinander trennen? Und grade dieses Hotel erlebte ich nicht vollkommen übervölkert von nervigen Kindern.

    • Klar seh ich es gelassen, wenn ich mal allein einkaufen gehen kann und fremde Kinder um mich herum toben. Von mir aus. Vielleicht ist das explizite Verbot von Kindern auch Bullshit. Wahrscheinlich hätte genügt, darauf hinzuweisen, dass das Hotel nicht auf Familien mit kleinen Kindern ausgerichtet ist. Es ist halt vieles immer nur noch extrem: also extra für etwas, oder rigoros dagegen. Beides ist nicht schön.Wobei ich mir beim Verreisen mit den Kindern schon genau die Unterkünfte aussuche, die offensichtlich auf Kinder eingerichtet sind. Wenn in der Beschreibung schon was von "Zweisamkeit genießen" drin steht, oder noch besser "beliebt bei Partygängern und unweit der Flaniermeile" kommt das Hotel für mich eben nicht in Frage.

    • Ja das wäre doch ein fairer Kompromiss gewesen, statt Kidner gleich zu verbieten. Klar fahre ich mit Kindern auch nicht nach Malle ins Partyzentrum mit eigener Disco im Hotel. Aber wer das gern will, hin da. Dieses Aufteilen und "Du kommst hier nicht rein, du nervst!" find ich bekloppt. Ich bin echt noch nie auf die Idee gekommen, explizit nach Kinderfreien Hotels zu schauen, auch als ich noch keine hatte. Ich schaue, dass es sauber ist, leckeres Frühstück geboten wird und super wäre ein Pool. Aber jut. Irgendwann will ich auch nur noch meine Ruhe haben. Wer weiß.

    • Naja ich kenn diese Ausgrenzung bisher nur von Hotels, wo halt auch besondere Sachen für Erwachsene angeboten wurden. In Richtung nicht jugendfrei mit Partnertausch oder ständig nackt oder Separees mit Whirlpool.

  11. Es regt mich wirklich auf: wir sollten doch die anscheinend so wenigen Kinder lobpreisen und nicht noch verdrängen. Tatsächlich wird es wohl nur wenige Menschen geben, die etwas gegen Kinder haben. Die werden sicher auch nicht in Massen durch den SPA-Bereich rennen.
    Ob damit nicht eher negative Werbung erzeugt wird?

  12. Du sprichst mir aus dem Herzen! Ich poste selten meine eigenen Beiträge in Kommentaren, aber diesmal habe ich einen, der passt: Ich hatte mich mal dazu geäußert, dass unsere GEsellschaft auch so kinderlos ist, weil Kinder immer unsichtbarer werden. Und unsere Gesellschaft immer kinderfeindlicher. Es ist ein Teufelskreis. Je mehr wir uns mit unseren Kindern in unsere Komfortzonen zurückziehen, umso mehr werden Kinder in der Gesellschaft einfach vergessen – und somit nicht mehr toleriert oder als STörfaktor angesehen.

    Ich bin dafür, dass wir uns FAmilien wieder sichtbarer machen müssen. Der Gesellschaft zeigen, dass Leben mit Kindern wunderbar ist und dass Kinder einfach dazugehören.

    Wenn Du magst, mein Text war hier: https://ganznormalemama.wordpress.com/2015/06/05/die-abwesenheit-von-kindern-in-unserer-gesellschaft-verlasst-eure-komfortzone-geburtenraten/

    • Super!
      Danke für deinen Artikel. Ich habe ihn gleich noch in meinen Text eingefügt.
      Und du beschreibst es genau richtig: man zieht sich immer mehr zurück, umso nerviger werden Kinder, wenn sie denn mal öffentlich gesehen werden.

  13. Es gibt aber auch Hotels, in denen ausdrücklich nur Familien mit Kindern rein dürfen! Weil sich die ohne Kinder immer beschwert haben 😉
    Viele Grüße,
    Eva

    • Aber das ist doch schade. Dass man extra Konzepte schafft, damit man sich gegenseitig nicht nervt. U mal ehrlich, wieviele Kinder sind denn tatsächlich in einem gehobeneren Hotel. Sicher wäre Kommunikation auch ein Weg gewesen. Die Einstellung finde ich schade. Kinder nerven, geht bitte woanders hin.

    • Das stimmt auf jeden Fall. Ich finde das auch sehr traurig, dass eine "Bevölkerungsgruppe" ausgeschlossen wird. Wobei ich mit meiner Tochter auch lieber in ein Hotel fahre, das weniger gehoben ist, wenn ich weiß, dass dort dann auch einfach mehr Kinder sind und sie sich nicht langweilt mit ihrer ollen Mutter.
      Und, ganz ehrlich, ich war mal in so nem "reinen" Kinderhotel. Wenns da voll ist sind ca 250 Kinder im Hotel, und natürlich die Eltern. Das war selbst mir zuviel…die Mischung machts einfach. Drum machen wir heuer Urlaub auf nem Bauernhof 😉
      Eva

    • " U mal ehrlich, wieviele Kinder sind denn tatsächlich in einem gehobeneren Hotel." Ich arbeite in einem 5 Sterne luxushotel (in D). Aktuell haben wir 96 Gäste unter 18 Jahren ;-), entspricht etwa 20% der Gäste.
      Familien sind aber auch unsere Kernzielgruppe. Und auch reiche Leute haben Kinder 😎

  14. Danke :o* Dem gibt es nix hinzuzufügen.
    Ich pack dann mal meine unerwünschte Brut und fahr zelten :o)

    Alles Liebe,
    Nadine

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