Ich lese nicht gern immer und ständig fluffig, schöne Blogbeiträge von Familien, die perfekt aussehen und alles wuppen. Mal ja, immer, nein danke. Ich mag deutliche Texte, lustige, kritische, persönliche, die eigene Meinung vertretende. Das macht einen Blog aus. Meinen hoffentlich auch. Würde ich jedes Thema neutral und wissenschaftlich beleuchten, könnte ich in einem Wissenschaftsmagazin veröffentlichen. Knallertexte mit starken Meinungen bringen Klicks, neue Leser, werden geteilt und diskutiert. So weit so schön.

Was aber leider online abging, find ich einfach nur traurig. Thema Familienbett. Stadt Land Mama schrieb einen recht deutlichen Text gegen das Familienbett. Könnte man lesen und annehmen oder auch nicht. Wäre es die eigene Erfahrung, die eigene Meinung. Aber was fehlt? Das laute: „Hey und wenn eure Kinder im Familienbett schlafen, so be it. Ich mag es nicht, aber ich bin nicht allwissend, mein Weg ist nicht der einzig Wahre.“ Dann wäre es ein persönlicher Artikel gegen das Familienbett gewesen, der nicht eine Großzahl der Mütter beleidigt, die das Familienbett in irgend einer Form betreiben. Denn zusammenfassend: Eltern sind Sklaven, die sich aufopfern WOLLEN für ihre Kinder, keinen Sex mehr haben und nicht loslassen können. Sorry, geht gar nicht.

Ich werde kein Pladoyer für das Familienbett schreiben, das taten jetzt schon Einige. Ich möchte einen ebenso lauten, stark diskutierten Artikel für das Familienbett teilen, weil er eben alle Gegnargumente humorvoll überspitzt darstellt. Leider erkannten das einige Leser nicht. Ich finde den Text von Schlaflose Muttis warum man auf gar keinen Fall sein Kind ins elterliche Bett holen sollte, super.

Ich werde mich aber wiederholen und es immer wieder predigen: Jede Mutter will das Beste für ihr Kind. Manche Handlungsweisen mögen befremdlich wirken, mögen auf einen persönlich nicht zutreffen, aber man selbst hat nicht die letztgültige Weisheit erreicht. Man ist auch nur eine Mutter, die für ihr Kind versucht, so gut wie möglich Entscheidungen zu treffen, bei denen es hoffentlich der ganzen Familie gut geht. Denn so trifft man nun mal emotionale, familiäre Entscheidungen: aus dem Bauch heraus. Nach bestem Wissen und Gewissen. Aus Liebe für sein Kind. Aus Überzeugung und um glücklich mit der Gesamtsituation zu sein. Und erst recht erwarte ich von einem Mama Blog Respekt. Ich vermisse es schon so oft in den sozialen Netzwerken, wenn wieder mal hitzig diskutiert wird und einige Wenige wieder beleidigend werden und Anderen ihre Meinung aufdrücken. Ganz ehrlich, ist scheiße Leute! Aber gut, es ist ein emotionales Thema, es geht schließlich ums eigene Kind. Trotzdem! Ein Mama Blog, der eine große Leserschaft hat, hat die Pflicht und die Verantwortung nicht noch mehr Mama Gebashe zu schüren, allein mit dem Ziel, Klicks, Likes und Shares einzufahren. Das ist euch gelungen, liebe Stadt Land Mama. Ich hoffe, alle die es lesen, lassen sich weder verunsichern, noch fühlen sie sich angegriffen, sondern gehen friedlich schlafen, in das Bett, was sie für sich ausgesucht haben, mit oder ohne Kindern darin.

Author

Seit 2011 bin ich in die Welt der Mütter aufgenommen. Mittlerweile habe ich 3 Töchter. Hier schreibt keine "typische" Mutter, die Haushalt und Familie mit links schmeißt, Modelmaße hat und nebenbei locker eine Karriere wuppt. Ich finde es okay, auch mal zu sagen "Ich bin müde! Der Mann nervt! Wir streiten öfter! Nein, ich backe, bastel und singe nicht 24 Stunden am Tag! Ja, ich mag Fast Food und ein Schnäpschen zwischendurch!" Aber auch die schönen Dinge kommen nicht zu kurz. Süße Sachen die ich im Netz finde, hilfreiche Tipps, anderes Lesenswerte und ganz viel ♥

11 Comments

  1. Ich finde den Artikel weder besonders gut noch unterhaltsam geschrieben. Der war auf Krawall gebürstet und das hat ja wohl auch geklappt. Klicks bekommen, Ziel erreicht würde ich sagen 😉

  2. Hm, ich hab die Diskussion durchaus mitbekommen und hab mich von dem Artikel ganz eindeutig nicht angegriffen gefühlt. Dabei bin ich auch eher ein Mimöschen. Warum? Weil er so ganz eindeutig überspitzt und provokativ geschrieben ist, dass ich ihn auf Anhieb so verstand: Meinungsäußerung + Provokation um Kommentatoren zu locken. Nix also, worüber man sich nicht künstlich aufregen muss, sofern man nix anderes zu tun hat.
    Natürlich trägt dieser Post nicht unbedingt zur differenzierten Betrachtung des Themas bei, aber ich behaupte einfach mal, Mamablogs sind eh nicht das geeignete Pflaster, um argumentativ differenziert und vlt. sogar wissenschaftlich zu diskutieren.

    Darum meine ernsthafte Frage: Warum fühlten sind einige Eltern auf die offensichtliche Provokation so heftig angesprungen? Was denkst du?

    • Liebe Rosalie,
      tja ich denke, man fühlt sich leicht angegriffen, weil es um die Familei geht. Die eigene. Die Werte und die Entscheidungen die man getroffen hat für seine Familie. Wenn dann jemand so laut und provokant gegen das eigene Tun schreibt, sollte man vielleicht drüber stehen, aber naja, Menschen sind keine Maschinen und nicht unfehlbar und ich muss sagen, auch wenn mir persönlich total egal ist wer wo schläft und sie mich nicht persönlich getroffen hat, mochte ich diesen beleidigenden und wertenden Unterton überhaupt nicht. Und dieses Mütter Gebashe geht mir einfach auf den Sender. Daher mein Appell an mehr Respekt. Kontroverse Themen ansprechen, klar und sehr gern, gehört ja auch zu Blogs. Sie sind persönlich, aber ein bisschen Anstand muss gewart bleiben und nicht so düstere Unterstellungen hinaus brüllen, wie alle im Familienbett sind ja froh endlich kein Sex mehr haben zu müssen. Das is schon ne Nummer und ich finde, da kann man drüber lachen oder sich aufregen. Zurecht.
      Hoffe die Antwort ist so okay für dich.
      Liebe Grüße,
      Jette

  3. Liebe Jette, danke für dein Statement!

    Mir ist der Beitrag auch sauer aufgestoßen, nicht weil ich betroffen bin. Sonder weil ein Untertohn mitschwingt den ich nicht leiden kann. Ich halte es gerne mit dem alten Fritz "Jeder soll nach seiner Fasson selig werden".
    Diese Einstellung fehlte mir leider schon häufiger bei den Beiträgen der Autorin, schade.

    LG
    Cloti

  4. Hey meine Liebe,

    hätte ich deinen Beitrag eher gesehen, hätte ich mir meinen ja schenken können 🙂 Ich hab dich einfach mal verlinkt und danke dir für die Erwähnung!

    Ich wünsche dir noch einen schönen Tag!
    Liebe Grüße
    Nicole

  5. Danke Jette!

    "Eltern sind Sklaven, die sich aufopfern WOLLEN für ihre Kinder, keinen Sex mehr haben und nicht loslassen können." Genau das ist bei mir auch als Kernbotschaft angekommen plus ein unterschwelliges "Du hast es einfach nicht drauf".

    Die gleiche Botschaft ist auch bei Katharina's Artikel übers Anziehen rübergekommen: http://blog.ernstings-family.com/2014/11/mama-streit-duerfen-kinder-selbst-entscheiden-was-sie-anziehen/ "Ich habe Freundinnen, die jeden Morgen Ärger wegen der Klamottenfrage haben. Es gibt Tränen, Gebrüll, Drohen und Schimpfen. Das gibt es bei uns nie. Weil “Was ziehe ich an?” kein Thema ist, ich nie ein Thema draus gemacht habe. Ich hole die Kleidung aus den Schränken und ziehe sie den Kindern an. Ganz einfach." Freut mich ja, dass es so easy bei ihr läuft, aber ich hätte es hilfreicher gefunden, zu lesen, wie man es besser machen kann, wenn es eben nicht so läuft….

    Liebe Grüsse,

    Christina

  6. Liebe Jette, vielen Dank für diesen Artikel. Hättest Du ihn nicht geschrieben, hätte ich es getan 🙂

    Ich kenne ebenfalls beide Texte (den von Nicole von Schlaflose Muttis und auch den von StadtLandMama) und sehe es ganz genau wie Du. Mir ist es persönlich egal, wer Familienbett praktiziert und wer nicht – jeder Jeck ist anders, wie man in Köln so schön sagt. Wir haben für unsere Familie eine persönliche Lösung gefunden, mit der alle leben können und wollen. Ich verurteile niemanden wenn er es anders handhabt.

    Einige Argumente im Artikel von StadtLandMama kann ich durchaus nachvollziehen, ebenso wie die Argumente FÜR ein Familienbett. Und dennoch erwarte auch ich von beiden Seiten – egal ob dafür oder dagegen – mehr Toleranz. Was hätten wir für eine triste Welt, wenn jeder gleich wäre? Und schließlich regt sich ja auch keiner drüber auf, wenn der eine gern Marmelade und der andere gern Wurst zum Frühstück isst (natürlich hinkt der Vergleich 🙂 )

    Ich mag kontroverse Themen und lese gern auch andere Meinungen als meine – ich finde dass kann auch den Horizont erweitern. Zum Nachdenken anregen. Oder mir eben auch klar machen: so würde ich persönlich es nie machen, weil es nicht zu mir/uns passt.

    Aber was soll dieses "Niedermachen" untereinander? Leben und leben lassen. Solange kein Kind ernsthaft Schaden davonträgt (und davon gehe ich bei allen liebenden Mamis und Papis aus), soll doch jeder seinen Weg gehen.

    Und dennoch: kontrovers schreiben ist super, aber bitte ohne Unterstellungen oder Beleidigungen der "Gegenseite" (mir fiel da einfach kein besseres Wort ein

    Sei lieb gegrüßt, Anna

  7. Also ich schlafe mit meinem Kindern in einem Bett, Mann hat sein eigenes Bett im anderen Zimmer (wo das Baby auch manchmal mitschläft). Also auch eine ungewöhnliche Konstellation, die Stadt-Mama Katharina sicher noch schlimmer finden würde als das Familienbett eh schon. 😉
    Aber tatsächlich stören die Kinder mich beim Schlafen überhaupt nicht und wenn ich ins Bett gehe will ich dann in aller Regel auch schlafen, Nähe zum Mann suche ich eher wenn wir vorher noch ein paar Serien-Folgen gucken. Muss ja nicht gleich jedes Mal der Küchentisch sein, die meisten Haushalte haben ja auch noch ein Sofa. Oder bei uns halt das Bett vom Mann. Den Text von schlaflose Muttis finde ich auch super, genau meine Meinung! 🙂

  8. Im Prinzip halte ich auh nichts davon dass Kind ins eigene Elternbett zu holen aber wer weiß wie es dann so ist wenn es denn mal soweit ist 😉

  9. Stimme Conny da zu.
    Für uns war das Familienbett aus verschiedenen Gründen nichts. ZB schlief der große nur ruhig im eigenen Bett. Bei uns rollte er nur hin und her und trat aus.
    Aber es ist die Entscheidung eines jeden einzelnen. Das Kinderbett stand bei und zb im ersten Jahr jeweils bei uns im Schlafzimmer.

    Klar. Soll, kann und muss jeder machen wie er will.

    Für mich etwas befremdlich fand ich die Aussage von bekannten bei denen zehnjährige noch jede Nacht mit im Bett schlafen und sie für "gemeinsame Stunden" ins abreitszimmer gehen.
    Ich sage befremdlich für mich. Nicht für alle. Früher haben ganze Bauernfamilien zusammen in einem Zimmer und zum Teil im gleichen Bett geschlafen.

    Es gilt der Grundsatz: "Leben und leben lassen! "

    Grüße
    Bettina

  10. Oh, du hast ja so Recht, liebe Jette!
    Es gibt allgemeingültige Punkte wie z.B. "in der Wohnung soll nicht geraucht werden"- und dann gibt es ganz unterschiedliche, persönliche Erziehungsentscheidungen.
    Was für mich und mein Kind gut ist (bzw uns;)), muss nicht für andere gelten. Ist zwar interessant über den Tellerrand zu schauen, wie andere es machen, aber dabei sollte niemand beleidigt o.ä. werden.
    Und nicht zu vergessen – manches entwickelt sich einfach, ohne dass man es geplant hat. Ich dachte früher auch nicht, dass Madame in unser Bett einziehen würde. Nuja, is bei uns so, bei anderen anders. Soll wohl auch gut so sein, wa? 😉
    Lieben Gruß.

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