Ich will mal versuchen mich kurz zu fassen, was meine Mutter-Kind-Kur Erfahrung betrifft. 
Zu allererst, die Ostseeklinik lag eine halbe Minute vom Strand entfernt, ich hatte einen Balkon mit Meerblick und bis auf zwei stürmische Tage Sonne satt. Dafür kann die Klinik jetzt nur bedingt was, trägt aber viel zur Erholung bei. Denn die Spielzimmer und der Spielplatz sind erst für Kinder ab ca. 3 Jahre. Hätte es drei Wochen geregnet, wär ich wohl durchgedreht. Vor Ort gibt es eine Cafeteria mit leckerem Kaffee und schöner Terrasse. Man kann es sich gut gehen lassen, wenn man sich eingegroovt hat. Gut fand ich, dass die Einrichtung etwas abseits von Kühlungsborn lag, so konnte man sich wirklich erholen. Zu Fuß waren es 10 Minuten ins kleine Zentrum, zur Seebrücke fuhr ich mit Auto, da diese Bimmelbahn keine Kinderwagen erlaubt. Pfts. Kühlungsborn ist wunderschön und da wir über Männertag und Pfingsten da waren, war einiges los. Der Hafen ist auf jeden Fall empfehlenswert. 

Vor allem für Flori war es nicht so leicht, sich umzustellen, was sie mich jede Nacht spüren ließ. So schlecht schlief sie noch nie. Zudem bekam sie vier Backenzähne und hatte zahllose Updates. Es gab nach 10 Tagen ein großes Stimmungsgewitter und ich wäre am Liebsten heim gefahren, weil ich einfach müde war und der Abschied an der Kitatür auch anstrengt. Nächstes Manko: Mit den Kindern isst man Mittags immer zusammen, heißt wenn man nachmittags noch Termine hat, gibts zweimal am Tag Drama. Man muss auch versuchen, sich von seinem Kurplan nicht so stressen zu lassen. Manchmal ging ich eben im zweiten Durchgang frühstücken, wenn wir verschliefen. Schlaf war wichtiger! Überhaupt kann man seine Anwendungen ja auch zeitlich verschieben, so dass ab Woche zwei alles runder lief und ich nicht mehr so gestresst war ob ich irgendwo pünktlich bin. Dinge die mir Spaß machten, wie z.B. Wassergymnastik besuchte ich öfters, als auf meinem Plan stand, wenn das Becken nicht zu voll war. Aber irgendwer fehlt eh immer. 

Immer wieder gönnte ich mir kleine Auszeiten, ging allein walken oder an den Strand. So wichtig. So gut!!!

Zwischendurch besuchten uns Marlene und der Mann, was mir sehr gut tat. Die beiden haben sich so riesig gefreut, wir hatten Tränen in den Augen. Zum Glück blieb der Trennungsschmerz aus und wir freuten uns einfach aufs nächste Wiedersehen. Wären die Kinder größer, würde ich die drei Wochen allein bleiben. Einige Größere litten ganz schön, als Papa nach einer Woche kurz da war und wieder fuhr. 

Meine größte Sorge war eigentlich, dass es nur grausige Mamas gibt. Drei Wochen in so einer Einrichtung mit überwiegend Müttern kann schon hart sein. zum Glück verstand ich mich blendend mit meiner Tischnachbarin und im Laufe der Zeit wurden wir eine kleine 5er Gruppe, die sich abends immer im Flur traf und "Schorle" trank (Alkohol in den öffentlichen Bereichen ist offiziell verboten). Ich muss sagen, ich fühlte mich manchmal wie im Ferienlager. Wir bekamen Anraunzer, wenn wir zu spät heim kamen oder uns nicht abmeldeten und wir gackerten bis spät abends auf dem Flur über unsere Männer oder andere Erlebnisse. 

Ja es gab sie auch, die Mamas, die ihre Kinder anschreien und grausig behandeln. Es gab auch die, die eine Woche nur mit Lästern beschäftigt waren und sich ständig über alles beschwerten. Zu der einen Gruppe ging ich hin und stellte mich namentlich vor, damit das Lästern leichter fällt. Die Damen die sich beschwerten, dass wir einen Abend Pizza bestellten, bekamen auch eine freundliche Ansage. Mag ich ja null, das Küchenpersonal zusammen zu falten, anstatt direkt zu uns zu kommen. Nunja. Überhaupt war das gesamte Personal sehr freundlich, die Sportlehrer der Knaller und wir hatten viel zu lachen bei schweißtreibenden Bauchübungen. 

Fazit: Die Kureinrichtung kann ich sehr empfehlen, ich würde dort wieder hin fahren. Jedes Zimmer hat einen Balkon und eine kleine Küche, eingebaut in einen Schrank. Das Essen war lecker und abwechslungsreich, die Kita Erzieher sehr sehr herzlich, lieb und bemüht. Trotzdem bin ich froh, dass Marlene zu Hause blieb. Da Flori einfach so schlecht schlief, war ich froh, mich nur auf sie konzentrieren zu müssen, beim Essen, im Pool, im Spielzimmer…. Wenn beide etwas größer sind, nehm ich beide mit. Flori war fast die Kleinste, die meisten waren zwischen 4 und 10 Jahren. Und ich mein, Strand und Meer vor der Tür sind einfach der perfekte Spielplatz. Ich wäre gern länger geblieben. Der Austausch mit anderen Müttern tat sehr gut, auch zu sehen, wie andere mit ihren Kids umgehen. Und wenn es nur ist dass man weiß, dass man es so nicht machen würde. In 4Jahren kann ich den nächsten Antrag stellen und auch wenn man so viel negatives über Mutter-Kind-Kuren hört, ich kann es empfehlen. Man muss sich drauf einlassen. Viele Kinder, viele Frauen, wenig Männer. Aber wenn man im Flow ist, dann tut es einfach gut, mal nur was für sich zu tun. 

Zum Formalen:
Ich habe eine Kur für mich beantragt, Flori war Begleitkind. Das heißt, sie bekommt keinerlei Anwendungen vor Ort. Hier gibt es die Formulare zum Download. 

P.S: Die Fotos stammen dieses Mal ausschließlich vom Handy. Kur in schön gibt´s ja schon im letzten Beitrag

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Seit 2011 bin ich in die Welt der Mütter aufgenommen. Mittlerweile habe ich 3 Töchter. Hier schreibt keine "typische" Mutter, die Haushalt und Familie mit links schmeißt, Modelmaße hat und nebenbei locker eine Karriere wuppt. Ich finde es okay, auch mal zu sagen "Ich bin müde! Der Mann nervt! Wir streiten öfter! Nein, ich backe, bastel und singe nicht 24 Stunden am Tag! Ja, ich mag Fast Food und ein Schnäpschen zwischendurch!" Aber auch die schönen Dinge kommen nicht zu kurz. Süße Sachen die ich im Netz finde, hilfreiche Tipps, anderes Lesenswerte und ganz viel ♥

4 Comments

  1. hach Mensch ich beneide dich…..ich wollte auch gerade eine Kur beantragen, wurde leider von der privaten Krankenversicherung komplett abgeschmettert, da nicht extra mit versichert:(
    Hat es dir denn geholfen in der Beziehung mit Flori? Und hat Marlene dich sehr dolle vermisst?

    Lieben Gruß Simone

  2. Danke für diesen Beitrag! Ich bin grad in den ersten Zügen den Antrags und bin echt mal gespannt. Darf ich mal fragen wie lange es zwischen Antrag stellen und Abreise gedauert hat?
    Ich bin echt gespannt…ich denke es liegt vielleicht auch viel daran wen man so trifft, oder?
    So wie du es beschreibst könnte ich mir eine Kur echt gut vorstellen, obwohl ich ein wenig Angst vor'm "Zeithaben" habe…und allem, was man dann so macht (langweilen, nachdenken, usw). 🙂

    Aber, du machst mir Mut!

  3. Ach, schön, dass es gut war. Ich hätte die Kur auch viel erholsamer gefunden, wenn ich alleine gefahren wäre, aber das, so wurde mir erklärt, ist ja nicht das Ziel einer Mutter-Kind-Kur (es soll die Beziehung gestärkt werden…). Da meine Kinder keiner nimmt, wenn ich in Kur oder sonstwohin fahren wollte, habe ich diese Option also nicht.

    Übrigens war ich auch die zu kurende Person, aber leider gab's gar keine Anwendungen, die mir gut taten. Ich war trotz sorgfältigst ausgefüllter Fragebögen im falschen Haus gelandet, da wird wohl einfach aufgefüllt, damit sich das für die Krankenkasse rechnet, das hat mich sauer gemacht.

    Mein Tipp also: genau recherchieren, wie das Tagesprogramm vor Ort aussieht. Das hatte ich nämlich versäumt und mich darauf verlassen, dass die schon wissen, was sie tun. Böser Fehler.

    Viele Grüsse, Christine

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