Da ich letzte Woche online einige Vorträge der Re:publica nachhörte, fielen mir zwei Themen ein, über die ich längst mal bloggen wollte. Und dann entschwand es meinem Hirn. Ob ich vielleicht doch mal Redaktionspläne entwerfen sollte und sogar strukturiert arbeiten sollte??? Nu hört´s auf.

Thema 1: Irgendwo (jaja, ich sollte anfangen Beiträge zu speichern, damit ich das auch verlinken kann) las ich mal einen Artikel: „10 Sätze, die ein Mann während der Geburt nie sagen sollte“. Und das erste was mir durch den Kopf ging war, der arme Mann! Ehrlich. Natürlich weiß der nicht im entferntesten, wie sehr det schmerzt und was da abgeht, aber er bemüht sich. Auch für Männer ist so eine Geburt doch eine krasse Grenzerfahrung. Ich hätte es verstanden, wenn der Super Dad gesagt hätte, „Neee danke, is mir nüscht.“ Bei Marlene hat er auch was „falsch“ gemacht: Er saß hinter mir und atmete mir in den Nacken. Ooooaaaaahhhh!!! Ausrasten hätte ich da können. Ich bemerkte etwas unfreundlich, dass er gefälligst in eine andere Richtung atmen soll, gut wars.

Bei dem ganzen Thema Schwangerschaft, Geburt und Familie habe ich manchmal das Gefühl, dass Männer in den Foren, Ratgebern, Tipps und Tricks, schlecht bei weg kommen und dass sie eigentlich kaum eine Chance haben, etwas richtig zu machen. Hier auf dem Blog findet der Super Dad auch nur selten Erwähnung. Warum eigentlich? Er gehört ja zur Familie und nervt mich streckenweise genauso wie beide Kinder zusammen. Hehe. Meist ist ihnen die Rolle des Ernährers zugedacht, der spät heim kommt, dann noch kurz die Kinder bespaßt und irgendwie nichts mitbekommt. Immerhin sprießen immer mehr Väterblogs aus dem virtuellen Boden. Irgendwie find ich die Einteilung blöd, weil bei Modeblogs interessiert es auch nicht, ob ein Mann oder eine Frau nen Herzinfarkt wegen der neusten Handtasche bekommt. Bei Familienblogs gibts die Mutti- und die Väterblogs. (Achtung, Überleitung zu Thema Nr. 2)

Muttiblogs entstehen ja eh meist nur aus der Langeweile heraus, während der Elternzeit etwas tun zu wollen. Da postet die Hausfrau dann mal ihre Rezepte, fotografiert die hübsch angezogenen Kinder und schwafelt ein wenig rum. Steckt ja nüscht dahinter. Die können doch nix die Muddis. Das bisschen Palawer interessiert keinen, denn so ein hübsch hin drappiertes Foto oder die Ode an die neuste Lampe erfordert weit mehr Aufwand, als die bloße Aneinanderreihung von Worten über so „lächerliche“ Themen wie Wutanfall, Überforderung, Hilflosigkeit, Problemen mit den Kindern, die Verarbeitung der Geburt, etc. 

Mich nervt es ja mittlerweile sehr, wenn mich jemand fragt, was ich für einen Blog habe und ich sage: Einen Mama-Blog. Das benutz ich nicht mehr, weil dieser Begriff in der Blogosphäre und auch in den Medien einen negativen Touch bekommen hat, wie oben aufgezählt. Die Väter sind da schon wieder ganz cool, mischen alles mal auf, beleuchten Themen aus einer anderen Sicht und rocken eh. 

Mal ehrlich, einen Text zu schreiben, über ein sehr privates Thema kostet genauso viel Zeit, Energie, Vorbereitung und Kreativität, wie das Ausleuchten des Dessert oder das Fotografieren des Wohnzimmers. Es ist eben ein anderes Thema. Foodblogger sind ja auch nicht nur mit Essen beschäftigt. DIY-Blogger basteln auch nicht nur den ganzen Tag. So sind Mama-Blogger nicht nur Mama. Da hängt noch mehr dran. Und Väter-Blogger eben nicht nur Väter. Und am Ende des Bloggertages beschäftigen sich alle mit den gleichen Fragen: Interessiert das meine Leser? Bin ich authentisch? Kann ich diese Kooperation eingehen? Was soll ich bloß bloggen?…

Einerseits hab ich aufgehört, mich selbst so kleinlaut darzustellen und runter zu nuscheln, dass ich irgendwas mit der Familie und meinem Leben verblogge, andererseits hab ich beschlossen, sollte der Super Dad auch mal mehr erwähnt werden oder mal wieder selbst hier schreiben. Hat er ja anfangs auch gemacht.

Und im übrigen: Ich habe einen Blog, der dreht sich um das Wichtigste: Mich. (Super arrogant, ne?) Bei der Super Mom lest ihr was mich bedrückt, beschäftigt, amüsiert, seitdem ich eine Familie habe. Das ist die Wahrheit. Die ist mal fluffig, mal gemein, mal lustig, mal traurig. Fotos, coole Kooperationen und Reisetipps runden mein Profil ab. DAS sag ich jetzt immer, wenn einer fragt was ich so mache. Ich rocke das Internet mit meinen Geschichten rund um mein Leben und das meiner Familie. 


Amen!

Author

Seit 2011 bin ich in die Welt der Mütter aufgenommen. Mittlerweile habe ich 3 Töchter. Hier schreibt keine "typische" Mutter, die Haushalt und Familie mit links schmeißt, Modelmaße hat und nebenbei locker eine Karriere wuppt. Ich finde es okay, auch mal zu sagen "Ich bin müde! Der Mann nervt! Wir streiten öfter! Nein, ich backe, bastel und singe nicht 24 Stunden am Tag! Ja, ich mag Fast Food und ein Schnäpschen zwischendurch!" Aber auch die schönen Dinge kommen nicht zu kurz. Süße Sachen die ich im Netz finde, hilfreiche Tipps, anderes Lesenswerte und ganz viel ♥

7 Comments

  1. Als ich meinem Umfeld mitteilte, dass ich jetzt auch einen Mutti-Blog führe, habe ich mich auch etwas seltsam gefühlt, hatte so ein bisschen ein "Nicht-noch-ein-Mama-Blog"-Gefühl. Das Wort Mama-Blog ist auch ätzend, klingt nach rosa, tuffig, nach Badewannenschaum. Dabei sind die Themen Kinder und Familie großartig, da steckt so viel drin. Und dass es eben auch anders geht, zeigst du ja in deinem Blog. Und ich denke, ich zeige das auch;)

  2. Wieder mal sehr cool geschrieben 🙂 Du bist und bleibst halt die Super Mom 🙂 Ich liebe auch deine Fotos… wer da denkt du wäret "nur" eine Muddi, selber schuld. Mich nervt das aber auch, wieso haben unsere Eltern (!) Blogs einen miesen Ruf? Ich finde es gibt viel hohlfrittigere Sachen die man lesen und schreiben kann – und ich glaube, die Blogs, bei denen es nur um Brei und Windelpups geht, die halten auch nicht allzu lange.

    Liebe Grüße, Janina

  3. Ob Vater- oder Mutterblog ist doch völlig irrelevant. Wir schreiben doch alle über unsere Leben und wie wir Problemchen und Glücksmomente kanalisieren. An einem Tag sind wir ein Hassblog, am anderen ein rosarotgefärbtes Liebespamphlet. Lass doch die Genderforscher über die Unterschiede diskutieren.

    Ich mag Dein Blog sehr. Warum ist doch egal. Ich will letztendlich unterhalten werden und mich teilweise auch selber darin finden. That's it!

    Liebe Grüße,
    Dein Babyvater

  4. Hihi, mein erster Blog war überschrieben mit "Hier geht es um drei Themen – me, myself and I". Wird mir übrigens auch jetzt noch oft vorgeworfen, dass mein Blog zu sehr Nabelschau sei. Was soll's – ist mein Blog, ich bin 'ne Rampensau, also schreibe ich über mich (wenn mir was einfällt). Deswegen habe ich auch keinen Muddi-Blog, sondern so einen Blog halt. 😉

    Zu den armen Vätern habe ich auch mal geschrieben (http://palais-rheinblick-gedanken.blogspot.de/2012/08/dumme-vater.html).

    Dein Blog ist klasse, wie er ist – lese ich sehr gerne. Ich bin damals durch deinen Kommentar bei der TAZ (?) über Latte-macchiato-Mütter auf deinen Blog gekommen und finde ihn immer amüsant.

    Lass gerne den Super Dad auch mal wieder schreiben. Vielleicht inspiriert das meinen Liebsten auch mal!

    Viele Grüße aus dem Rheinland
    Katja

  5. Ich liebe Deinen Blog! Und es ist mir dabei herzlich egal, wie die Blogger-Szene zu "Mama-Blogs" steht. Mach weiter so!

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