(Hätte ich sie trotzdem bekommen)

Achtung! Dieser Beitrag enthält weinerliches Gejammer, was für die Meisten etwas befremdlich wirken wird, weil sie es nicht nachvollziehen können, da es vielleicht jeden Tag so ist.

Wovon redet sie denn nun schon wieder? Ich verrat´s euch. Der Mann geht wieder einem geregelten Arbeitsleben in einer Firma nach als Angestellter. Das ist natürlich außerordentlich wundervoll, weiß doch jeder wie frustrierend es ist, tausende Absagen zu bekommen, das Geld schwinden zu sehen und die Selbständigkeit auch nichts Beständiges ist, um entspannt für uns zu sorgen. Er geht morgens 8.30Uhr und kehrt gegen 19 Uhr wieder. So weit, so normal.

Seit letztem Jahr war er aber zu Hause. Hat Homeoffice betrieben und war später auf Jobsuche. Das hat natürlich seine entspannten Vorteile, dass ich Termine legen konnte, wie ich wollte. Natürlich sprachen wir uns ab, aber ihr versteht. Da der Hund eh gelüftet werden musste, schnappte er sich nachmittags Flori und holte Marlene aus der Kita ab. Wir versuchten gemeinsam die überdrehten Hühner im Zaum zu halten, aßen gemeinsam und brachten die Mäuse ins Bett. Da ich nun auch zur arbeitslosen Bevölkerung zähle, haben wir für Flori Anspruch auf einen 4-5 Stunden Platz in der Kita. Das ist ehrlich gesagt bekloppt. Marlene soll spätestens 9.30Uhr da sein, da müsste ich Flori also 14.30Uhr spätestens abholen, also genau beim Vesper oder sie schläft sogar noch. Da ich natürlich nicht nochmal zurück zur Kita wackel, nehm ich Marlene gleich mit. Vastehta? Die lieben Kleinen wachen morgens spätestens um 8 auf, meist isses 7Uhr. Abflug ist ca. 9.30Uhr, weil ich das jetzt so abgesprochen hab. Man hat also schon einen turbulent wilden Morgen. 15Uhr hab ich sie dann wieder. Ausgeruht und völlig überdreht. Was machste also? Ab rüber auf den Spielplatz. Da komm ich mir vor wie ein Chamäleon, was in beide Richtungen gleichzeitig schauen muss. Die Eine rette ich von der Klippe, die Andere ziehe ich aus dem Wasserloch. Gegen 17 Uhr ist mein Spielplatz Akku leer, ab nach Hause. Da zerlegen die süßen kleinen mir die Wohnung, während ich versuche Abendessen zu zaubern, was bei Flori großen und lauten Protest auslöst. Das Raubtier hat Hunger und will jetzt sofort was essen.

Ich erspare Details am Essenstisch. Die zwei sind bekloppt. Ich mein das liebevoll, aber die sind bekloppt. Kaspern rum, lenken sich vom Essen ab, schmeißen Zeug runter, verkippen, verkleckern, manschen…. Ein Fest. Manchmal hilft danach nur noch die Wanne, manchmal ist es zum Glück Zeit für den Sandmann und dann klickt auch schon das Türschloss.

Jaja, heut ist erst Mittwoch. Ja, das hat alles erst angefangen, aber meine Güte ist das anstrengend. Gestern Abend lag ich im Bett und dachte: So einfach lösen sich Gedanken nach dem dritten Kind in Luft auf. Ich bin es einfach nicht gewohnt, alles allein zu machen. Zwei Mädels zu handeln, auf dem Spielplatz zu rutschen, zu wippen und in der Wohnung auch noch Herr der Lage zu bleiben. Termine kann ich auch nicht wahr nehmen wie ich will, denn um 15Uhr ist Kita Zeit. 

Ich sag ja, das ist für die meisten Eltern total normal und bald haben wir uns auch eingespielt, aber gestern wurde mir echt alles zu viel. Da wollte ich nur noch unter meine Kuscheldecke und ein bisschen wimmern. Ich weiß, das ist Jammern auf hohem Niveau. Aber ich bin einfach nicht die freudige Spielplatz Mutter. Ich hab keine fünf Tupperdosen dabei, damit die Mädels noch was zu knabbern haben, das Spielzeug vergess ich eh meist. Es macht mir nicht immer Freude, Abendbrot zu kredenzen, was zumindest bei Marlene wenig Begeisterung ausruft, obwohl es was ist, was sie sich gewünscht hat. Ich war noch nie wirklich viel mit beiden Kindern allein. Der Mann war immer da. Eine neue Erfahrung. Die stresst mich. Und ich bin nicht allein. Erst gestern schrieb Mama Mia über ähnliche Gefühle. 

So, das musste raus. Ihr dürft gern mitjammern, oder mir den Piepvogel zeigen. Nur zu. 

Author

Seit 2011 bin ich in die Welt der Mütter aufgenommen. Mittlerweile habe ich 3 Töchter. Hier schreibt keine "typische" Mutter, die Haushalt und Familie mit links schmeißt, Modelmaße hat und nebenbei locker eine Karriere wuppt. Ich finde es okay, auch mal zu sagen "Ich bin müde! Der Mann nervt! Wir streiten öfter! Nein, ich backe, bastel und singe nicht 24 Stunden am Tag! Ja, ich mag Fast Food und ein Schnäpschen zwischendurch!" Aber auch die schönen Dinge kommen nicht zu kurz. Süße Sachen die ich im Netz finde, hilfreiche Tipps, anderes Lesenswerte und ganz viel ♥

15 Comments

  1. Ich fühle und jammere mit 😉 Allerdings beginnt mein Tag um halb 6, Sohnemann steht um halb 7 auf und um 7 geht's los in die Kita. Von 07:30-16:30 arbeite ich, danach Kind holen und Essen kochen… Mein Freund arbeitet meist länger oder hat Nachtschicht… Es ist stressig und oft bin ich auch genervt, aber nach zwei Jahren alleinerziehend und Hartz 4 ist das ein klacks. Inzwischen seh ich alles recht entspannt, putze nicht mehr täglich und hab nen gesunde Portion Humor 😉

  2. du hast zwei kinder, die in die kita gehen, bist im moment (noch) zuhause und trotzdem mal gestresst und überfordert?!? DANKE DANKE für den post 🙂 hab letzt eine doku über karriere-mamas gesehen und seitdem einen kloß im hals gehabt, weil ich mir nur so dachte, ich bin sicher die einzige, die sich, obwohl eigentlich objektiv gesehen nicht so viel stress, sich trotzdem oft so überfordert fühlt 😉

  3. Mein Tip an Euch: nur Mut zum weiteren/dritten/vierten Kind! Schickt Euren Mann in Elternzeit/Teilzeit und geht selbst wieder arbeiten/stockt Eure Stunden ordentlich auf. Warum nicht mal so rum??? Ein Versuch wäre es wert; meint ihr nicht?

  4. Nee, ist gar nicht blöd. Ist anstrengend, aber das wird bald einfacher, weil auch die Kinder besser mitmachen.
    Aufm Spielplatz trifft man übrigens sehr viele Mütter, die nach der Kita irgendwie versuchen die Zeit zu überbrücken, bis Papa Heim kommt ;-D Ich zum Beispiel.
    Man macht da auch recht schnell Zugeständnisse. Bei mir ist es beim Abendessen: Ach, esst doch was ihr wollt. Hauptsache nimmer hungrig… Und die Sauerei unterm Tisch wartet grundsätzlich bis die beiden am nächsten Morgen wieder in der Kita sind… Da ist dann auch meist alles so gut ausgetrocknet, dass es sich super mit dem Staubsauger entfernen lässt. Und komischerweise gibt's bei uns immer recht 'schnelle Sachen' zu Abend…

    Durchhalten. Keiner weiß wie, aber es wird alles gut.

  5. Ich schrei mal ganz laut: HIER! 😉

    Mein Mann verlässt so gegen 7.30Uhr das Haus un kommt meist gegen 19Uhr wieder. Für mich heisst es dann die Großen Mädchen Wecken (5 1/2+4), gucken das die sich anziehen und dann das kleine Weiblein (10 Monate) fertig machen, damit wir gegen 8Uhr im Kindergarten eintrudeln und die noch mit Frühstücken können. Bis 14Uhr muss ich mich dann bloß ein wenig ums Baby kümmern (Füttern, wickeln), spielen tut sie zum Glück alleine. Danach heisst es dann Zickenterror, die Großen sind aus dem Kindergarten da. Um 18 Uhr, ja die Abendbrotzeit wird es dann bei mir kritisch.
    Ein weiss ich sicher, bloß kein viertes Kind, nicht schon wieder ein Mädchen 😉

    Liebe Grüße
    Sharon

  6. Das geht mir jeden Montag so. Nach langen Wochenenden oder Urlaub ist es natürlich noch schlimmer. Und ich hab nur ein Kind.

    Da bist du also definitiv schlimmer dran und darfst jammern. So! 😉

  7. Ich kann Dich so gut verstehen. Meine Zwei sind 5 und 3 (reimt sich sogar 🙂 und ich arbeite seit 2 Jahren wieder in Zeilzeit (dvor war in Selbstständige). Mein Tag sieht ungefähr so aus. Um 6 Uhr gehts los – dh die Kinder stürmen unser Bett. Um 8 Uhr verlassen wir alle gemeinsam das Haus. Mein Mann bringt glücklicherweise die Kids in den Kindergarten, da ich um 9 Uhr im Büro sein muss. Bis 14 Uhr arbeite ich, um 15 Uhr hole ich die Kinder ab; Kinderprogramm mit Schwimmen, Turnen, Musik, Ballett und Spielverabredungen. Zwischen 18 und 19Uhr gibt es Abendbrot. Dann ist mein Mann zum Gluck da. Danach das lange ZuBettGehRitual, welches wir mmer gemeinsam machen und sehr lieben. Um 20Uhr. Spätestens 20.30Uhr schlafen die Rabauken. Jetzt habe ich aber noch nicht den Haushalt, die Wäsche … erledigt (das erledigen mein Mann und ich gercht aufgeteilt :-)). Und eine Ehe will auch "gepflegt" werden. Jetzt rechne ich mal unterm Strich zusammen, wieviel Zeit für mich bleibt…….nullkommanullnull. Ohje, jetzt habe ich gejammert. Deswegen hat sich uner Wunsch nach dem Drittkind auch in Luft aufgelöst. Wie sollten wir das schaffen. Ich möchte all meinen Kinder gerecht werden und vokalem: ICH BIN AUCH MAL WIEDER DRAN! 🙂

    • 5 und 3.
      Schwimmen, Turnen, Ballett und Spielverabredungen.
      Also mal ehrlich, man kann es sich auch mit der Brechstange schwer machen.

    • Ich habe auch 2 Kinder in dem Alter und es geht mir genauso und ich kann den Kommentar von Antje absolut so unterschreiben. Mit 5 Jahren lernt man nun mal Schwimmen! Fakt, also ein AgendaPunkt bei vielen Mütter, die ich kenne. Mein Sohn spielt dazu auch noch Fussball! Fakt, also ein 2. Agendapunkt. Meine Dreijährige Tochter möchte zum Kindertanz/Ballett! Fakt, ein 3. Agendapunkt und die Kinder verabreden sich untereinander – das muss auch organisiert werden und ermöglicht werden. ich meine mit Hinbringen und Abholen. Sitzt Du mit Deinen Kindern nur zu hause?????

    • Wir haben nen Kiga, der verschiede Sportarten, Musik und Tanzunterricht anbietet. Das machen alle Kinder während der Kitazeit. Das ist echt ideal! Jeden Tag etwas anderes. Sowas sollte es viel öfter geben. Denn dann sind die Kinder gut beschäftigt in der Zeit und wenn man sie abholt muss man nicht so viel hetzen…

  8. Hier in meiner Stadt in BaWü hat man als Arbeitslose ÜBERHAUPT keinen Anspruch auf einen Kita-Platz. Da muss die private Krippe her. Wovon bezahlen? Doch nicht das Problem der Agentur für Arbeit. Aber sollte den netten Damen und Herren dort auch klar sein, dass es so echt schwer ist einen Job zu finden. Ohne Kita kein Job, ohne Job keine Kita.
    Wir bezahlen jetzt die private Krippe….

  9. Sehr gut geschrieben, und bestimmt vielen Mamis aus dem Herzen erzählt.
    Ich mach mir auch so meine Gedanken, wie das mit Tochter Nr. 2 bald wird und wenn ich wieder arbeiten gehe… Mein Mann geht morgens um 7 aus dem Haus und kommt um 7 heim, wenn er nicht gerade – wie heute – über Nacht weg ist. Dann hab ich das Nachbarskind zum Abendbrot da und darf mit hochschwangerem Bauch noch das Ei vom Boden picken. Yippieh!
    Aber so ist es eben. Wir lieben unseren Alltag, mit all seinen Ecken und Kanten und unsere Kinder sowieso 🙂

  10. und jetzt stell dir vor, dass du in der freien Zeit, wenn die Kinder in der Kita sind, noch arbeitest, nach 20h00, wenn die kinder im bett sind, den Haushalt erledigst und dann weißt du, wie "gut" man Kind und karriere unter einen hut bringen kann. an guten tagen sehe ich jetzt tatsächlich so alt aus, wie ich bin. an schlechten: na reden wir nicht drüber

    • Hahaha, nett formuliert mit dem Aussehen. Ja ich erinner mich da noch dran. Mit Marlene hatte ich auch noch einen Teilzeitjob, kam nach Hause, wirbelte und hetzte Richtung Kita. Das steht mir bald auch wieder bevor. Alles nicht leicht und die lieben Kollegen beneiden einen um den frühen Feierabend. Jaja….. Irgendwann soll ja alles entspannter und besser werden mit dem Nachwuchs 😉 Halte durch! Liebe Grüße.

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