Wie bereits berichtet, waren wir letzte Woche im Urlaub. Ich halte mich eigentlich für eine Mutter, die darauf achtet, dass das Kind nicht andere Menschen terrorisiert wo es unangebracht ist. Z.B. geh ich nicht mit Marlene um 20 Uhr in ein schickes Restaurant, wenn ich weiß, dass sie müde ist, nur rumnörgelt und es dort so eng ist, dass sie nichtmal rumlaufen kann, ohne was umzustoßen. Wir versuchen leise zu sein und sie etwas zu bremsen, wenn sie zu übermütig wird. Wir bemühen uns, auf andere in der Öffentlichkeit Rücksicht zu nehmen, schließlich haben wir keinen Freifahrtschein, nur weil wir Kinder haben. Andere möchten ja auch ihren Urlaub genießen. Leider stellte ich nun erneut fest, dass vor allem ältere Leute sofort genervt sind, wenn sie Familien sehen. So nach dem Motto: Super, das Größere tobt bestimmt gleich quer durch den Saal und bekommt einen Wutanfall nach dem anderen und das Baby schreit die ganze Zeit. 

Sicher gibt es sie, die Eltern, die sich in den Frühstücksraum oder das Restaurant setzen und ihre Kinder einfach machen lassen, weil sie in Ruhe essen möchten. Die Kinder terrorisieren dann alle, man ist genervt und einem vergeht der Appetit, während diese Eltern seelenruhig ihren Kaffee genießen und ignorieren, dass die lieben Kleinen grad alles zerlegen und sich lautstark aufm Boden rumwälzen oder Fange spielen. Nerven mich selbst. Wie gesagt, nur weil man Kinder hat, heißt es ja nicht, dass man machen kann was man will und keine Rücksicht mehr nehmen muss, oder sogar im Gegenteil, erwartet, dass alle anderen Verständnis zeigen. Dafür gibts Spielplätze. Und bitte nicht falsch verstehen, ich sag nicht, dass man mit Kindern nicht ins Restaurant gehen darf, aber wenn man weiß, das geht schief weil sie müde sind, dann vielleicht lieber einen anderen Tag. Und vielleicht kann man ja beim Frühstück die Kinder ein wenig im Zaum halten und stattdessen danach auf den Spielplatz gehen und dort gemütlich einen Kaffee trinken.

Jedenfalls behaupte ich von uns, dass wir nicht zu dieser Kategorie gehören. Marlene saß beim Frühstück und Abendbrot fast eine Stunde friedlich in ihrem Hochstuhl. Dann wars vorbei mit der Ruhe, sie wollte runter, setzte sich neben uns auf den Boden oder folgte uns zum Buffet. Kein Geschrei oder sonstiges. Florentine, wie nicht anders zu erwarten, verschlief fast alles oder guckte freudig umher. Neben uns am Tisch saßen 6 Rentner, die sofort anfingen zu lästern, als wir noch nicht ganz saßen und alles argwöhnisch beobachteten. Das konnte ich noch ignorieren, auch dass denen nicht passte, was Marlene aß und vor allem wie. Naja sie ist 2 Jahre alt, ich erwarte keine perfekten Tischmarnieren. Sie sang, kommentierte unser Essen oder quatschte vor sich hin. Ich fand sie goldig, die Rentner fühlten sich massiv belästigt. Dann wollte Marlene nicht mehr sitzen. Sie lief umher, ging zu Flori oder abwechselnd auf meinen oder Papas Schoß. Wir saßen extra am Rand, um nicht mit dem Kinderwagen im Weg zu stehen und um ein wenig Platz zu haben, wenn Marlene nicht mehr sitzen mag. Grad als sie den schmalen Gang zu Papa laufen wollte, kam von hinten ein Kellner, der sich aber nicht von ihr gestört fühlte. Da schnappte eine Oma Marlene am Arm, pampte sie barsch an, sie möge doch gefälligst aufpassen und schubste sie recht lieblos weg, als der Kellner vorbei lief. Ehrlich, ich war sprachlos. Mehr als ein „ey!“ bekam ich nicht raus. Mal abgesehen davon, dass man nicht einfach das Kind greift, war die Art einfach nur frech und völlig unangebracht. Mal überspitzt, ich schubs ja auch keine Oma beiseite, die nicht schnell genug am Buffet vorwärts kommt.

Die Tage darauf gingen wir in einen seperaten Raum, wo auch andere Eltern saßen. Die Kellner leiteten uns direkt dahin. Ich kam nicht umhin zu sagen, dass ich mich abgeschoben fühlte. Das Buffet war im anderen Raum, dieser war klein, die Tische nicht gedeckt und wie gesagt, es war eher so: Hauptsache alle Nervgören und die Eltern sind weg und die Rentner können in Ruhe essen. Ganz ehrlich, wie kann man in ein ausgewiesenes Familienhotel fahren und dann von Familien genervt sein? Da noch keine Ferien waren, waren kaum Kinder da, eher so Kitakinder. Die waren alle wohlerzogen, niedlich und man hörte kaum mal Kindergeschrei im Speisesaal. Mich macht das wütend. Vor 2 Jahren passierte mir das Gleiche mit Marlene, als wir an der Ostsee waren. Auch eine Oma, die sich aufregte, als Marlene im Strandkorb rumquakte. Da war sie 4 Monate alt, wir waren draußen, sie hatte Hunger, das „Geschrei“ dauerte keine 5 Minuten. 

Liebe Rentner, dann fahrt doch bitte woanders hin. Einerseits meine Kinder anfassen, hochnehmen, abknutschen und ooooooooh wie niedlich sagen, aber wenn sie nicht wie Erwachsene am Tisch sitzen oder es sich wagen, zum Buffet zu rennen, anstatt zu laufen und dabei laut „Alle meine Entchen singen“, dann nerven sie sofort und sollen weg. So gehts nicht. Und generell davon auszugehen, dass jede Familie automatisch laut ist und nervige Kinder hat, ist ja auch ein bisschen unfair. Ihr wollt ja auch Respekt und erwartet höflichen Umgang, dann bitte seid auch respektvoll Familien gegenüber, denn, wir bemühen uns schon, niemanden zu „belästigen“. Aber Kinder sind nunmal Kinder und auch wenn wir versuchen, Marlene nicht unnötig lang zu quälen am Tisch oder zu Unzeiten essen gehen, so machen Kinder Geräusche, können nicht ewig still sitzen, wollen auch mal laufen oder singen und haben ein starkes Mitteilungsbedürfnis. Und von meinem Beiden kann ich sagen, dass sie nicht einmal geschrien oder geheult haben, während des Essens, sondern echt süß waren. 

Ich bin ja schon gespannt, wie das diesen Sommer noch wird. Wir fahren nämlich noch zweimal in den Urlaub und wenn nochmal ne Oma mein Kind so grob anfasst, bin ich dieses Mal auch vorbereitet und werde gleich was sagen, anstatt drei Tage wütend zu sein. Wenigstens habe ich einen Tag später laut zu Marlene gesagt, dass wir uns lieber an einen anderen Tisch setzen um die Herrschaften nicht bei ihrem Abendbrot zu stören und dabei einige Todesblicke in deren Richtung geschickt. Ob sie´s allerdinges begriffen haben, wage ich zu bezweifeln.