Seit drei Monaten sind wir nun schon zu viert. Drei Monate!!! Wo ist die Zeit nur hin?! Bei Florentine wollte ich die erste Zeit viel mehr genießen. Ich wusste ja, was auf mich zu kommt und dachte, ich bin im Umgang mit ihr bestimmt entspannter. Kann ja keiner wissen, dass immer alles anders kommt.

Zum Einen ließ mir das Allein-Sein unter der Woche nicht ganz so viel Zeit zum Genießen, zum Anderen sind Krankenhausaufenthalte auch nicht förderlich, weder für die Bindung, noch für´s Genießen. Als die Kleine ins Krankenhaus musste, war ich natürlich dabei. Die Sorgen fraßen mich anfangs fast auf, bis klar war, dass nichts Gefährliches bei ihr zu finden war. Überstanden. Nach Hause. Endlich das Familienleben genießen. 

Dann kam der Tag, an dem ich mir einen Zahn ziehen ließ. 4 Wochen später war ich zweimal im Krankenhaus, zuletzt 10 Tage. Sonderlich fit bin ich immer noch nicht, es wird wohl noch Monate dauern, bis meine Wange wieder normal ist. Wochen werden noch vergehen, bis ich wieder genug Kraft habe und nicht ständig müde bin. Der Super Dad war in den letzten Wochen die Bezugsperson für beide Kinder. Ich konnte streckenweise nichtmal die Kinder windeln, ich war einfach zu schwach. Das wurmt mich mehr, als das Krank sein. Und das ist schon ein Dräggskagg, kann ich Euch sagen. Ein Drittel der Zeit die Flori nun bei uns ist, war ich nicht zu 100% für sie da. Das ist für mich so schwer und traurig, ich kann es gar nicht erklären oder für andere verständlich machen.

Flori strahlt den Papa an, da braucht er nur vorbei laufen. Sie reagiert sofort auf ihn. Natürlich erkennt sie mich auch, lacht mich an und weiß sicher, dass ich ihre Mama bin. Aber die letzten Wochen waren hart. Nichts mit genießen, kuscheln und da sein. Streckenweise kam der Mann ins Krankenhaus mit einem Baby. Nicht meinem Baby. Ich musste mich richtig an sie gewöhnen, warm werden. Reagieren wenn sie weint und nicht einfach den Mann machen lassen. Das ist hart und macht mich wirklich traurig. Sicher werden wir alles nachholen, sie trinkt bei mir ihr Fläschchen, sie schläft auf mir ein, sie fühlt sich also wohl. Aber, ich kann es nicht gut in Worte fassen, wir haben grad nicht diese spezielle Verbindung. Wie auch. Ich war einfach nicht da. 

So ist das mit den Plänen. Ich lass das vielleicht einfach. Ich wünsche mir einfach, gesund zu werden, Zeit mit der Familie verbringen zu können und für beide Kinder wieder da zu sein. Nicht nur um sie zu versorgen, sondern um sie zu halten, zu knuddeln, zu trösten und zu bespaßen. Es wird. Tag für Tag und mit kleinen Schritten.