Ich hatte schonmal einen Post geschrieben, in der ich die Super-Gute-Laune Phase meiner Tochter würdige, da solche Momente meist untergehen zwischen zahnen, Schüben, Dickkopf und was da alles abgeht bei den Kleinen.

Heute morgen erst sprachen der Super Dad und ich wieder davon, was für ein großes Glück wir mit unserer Tochter haben. Ich finde, man muss sich dessen ab und zu mal bewusst werden. Sie kam gesund zur Welt, hatte keinerlei Neugeborenenkrankheiten und war bisher nur ein paar mal krank. Motorisch ist sie wahnsinnig schnell und auch sonst entwickelt sie sich prächtig zu einem Menschen mit tollen Charaktereigenschaften, soweit man das jetzt schon beurteilen kann. Oder wie der Osteopath meinte: Sie ist nicht die erste auf dem Baum, klettert aber dafür am Höchsten. Das trifft es genau. 

Natürlich gab es schon Schreckmomente. Als sie mir von der Wickelkommode fiel z.B.. Das sind Situationen, die braucht man nicht. Da altert man um Jahrzehnte, macht sich Vorwürfe, möchte helfen und kann doch nichts machen, außer hoffen, dass alles gut wird. Zum Glück ist nichts passiert, wir haben das alle gut überstanden.

Dafür bin ich dankbar. Manchmal muss man das laut sagen und bewusst erkennen, gerade wenn es mal nicht so gut läuft. Wenn man sich über Kleinigkeiten streitet, der Vermieter oder Chef nervt, man sich mit anderen Idioten rumschlagen muss, oder rumjammert warum man sich ausgerechnet dieses oder jenes grad nicht leisten kann. Eben die üblichen Probleme, die einen im Alltag ganz oft vergessen lassen, was für ein Glück man doch hat. Dass man selbst gesund ist, dass es einem (eigentlich) gut geht, dass man tolle Freunde, eine liebe Familie hat, keine größeren finanziellen Sorgen oder gar Existenzängste. Für irgendetwas ist sicher jeder dankbar.

Warum ich darauf komme? Manchmal passieren eben Dinge im Leben, die machen einem das wieder bewusst, wie gut ich es habe. Und dann stelle ich fest, dass ich nicht immer alles als selbstverständlich hinnehmen sollte, dass man natürlich davon ausgeht, dass das Kind gesund und munter ist, man es aber einfach nicht weiß. Und man es als Geschenk annehmen sollte, jeden Tag aufs Neue, denn wer weiß schon was kommt.

Also wenn der Mann Euch heut das letzte Kinder Pingui weggegessen hat, das Kind die Wände bemalt hat oder einfach null Bock hat zu hören oder sonst was, die eigene Mama mit klugen Ratschlägen nervt und auf dem Konto gern auch andere Zahlen stehen könnten, dann lehnt Euch doch mal kurz zurück und denkt Euch, ok, kauf ich morgen eben neue Süßigkeiten, streich ich die Wand eben neu, vielleicht hat die Mama ja doch Recht und was soll ich überhaupt mit einer Million auf dem Konto? Dass ich diese Menschen habe, dass es ihnen gut geht, dass es mir gut geht, das ist doch das größte Geschenk. Danke!