So, vorbei isses mit der Erholung. Das Kind bricht neue Rekorde und auch wenn ich schon genug rumgeheult habe, ist es Zeit für eine kleine Runde Selbstmitleid: Ich sag auch nicht viel. Nur so viel: vier, V-I-E-R Zähne kämpfen sich ans Tageslicht. Sie ist der Inbegriff von Nörgelichkeit. Ein mauliges, viel schlafendes Baby mit fast 7 Zähnen.
Aber darum soll´s nicht gehen, musste einfach nur mal wieder gesagt werden.
Ich habe doch tatsächlich in einem Anflug familiärer Verliebtheit zu meinem Fast-Göttergatten gesagt: „Wenn Du so richtig viel verdienen würdest, würde ich zu Hause bleiben und meiner Bloggerei fröhnen.“ Und dem Kind natürlich. Und den Kosmetik- und Friseurterminen, dem schoppen… Ich schweife ab. (Sollte anmerken, der Mann verdient nicht schlecht, aber wäre er alleiniger Jäger und Sammler, müssten wir uns doch stärker einschränken) Jedenfalls kam mir diese kurze Eingebung, weil ich in einer Zeitschrift Basteltipps für Ostern las und mir vorstellte, wie schön das wär, mit Kind und einem Haufen Bastelkram lustige Dinge zu fertigen. Und gleich Laune bekam, sofort loszubasteln.
Ich dachte ja immer, wenn man ein Baby bekommt, kommt automatisch ein Bastel-Gen dazu. Gepaart mit einem unendlichen Repertoire an Kinderliedern, Fingerspielen, Kochkreativität und allem was dazu gehört. Hmmm, ich warte noch. 
Das gehört doch zu einer perfekten Mama, Schnittchen als Tintenfische getarnt, abwechslungsreiche, ansprechende und gesunde Kost, selbstgestrickte Socken (da macht zum Glück die Oma ganz, ganz Süße), das ganze Kinderzimmer kreativ bunt, selbstgebastelt und mit Liebe bemalt. Und ein unendlich großes Wissen an pädagogisch wertvollen Spielen mit Kind. Wieder eines dieser Klischees, die schwer auf meinen Schultern lasten.
Ich bin zwar kreativ, redaktionell gesehen, dichten kann ich wie ein Weltmeister und auch genug Platz für Blödsinn und Songtexte ist im Hirn vorhanden, aber wenn mir jemand einen Berg mit den tollsten Bastelsachen vor die Füße kippen würde, glaube ich nicht, dass da irgendwas Tolles bei rum käme. Da brauch ich schon Inspiration in Form eines Bastelbuches. Und Zeit natürlich! Dann würd ich vielleicht auch mehr kochen, Lieder lernen und sowas.
Naja, ich glaube, ich bin deswegen keine schlechtere Mutter, man lernt ja mit der Zeit und noch ist Marlene ein Baby, die Papier lieber isst, als damit kreativ was anzustellen. Ich hab die Hoffnung, das kommt mit der Kita Zeit. Sie hat sich jedenfalls bisher noch nicht beschwert.Im Gegenteil, sie gibt sich mit meinen Quatscheinlagen zufrieden, lacht sich scheckig, wenn ich mit ihr tobe und guckt erschrocken  amüsiert, wenn ich im Auto laut mitsinge.
Zum Anderen glaube ich nicht, dass ich glücklich wäre, daheim zu bleiben. Irgendwann sind die Nägel gemacht und die Frisur sitzt. Ich brauch Ausgleich und kleine Erfolgserlebnisse von außen. Auch mal was anderes sehen! Und das der Super Dad so viel Geld verdient, dass wir locker und entspannt davon leben könnten ohne uns groß einzuschränken, danach siehts auch nicht aus. So ein zweites Einkommen muss ja erstmal ersetzt werden. Und ich bin auch keine die sagt: „Schaaaaaaaaatziiiiiiiii, gibste mir mal bitte bitte Geld, damit sich Deine Zuckerschnute wieder was zum Anziehen kaufen kann?“

Also harre ich der Basteldinge, hoffe auf kreative Eingabe, damit aus mir doch noch ne Super Mom wird, jedenfalls in der Richtung, bastel derweil an meiner Super Blog Karriere und geh ab Mai wieder auf Arbeit. Mal sehen was da so los ist. Als guter Letzt bliebe noch Lotto spielen oder einen alten, sehr reichen Scheich suchen. Hmmmm.