Als ich zum Thema Beziehung schrieb, oder die teilweise nicht Vorhandene, erhielt ich erstaunlich viele Reaktionen: „Ja, so ist es. Endlich mal einer der das ausspricht!“ Hmm. Komisch eigentlich. Frage mich, warum immer noch in vielen Köpfen vorherrscht, dass ein Baby eine Beziehung auf ein neues, rosarot glitzerndes und voller Sterne hängendes Level hebt. Also ein neues Level erreicht man, soviel ist klar. Mir fällt grad Super Mario ein, aber wer ist der Endgegner? Das Leben mit Baby? So sehr können Fernsehen, romantische Filme und Bücher das Leben doch nicht verklären? Oder doch?
Oder liegt es daran, dass sich keiner traut mal zuzugeben, dass der Mann nervt, dass er einfach weiter schläft, während man 5 mal zum Baby taumelt um es zu beruhigen und dann am nächsten Morgen den tödlichsten aller Fehler begeht und sagt: Na, war doch ganz ruhig die Nacht, wa?! Mordgedanken. 
Dass man eine neue Form der Müdigkeit kennenlernt, die man vorher nichtmal erahnte, die selbst ein durchfeiertes Wochenende locker in den Schatten stellt? Dass Sex nicht die Priorität hat, die es mal hatte? Sind doch alles keine Schwächen, ist doch auch normal und am Anfang vielleicht gar nicht groß zu ändern. Und überhaupt, was heißt „zugeben“. Ist eigentlich nichts bei.
Schlimm wirds ja erst, wenn die Frau sich so verändert, dass Mann sie nicht mehr wieder erkennt, dass sie nur noch Muttertier ist, mit Leib und Seele, dass Sex überbewertet wird, weil der Nachwuchs produziert ist, dass hübsch machen für ihn schon seeeeeehr lange überbewertet wird. Das ist nicht gut. Da hat man den Endgegner verfehlt und vielleicht denkt sich der Mann, ey wo ist denn meine hübsche Perle hin? Vom Endgegner einverleibt! Nicht umsonst trennen sich die meisten Paare im ersten Jahr nach der Geburt.
Um das zu vermeiden, muss man an sich arbeiten. Kleine Inseln der Zweisamkeit schaffen. Das Ausrasten und die schlechte Laune einmal mehr als sonst verzeihen und tiiiiiiieeeeeeef durchatmen. Bis man kurz vorm Hyperventilieren ist. Denn man hat ja etwas ganz Wunderbares erschaffen. Ein neues Leben, wo genug Kloppi-Gene von Beiden drin stecken, die man doch gern zusammen erleben will. 

Also ein Level runtergehopst, akzeptiert, dass es auch mal schwer wird, die Liebesfilme ignoriert und stolz sein auf die neue, kleine Familie und kämpfen, Tomaten werfen, Zaubertricks anwenden, sagen: „na und? wir streiten öfter, ja! und wir lieben uns nur noch 5 mal (Hahahaha) die Woche, na und? ist eben so, und es ist gut so, weil es so ist und weil es funktioniert!“ und schwupp, tadatada, Spiel, Satz und Sieg! Also los!

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Seit 2011 bin ich in die Welt der Mütter aufgenommen. Mittlerweile habe ich 3 Töchter. Hier schreibt keine "typische" Mutter, die Haushalt und Familie mit links schmeißt, Modelmaße hat und nebenbei locker eine Karriere wuppt. Ich finde es okay, auch mal zu sagen "Ich bin müde! Der Mann nervt! Wir streiten öfter! Nein, ich backe, bastel und singe nicht 24 Stunden am Tag! Ja, ich mag Fast Food und ein Schnäpschen zwischendurch!" Aber auch die schönen Dinge kommen nicht zu kurz. Süße Sachen die ich im Netz finde, hilfreiche Tipps, anderes Lesenswerte und ganz viel ♥

4 Comments

    • Schläft und schnarcht, während ich taumelnd… Naja, den Rest kennst Du ja 😉 Aber es ist doch immer wieder schön, dass es anderen genauso geht!

    • hehehe, ja schnarchend ist das besondere i-tüpfelchen. ich habe marlene´s bett einfach neben papa´s seite geparkt. das hat einiges an schlaf gebracht! kann ich nur empfehlen. er wacht nämlich erst auf, wenn wirklich action ist. dieses ganze hin und her gewälze und geräusche machen bemerkt er gar nich. ich würd bei jedem piep sofort aufschrecken. also ohrstöpsel rein u gut is 😉

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